Ausstellung| Un regard sur l'ailleurs - Jean-Claude Wicky | Musée jurassien des Arts Moutier
Jun
10
zu 11. Nov.

Ausstellung| Un regard sur l'ailleurs - Jean-Claude Wicky | Musée jurassien des Arts Moutier

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Musée jurassien des Arts | Moutier
10. Juni - 10. November 2018

Un regard sur l'ailleurs
Jean- Claude Wicky


 Aus der Serie "Hieleros" | Jean-Claude Wicky | collection privée

Aus der Serie "Hieleros" | Jean-Claude Wicky | collection privée


Jean-Claude Wickys humanitärer und einfühlsamer Blick auf das Anderswo, in seinen Schwarz-Weiss-Fotografien, hat ihm internationales Ansehen eingebracht.

Mit seinen beiden Hauptserien - den Mineros (Bergleuten) von Bolivien (1984-2001) und den Hieleros (Eissuchern) von Ecuador (1981-1982) - konnte der Fotograf in aller Bescheidenheit die Arbeits- und Lebensbedingungen einiger der ärmsten Bevölkerungsgruppen der Welt aufzeigen. Tief erschüttert gab er ihnen auch und vor allem die Würde zurück, die ihnen genommen wurde, als grosser Portraitist und Meister von Licht und Schatten, ebenso wie von Rahmung oder Texturen.

Diese Ausstellung vereint auf einzigartige Weise Ausschnitte aus diesen beiden Serien sowie Bilder aus Südostasien (ab 1995). Zwei Jahre nach dem Tod von Jean-Claude Wicky, geboren 1946 in Moutier, erlaubt es uns, in den so besonderen Blick eines Fotografen einzutauchen, der nie aufgehört hat, seine tiefen Gefühle auszudrücken.

Le regard plein d’humanité et d’empathie posé par Jean-Claude Wicky sur l’ailleurs, dans ses photographies en noir et blanc, lui a valu une renommée internationale.

Avec ses deux séries principales - les Mineros (mineurs) de Bolivie (1984-2001) et les Hieleros (chercheurs de glace) d’Equateur (1981-1982) - le photographe a su, en toute humilité, révéler les conditions de travail et de vie de populations parmi les plus pauvres du monde. Profondément bouleversé,  il leur a aussi et surtout rendu la dignité dont elles étaient privées, en grand portraitiste et maître de la lumière et des ombres, tout autant que des cadrages ou du rendu des textures.

Cette exposition fait dialoguer de manière inédite des extraits de ces deux séries, ainsi que des images prises en Asie du Sud-Est (à partir de 1995). Deux ans après le décès de Jean-Claude Wicky, né à Moutier en 1946, elle permet de s’immerger dans le regard si particulier d’un photographe qui n’a cessé de traduire les profondes émotions qu’il a éprouvées.

(Text: Musée jurassien des Arts Moutier)

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Ausstellung | Machen Sie mich schön, Madame D'Ora! | Leopold Museum
Jul
13
zu 29. Okt.

Ausstellung | Machen Sie mich schön, Madame D'Ora! | Leopold Museum


Leopold Museum | Wien
13. Juli - 29. Oktober 2018

Machen Sie mich schön, Madame D'Ora


 ATELIER D’ORA 1907–1957 | Elsie Altmann-Loos, 1922 Silbergelatineabzug | Photoarchiv Setzer-Tschiedel

ATELIER D’ORA 1907–1957 | Elsie Altmann-Loos, 1922 Silbergelatineabzug | Photoarchiv Setzer-Tschiedel

Im Atelier d’Oras traten die Größen der Kunst- und Modewelt, der Aristokratie und der Politik des 20. Jahrhunderts vor die Kamera. Der erste Künstler, den sie fotografierte, war 1908 Gustav Klimt, der letzte war 1956 Pablo Picasso. Kaiser Karl von Österreich fand sich ebenso ein wie die Familie Rothschild, Coco Chanel und Josephine Baker oder Marc Chagall und Maurice Chevalier. Im Jahr 1907 eröffnete Dora Kallmus’ als eine der ersten Frauen in Wien ein Fotostudio. Innerhalb weniger Monate galt das Atelier d’Ora als eleganteste und renommierteste Adresse für das künstlerische Porträt und ihre Aufnahmen fanden in zahlreichen Zeitungen und Zeitschriften im In- und Ausland weite Verbreitung. Im Jahr 1925 brachte ein Angebot des Modemagazins L’Officiel d’Ora nach Paris, das fortan ihr Lebens- und Arbeitsmittelpunkt sein sollte. Zahllosen Aufträge für Mode- und Lifestylezeitschriften folgten, die erst Mitte der 1930er-Jahre abebbten, als die politische Lage in Europa zunehmend prekärer wurde. Als entrechtete Jüdin verlor d’Ora 1940 ihr Atelier in Paris und musste sie sich jahrelang vor den deutschen Besatzungssoldaten in Frankreich versteckt halten. Gerade noch davongekommen, richtete die Gesellschaftsporträtistin nach 1945 ihren zugleich scharfen und einfühlsamen Blick auch auf die namenlosen Heimkehrer aus den Konzentrationslagern und auf das Schlachtvieh der Pariser abattoirs. D’Oras Werk spannt einen einzigartigen Bogen von der Repräsentation des letzten österreichischen Monarchen, über den Glamour der Pariser Modewelt der 1920er- und 1930er-Jahre bis hin zu einem gänzlich veränderten Europa nach dem Zweiten Weltkrieg.

(Text: Leopold Museum)

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Ausstellung | Souvenirs - Peter Aerschmann | Kunstmuseum Appenzell
Aug
19
zu 25. Nov.

Ausstellung | Souvenirs - Peter Aerschmann | Kunstmuseum Appenzell


Kunstmuseum Appenzell | Appenzell
19. August - 25. November 2018

Souvenirs
Peter Aerschmann


 Peter Aerschmann, SLEEPERS, 2011, HD video, 12 min loop, no sound, ed. 5+1AP

Peter Aerschmann, SLEEPERS, 2011, HD video, 12 min loop, no sound, ed. 5+1AP


Peter Aerschmann (*1969 in Freiburg/CH) gehört zu den profiliertesten Medienkünstlern der Schweiz. Seit 1999 – nach dem Studium an der Hochschule für Gestaltung und Kunst/Basel und den weiterführenden Studien der Computerwissenschaft an der Universität Basel und an der Hochschule der Künste Bern, hat er ein reiches Œuvre geschaffen, das nun erstmals retrospektiv in einer musealen Ausstellung vorgestellt wird. Im 1998 eröffneten Kunstmuseum Appenzell zeigt der Künstler eine exemplarische Auswahl seiner Videoarbeiten und Digitalfilme von 1999 bis heute.

Die zehn Kabinette des Museums werden zur Bühne eines eigenen Blicks auf unsere Realitäten, auf unsere Gegenwart. Aerschmann rekonstruiert in seinen am Computer generierten Filmen – die wiederum auf von ihm gemachten Videos oder Fotografien beruhen – scheinbar die sichtbare Wirklichkeit. Allerdings führt er sie uns so vor Augen, wie wir sie selten wahrgenommen haben. Teils humorvoll, teils hintergründig, teils kritisch kombiniert der Künstler in den meist kurzen Filmen aus optischen Fragmenten des Alltags eine Weltsicht, die trotz aller Leichtigkeit existentielle Fragen berührt.

Zur Ausstellung erscheint ein Begleitbuch.

Eröffnung: Samstag, 18. Augst 2018, 17 Uhr, im Kunstmuseum Appenzell.

(Text: Kunstmuseum Appenzell)


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Ausstellung | Fotograf der Wiener Moderne - Moriz Nähr | Leopold Museum
Aug
24
zu 29. Okt.

Ausstellung | Fotograf der Wiener Moderne - Moriz Nähr | Leopold Museum


Leopold Museum | Wien
24. August - 29. Oktober 2018

Fotograf der Wiener Moderne
Moriz Nähr


 Moriz Nähr | Elsa Wiesenthal | um 1907 | Privatbesitz

Moriz Nähr | Elsa Wiesenthal | um 1907 | Privatbesitz

Moriz Nähr (1859–1945) gilt als einer der wichtigsten Erneuerer in der Fotografie im „Wien um 1900“. Sein fotografisches Werk wird heute in einem Atemzug mit dem berühmten Pariser Fotografen Eugène Atget genannt. Mit dem Jugendstilmaler Gustav Klimt verband Nähr eine lebenslange Künstlerfreundschaft und ein besonderes Netzwerk prominenter Persönlichkeiten aus Kunst, Kultur und Philosophie. Zahlreiche Porträtaufnahmen von Klimt dokumentieren die künstlerische Verbundenheit eindrücklich. Umgekehrt ließ sich auch Klimt von den fotografischen Motiven Nährs inspirieren, wie die Übereinstimmung im Gemälde Buchenwald I von 1902 verdeutlicht. Die Legendenbildung um Moriz Nähr basiert einerseits auf der engen Verbindung zu Gustav Klimt und der Wiener Secession und andererseits auf seiner Beziehung zur Familie Ludwig Wittgensteins und dem habsburgischen Kaiserhaus, speziell zum Thronfolger Erzherzog Franz Ferdinand, zu dessen Kammerfotograf er 1908 ernannt wurde. Aufgrund der verschiedensten Auftragsinteressenten als auch als freiberuflicher Fotograf hat sich ein vielschichtiges Oeuvre erhalten, das Landschafts- Architektur-, Porträtfotografie umfasst, und sich zudem der Street Photography (Naschmarktszenen, 1918) und Ausstellungsdokumentation (Wiener Secession) zuordnen lässt.

(Text: Leopold Museum)

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Ausstellung | Standpunkt - Werner Bischof | Museum im Bellpark
Aug
25
zu 4. Nov.

Ausstellung | Standpunkt - Werner Bischof | Museum im Bellpark


Museum im Bellpark | Kriens
25. August - 4. November 2018

Standpunkt
Werner Bischof


 Auf dem Weg nach Cuzco, Valle Sagrado, Peru 1954 © Werner Bischof / Magnum Photos

Auf dem Weg nach Cuzco, Valle Sagrado, Peru 1954 © Werner Bischof / Magnum Photos


Werner Bischof (1916-1954) gehört weltweit zu den bedeutendsten Fotografen seiner Zeit. 1932 nimmt er an der Kunstgewerbeschule in Zürich ein Studium auf und wechselt im darauffolgenden Jahr in den von Hans Finsler geleiteten Fachbereich Fotografie. Nach seinem Diplom im Jahr 1936 ist er zunächst aus seinem eigenen Fotostudio heraus für Mode und Werbung tätig, bevor er sich ab 1944 sozialen und politischen Themen zuwendet. Angeregt durch humanistische Strömungen begibt er sich damit auf eine der Zeit entsprechende Sinnsuche.

Unmittelbar nach dem Zweiten Weltkrieg berichtet Bischof in Fotoreportagen über die Zerstörungen in Europa. Sein Weg führt ihn durch Deutschland, Italien, die Niederlande, Frankreich, Ungarn, Rumänien, Polen, Finnland und Griechenland. Er tritt 1949 der Kooperative Magnum Photos bei und arbeitet von nun an mit Henri Cartier-Bresson, David Seymour, George Rodger, Maria Eisner und Robert Capa zusammen. Bereits mit dreissig Jahren ist er als Fotograf eine internationale Grösse. Seine Bilder werden in den bedeutendsten Zeitungen und Zeitschriften jener Zeit publiziert. 

In den Jahren 1951 und 1952 ist Bischof in Asien unterwegs. Seine Reportage über die Hungersnot in Indien, die er 1951 im Life Magazine veröffentlicht, bringt ihm internationale Anerkennung. Anschliessend begibt er sich nach Japan, wo er fast ein ganzes Jahr verbringt, bevor er nach Korea, Hongkong und Indochina weiterreist. Konsequent das Sensationelle meidend, sucht sein fotografischer Blick stattdessen, die stillen Eigenheiten der Kulturen und Traditionen zu ergründen. In den Jahren 1953 und 1954 verfolgt Bischof ein breitangelegtes, zum Teil in Farbe gehaltenes Fotoprojekt in den USA. Über Mittelamerika reist er danach nach Südamerika, immer auf der Suche nach einer Harmonie zwischen Mensch und Natur. Bei einem Autounfall in den peruanischen Anden verunglückt Werner Bischof 1954 tödlich. 

Hinterlassen hat er in seiner kurzen Schaffenszeit ein beindruckendes fotografisches Werk, das mit der Ausstellung im Museum im Bellpark in einer repräsentativen Auswahl vorgestellt wird. Ergänzend beinhaltet die Schau Skizzen- und Notizbücher, die Einblicke in den künstlerischen Arbeitsprozess des Fotografen vermitteln. Diese Retrospektive, zusammengestellt von Magnum Photos Paris und Marco Bischof vom Werner Bischof Estate, präsentiert die «Ikonen» aus Bischofs Schaffen und zeigt gleichzeitig wenig bekannte Aspekte dieses aussergewöhnlichen Lebenswerks.

(Text: Hilar Stadler, Museum im Bellpark)

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Ausstellung | Silence - Gabriela Torres Ruiz | Galerie im Tempelhof Museum
Sep
7
zu 11. Nov.

Ausstellung | Silence - Gabriela Torres Ruiz | Galerie im Tempelhof Museum

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Galerie im Tempelhof Museum | Berlin
7. September - 11. November 2018
Im Rahmen des EMOP Berlin – European Month of Photography 2018

Silence
Gabriela Torres Ruiz


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Die Fotografin Gabriela Torres Ruiz fokussiert in ihrem Projekt SILENCE auf die Aura verlassener Orte. Mit feinem Gespür für die poetischen Wechselwirkungen von Licht, Farbe und Raum stellt sie Landschaftsmotive und Innenraumaufnahmen in Diptychen gegenüber. Ihre Suche gilt natürlichen Landschaften sowie Räumen, die eine Idee von Stille vermitteln, mit der Intention, diesen durch ihre Fotografie eine fühlbare Form zu geben.

Torres Ruiz entdeckt vergessene Orte, die ihres ursprünglichen Kontextes entledigt sind, deren Zustand als Sinnbild für das unaufhaltsame Fortschreiten von Zeit verstanden werden kann. Der abgebildete Verfall der Gebäude neben ursprünglich anmutenden Bergund Waldlandschaften verweist auf den Kreislauf zwischen Architektur und Natur, die sich ihren Raum zurückerobert.

Auf einer Metaebene thematisiert die Künstlerin das Spektrum zwischen gewachsenem und gebautem Raum. Die korrespondierenden Motive gehen nicht nur eine formale Verwandtschaft ein, sondern stehen darüber hinaus in einer inhaltlichen Wechselbeziehung.

Gabriela Torres Ruiz, 1970 in Mexiko-Stadt geboren, studierte Architektur und arbeitete ab 1997 als Architektin in Berlin im Büro Kleihues + Kleihues. Seit 2013 liegt ihr Fokus sehr erfolgreich auf der Fotografie. 2017 erschien die Publikation SILENCE mit einem Text von Timothy Persons bei Hatje Cantz.

(Text: Galerie im Tempelhof Museum)

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Ausstellung | Zürich - schwarz auf weiss | Photobastei
Sep
7
zu 28. Okt.

Ausstellung | Zürich - schwarz auf weiss | Photobastei


Photobastei | Zürich
6. September - 28. Oktober 2018

Zürich - schwarz auf weiss

Historische Fotografien aus den Beständen des Baugeschichtlichen Archivs der Stadt Zürich


 Blick auf das Utoquai, den Bellevueplatz und die Quaibrücke (Fotografie Baugeschichtliches Archiv 1896)

Blick auf das Utoquai, den Bellevueplatz und die Quaibrücke (Fotografie Baugeschichtliches Archiv 1896)

Die Ausstellung "Zürich – Schwarz auf Weiss" zeigt eine Auswahl historischer Fotografien aus den Beständen des baugeschichtlichen Archivs der Stadt Zürich. Die Aufnahmen datieren aus den Jahren 1890 bis 1920. Sie zeigen Stadtansichten und Bauwerke, pittoreske Landschaften sowie Bilder des dörflichen und städtischen Lebens.

Die Ausstellung ist als fotografischer Spaziergang durch die Stadt konzipiert. Der Weg führt durch alle 22 Stadtquartiere. Unterwegs begegnen uns dörfliche Szenen, Baustellen an der Sihl, eine Golfpartie im Dolder, Einblicke in eine gute Stube, neue städtebauliche Grossprojekte wie die Quaianlagen. Manche Aufnahme lässt sich noch heute verorten, andere sind Geschichte und somit Zeugnis von den Veränderungen, die Zürich in den letzten hundert Jahren erfahren hat.

Die Auswahl der Fotografien in der Ausstellung spiegelt die Vielfalt der Sammlung im Baugeschichtlichen Archiv. Dies betrifft die Art der Aufnahmen, die Sujets wie auch die Herkunft der Bilder: Zu sehen gibt es Architekturaufnahmen, Postkartenansichten, Bilder von Interieurs, Wohn- und Arbeitssituationen und Portraits. Entstanden sind die Fotografien als Auftragsarbeiten für städtische Institutionen, für private Unternehmen, für Einzelpersonen und Familien oder zu Dokumentationszwecken.

Ganz häufig sind die Bilder belebt, fast immer präsentieren sich Leute vor einem Haus oder ein neugieriges Gesicht in einem Fenster. Denn ein Fotograf, der zwischen 1890 und 1920 unterwegs war, hat immer Aufmerksamkeit erregt. Kein Wunder, das Arbeiten abseits des Ateliers mit den gross dimensionierten Fachkameras auf Stativen, bestückt mit Glasplatten und die langen Belichtungszeiten machten das Fotografieren zu einem Spektakel.

(Text: Photobastei)

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Ausstellung | Manhattan Sunday - Richard Renaldi | Robert Morat Galerie | Berlin
Sep
8
zu 10. Nov.

Ausstellung | Manhattan Sunday - Richard Renaldi | Robert Morat Galerie | Berlin


Robert Morat Galerie | Berlin
8. September - 10. November 2018

Manhattan Sunday
Richard Renaldi


 “6:17“, New York, aus der Serie „Manhattan Sunday"

“6:17“, New York, aus der Serie „Manhattan Sunday"


“Manhattan Sunday“ ist ein persönliches Tagebuch aus dem New Yorker Nachtleben und gleichzeitig eine Homage an New York als einen Ort der Selbstverwirklichung, als eine Leinwand, auf die die Menschen seit Genrationen Ihre Wünsche, Träume und Vorstellungen projizieren. Die schwarz-weissen Grossbild-Aufnahmen beschreiben eine Samstagnacht und einen Sonntagmorgen in Manhattan. Die Serie ist eine Sammlung von Portraits, urbanen Landschaften und Innenaufnahmen aus Bars und Clubs, sie erzählt vom pulsierenden Nachtleben und von dem Moment, an dem die Clubs Ihre Gäste in die Morgenstunden, in die Strassen der schlafenden Stadt entlassen.

(Text: Robert Morat Galerie)

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Ausstellung | Perfect Time ahead | Photoforum Pasquart | Biel/Bienne
Sep
9
zu 18. Nov.

Ausstellung | Perfect Time ahead | Photoforum Pasquart | Biel/Bienne


Photoforum Pasquart | Biel/Bienne
9. September - 18. November 2018

Perfect Time ahead


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Perfect Time Ahead untersucht die Verkaufsikonografie, die die Entwicklung der Uhrmacherhäuser im 20. Jahrhundert begleitet hat. Die Ausstellung geht dem Zusammenspiel zwischen der Geschichte der Uhrenindustrie und der Technik, der Werbung und dem Verkauf, der Fotografie und dem Grafikdesign nach. 

Die Fotografie hat über fachlich hochwertige Bilder von Uhren hinaus, einen bemerkenswerten Bildkorpus erschaffen, der mit der Entwicklung der Uhrmacherhäuser einhergeht und zu deren Ruf beiträgt. An diesem Punkt knüpft das Photoforum an und schlägt durch die Präsentation von historischen Werbungen im Original zusammen mit einer aussergewöhnlichen Neuinszenierung dieser Bildwelten eine kritische und zeitgenössische Auslegung vor.  

Einige Themen tauchen in der Geschichte der Uhrenwerbung immer wieder auf. Die Uhr ist dabei in erster Linie ein technisches Objekt, ein für die Industrie unentbehrliches Instrument, welches Züge nach Fahrplan verkehren und Kriege gewinnen lässt. Die Werbung macht sich diese Errungenschaften zu eigen und verführt potentielle Kunden/Kundinnen dazu, dieses Instrument – welches mehr leistet, als bloss die Uhrzeit anzuzeigen – an ihren Handgelenken zu tragen. Die Uhrenindustrie greift in der Werbung oft menschliche und technische Meisterleistungen aus der Raumfahrt, der Luftfahrt oder der Erforschung der Ozeane auf. Während Entwicklungen aus der Uhrenindustrie oft zu entscheidenden Fortschritten in diesen Bereichen beitragen, werden Persönlichkeiten wie Astronauten der NASA, Piloten der Pan Am und Feldforscher/Feldforscherinnen im Gegenzug als Werbeträger eingesetzt, womit die Uhrmacherhäuser Normalsterblichen nahelegen, dass sie durch den Besitz derselben Armbanduhr diesen Figuren etwas näher kommen. 

Der Sport mit all seinen Disziplinen – vom klassischen Tanz über Tennis bis zum Schwimm- oder Klettersport – ist ebenso ein wichtiges Thema dieser Werbekampagnen. Die männlichen und weiblichen Körper im Fokus dieser Werbungen erhalten die gleichen Qualitäten wie die Uhren: Perfektion, Präzision, Kraft und Widerstandsfähigkeit. Politische Macht oder allgemeiner gesagt die Führungselite spielt auch eine wichtige Rolle. So behaupten einige Uhrmacherhäuser mehr oder weniger offen, dass sich unter ihren Kunden/Kundinnen auch Adlige, einflussreiche Politiker/Politikerinnen, Stars und andere Personen des öffentlichen Lebens befinden. 

Gewisse Uhrmacherhäuser machen auch nicht Halt, sich in grossen Debatten, die die Gesellschaft beschäftigen, zu positionieren. So wird zum Beispiel die Gleichberechtigung in Slogans wie «gleicher Lohn, gleiche Zeit» aufgegriffen. Ebenso wird die Ökologie in den 1970er Jahren zum Thema, als die Eroberung der Ozeane und der Lüfte als Thema dem Umweltschutz weicht.

Perfect Time Ahead explore l’iconographie commerciale qui a accompagné le développement des maisons horlogères au 20e siècle. L’exposition retrace, et se trouve à la croisée, d’une certaine histoire de l’horlogerie et de ses techniques, de la publicité et du commerce, de la photographie et du design graphique. 

En sus de la virtuosité technique de la reproduction de montres, la photographie a produit un remarquable corpus d’images qui a accompagné le développement des maisons horlogères et contribué à façonner leur image. Le Photoforum en propose ici une relecture critique et contemporaine, par la présentation de publicités historiques originales, accompagnées d’une mise en scène particulière de ces iconographies. 

Des thématiques récurrentes traversent l’histoire de la publicité horlogère. La montre est tout d’abord un objet technique, un outil indispensable à l’industrie, qu’il s’agisse de faire rouler les trains à l’heure ou de gagner une guerre. La publicité s’empare de ces accomplissements pour inciter ses clients potentiels à porter à leur poignet ces outils dont les performances dépassent la simple indication de l’heure. La conquête spatiale, l’aviation ou l’exploration des océans, qui allient l’horlogerie à ces prouesses humaines et techniques, sont fréquemment représentées dans les publicités. Si les développements de l’industrie horlogère se sont souvent révélés décisifs pour ces domaines, les maisons horlogères ont en retour utilisé leurs figures - des astronautes de la NASA, capitaines de la Pan Am et scientifiques de terrain - comme porte-paroles. Et suggéré au commun des mortels de s’en rapprocher par la possession de la même montre-bracelet.  

Le sport dans toutes ses disciplines - de la danse classique au tennis en passant par la natation ou l’alpinisme - est également un thème majeur de ces campagnes publicitaires. Les corps masculins et féminins mis en avant dans ces campagnes se parent des mêmes qualités que les montres : perfection, précision, force et résistance. Le pouvoir politique, et plus généralement les élites, figure également parmi les thématiques privilégiées et les maisons horlogères revendiquent plus ou moins ouvertement parmi leurs clients têtes couronnées, hommes politiques influents, stars et autres personnalités en vue.  

Enfin, certaines maisons horlogères n’hésitent pas à se positionner sur les grands débats qui traversent la société, par exemple l’égalité des genres en utilisant des slogans tels que « Salaire égal, temps égal ». L’écologie est également une thématique dès les années 1970, qui prend de l’importance lorsque la conquête des océans ou de l’air cède la place à leur protection.

 

Perfect Time Ahead explores the commercial iconography that accompanied the development of watchmaking houses in the 20th century. The exhibition retraces a particular history of watchmaking, and sits at the crossroads of its techniques, advertising and trade, photography and graphic design. 

In addition to the technical virtuosity of the photography of watches, the medium has produced a remarkable corpus of images that has accompanied the development of watchmaking houses and contributed to shaping their image. Here, The Photoforum proposes a critical and contemporary re-reading of this history, by presenting original historical advertisements, in conjunction with a site-specific re-staging of these iconographies. 

Recurring themes run through the history of watch advertising. Firstly, the watch is a technical object, an indispensable tool for industry, whether it is a question of making trains run on time or winning a war. Advertising draws on these achievements to encourage potential customers to wear on their wrist the tools whose performance goes beyond the simple indication of time. Space conquest, aviation or ocean exploration - which associate watchmaking with human and technical prowess - are frequently represented in advertising. While developments in the watchmaking industry have often proved decisive for these fields, watch companies have in turn used their figures - NASA astronauts, Pan Am captains or field scientists - as spokesmen. In doing so, the ordinary man - it is suggested - might approximate such qualities, by possessing the same wrist watch. 

Sport in all its disciplines - from classical dance to tennis, swimming and mountaineering - is also a major theme in these advertising campaigns. The masculine and feminine bodies highlighted in these campaigns are adorned with the same qualities as watches: perfection, precision, strength and resistance. Political power, and more generally the ruling classes also figure among the recurrent subjects, and watchmaking houses boast more or less openly, of the distinguished figures, influential politicians, stars and other prominent personalities they count among their customers.

Finally, some watch companies do not hesitate to weigh in on major debates such as gender equality, by using slogans such as “Equal pay, equal time”. Environmental issues have also been a theme since the 1970s, gaining importance when the conquest of the oceans or airspace was gradually replaced with concern for their protection instead.

(Texte: Photoforum Pasquart)

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Ausstellung | Handmade IV | Anzenberger Gallery | Wien
Sep
10
zu 31. Jan.

Ausstellung | Handmade IV | Anzenberger Gallery | Wien


Anzenberger Gallery | Wien
10. September 2018 - 31. Januar 2019

Handmade IV
Daniel Spoerri | Gabriela Morawetz | Ellen Korth | Regina Anzenberger | Stella Bach | Julia Borissova | Rob McDonald | Jessa Fairbrother | Rita Maas | Minyo Szert | Heather F. Wetzel


 Native Grounds | Regina Anzenberger

Native Grounds | Regina Anzenberger


Die vierte Ausgabe der Ausstellung Handmade zeigt Arbeiten, die Handwerk, Technik und Fotografie verbinden und sich somit über die Grenzen konventioneller, zweidimensionaler Fotografie hinwegsetzen. Durch unterschiedliche Methoden werden greifbare, stoffliche und handgearbeitete Werke geschaffen, die einen Gegensatz zur heutigen virtuellen und digitalen Fotografie bilden oder diese weiterführen.

Mit zwei von Daniel Spoerris berühmten Assemblagen, den Fallenbildern, in denen er Kameras, Objektive, Filter, Geweihe und einen ausgestopften Vogel miteinbezieht, wird die Fotografie als Abgesang auf das Analoge thematisiert. 

Jessa Fairbrother durchsticht und bestickt ihre Fotografien. Ihr Motiv ist immer wieder sie selbst als Portrait oder Akt.

Ellen Korth fotografierte für ihre Serie Fabric of Time alte Unterwäsche und Unterröcke, die sie in den Schränken einer Burg in den Niederlanden fand. Gedruckt auf hauchdünnem, japanischem Fotopapier, ist jeder einzelne Print ein Unikat.

Gabriela Morawetz stülpt über ihre auf Holz kaschierten runden Fotografien eine Hülle mit bedruckten Konvexglas, und schafft mit Steinen dazwischen noch eine dritte Dimension. Ihr Universum entwickelt sich mit der Zeit des Produzierens und Reproduzierens rätselhafter Installationen, die von Mysterien gefolgt, dem Betrachter die ästhetische Wahrnehmung entlocken, so wie den Wunsch einer Vorahnung entfachen.

Regina Anzenberger zeigt mit Native Grounds Instants, die sie mit Zeichnung, Malerei, Text und Fundstücken erweitert. Ihr Thema ist die Wildnis und die Formen der Natur. 

Die amerikanische Künstlerin Rita Maas hat in den Neunziger Jahren als Food-Fotografin gearbeitet. Als sie in ihrer Garage die alten von der Umwelt veränderten Dias findet, beschließt sie, diese zu neuen Kunstwerken zu erwecken. Auf Büttenpapier gedruckt wirken sie wie bunte Aquarellmalerei. Kaum etwas lässt die ehemalig festgehaltenen Gerichte in ihrer Serie 20th Century Plastics erahnen.

Nach dem Tod des Malers Cy Twombly begab sich sein Freund, der Fotograf Rob McDonald ein letztes Mal in sein Atelier. In seiner Arbeit STUDIO dokumentiert er die Farbreste an den Wänden und übermalt sie dann selbst. Es ist McDonalds erste transformative Fotoarbeit. 

Was auf Minyo Szerts Bildern wie Malerei anmutet, ist pure analoge Fotografie. Die Bilder, die er in seinen Performances auch mit seiner Fahrradlampe belichtet, handeln vom Alltag wie der winterlichen Schlittenfahrt, Innenräumen, seinem Hund, und oft von seinem geliebten Fahrrad.  

Heather F. Wetzel verbindet den alten fotografischen Nassplattenprozess, den man früher hauptsächlich auf Glasplatten anwendete, mit einem modernen Produkt unserer Konsumgesellschaft. Sie verwendet recycelte Dosendeckel, um darauf Eindrücke aus der Natur und Pflanzenwelt festzuhalten.

 Fotografia analogica eh oui! Daniel Spoerri

Fotografia analogica eh oui! Daniel Spoerri

Zudem gibt es in der Ausstellung auch einige ganz besondere, handgemachte Foto- und Künstlerbücher am Tisch und an der Wand installiert. Stella Bachs Buch ‚L’Escuela de Corazon’ (Erziehung des Herzens) ist ein Einzelstück und erzählt in den Grundfarben rot, blau und gelb korrespondierend zu Gefühlen, Reflektionen und Handlungen. Das Buch ist inspiriert von Gustav Flauberts ‚L’education sentimentale’. Ihr Album einer Island Reise vermischt die tatsächlich erlebten Eindrücke mit einer angedeuteten fiktiven Geschichte.

Die russische Fotokünstlerin Julia Borissova wurde für ihr Buch Let me fall again von einem der ersten Ballonfahrer, dem Amerikaner Charles Leroux, inspiriert. Im Alter von 32 Jahren kam er bei einem Fallschirmsprung in Tallinn ums Leben. Das Buch ist mit der Technik der Origami Kunst kombiniert. Die Faltkunst vergleicht die Künstlerin mit der Präzision des Packens eines Fallschirms, damit sich der Schirm öffnet.

(Text: Anzenberger Gallery)

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Ausstellung | The Potemkin Village - Gregor Sailer | Kehrer Galerie | Berlin
Sep
15
zu 17. Nov.

Ausstellung | The Potemkin Village - Gregor Sailer | Kehrer Galerie | Berlin


Kehrer Galerie | Berlin
15. September - 17. November 2018
Im Rahmen des EMOP Berlin – European Month of Photography 2018

The Potemkin Village
Gregor Sailer


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Für "The Potemkin Village" (2015-2017) machte sich Gregor Sailer (*1980 in Schwaz, AT) weltweit auf die Suche nach Kulissenstädten. Der sprichwörtliche Begriff bezieht sich auf die Legende, dass Feldmarschall Grigori Alexandrowitsch Potjomkin der Zarin Katharina der Grossen die neueroberten Krimgebiete versteckt hinter bemalten Kulissen präsentiert haben soll.

In Russland fand Sailer gleich zwei dem klassischen Konzept entsprechende Potemkinsche Dörfer, in denen ruinöse Häuser hinter Planen mit aufgedruckten repräsentativen Fassaden verborgen wurden. Doch der Werkkomplex zeigt auch weniger wortgetreue Scheinarchitekturen, wie verschiedenste militärische Trainingszentren in den USA, Frankreich, England und Deutschland, detailgetreue Repliken europäischer Städte in China sowie zwei Fahrzeugteststrecken in Schweden. 

Die Unwirklichkeit dieser Bauten wird durch das diffuse Licht, das der Fotograf bewusst für die Serie wählte, noch betont. Mit dieser Arbeit thematisiert Gregor Sailer die sozialen, wirtschaftlichen und politischen Interessen, die diesen Bauvorhaben zugrunde liegen.

(Text: Kehrer Galerie)

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Ausstellung | AM - Andreas Herzau | F3 Freiraum für Fotografie
Sep
15
zu 2. Dez.

Ausstellung | AM - Andreas Herzau | F3 Freiraum für Fotografie

  • F3 Freiraum für Fotografie (Karte)
  • Google Kalender ICS

F3 Freiraum für Fotografie | Berlin
15. September - 2. Dezember 2018
Im Rahmen des EMOP Berlin – European Month of Photography 2018

AM
Andreas Herzau


 Aus der Serie "AM" | Andreas Herzau

Aus der Serie "AM" | Andreas Herzau


Die neue Werkserie "AM" von Andreas Herzau setzt sich am Beispiel Angela Merkel mit dem Verhältnis von Politik und Öffentlichkeit sowie der Repräsentation weiblicher Macht auseinander. Für seine fotografische Untersuchung begleitete Andreas Herzau die CDU Vorsitzende und Bundeskanzlerin Dr. Angela Merkel über Jahre hinweg bei öffentlichen Auftritten. "AM" zeigt das Theater, die Absurditäten und die Realitäten des politischen Betriebs, die Einsamkeit, den Kampf, die Macht und die Verletzungen, die Politik als Beruf mit sich bringen. Für seine Arbeit macht sich Herzau das kollektive Bilderwissen über eine der meistfotografierten Personen auf der politischen Bühne zu Nutze: mit ausschnitthaften und teilweise rätselhaft verschlüsselten Bildern dekonstruiert er Rituale der öffentlichen Selbstinszenierung und bringt dadurch unerwartete Details zum Sprechen. Dem inflationären Mass an Bildern von Angela Merkel setzt Andreas Herzau mit seinen schwarz-weiss Aufnahmen den Versuch entgegen einer der einflussreichsten Persönlichkeiten unserer Gegenwart visuell gerecht zu werden.

Andreas Herzau, geboren 1962 in Mainz, ist ein renommierter deutscher Fotograf und Fotokünstler. Er gehört zu den engagierten Autorenfotografen, die die Grenzen der klassischen Fotografie in eigenständiger und oft überraschender Weise erweitert haben. Sein Schwerpunkt ist die Auseinandersetzung mit bekannten Bild-Stereotypen, die er durch intensive eigene Bild-Dekonstruktionen hinterfragt. Seine Arbeiten waren weltweit in Ausstellungen zu sehen, darunter: Deutsches Historisches Museum, Museum der Arbeit Hamburg und Fotofestival Noorderlicht (Niederlande). Zu seinen zahlreichen Buchveröffentlichungen zählen: Helvetica (Nimbus. Kunst und Kultur, 2017), Moscow (Edition Braus, 2012) und Deutsch Land (Edition Braus, 2006). Herzaus Fotografien erhielten zahlreiche Preise und Stipendien, u.a. mehrfach das VG-Bildkunst Stipendium und den Rückblende-Award.

(Text: F3 Freiraum für Fotografie)


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Ausstellung | New York Scenes - Fred W. McDarrah | Steven Kasher Gallery
Sep
20
zu 3. Nov.

Ausstellung | New York Scenes - Fred W. McDarrah | Steven Kasher Gallery

  • Google Kalender ICS

Steven Kasher Gallery | New York
20. September - 3. November 2018

New York Scenes
Fred W. McDarrah


 Allen Ginsberg on Central Park Bandstan, 5th Avenue Peace Demonstration to Stop the War in Vietnam, March 26 1966 | Fred W. McDarrah

Allen Ginsberg on Central Park Bandstan, 5th Avenue Peace Demonstration to Stop the War in Vietnam, March 26 1966 | Fred W. McDarrah


Fred W. McDarrah: New York Scenes. Die Ausstellung zeigt 100 alte Schwarz-Weiss-Drucke, die von Ende der 1950er bis Mitte der 1970er Jahre entstanden sind. Die Ausstellung zeigt McDarrah's ikonischste Bilder neben nie zuvor gesehenen Arbeiten aus seinem umfangreichen Archiv. Mit der Ausstellung beginnt die Veröffentlichung der umfassendsten Studie über den Fotografen Fred W. McDarrah: New York Scenes, herausgegeben von Abrams, mit mehr als 270 Abbildungen und einem einführenden Essay von Sean Wilentz.

Geboren in Brooklyn, kaufte McDarrah seine erste Kamera auf der Weltausstellung 1939 in New York City. Er diente als Fallschirmjäger der US-Armee im besetzten Japan am Ende des Zweiten Weltkriegs, Kamera in der Regel in der Hand, und erwarb dann einen Abschluss in Journalismus von der New York University auf der G.I. Bill. Als ein Nachbar, Dan Fancher, McDarrah erzählte, dass er und Norman Mailer eine Zeitung namens The Village Voice gründeten, unterschrieb McDarrah. Er wurde für den Rest seines Lebens mit der Zeitung in Verbindung gebracht.

Fred W. McDarrah: New York Scenes. The exhibition features 100 vintage black and white prints that span the late 1950s to the mid-1970s. The show features McDarrah’s most iconic images alongside never-before-seen work from his extensive archive. The exhibition launches the publication of the most comprehensive survey on the photographer, Fred W. McDarrah: New York Scenes, published by Abrams, which includes more than 270 illustrations and an introductory essay by Sean Wilentz.

Born in Brooklyn, McDarrah bought his first camera at the 1939 World’s Fair in New York City. He served as a U.S. Army paratrooper in Occupied Japan at the end of World War II, camera usually in hand, and then earned a Journalism degree from New York University on the G.I. Bill. When a neighbor, Dan Fancher, told McDarrah that he and Norman Mailer were starting a newspaper to be called The Village Voice, McDarrah signed on. He was associated with the paper for the rest of his life.

(Pressetext: Steven Kasher Gallery)

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Ausstellung | Wandeln - Karen Irmer | St. Moritzkirche | Augsburg
Sep
21
zu 4. Nov.

Ausstellung | Wandeln - Karen Irmer | St. Moritzkirche | Augsburg


St. Moritzkirche | Augsburg
21. September - 4. November 2018
Anlässlich des 1000 jährigen Gemeindejubiläums der St. Moritzkirche, Augsburg; Teil des Medienkunstfestivals Lab30: 25. - 28. Oktober 2018

Wandeln
Karen Irmer


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Künstlerische Intervention in der St. Moritzkirche Augsburg anlässlich des 1000 jährigen Gemeindejubiläums “1000 Jahre wie ein Tag“

 Wenn es langsam zu dämmern beginnt, tauchen sie in der Apsis der Kirche auf – kleine, weiße Lichtpunkte, die in steter Bewegung nach oben steigen, kreisen und hinabzufallen scheinen. Trotz ihrer Ruhelosigkeit und ihrer diffusen Form lassen sie an Sterne denken. Diese Assoziation liegt durchaus nahe, finden sich doch in den Kuppeln älterer Sakralbauten immer wieder gemalte Sternenhimmel, die die Unendlichkeit des Universums ins Innere des Kirchenraums überführen sollten. Bei längerem Hinsehen entpuppen sich die Lichtgebilde jedoch als Vögel, die im Ostchor ihre Kreise ziehen. Karen Irmer positioniert ihre Installation bewusst an jener Stelle der Moritzkirche, welche durch die Zerstörung im Zweiten Weltkrieg den Blick nach außen freigab. Dort bricht sie den Raum auf ins Illusionistische und lässt die Außenwelt erneut in den Innenraum dringen – sichtbar, aber nicht greifbar. Sie dynamisiert die streng gegliederte Struktur der Kirche und eröffnet dem Betrachter dadurch eine neue Raum-Zeit-Ebene.  

Außen und Innen, Kommen und Gehen, Sichtbares und Unsichtbares – Irmers Arbeiten bewegen sich im Spannungsfeld dieser Gegensätze und thematisieren ihre Übergänge. Grenzen verschieben sich, verschwinden und stellen vermeintliche Eindeutigkeiten infrage. Im rechten  Seitenschiff blicken wir wie durch ein Fenster auf eine imposante Wolkenformation von großer ästhetischer Kraft. Bei näherem Hinsehen entpuppt sich diese Formation jedoch als verschmelzendes Zusammenspiel von Wasser und Wolken. Wo endet die Gischt, wo beginnen die Wolken? Eine klare Trennung ist nicht möglich, der Übergang von einem Aggregatszustand in einen anderen ist vielmehr fließend.

Diesem Aufeinandertreffen der verschiedenen Aggregatszustände begegnen wir in der linken Seitenkapelle wieder. Über eine leicht bewegte Wasserfläche ziehen zarte Nebelschleier hinweg. Obgleich wir keine Veränderung des Himmels sehen können, erkennen wir an den glitzernden Flächen auf der Wasseroberfläche, dass sich einige Sonnenstrahlen ihren Weg durch die Wolken bahnen. Die Videoinstallation strahlt eine große Ruhe aus und verstärkt die meditative Wirkung der Kapelle. In der Nische, die eigentlich dem Kruzifix  vorbehalten ist, wird während der Ausstellung das Wasser, oder die von ihm evozierte Stimmung zum Gegenstand der Kontemplation. Durch die Interaktion mit dem sakralen Raum ermöglicht Irmers Kunst dem in der Immanenz verhafteten Betrachter eine intensive spirituelle Erfahrung, bei der die fließende Grenze zur Transzendenz spürbar werden kann.

(Text: Simone Kimmel 2018) 

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Im Jahr 2013 wurde die Kirche St. Moritz in Augsburg mit ihrer fast 1000 jährigen Geschichte durch das Architekturbüro John Pawson aus London neu gestaltet. Der Kunst in der Kirche Raum zu geben und Kunst mit Spiritualität in Zwiesprache zu bringen, ist eine der Aufgabe, der sich die Moritzkirche verschrieben hat.

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Ausstellung | Wettlauf mit China - Walter Bosshard/Robert Capa | Fotostiftung Schweiz | Winterthur
Sep
22
zu 10. Feb.

Ausstellung | Wettlauf mit China - Walter Bosshard/Robert Capa | Fotostiftung Schweiz | Winterthur


Fotostiftung Schweiz | Winterthur
22. September 2018 - 10. Februar 2019

Wettlauf um China
Walter Bosshard/Robert Capa


 Walter Bosshard: Song Meiling, die einflussreiche Gattin von Tschiang Kai-shek, Hankou, 1938 © Fotostiftung Schweiz / Archiv für Zeitgeschichte

Walter Bosshard: Song Meiling, die einflussreiche Gattin von Tschiang Kai-shek, Hankou, 1938 © Fotostiftung Schweiz / Archiv für Zeitgeschichte

Walter Bosshard (1892–1975) ist der erste Schweizer Fotojournalist, der mit seinen Reportagen international berühmt wurde. Schon um 1930 erreichten seine Bildberichte ein Millionenpublikum. Ab 1931 konzentrierte sich Bosshard auf China: Fotografierend und schreibend verfolgte er den verheerenden Krieg mit Japan und den Machtkampf zwischen Nationalisten und Kommunisten, er widmete sich aber auch dem Alltag und dem Leben auf der Strasse. Die Ausstellung der Fotostiftung Schweiz präsentiert neben Klassikern auch viele unbekannte Fotografien, die erst in jüngster Zeit zum Vorschein gekommen sind. Diese werden den China-Bildern des Starreporters Robert Capa gegenübergestellt – Capa arbeitete an denselben Orten wie sein Freund Walter Bosshard und wetteiferte mit ihm um Auftritte in der Zeitschrift Life.

(Text: Fotostiftung Schweiz)

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Ausstellung | Picture languages. Photographic Arat from Georgia | Fotografie Forum Frankfurt
Sep
22
zu 18. Nov.

Ausstellung | Picture languages. Photographic Arat from Georgia | Fotografie Forum Frankfurt

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Fotografie Forum Frankfurt
22. September - 18. November 2018

Picture languages. Photographic Art from Georgia
Andro Eradze, Dimitri Ermakov, Natela Grigalashvili, Nino Jorjadze, Lado Lomitashvili, Dina Oganova, Koka Ramishvili, Alexander Roinashvili, Mariam Sitchinava, Daro Sulakauri, Guram Tsibakhashvili und Beso Uznadze


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Mit Picture languages. Photographic Art from Georgia präsentiert das Fotografie Forum Frankfurt vom 22.09.–18.11.2018 Entwicklungen und aktuelle Tendenzen in der Fotografie Georgiens. Die Gruppenausstellung versammelt zwölf herausragende »Stimmen« des Landes. Im Mittelpunkt stehen Arbeiten, die seit dem Ende der Sowjetunion entstanden sind. Zu sehen sind dokumentarische Bilder zum georgischen Unabhängigkeitsstreben, verschiedene Formen des Porträts und Studien zu Traditionen und symbolhaften Orten. Einen Schwerpunkt der Schau bilden Werke junger Fotografinnen und Fotografen, geboren in den späten 1980er und frühen 1990er Jahren – sie beschäftigen sich kontinuierlich mit der Identität ihrer Generation und dem experimentellen Umgang mit dem Medium Fotografie. Ergänzend gibt die Schau Einblicke in die Anfänge der georgischen Fotografie: mit Reproduktionen der beiden frühen Fotografie-Größen Dimitri Ermakov und Alexander Roinashvili sowie der ersten Kriegsfotografin, Nino Jorjadze. So vermittelt die Ausstellung facettenreich Eindrücke von Geschichte und modernem Alltag in Georgien sowie künstlerische Positionen seiner noch wenig bekannten Fotografie-Szene.

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Kuratiert wurde die Ausstellung von Celina Lunsford, künstlerische Leiterin des Fotografie Forum Frankfurt. Picture languages. Photographic Art from Georgia ist zugleich Beitrag des FFF zum Ehrengastprogramm »Georgia – Made by Characters« der Frankfurter Buchmesse 2018. Das Rahmenprogramm umfasst Vorträge, Gespräche und Workshops mit georgischen Fotografen, Kuratorinnen und Experten.

Zur Ausstellung erscheint ein Katalog im Frankfurter Societäts-Verlag (Deutsch-Englisch, 144 Seiten).

(Text: Fotografie Forum Frankfurt)

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Ausstellung | Blende f / 5.6 - Glückliche Momente - Bogdan Dziworski | Galerie Hilaneh von Kories | Berlin
Sep
22
zu 21. Dez.

Ausstellung | Blende f / 5.6 - Glückliche Momente - Bogdan Dziworski | Galerie Hilaneh von Kories | Berlin

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Galerie Hilaneh von Kories | Berlin
22. September - 21. Dezember 2018
Im Rahmen des EMOP Berlin – European Month of Photography 2018

Blende f / 5.6 - Glückliche Momente
Bogdan Dziworski


 Lódz, 1985

Lódz, 1985

Die Berliner Galerie Hilaneh von Kories das fotografische Werk des polnischen Filmemachers und Fotografen Bogdan Dziworski (*1941). Er zählt zu den wichtigsten Vertretern des Avantgarde- und Experimentalfilms im polnischen Kino. Gleichwohl er in seinem Heimatland zu den renommiertesten Bildgestaltern gehört, ist sein Werk in Deutschland noch weitgehend unbekannt. Insbesondere seine fotografischen Aufnahmen sind eine Entdeckung. Seit den Sechzigerjahren hat Bogdan Dziworski ein einzigartiges Werk geschaffen, das ihm schon oft den vergleichenden Ehrentitel einbrachte, er sei "der Cartier-Bresson Polens". Seine Aufnahmen entstanden ohne Auftrag und werden in dieser Ausstellungsauswahl zum Teil erstmals ausgestellt. Seine kontrastreichen analogen schwarzweissen Bilder geben Einblick in den Lebensalltag in polnischen Städten aus der zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts. Bogdan Dziworski: "Meine Fotografien aus dieser Zeit sind nie inszeniert. Sie sind "erlaufen". Tag für Tag waren es manchmal acht Stunden, in denen ich fotografierte. Du musst auf diesen einen bestimmten Moment warten, in dem die Realität die Bühne selbst bestimmt. Du musst Glück haben. Und ich hatte es."

(Text: Galerie Hilaneh von Kories)

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Ausstellung | Apparent Magnitude - Johan Österholm | Dorothée Nilsson Gallery | Berlin
Sep
27
zu 17. Nov.

Ausstellung | Apparent Magnitude - Johan Österholm | Dorothée Nilsson Gallery | Berlin

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Dorothée Nilsson Gallery | Berlin
27. September - 17. November 2018
Im Rahmen des EMOP Berlin – European Month of Photography 2018

Apparent Magnitude
Johan Österholm


 Not yet Titled | Johan Österholm

Not yet Titled | Johan Österholm


Johan Österholms Arbeit präsentiert sich erstmalig mit einer Einzelausstellung in Deutschland. Sie führt frühere und neue Werke zusammen, die aus verschiedenen Perspektiven die Thematik der Lichtverschmutzung in den Blick nehmen. Seit vielen Jahren arbeitet der Fotograf Österholm über das zentrale und doch am wenigsten greifbare Element seines Mediums: das Licht. Sein Werk vereint astronomische Naturbeobachtungen und Archivrecherchen, experimentelle fotografische Prozesse und durchaus auch politische Pointen.

Die Ausstellung umfasst experimentelle Arbeiten, die im Studio entstanden sind, fotografische Landschaften und skulpturale Objekte. Österholm interessiert sich in ihnen nicht nur für das Licht als Naturelement, sondern erinnert ebenso an die politischen Kämpfe um Straßenbeleuchtung und Kontrolle in der Stadt.
 
Zeitgleich werden in der Ausstellung Back to the Future im C/O Berlin auch frühere Projekte des Künstlers zu sehen sein, sodass das breite Spektrum seiner Arbeit an den dunklen Seiten des Lichts sichtbar wird.

Johan Österholm (*1983 in Borås/Schweden) lebt und arbeitet in Stockholm. 2016 schloss er mit MFA die Malmö Art Academy ab. Seine Arbeiten, entstanden in so unterschiedlichen Medien wie Fotografie, Video, Skulptur und Installation, waren und sind vielfach in Solo- und Gruppenausstellungen präsent, so etwa im C/O Berlin, dem Museum für Kunst und Gewerbe Hamburg, dem Copenhagen Photo Festival oder dem FOAM Amsterdam.

Apparent Magnitude is the first solo exhibition of works by Swedish artist Johan Österholm at the Dorothée Nilsson Gallery. As part of the European Month of Photography, it brings together earlier and new works that look at the topic of light pollution from different perspectives.

For many years the photographer Österholm has been working on the central yet least tangible element of his medium: light. His work combines astronomical observation and archival research, experimental photographic processes and sometimes political punchlines.

The three-part series Some Moonwalks (2017), for example, was created on the Isle of Sark in the English Channel. The island is considered a region with a natural, extremely dark night. On his nocturnal walks across the island, where the human eye can hardly see anything, Österholm’s camera was able to visualize the pale landscapes drawn by the clear moonlight on the island.

In recent works such as Concealer (2018), the perspective is reversed. It is not the essence of pure moonlight, but the dim light of urban street lamps that becomes the subject and artistic material.

The artist used it to examine old astronomical negatives from observatories, creating fascinatingly complex, black and white composite images. In Antique Skies and Untitled Lantern Pieces (both 2018) Österholm used a primitive method of early photography. For hours he exposed an astronomical yearbook and the glass pane of a street lamp with the negatives of those constellations that the light smog of the 20th century made invisible.

In Apparent Magnitude, however, Österholm also addresses the historical-political implications of his work on light more openly than before. Lantern Smashers (2018) interprets the streetlight as a political symbol of control. In the 19th century, newly erected lanterns were sometimes demonstratively destroyed. Österholm’s pictures, with tongue-in- cheek humour, interpret today’s vandalism or decay as a memory of those struggles for darkness in the city.

The works in Apparent Magnitude thus also reveal new aspects in Österholm’s work. In connection with earlier projects, which will be on show at the same time in the exhibition Back to the Future at the C/O Berlin as part of the European Month of Photography, the broad spectrum of his work on the dark shades of light becomes evident.

Johan Österholm (*1983 in Borås/Sweden) lives and works in Stockholm. In 2016 he completed the Malmö Art Academy with MFA. His works, created in such diverse media as photography, video, sculpture and installation, have been and are frequently present in solo and group exhibitions, for example at the C/O Berlin, the Museum für Kunst und Gewerbe Hamburg, the Copenhagen Photo Festival or the FOAM Amsterdam.

(Text: Dorothée Nilsson Gallery)

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Ausstellung | Water Mirror - Risaku Suzuki | Christophe Guye Galerie
Sep
29
zu 19. Jan.

Ausstellung | Water Mirror - Risaku Suzuki | Christophe Guye Galerie

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Christophe Guye Galerie | Zürich
28. September - 19. Januar 2019

Water Mirror
Risaku Suzuki


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"Ich sehe die Wasseroberfläche als ein faszinierendes Motiv, um über die Unmöglichkeit des Sehens nachzudenken, ohne sich auf Erfahrung zu verlassen."

Risaku Suzuki

"Water Mirror" ist eine Verdichtung dessen, was Suzukis Fotografie so reizvoll macht: seine tiefgründigen Überlegungen zum Thema Fotografie selbst und die ständige Infragestellung dessen, was es heisst, "zu schauen". Die Serie "Water Mirror" zeigt explizit die Auseinandersetzung des Künstlers mit den Ursprüngen der Repräsentation und den Prinzipien des fotografischen Mediums, die in den drei Jahren, in denen er die Bilder aufgenommen hat, immer tiefer werden.

Wie bei einem Spiegel werden die Bäume im Wasser eingefangen, das sie reflektiert. Im Wasser, einer Substanz, die schwerer als Luft ist, sind die Blätter in völliger Echtheit dargestellt, was es unmöglich macht, die Reflexionen von den tatsächlich im Boden und in der Luft stehenden Bäumen zu unterscheiden.

Das Ergebnis ist eine mimetische Darstellung, die nur innerhalb der Fotografien existiert. Diese Szenen wären ohne den Eingriff der Kamera und des Objektivs nicht möglich. In ihrer Präsentation vertauscht Suzuki nonchalant die Positionen von Luft und Wasser, indem sie die vertikale Ausrichtung der Fotografien verändert. Manchmal zeigt er ausschliesslich das Spiegelbild. Wir spüren eine leichte Fremdheit und überprüfen die Fotografie noch einmal. Bei dem Versuch, festzustellen, ob es sich dabei um Bäume oder deren Spiegelung handelt, stellen wir fest, dass die Fotografie selbst ein reflektiertes Bild ist. Das Betrachten einer Fotografie und das Betrachten eines Wasserspiegels werden zu Teilen eines verschachtelten visuellen Erlebnisses.

Da die Methodik von "Water Mirror" aus dem Produktionsprozess der Fotografie heraus entwickelt wurde und auch in dieser Form entstanden ist, sind die Arbeiten selbst zu einer eigenwilligen fotografischen Theorie geworden. Mit seinen üppigen, nachdenklichen Bildern lädt ‘Water Mirror’ zu einer faszinierenden Wahrnehmungsreise ein und wird wohl zu einem der repräsentativsten Werke Suzukis.

(Text: Christophe Guye Galerie)

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Ausstellung | Steinholt - Christopher Taylor | Focal | Nyon
Sep
30
zu 11. Nov.

Ausstellung | Steinholt - Christopher Taylor | Focal | Nyon

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Focal | Nyon
30. September - 11. November 2018

Steinholt
Christopher Taylor


 La veste de l'écrivain Jón Trausti, Kópasker (2015)

La veste de l'écrivain Jón Trausti, Kópasker (2015)


Steinholt est la troisième série de photographies que Christopher Taylor consacre à l’Islande, pays de son épouse, Álfheiður. Une première série, Sous le Glacier (1996-1998), est inspirée par le livre d’Halldor Laxness : Kristnihald undir Jökli (1968) tandis qu’une seconde est réalisée aux îles Westman (Vestmannaeyjar, 2006-2010) d’où la mère d’Álfheiður est originaire. (…)
La relation de Christopher avec la nature et les Islandais s’est approfondie depuis que le couple a acquis Steinholt, la modeste maison construite par les grands-parents paternels d’Álfheiður à Þórshöfn, sur la côte nord-est du pays. Maintenant, chaque année Christopher revient dans ce petit village d’environ 300 habitants. Il se consacre à la restauration de la maison, travaille de temps en temps à l’usine de congélation de poisson et surtout, quand le temps est favorable, il part explorer le paysage lors de longues randonnées escarpées. Christopher n’est plus un invité de passage, frappé et fasciné par la grandeur indomptable de l’environnement naturel. Il n’est pas non plus otage des espaces clos pendant les périodes de mauvais temps : désormais il vit avec les villageois de Þórshöfn. Il rend éloquent le temps qu’il y passe en interprétant les paysages et en observant les traces laissées par ceux qui y sont morts ou en sont partis, et qui relèvent de la mémoire collective. (…)

(extraits du texte de Monica Dematté, tiré du livre «Steinholt», Kehrer)

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Ausstellung | Essenzen - Fotografien aus vier Dekaden - Ute Mahler & Werner Mahler | Galerie Springer | Berlin
Okt
2
zu 5. Jan.

Ausstellung | Essenzen - Fotografien aus vier Dekaden - Ute Mahler & Werner Mahler | Galerie Springer | Berlin


Galerie Springer | Berlin
2. Oktober 2018 - 5. Januar 2019
Im Rahmen des EMOP Berlin – European Month of Photography 2018

Essenzen - Fotografien aus vier Dekaden
Ute Mahler & Werner Mahler


 Jutta Deutschland, für Sibylle (Wand) | Ute Mahler

Jutta Deutschland, für Sibylle (Wand) | Ute Mahler

 Julia, 1979| Ute Mahler

Julia, 1979| Ute Mahler

Im Rahmen des EMOP Berlin – European Month of Photography 2018, präsentiert die Galerie Springer Berlin zum ersten Mal Werke der Fotografen Ute Mahler und Werner Mahler und bereichert damit ihr Galerieprogramm. Die umfangreiche Ausstellung "Essenzen - Fotografien aus vier Dekaden" umfasst Arbeiten von Ute Mahler und Werner Mahler aus verschiedenen Schaffensphasen. Darüber hinaus präsentiert die Galerie eine Auswahl aus der gemeinsamen Serie Monalisen der Vorstädte, die die Mahlers in den Jahren 2009 bis 2011 schufen. 

Eine zentrale Position der Ausstellung bilden Modefotografien, die in den Jahren 1977 bis 1994 für die Zeitschrift "Sibylle" entstanden sind. Ausserdem sind Fotografien Ute Mahlers von 1980 mit der Tänzerin Jutta Deutschland zu sehen. Ebenso eine Serie von Ute Mahler, die 1979, während eines für die DDR damals ungewöhnlichen Stipendiumaufenthaltes, in Paris entstand. Daneben zeigt die Galerie frühe Arbeiten von Werner Mahler (1975 bis 1978) sowie eine Serie von Landschaftsfotografien aus den 1980er Jahren.

 Leipzig Connewitz, 1975 | Werner Mahler

Leipzig Connewitz, 1975 | Werner Mahler

Auch wenn die Ausstellung nur einen Ausschnitt des ebenso umfangreichen wie beeindruckenden Werkes der beiden Fotografen präsentieren kann, ermöglicht sie doch tiefe Einblicke in ihr vielfältiges und kreatives Schaffen. Nicht zuletzt anhand einiger ikonenhafter Fotografien lässt sich sehr gut die ganz eigene Bildsprache und Technik illustrieren, die die Künstler entwickelten und perfektionierten. Mittlerweile arbeiten die beiden Gründungsmitglieder der OSTKREUZ Agentur meist gemeinsam. In dem seit 2009 währenden Miteinander entstanden u.a. die Serien Monalisen der Vorstädte und Die seltsamen Tage. In Kürze erscheint bei Hartmann Books die neue Serie Kleinstadt. Bei all diesen Projekten verschmelzen die Qualitäten und Erfahrungen der beiden Fotografen* zu gemeinsam entwickelten Serien und Kunstwerken.

(Text: Galerie Springer)

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Ausstellung | Equivalences - Douglas Mandry | Bildhalle | Zürich
Okt
5
zu 15. Nov.

Ausstellung | Equivalences - Douglas Mandry | Bildhalle | Zürich


Bildhalle | Zürich
Ausstellung | 5. Oktober - 15. November 2018

Equivalences
Douglas Mandry

 Unseen Sights, Cloud I, 2017 | Douglas Mandry

Unseen Sights, Cloud I, 2017 | Douglas Mandry


Verführerisch schön in Farbigkeit, Formenvielfalt und Materialisierung, gleichzeitig konzeptuell durchdacht, was Themenwahl und fotografische Entstehungsprozesse betrifft: Der Fotokünstler Douglas Mandry (*1989 in Genf) geht von Phänomenen der realen Welt aus und experimentiert mit den verschiedensten fotografischen Verfahren. Zwischen analogen historischen und digitalen zeitgenössischen Techniken hin- und herpendelnd, erschafft der seit 2013 in Zürich lebende Künstler ganz eigenständige Bildwelten. Naturbeobachtung und die Thematisierung aktueller Zeitprobleme finden in seinem Werk mit der Reflexion des Mediums Fotografie zusammen, die Dokumentation mit der Abstraktion, das Denken mit der Sinnlichkeit. In Douglas Mandrys Arbeiten halten sich konzeptuelle Strenge und die experimentelle Freiheit die Waage, und durch die Verselbständigung fotografischer Prozesse wird das Glück des Zufalls möglich: Unvorhergesehenes trifft sich mit Absicht und Idee. Auf diese Weise bekommen komplexe Themen poetische Anziehungskraft. Jedes Werk behält dabei ein produktives Rätsel, das uns anregt, unsere Sicht auf die Wirklichkeit der Welt und auf die Wirklichkeit der Bilder zu befragen. 

(Text: Nadine Olonetzky)

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Ausstellung | Life in the Ruins - Deborah Kelly | Fabian & Claude Walter Galerie | Zürich
Okt
5
zu 4. Nov.

Ausstellung | Life in the Ruins - Deborah Kelly | Fabian & Claude Walter Galerie | Zürich

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Fabian & Claude Walter Galerie | Zürich
5. Oktober - 4. November 2018

Life in the Ruins
Deborah Kelly


 Deborah Kelly, Birth of Beeness, 2017 Collage, pure pigment, ink on Moulin de Larrocque handmade cotton paper 30,5 x 45 cm

Deborah Kelly, Birth of Beeness, 2017
Collage, pure pigment, ink on Moulin de Larrocque handmade cotton paper
30,5 x 45 cm


Ausrangierte Bücher und Enzyklopädien sind für Deborah Kelly (*1962) ebenso Ausgangs-materialen wie ihr ureigener Wissensdrang, ihre ungebremste Schaulust und lebendige Vorstellungskraft. Sie beschreibt es selbst als ihre “Obsession mit der Gestaltung neuer Möglich-keiten für die symbolische Ordnung von ausgedienten Büchern und ihrem traurigen Zustand als Ruinen einer Zivilisation - nämlich unserer eigenen.”

Auf ihren Reisen um die Welt—von Künstlerresidenzen über Biennalen und Workshops zu Kunst-festivals und zurück nach Hause—erkundet die australische Künstlerin angetroffene lokale Folklore, religiöse Symbolik, Geschichten und eigene Erlebnisse, während sie unterwegs auch gleichzeitig die verschiedensten Druckmaterialien aufliest. Es ist als ob sie Fragmente eines Weltgedächtnisses sammelt, um diese dann in eloquenten, temperamentvollen und allegorischen Fantasien, kühnen Anregungen und belehrenden Geschichten wieder neu zusammenzufügen und als solche zu eben dieser Welt sprechen zu lassen.

Die entstandenen Kunstwerke erscheinen dabei wie eine Übung der Gegenwehr: sie verweigern sich dem Verschwinden unserer materiellen, körperlichen, gesellschaftlichen und natürlichen Welt, bedroht von einer digitalen, virtuellen, asozialen, asexuellen und synthetischen Dystopie. Sie scheinen aber auch Dissenzlektionen zu sein: sie verwahren sich sowohl gegen den Stimm- und Handlungsverlust als auch gegen die Aushöhlung von Freiheiten und gesellschaftlicher Solidarität. Collagen und Photomontagen erlangen ja immer dann erhöhte Bedeutung, wenn andere künstlerische Strategien die Stimmung und Dringlichkeit von Krisen nicht mehr adäquat darzu-stellen vermögen. Deborah Kelly präsentiert uns in Life in the Ruins ihre Geschichte, und zeigt uns so, dass eine andere Welt nicht nur möglich ist, sondern eigentlich schon immer auch da war.

Deborah Kellys Arbeiten waren auf den Biennalen von Singapur, Venedig, Thessaloniki, Tarra Warra und Sydney zu sehen. Ihre eigenen Werke und kollaborativen Projekte wurden weltweit in Galerien, Museen, im öffentlichen Raum und in Kinos gezeigt. Ihre Arbeiten sind in zahlreichen wichtigen Privat- und Museumssammlungen vertreten. Des Weiteren erhielt sie verschiedene Preise, wie den National Works on Paper Acquisition Award der Mornington Peninsula Regional Gallery, den VIC, den Albury Art Prize, NSW, und den Fisher's Ghost Art Award des Campbelltown Arts Centre, NSW. Kelly lebt und arbeitet in Sydney, Australien.

(Text: Daniel Blochwitz)

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Ausstellung | Die West-Berliner Jahre - André Kirchner | Haus am Kleistpark | Berlin
Okt
12
zu 16. Dez.

Ausstellung | Die West-Berliner Jahre - André Kirchner | Haus am Kleistpark | Berlin


Haus am Kleistpark | Berlin
12. Oktober - 16. Dezember 2018

Die West-Berliner Jahre
André Kirchner


 Cinzano, Wedding 1989

Cinzano, Wedding 1989


Zum sechzigsten Geburtstag des Fotografen André Kirchner zeigt das Haus am Kleistpark eine Auswahl von rund einhundert seiner frühen Schwarzweiß-Fotografien aus den Jahren 1981 bis 1990, die zum größten Teil bisher unveröffentlicht geblieben sind.  

Vor mehr als 35 Jahren begann André Kirchner, Berlin zu fotografieren. Mit seinen zurückhaltenden Fotografien aus den Straßen und Brachen West-Berlins erzählt Kirchner aus der Geschichte der Stadt; eher beiläufig notiert er mit der Kleinbildkamera, was er ab 1988 in systematische Serien mit der Großformatkamera überträgt. Der poetische Realismus seiner Fotografien enthüllt und verbirgt zugleich, was die staunenden BetrachterInnen aus den immer auf Augenhöhe aufgenommenen und scheinbar bekannten Straßenansichten dieser Stadt herauslesen können. Zur Ausstellung erscheint das gleichnamige Buch in der Edition Braus.

(Text: Haus am Kleistpark)

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Ausstellung | Ruud van Empel | Hangar Art Center | Brussels
Okt
12
zu 10. Nov.

Ausstellung | Ruud van Empel | Hangar Art Center | Brussels


Hangar Art Center | Brussels
12. Oktober - 10. November 2018

Ruud van Empel


 © Ruud van Empel, Mood#76

© Ruud van Empel, Mood#76


Ruud van Empel (Pays-Bas, 1958) utilise le medium photographique comme une forme indépendante de l’imagination. Chaque image est constituée de photos, prises par lui-même, qui sont digitalement assemblées sur l’ordinateur. Il travaille conceptuellement et a créé un nouveau genre au sein de la photographie. Dans sa série Untitled (2004), il explore le thème de l’innocence, la suite de la série World (2005) et utilise pour la première fois un enfant noir comme symbole de cette innocence. Ces œuvres ont été inspirées par des photos prises pendant sa propre enfance par son père. Une des caractéristiques du travail de Ruud van Empel est le fait qu’il compose jusque dans les moindres détails une représentation parfaite et idéalisée. Mais celle-ci a toujours un côté plus sombre, quoique pas toujours évident. Ruud van Empel a amené la construction numérique de la photographie à un nouveau niveau.

Ruud van Empel est un artiste visuel et photographe reconnu. Il sort diplômé de la Breda Fine Arts School dans les années 70 et commence à travailler avec la vidéo dans les années 80. C’est en 2006, avec sa série World-Moon-Venus présentée à New York, que Ruud van Empel acquiert une réputation internationale dans le domaine de l’édition photographique et du collage. Depuis, il a exposé dans le monde entier, notamment au FoMu à Anvers (BE), au MoPA à San Diego (USA), au Groninger Museum (NL) et au Fotografiska (SE). Aujourd'hui, il vit et travaille à Amsterdam, aux Pays-Bas.


Ruud van Empel uses the medium of photography as an independent form of imagination. Every image consists of photo’s, taken by himself, that are digitally assembled on the computer. He works conceptual and has created a new genre within photography. In his series Untitled (2004) he explores the theme of innocence, the sequel series World (2005) and he uses a black child for the first time as a symbol of innocence. These works were inspired by photos taken during his own childhood by his father. A typical feature of the work of Ruud van Empel is the composition of a perfected and idealized representation right down to the finest details. But this always has a darker side, albeit not always evident. Ruud van Empel has taken digital contruction of photograpy to a new level.

Ruud van Empel is a well-known visual artist and photographer. He graduated from the Breda Fine Arts School in the seventies, and started out working with video in the eighties. As he became skilled in photographic editing and collages, Ruud van Empel’s international reputation took off in 2006 with his series World-Moon-Venus, on display in New York. Since that time, he has exhibited all over the world including the FoMu in Antwerp, the MoPA in San Diego (USA), the Groninger Museum (NL) and the Fotografiska museum (SE). Today, he lives and works in Amsterdam, in the Netherlands.

(Text: Hangar Art Center)

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Ausstellung | Szenario - Kyra Tabea Balderer | Kunstmuseum Luzern
Okt
13
zu 6. Jan.

Ausstellung | Szenario - Kyra Tabea Balderer | Kunstmuseum Luzern


Kunstmuseum Luzern
13. Oktober 2018 - 6. Januar 2019
Manor Kunstpreis Zentralschweiz Luzern

Szenario
Kyra Tabea Balderer


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Kyra Tabea Balderer hat für Szenario eine neue Werkserie realisiert sowie einen 16-mm-Film, der den Gegensatz von Bewegung und Stillstand thematisiert. Die Künstlerin nutzt die Medien oft in ungewohnter Weise, so sind ihre Fotografien äusserst malerisch und haptisch, das Bewegungsmedium Film dagegen kommt mit einem Minimum an Aktion aus. Während sich die Kamera nahe um eine Frau dreht, blickt diese scharf in die Welt, bewegt die Hände und den Mund. Wie lange brauchen wir, um zu denken, dass die Frau einen Vogel darstellen könnte? Die Unsicherheit darüber, was wir sehen, ist auch Teil von Balderers fotografischen Arbeiten. Immer wieder fragen wir uns vor ihren Werken: Worum handelt es sich? Was ist das für eine Welt? Wie gross sind die abgebildeten Objekte? 

Aktuell beschäftigt sich Balderer in ihrer Arbeit mit den kulturellen Aspekten der Wahrnehmung. Sie sucht nach archaischen Typen und untersucht, wie viele Formen beziehungsweise Bewegungen es braucht, um ein Objekt oder ein Wesen zu erkennen. Dafür arbeitet sie mit einer Grossformat-Kamera analog auf Film. Das bedächtige Medium setzt Geduld, eine genaue Planung und Erfahrung voraus. Kyra Tabea Balderer wählt Tiefenschärfe und Fokus überaus präzise. Oft ist nur eine Stelle ganz und gar scharf, ein Pinselstrich, der aus dem Dunklen aufleuchtet oder die Schnittkante einer Folie. Im restlichen Bild lösen sich die Ränder der Formen mehr oder weniger in Unschärfe auf. Tiefe entsteht zudem durch den Einsatz von Spiegeln und vor allem durch die exakte Lichtführung, die die Schatten zu wichtigen Akteuren im Bild werden lässt. 

Vor Balderers Linse kommen ausschliesslich selbst konstruierte Objekte aus Karton, Holz, Spiegel oder anderen einfachen Materialien, die sie mehr oder weniger bunt bemalt. Teilweise erinnern diese Gebilde an bekannte Dinge, beispielsweise Möbel, Blätter oder Artefakte, teilweise sind nur noch abstrakte Formen zu erkennen, die zwischen organisch und konstruktiv changieren. Dabei legt Balderer ihre Konstruktionen offen, beispielsweise die stabilisierenden Stege an den Palmblättern aus Karton, oder ein Befestigungsfaden wird selbst zum Bildelement. Die Künstlerin inszeniert kleine Welten mit eigenen Gesetzen, Grössenverhältnissen und Farbstimmungen. 

Inspiration erhält Balderer durch Nebensächlichkeiten im Stadtraum: Ein All-over aus Blättern, ein Gitter oder ein zufällig entstandenes grafisches Muster. Auch Kunstgeschichte-Bücher dienen der Künstlerin als Bilder-Fundus, wobei sie ein spezielles Interesse für Aufnahmen von Skulpturen und Artefakten hat. Kyra Tabea Balderer verbindet in ihrer Arbeit auf raffinierte Art und Weise Plastik, Malerei und Fotografie, im Einzelbild ebenso wie in der installativen Präsentation. Die Künstlerin nutzt kräftige Farben als Hintergründe für ihre Werke und spielt mit der Platzierung der Bilder. In der Ausstellung verweisen zwei pavillonartige Architekturen auf den Titel Szenario wie auf die Struktur eines englischen Gartens. Der Ausstellungsraum verwandelt sich so beinah in eines ihrer Bilder, in das Besucherinnen und Besucher eintauchen können.

(Text: Eveline Suter

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Ausstellung | Ursula Müller & Tina Ruisinger | Künstlerhaus S11 | Solothurn
Okt
13
zu 4. Nov.

Ausstellung | Ursula Müller & Tina Ruisinger | Künstlerhaus S11 | Solothurn


Künstlerhaus S11 | 4500 Solothurn
13. Oktober - 4. November 2018


Ursula Müller | Tina Ruisinger


 Aus der Serie "Traces" | Tina Ruisinger

Aus der Serie "Traces" | Tina Ruisinger


In der Ausstellung werden zwei Künstlerinnen gegenübergestellt, die ähnliche Herangehensweisen haben und sich fotografisch unterschiedlich ausdrücken. Beide stellen die Wahrnehmung ihrer Umgebung in den Vordergrund.

Von Ursula Müller werden zwei Serien gezeigt, die sich mit dem genauen Betrachten von Oberflächen und Verdecktem auseinandersetzen. Zum einen zeigt sie die Rückseite von mit Flora bestickten Stoffen, deren Strukturen sich kaum von der Vorderseite unterscheiden und stellt dadurch die feinen Verbindungen im Muster in den Vordergrund. Zum anderen stellt sie Früchte und Gemüse in den Mittelpunkt, entfernt diesen die Schale und enthüllt so das Verdeckte und die Verletzlichkeit.

Von Tina Ruisinger werden Bilder aus der Serie "Traces" zu sehen sein. Dafür hat sie Dinge fotografiert, die zurückbleiben, wenn ein Mensch stirbt, die Erinnerungen wachrufen und die Spuren der verlorenen Person tagen. Es sind nicht nur Dinge, die davon erzählen war wir verlieren, sondern auch davon was uns Kraft geben kann weiterzuleben.

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Ausstellung | Das Theater der Scheinbilder - Liu Bolin | Musée d'Elysée | Lausanne
Okt
17
zu 27. Jan.

Ausstellung | Das Theater der Scheinbilder - Liu Bolin | Musée d'Elysée | Lausanne


Musée d’Elysée | Lausanne
17. Oktober 2018 - 27. Januar 2019

Das Theater der Scheinbilder
Liu Bolin


 Liu Bolin, Your World, aus der Serie „Hiding in the City“, 2014  © Liu Bolin / Courtesy Galerie Paris-Beijing

Liu Bolin, Your World, aus der Serie „Hiding in the City“, 2014
© Liu Bolin / Courtesy Galerie Paris-Beijing

Liu Bolins erste Museumsausstellung in der Schweiz: “Das Theater der Scheinbilder” versammelt knapp fünfzig grossformatige Fotografien und mehrere Skulpturen zu den Hauptthemen im Lebenswerk des chinesischen Künstlers: die politischen und wirtschaftlichen Strategien der chinesischen Staatsmacht, die überlieferten Traditionen sowie religiösen und kulturellen Symbole, die Widerstandsaktionen von einzelnen oder Gruppen, die Umgestaltung des Stadtraums, der Raubbau an der Natur und der Aufbau einer Hyperkonsumgesellschaft.


Première exposition muséale de Liu Bolin en Suisse, Le Théâtre des apparences rassemble près de cinquante photographies monumentales et plusieurs sculptures illustrant les grands thèmes abordés par l’artiste chinois au fil de sa carrière : les stratégies politiques et économiques du pouvoir chinois, les traditions ancestrales et les symboles religieux et culturels, les actions individuelles ou collectives de résistance, la transformation de l’environnement urbain, les dérives écologiques et la mise en place d’une société d’hyperconsommation.


The first museum exhibition in Switzerland of Liu Bolin’s work, The Theater of Appearances brings together almost fifty monumental photographs and several sculptures illustrating the main themes addressed by the Chinese artist over his career: the political and economic strategies of the Chinese government, ancestral traditions and religious and cultural symbols, individual or collective acts of resistance, the transformation of the urban environment, ecological damages and a hyper-consumerist society.

(Pressetext: Musée d’Elysée)



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Ausstellung | Ein Werk von unsäglicher Gewalt - Matthias Bruggmann | Musée d'Elysée | Lausanne
Okt
17
zu 27. Jan.

Ausstellung | Ein Werk von unsäglicher Gewalt - Matthias Bruggmann | Musée d'Elysée | Lausanne


Musée d’Elysée | Lausanne
17. Oktober 2018 - 27. Januar 2019

Ein Werk von unsäglicher Gewalt
Matthias Bruggmann


 “Zwei Männer beweinen den Tod ihres Bruders, der von einer Armeegranate enthauptet wurde. Die Angst vor Bombenangriffen war so gross geworden, dass die Familien keine öffentlichen Beerdigungen mehr veranstalteten.“ Matthias

“Zwei Männer beweinen den Tod ihres Bruders, der von einer Armeegranate enthauptet wurde. Die Angst vor Bombenangriffen war so gross geworden, dass die Familien keine öffentlichen Beerdigungen mehr veranstalteten.“ Matthias

Matthias Bruggmann wurde mit seinem Syrienprojekt Preisträger der zweiten Ausgabe des von Parmigiani Fleurier geförderten Prix Elysée. Er möchte „bei einem westlichen Publikum ein tiefgehendes Verständnis für die unfassbare Gewalt wecken, die jedem Konflikt zugrunde liegt“ und setzt darauf, nichts in seinen expliziten, brutalen Bildern zu schönen. Die vor Ort entstandenen Aufnahmen drängen den Besucher, innezuhalten und sich das Ausmass eines Konflikts vor Augen zu führen, der zwar geografisch weit entfernt, aber durch die Medien doch allgegenwärtig ist.


Matthias Bruggmann est le lauréat de la deuxième édition du Prix Elysée, grâce au soutien de Parmigiani Fleurier, pour son projet sur la Syrie. Souhaitant « susciter, chez un public occidental, une compréhension viscérale de la violence intangible qui sous-tend tout conflit », il fait le pari de ne rien voiler de ses images, explicites et brutales. Réalisées sur le terrain, elles enjoignent le spectateur de ralentir, et de prendre la mesure d’un conflit – certes géographiquement lointain, mais rendu omniprésent dans les médias.


Matthias Bruggmann is the winner of the second edition of the Prix Elysée, with the support of Parmigiani Fleurier, for his project on Syria. Hoping to "bring, to Western viewers, a visceral comprehension of the intangible violence that underlies conflict", he takes the gamble of hiding nothing in his explicit and brutal pictures. Taken in the field, they force the viewer to slow down and take stock of the war — geographically distant, admittedly, but made omnipresent by the media.

(Pressetext: Musée d’Elysée)



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Ausstellung | Anzeichen der Verlässlichkeit - Beat Schweizer | Coalmine - Forum für Dokumentarfotografie | Winterthur
Okt
19
zu 21. Dez.

Ausstellung | Anzeichen der Verlässlichkeit - Beat Schweizer | Coalmine - Forum für Dokumentarfotografie | Winterthur

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Coalmine - Forum für Dokumentarfotografie | Winterthur
19. Oktober - 21. Dezember 2018

Anzeichen der Verlässlichkeit
Beat Schweizer


 Teriberka | Russland | März 2012

Teriberka | Russland | März 2012

Wie lebt es sich in den polarnahsten Städten und Siedlungen der Welt? Und was hält die Menschen trotz scheinbar widriger Bedingungen dort? Die Thematik der Isolation beschäftigt Beat Schweizer (geboren 1982, wohnhaft in Bern) seit vielen Jahren. Auf mehreren Reisen in den äussersten Norden Russlands hat er die Morphologie abgelegener Orte fotografisch festgehalten, die Ursachen ihres Daseins und ihre Eigenheiten untersucht. Sein Langzeitprojekt präsentiert uns Formen der Existenz, die über das Anekdotische hinaus tiefe Einblicke in das Menschliche geben. In seiner dokumentarischen Praxis nähert er sich den Strukturen und Bewohnern behutsam und unmerklich. Mit seinem systematischen Blick fördert er im Einzelnen das Allgemeine und im Allgemeinen das Individuelle zutage, beweist aber auch ein waches Auge für Komik, Tragik und Absurdität – ein feines Sensorium für die "Anomalie des Alltags im nördlichsten Norden Sibiriens" (so der Untertitel der Eigenpublikationen "An der Frostgrenze", 2013). Die COALMINE zeigt Beat Schweizers dreiteiligen Werkzyklus, entstanden zwischen 2012 und 2018, erstmals umfassend und als neu edierte und produzierte Abzüge. 

Norilsk ("Michailovna hat angerufen", 2017/18)
Norilsk ist eine Stadt der Superlative: Sie ist die nördlichste Grossstadt weltweit, gelegen auf 69 Grad nördlicher Breite und gebaut auf Permafrost-Boden. Sie gilt auch als die schmutzigste Stadt der Welt. Die dort abgebauten Nickelerze verursachen Schäden an Umwelt und Gesundheit. Zusammen mit den Vorkommen auf der russischen Halbinsel Kola deckt Norilsk rund einen Viertel des Weltmarktbedarfs an diesem Rohstoff, der in diversen Legierungen und vor allem zur Erzeugung von nichtrostendem, hochbelastbarem Stahl verwendet wird. Bodenschätze und Industrie bieten mit ihren gut bezahlten Arbeitsplätzen und einer städtischen Infrastruktur, die dem polaren Klima Annehmlichkeiten abtrotzt, Lebensraum für 175'000 Menschen. Gleichwohl wahrt die als Minenstadt 1935 gegründete und unter Stalin als Gulag genutzte Stadt weiterhin ihr Geheimnis: Sie ist für Ausländer geschlossen und nur mit einer Sonderbewilligung betretbar.

Eine solche erlaubte es Beat Schweizer, sich frei in der Stadt zu bewegen. Dennoch stellte eine Bekannte, eine ehemalige Polizistin bei der Flughafenpolizei, vorab mit einem Anruf sicher, dass sich die Einreise ohne Umtriebe vollzog ("Michailovna hat angerufen") – eine Anekdote, die zeigt: wo alles bürokratisch abläuft, vieles unmöglich scheint und doch alles möglich ist, sind die persönlichen Beziehungen entscheidend. Mit seiner Mittelformatkamera hat Beat Schweizer in sorgfältig komponierten Einstellungen Häuserzüge, Plätze und Naherholungsgebiete in Norilsk fotografiert. Porträts und Innenansichten führen das Spiel mit Distanz und Nähe fort und zeigen die Bewohner bei der Freizeitgestaltung, Gedenktagen oder Schönheitswettbewerben. Es entsteht das Bild eines auf sich bezogenen und sich selbst genügenden Kosmos, der seine Existenz jedoch auswärtigen Interessen verdankt und ohne Anreize und Garantien aus Moskau nicht fortbestehen könnte. Es sind solche Abhängigkeiten und ihre fragile, fragliche und fragwürdige Beständigkeit, denen der Fotograf nachspürt. Darauf bezieht sich auch der Titel der Ausstellung in der COALMINE: "Anzeichen der Verlässlichkeit". 

Dikson ("An der Frostgrenze", 2013)
Während Norilsk den Anschein urbaner Normalität wahrt, trifft dies auf Dikson, eine kleine Siedlung an der Mündung des Jenissei, auf über 73 Grad nördlicher Breite, nicht zu. Der Aussenposten der Zivilisation, der einen Eisbären im Wappen trägt und an 82 Tagen in der Polarnacht versinkt, galt in der Sowjetzeit als die nördlichste Stadt weltweit. Dann sank ihre Einwohnerzahl drastisch. Einst Angelpunkt für die Nordostpassage und die Kontrolle über die Arktisregion sowie Ausgangspunkt vieler Polarexpeditionen, bietet Dikson heute nur noch wenigen hundert Menschen ein Auskommen. Die Einwohner sehen sich überwiegend auf sich allein gestellt, die Provinzhauptstadt Krasnojarsk liegt 2507 Kilometer entfernt. Besucher, auch russische, benötigen generell eine Sondererlaubnis. Die verbliebenen Bewohner, die Beat Schweizer dort aufsucht hat, leben entweder als Mechaniker oder Grenzschützer, betreiben einen Einkaufsladen oder übermitteln Wetterdaten nach Moskau. Ermöglicht wird ihre Existenz durch den Staat, angeblich im Bestreben, die nördliche Aussengrenze des Mutterlands zu sichern. Wir begleiten sie bei der Arbeit oder dabei, wie sie ihre Frei- und Wartezeit verbringen, mit Jagen und Fischen, Grillen, Spielen oder Fernsehen. 

Teriberka ("Der Boiler", 2012)
Auch Teriberka, die dritte Ansiedlung, die Beat Schweizer im Rahmen seines epischen Langzeitprojekts besuchte, gelegen auf 69 Grad Nord, leidet seit dem Niedergang der Küstenfischerei unter starkem Bevölkerungsrückgang. Vor einigen Jahren jedoch kündigte der russische Konzern Gazprom riesige Investitionen mit Tausenden von Arbeitsplätzen an. Das Stockmann-Feld in der Barentsee, ein Gasvorkommen, sollte erschlossen werden. Ein Teil der Einwohner machte sich Sorgen um die Umwelt, viele andere freuten sich auf eine rosige Zukunft. Doch das Projekt wurde auf Eis gelegt, aus Kostengründen – der Schiefergasboom in den USA machte die Gasförderung in der Arktis nicht mehr konkurrenzfähig. So kämpfen die Bewohner von Teriberka weiterhin gegen das Vergessenwerden an. Wie auch andernorts führt uns Beat Schweizer mit ausgewählten Protagonisten in ihre Lebenswelt ein. So besteht die Aufgabe des Dorfheizers darin, Steinkohle in den Schlund eines Ofens zu schaufeln und das Dorf mit Wärme zu versorgen, während er seine Lebenslast und Langeweile in Schwermut und russischen Fernsehserien ertränkt. 

Beat Schweizers dreiteilige Dokumentation ist eine warmherzige Bestandsaufnahme besonderer Lebensumstände und ihrer Bewältigung. Sie registriert das Wesenhafte mit einer Nüchternheit, die immer wieder ins Poetische oder gar Fantastische mündet. Entgegen einem meist von westlichen Vorurteilen durchsetzten Blick zeichnet er ein vielschichtiges Bild der Auswirkungen von klimatischen, politischen und ökonomischen Kräften auf den postkommunistischen Raum. Auf seinen Reisen arbeitet er oft mit dem Schweizer Schriftsteller Urs Mannhart an selbstpublizierten Reportagen. Der bewusste Umgang beider Autoren mit Bild und Text und das Experimentieren mit unterschiedlichen Publikationsformen markiert eine eigenständige Positionierung im Feld einer erweiterten und selbstreflexiven dokumentarischen Praxis. 

Der Ausstellungstitel "Anzeichen der Verlässlichkeit" ist inspiriert vom Slogan "Символ надежности" ("Symbol der Verlässlichkeit"), mit dem Nornickel, der grösste Arbeitgeber in Norilsk, auf Plakaten wirbt. Die Menschen in Norilsk, aber auch in Teriberka und Dikson, verlassen sich auf das Versprechen von Staat und Arbeitgebern, dass ein Leben an diesen widrigen Orten weiterhin möglich bleibt. Die Kehrseite der Verlässlichkeit ist die Angst, keine Arbeit zu finden, sollten sie an einen anderen, südlicheren Ort ziehen wollen. Sie sind in diesem Versprechen der Verlässlichkeit gefangen. So hat der Titel durchaus eine Ambivalenz.

(Text: Sascha Renner)

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Ausstellung | Äussere Unordnung - Andrzej Steinbach | Coalmine - Raum für zeitgenössische Fotografie | Winterthur
Okt
19
zu 21. Dez.

Ausstellung | Äussere Unordnung - Andrzej Steinbach | Coalmine - Raum für zeitgenössische Fotografie | Winterthur

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Coalmine - Raum für zeitgenössische Fotografie | Winterthur
19. Oktober - 21. Dezember 2018

Äussere Unordnung
Andrzej Steinbach


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Andrzej Steinbach wurde 1983 in Czarnkow in Polen geboren und wuchs in Karl-Marx-Stadt bzw. Chemnitz auf. Sein Studium an der Hochschule für Grafik und Buchkunst (HGB) in Leipzig absolvierte er in der Klasse für Fotografie 2013 mit dem Diplom und 2017 mit dem Meisterschülerabschluss. Aktuell lebt und arbeitet er in Berlin. Steinbach ist ausserdem Träger des Bundespreises für Kunststudierende 2017/2018. 2015 war er bereits anlässlich der Präsentation Situations #16 im Fotomuseum Winterthur präsent. Seither befinden sich sieben fotografische Arbeiten in der Sammlung des Museums. 

Die Fotografien und Objekte von Andrzej Steinbach wecken einen Geist des Widerstands, der ohne sichtbaren Gegner auftritt und sich zuerst einfach nur als ästhetische Form präsentiert. Im Licht der aktuellen Berichterstattung zu den Ausschreitungen in Chemnitz, der Heimatstadt von Steinbach, erfährt die in Winterthur gezeigte Arbeit eine ungeahnte Aktualisierung. In ihrer räumlichen Konstellation erschliessen sich nach und nach Fotografie und Skulptur und eröffnen eine politische Lesart. So treffen z.B. an Demonstrationen erinnernde Werkzeuge oder Utensilien auf in Street-Style-Fashion gekleidete Models. Hoodys und Sweat Pants, Bomberjacken oder wahlweise Militärcamouflagejacken mit deutschen Flaggenaufnähern, getragen von desinteressiert oder cool vor der Kamera agierenden Jugendlichen, sind nicht selten Motive seiner Fotografien. Transportiert hier der Künstler eine Melancholie gegenüber dem Verlust der Rebellion?  

Zwei sich in der Ausstellung befindende Arbeiten seien hier kurz beschrieben: Das militante Potential einer Fotografie – sie zeigt gänzlich unprätentiöse Objekte wie einen Schallplattenspieler mit zerkratztem Plexiglasdeckel, eine Lonsdale-Jacke, Zigaretten und allerhand Krimskrams – erschliesst sich erst mit dem Wissen, dass es sich um den Plattenspieler Andreas Baaders handelt, der ihm im Gefängnis in Stammheim als Waffenversteck diente. Auf einem sich tatsächlich in der Ausstellung befindenden Plattenspieler werden die auf Vinyl aufgenommenen Namen aller Mitglieder der Terrorgruppe Rote Armee Fraktion aufgezählt. Zusätzlich im Raum findet sich ein Eigenbau-Schlagstock, der für eine Demo aus einer Strebe eines Einkaufswagens der Supermarktkette "Hit" (auf Englisch Schlag) gebastelt wurde.  

Andrzej Steinbach geht es um die Frage, wie nach dem umfänglichen Siegeszug eines glatten Warenpiktorialismus Uneindeutigkeit und politischer Nonkonformismus wieder bildnerisch transportiert werden können.

(Text: Alexandra Blättler)

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Ausstellung | in situ | Balthasar Burkhard & Karlheinz Weinberger | Raum für Kunst am Heuberg 24 | Basel
Okt
19
zu 27. Okt.

Ausstellung | in situ | Balthasar Burkhard & Karlheinz Weinberger | Raum für Kunst am Heuberg 24 | Basel


in situ | Raum für Kunst am Heuberg 24 | Basel
19. - 27. Oktober 2018

20. Oktober 2018
Führung mit Esther Woerdehoff und Fabian Walter

Balthasar Burkhard & Karlheinz Weinberger


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Nach vier erfolgreichen Kunstmessen mit welcher sich die photo basel während der Art Basel Woche zusehends etabliert, ist es unser Wunsch, auch unter dem Jahr mit einem hochstehenden Fotografie Programm in Basel präsent zu sein. Ziel der in situ Reihe ist es, Ihnen, liebe Besucher die Kunstfotografie näher zu bringen, den Dialog zu fördern und Basel als Fotostadt zu positionieren. Nach der erfolgreichen Lancierung der photo basel in situ Reihe im vergangenen Juni mit Magnum Fotograf Erich Hartmann, ist es uns gelungen, zwei grosse Schweizer Fotografen erstmalig unter einem Dach zu vereinen. Wir freuen uns sehr, diese kurze aber hochstehende Ausstellungmit Ihnen teilen zu dürfen und wünschen Ihnen unterhaltsame, lehrreiche und inspirierende Momente im Raum für Kunst am Heuberg 24 mit Balthasar Burkhard und Karlheinz Weinberger.

(Text: Sven Eisenhut, photo basel)

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Ausstellung | 25 Jahre! Gemeinsam Geschichte(n) schreiben | Fotomuseum | Winterthur
Okt
20
zu 10. Feb.

Ausstellung | 25 Jahre! Gemeinsam Geschichte(n) schreiben | Fotomuseum | Winterthur

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Fotomuseum | Winterthur
20. Oktober 2018 - 10. Februar 2019

25 Jahre! Gemeinsam Geschichte(n) schreiben


 Max Pinckers, Supplementing the Pause with a Distraction, aus der Serie The Fourth Wall, 2012 © 2012 Max Pinckers

Max Pinckers, Supplementing the Pause with a Distraction, aus der Serie The Fourth Wall, 2012 © 2012 Max Pinckers


Das 25-jährige Jubiläum des Fotomuseum Winterthur steht im Zeichen der gemeinsamen Erinnerung: Für die Jubiläumsausstellung Gemeinsam Geschichte(n) schreiben wurden Weggefährt_innen aus der Zeit der Entstehung des Museums bis heute eingeladen, ein Lieblingsstück aus der Sammlung des Hauses auszuwählen. Die Direktorin Nadine Wietlisbach fügt der Auswahl weitere Werke des Bestandes hinzu und öffnet damit den Blick in die Zukunft des Museums. 

In der begleitenden Publikation erläutern die 25 Weggefährt_innen aus dem nationalen und internationalen Umfeld ihre Wahl und verknüpfen sie jeweils mit ihrer persönlichen Beziehung zum Museum. In den kurzen Essays und Gesprächen lässt sich anekdotisch die Entwicklung des Hauses nachverfolgen. So nimmt uns beispielsweise der Ausstellungsmacher und Kulturunternehmer Martin Heller über den Fotografen Nicolas Faure in die Gründungszeit des Museums mit: Gemeinsam mit Urs Stahel entwickelte er 1990 am Museum für Gestaltung die Ausstellung Wichtige Bilder, in der Faure vertreten war. Für die Kuratorin Melanie Bühler steht Bruno Zhu für eine junge Generation postfotografischer Kunstschaffender, denen das Fotomuseum programmatisch eine Plattform bietet. Und Michael Ringier, ehemaliger Stiftungsratspräsident des Fotomuseums, vergleicht die Sprungkraft der Bälle in John Baldessaris Serie Throwing Three Balls in the Air to Get a Straight Line (Best of Thirty-Six Attempts) (1973) mit jener des Museums.  

Die Auswahl von Nadine Wietlisbach verweist einerseits auf weitere bedeutende Ausstellungen in der Geschichte des Museums wie Darkside I – Fotografische Begierde und fotografierte Sexualität (2008), in der Hannah Collins vertreten war. Andererseits stehen Werke wie die von Guadalupe Ruiz, Diana Tamane und Jeff Weber für das Engagement des Fotomuseums, durch Ankäufe eine jüngere Generation in den Fokus zu rücken. Nicht zuletzt ist auch die Auswahl Nadine Wietlisbachs persönlich geprägt und beinhaltet Arbeiten von Künstler_innen, die für ihre kuratorische Arbeit wichtig sind: Sturtevant und Sherrie Levine prägten ihre Liebe zur Konzeptkunst, Pipilotti Rist, Valie Export und Hannah Villiger veranschaulichten ihr, wie eine eigensinnige künstlerische Praxis aussehen kann. Die grossen Serien von Bruno Serralongue (Calais, 2016) und Max Pinckers (The Fourth Wall, 2012) sind für sie mit bedachten und sorgfältigen Kompositionen leuchtende Beispiele dokumentarischer Geschichtenerzähler, die eine Wahrheit abbilden, ohne dabei den Anspruch auf Autarkie zu erheben.  

Mit der Jubiläumsausstellung wird ein breiter Einblick in die Sammlung des Fotomuseums gegeben. Das Sammeln von zeitgenössischer Fotografie bildet seit der Gründung des Hauses 1993 einen wichtigen Aspekt der Museumsaktivitäten. Durch Ankäufe, grosszügige Schenkungen und Dauerleihgaben von privaten Förderern und Stiftungen konnten bis heute rund 8’000 fotografische Objekte in den Bestand eingehen. Ein Grossteil der Sammlung dokumentiert das Ausstellungsprogramm und bildet auf diese Weise ein physisches Archiv von internationalen Werken und Werkgruppen ab 1960 bis in die unmittelbare Gegenwart.  

Mit Werken von: John Baldessari, Lewis Baltz, Becky Beasley, Besma Ben Said, Suky Best, Daniele Buetti, Hannah Collins, Antje Dorn, ETH Zurich Urban-Think Tank, Jan Paul Evers, Valie Export, Nicolas Faure, Hal Fischer, Seiichi Furuya, Thomas Galler, Luigi Ghirri, Nan Goldin, Paul Graham, Tina Hage, Roni Horn, David Horvitz, Peter Hujar, Graciela Iturbide, Paul Albert Leitner, Sherrie Levine, Gordon Matta-Clark, Boris Mikhailov, Mark Morrisroe, Kristina Ollek, Onorato & Krebs, Hirsch Perlman, Walter Pfeiffer, Peter Piller, Max Pinckers, Pipilotti Rist, Guadalupe Ruiz, Adrian Sauer, Bruno Serralongue, Fazal Sheikh, Dayanita Singh, Alec Soth, Joel Sternfeld, Christer Strömholm, Sturtevant, Diana Tamane, Shōmei Tōmatsu, Bertien van Manen, Hannah Villiger, Jeff Weber, Christopher Williams und Bruno Zhu 

Ausgewählt von: Laia Abril, Emma Bowkett, Melanie Bühler, Beate Eckhardt, Patrick Frey, Marta Gili, Martin Heller, Rainer Iglar, Nicole Kurmann, Zoe Leonard, Irene de Mendoza, Yann Mingard, Andreas Reinhart, Michael Ringier, Esther Ruelfs, Gudrun Ruetz, Wilhelm Schürmann, Aveek Sen, Shirana Shahbazi, Dorothea Strauss, David Streiff, Jan Wenzel, Trix Wetter, Francesco Zanot, Mara Züst und Nadine Wietlisbach

(Text: Fotomuseum)

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Artist Talk | AM - Andreas Herzau | F3 Freiraum für Fotografie
Okt
24
7:00 nachm.19:00

Artist Talk | AM - Andreas Herzau | F3 Freiraum für Fotografie


F3 Freiraum für Fotografie | Berlin
24. Oktober 2018

Künstlergespräch und Book-Signing mit Andreas Herzau

AM
Andreas Herzau


 Aus der Serie "AM" | Andreas Herzau

Aus der Serie "AM" | Andreas Herzau


Die neue Werkserie "AM" von Andreas Herzau setzt sich am Beispiel Angela Merkel mit dem Verhältnis von Politik und Öffentlichkeit sowie der Repräsentation weiblicher Macht auseinander. Für seine fotografische Untersuchung begleitete Andreas Herzau die CDU Vorsitzende und Bundeskanzlerin Dr. Angela Merkel über Jahre hinweg bei öffentlichen Auftritten. "AM" zeigt das Theater, die Absurditäten und die Realitäten des politischen Betriebs, die Einsamkeit, den Kampf, die Macht und die Verletzungen, die Politik als Beruf mit sich bringen. Für seine Arbeit macht sich Herzau das kollektive Bilderwissen über eine der meistfotografierten Personen auf der politischen Bühne zu Nutze: mit ausschnitthaften und teilweise rätselhaft verschlüsselten Bildern dekonstruiert er Rituale der öffentlichen Selbstinszenierung und bringt dadurch unerwartete Details zum Sprechen. Dem inflationären Mass an Bildern von Angela Merkel setzt Andreas Herzau mit seinen schwarz-weiss Aufnahmen den Versuch entgegen einer der einflussreichsten Persönlichkeiten unserer Gegenwart visuell gerecht zu werden.

Andreas Herzau, geboren 1962 in Mainz, ist ein renommierter deutscher Fotograf und Fotokünstler. Er gehört zu den engagierten Autorenfotografen, die die Grenzen der klassischen Fotografie in eigenständiger und oft überraschender Weise erweitert haben. Sein Schwerpunkt ist die Auseinandersetzung mit bekannten Bild-Stereotypen, die er durch intensive eigene Bild-Dekonstruktionen hinterfragt. Seine Arbeiten waren weltweit in Ausstellungen zu sehen, darunter: Deutsches Historisches Museum, Museum der Arbeit Hamburg und Fotofestival Noorderlicht (Niederlande). Zu seinen zahlreichen Buchveröffentlichungen zählen: Helvetica (Nimbus. Kunst und Kultur, 2017), Moscow (Edition Braus, 2012) und Deutsch Land (Edition Braus, 2006). Herzaus Fotografien erhielten zahlreiche Preise und Stipendien, u.a. mehrfach das VG-Bildkunst Stipendium und den Rückblende-Award.

(Text: F3 Freiraum für Fotografie)


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Vernissage | A Drug Free Land & Lessons from the Sidewalk - Thomas Kern
Okt
25
6:00 nachm.18:00

Vernissage | A Drug Free Land & Lessons from the Sidewalk - Thomas Kern

  • Galerie & Edition Stephan Witschi (Karte)
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Galerie & Edition Stephan Witschi | Zürich
25. Oktober 2018

A Drug free Land & lessons from the Sidewalk
Thomas Kern


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Thomas Kerns Arbeit “A Drug Free Land” entsteht zwischen 2002 und 2009. Der Fotograf findet unterwegs durch den Alltag des ländlichen Amerika eindringliche Situationen. Seine Bilder verdichten das Unspektakuläre und verweisen über sich hinaus auf die Lage der Nation. Sie erzählen von der Erschütterung des Landes nach 9/11, die bis heute nachwirkt, und vom zerbrechenden American Dream. Im flüchtigen Augenblick blitzen die grossen Themen auf, Einsamkeit und Armut, Patriotismus und Rassismus, Liebe und Gewalt. 

“Lessons from the Sidewalk” handelt von Lebensgeschichten, deren Protagonisten für einmal unsichtbar bleiben. Die Stühle, die Kern auf den Strassen von Kairo antrifft, sind Zeugen und Erinnerung gewordene Objekte, an die er sich mit seiner Kamera annähert, als wären es zu porträtierende Menschen. 

Thomas Kern, geboren 1965 in Brugg, Ausbildung zum Fotografen in Zürich. Ab 1989 als freier Reportagefotograf in Krisengebieten unterwegs. 1990 Mitbegründer der Schweizer Fotoagentur Lookat Photos. 1998–2006 freischaffender Fotograf in San Francisco. 2006 und 2014 Auszeichnung mit einem Swiss Press Award. 2016 zeigt die Fotostiftung Schweiz in Winterthur seinen grossen Fotoessay über Haiti.

(Text: Barbara Liebster)

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Vernissage | Überall einsam und doch nirgends verlassen - Reto Camenisch | Galerie Bernhard Bischoff & Partner | Bern
Okt
25
6:00 nachm.18:00

Vernissage | Überall einsam und doch nirgends verlassen - Reto Camenisch | Galerie Bernhard Bischoff & Partner | Bern

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Galerie Bernhard Bischoff & Partner | Bern
25. Oktober 2018

Überall einsam und doch nirgends verlassen
Reto Camenisch


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Auf seinen Spaziergängen in den Wäldern rund um Bantigen und Geristein fand der Künstler gut versteckt und verborgen Molasse-Sandstein. Nach dem grossen Berner Stadtbrand vom 28. April 1405 wurde eben dieser Sandstein in grossen Mengen abgebaut und für den Wiederaufbau der Stadt verwendet. Heute sind diese Abbaugebiete überwachsen mit Moosen und Flechten, doch immer wieder findet man Spuren des ehemaligen Abbaus oder in Stein gekritzelte Botschaften, Weisheiten oder Erinnerungen. So entdeckte Reto Camenisch den Titel der Ausstellung “Ueberall einsam und doch nirgends verlassen”.

Reto Camenischs (1958, Thun) Fotografien sind Resultate einer nur leicht gelenkten Suche auf den verschlungenen Pfaden des Lebens. Er versteht es eindrücklich, das Wesen einer Landschaft oder der Natur aufzuspüren und in unverkennbaren Bildern festzuhalten. Es sind Begegnungen von unmittelbarer Direktheit, Sichten in ein vertrautes, und doch erst durch den Künstlerblick zu erfahrendes Universum, ständig oszillierend vom Makro- in einen Mikrokosmos. Ob in den lieblichen Schweizer Bergen, im zerfurchten Irland oder an verträumten Stränden, stets steht die Landschaft im Zentrum – entrückt und zeitlos. Nur Natur und Zeit. So wirken denn die Bilder auch auf einer anderen Ebene. Zwar muten sie auf der einen Seite vertraut an, auf der anderen Seite haftet ihnen jedoch stets die Idee von vermeintlichen, nahezu unerreichbaren Ideallandschaften an. In ihrer Monumentalität wirken sogar kleinste Details, einzelne Steine, Blätter oder Bäume und erzählen vom Lauf der Zeit. Die Bilder werden zu Arenen von Offenheit und Raum, zum Sinnbild für ungezähmte Freiheit.

(Text: Galerie Bernhard Bischoff & Partner)

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Ausstellung | Überall einsam und doch nirgends verlassen - Reto Camenisch | Galerie Bernhard Bischoff & Partner | Bern
Okt
26
zu 24. Nov.

Ausstellung | Überall einsam und doch nirgends verlassen - Reto Camenisch | Galerie Bernhard Bischoff & Partner | Bern

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Galerie Bernhard Bischoff & Partner | Bern
26. Oktober - 24. November 2018

Überall einsam und doch nirgends verlassen
Reto Camenisch


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Auf seinen Spaziergängen in den Wäldern rund um Bantigen und Geristein fand der Künstler gut versteckt und verborgen Molasse-Sandstein. Nach dem grossen Berner Stadtbrand vom 28. April 1405 wurde eben dieser Sandstein in grossen Mengen abgebaut und für den Wiederaufbau der Stadt verwendet. Heute sind diese Abbaugebiete überwachsen mit Moosen und Flechten, doch immer wieder findet man Spuren des ehemaligen Abbaus oder in Stein gekritzelte Botschaften, Weisheiten oder Erinnerungen. So entdeckte Reto Camenisch den Titel der Ausstellung “Ueberall einsam und doch nirgends verlassen”.

Reto Camenischs (1958, Thun) Fotografien sind Resultate einer nur leicht gelenkten Suche auf den verschlungenen Pfaden des Lebens. Er versteht es eindrücklich, das Wesen einer Landschaft oder der Natur aufzuspüren und in unverkennbaren Bildern festzuhalten. Es sind Begegnungen von unmittelbarer Direktheit, Sichten in ein vertrautes, und doch erst durch den Künstlerblick zu erfahrendes Universum, ständig oszillierend vom Makro- in einen Mikrokosmos. Ob in den lieblichen Schweizer Bergen, im zerfurchten Irland oder an verträumten Stränden, stets steht die Landschaft im Zentrum – entrückt und zeitlos. Nur Natur und Zeit. So wirken denn die Bilder auch auf einer anderen Ebene. Zwar muten sie auf der einen Seite vertraut an, auf der anderen Seite haftet ihnen jedoch stets die Idee von vermeintlichen, nahezu unerreichbaren Ideallandschaften an. In ihrer Monumentalität wirken sogar kleinste Details, einzelne Steine, Blätter oder Bäume und erzählen vom Lauf der Zeit. Die Bilder werden zu Arenen von Offenheit und Raum, zum Sinnbild für ungezähmte Freiheit.

(Text: Galerie Bernhard Bischoff & Partner)

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Ausstellung | A Drug Free Land & Lessons from the Sidewalk - Thomas Kern
Okt
26
zu 15. Dez.

Ausstellung | A Drug Free Land & Lessons from the Sidewalk - Thomas Kern

  • Galerie & Edition Stephan Witschi (Karte)
  • Google Kalender ICS

Galerie & Edition Stephan Witschi | Zürich
26. Oktober - 15. Dezember 2018

A Drug free Land & lessons from the Sidewalk
Thomas Kern


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Thomas Kerns Arbeit “A Drug Free Land” entsteht zwischen 2002 und 2009. Der Fotograf findet unterwegs durch den Alltag des ländlichen Amerika eindringliche Situationen. Seine Bilder verdichten das Unspektakuläre und verweisen über sich hinaus auf die Lage der Nation. Sie erzählen von der Erschütterung des Landes nach 9/11, die bis heute nachwirkt, und vom zerbrechenden American Dream. Im flüchtigen Augenblick blitzen die grossen Themen auf, Einsamkeit und Armut, Patriotismus und Rassismus, Liebe und Gewalt. 

“Lessons from the Sidewalk” handelt von Lebensgeschichten, deren Protagonisten für einmal unsichtbar bleiben. Die Stühle, die Kern auf den Strassen von Kairo antrifft, sind Zeugen und Erinnerung gewordene Objekte, an die er sich mit seiner Kamera annähert, als wären es zu porträtierende Menschen. 

Thomas Kern, geboren 1965 in Brugg, Ausbildung zum Fotografen in Zürich. Ab 1989 als freier Reportagefotograf in Krisengebieten unterwegs. 1990 Mitbegründer der Schweizer Fotoagentur Lookat Photos. 1998–2006 freischaffender Fotograf in San Francisco. 2006 und 2014 Auszeichnung mit einem Swiss Press Award. 2016 zeigt die Fotostiftung Schweiz in Winterthur seinen grossen Fotoessay über Haiti.

(Text: Barbara Liebster)

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Vernissage | Erosion | Alte Krone | Biel/Bienne
Okt
26
6:00 nachm.18:00

Vernissage | Erosion | Alte Krone | Biel/Bienne


Alte Krone | Biel/Bienne
27. Oktober - 11. November 2018

Erosion
Theresia Kummer, Heini Stucki, Hannes Hübner


 Theresia Kummer

Theresia Kummer


Durch tektonische Kräfte erheben sich Gesteinsschichten zu Bergern und noch wenn sie sich heben, werden sie gleichzeitig abgebaut und durch Flüsse als Sedimente in Meeren abgelagert. Diese Sedimentschichten werden dann früher oder später wieder zu Bergen. All dies dauert natürlich Millionen von Jahren. “Alles fliesst” hat schon der Grieche Heraklit festgestellt. Die Foto zeigen einen winzigen Moment von diesen Prozessen.

(Text: Heini Stucki)

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Vernissage | "Laut - Stille" Fotografie - Joanna Moehr | Galerie vor der Klostermauer | St. Gallen
Okt
26
7:00 nachm.19:00

Vernissage | "Laut - Stille" Fotografie - Joanna Moehr | Galerie vor der Klostermauer | St. Gallen


Galerie vor der Klostermauer | St. Gallen
26. Oktober 2018
Einführung: Omar Akbarzada

“Laut - Stille” Fotografie
Joanna Moehr


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Es gibt Orte, die sind Laut. Es gibt Orte, die sind Still. Die St. Galler Fotografin Joanna ist von beiden auf ihre Art fasziniert. Jeder Ort hat auf seine Weise eine Magie. Orte die manche Menschen oft gar nicht wahrnehmen, sie nicht sehen, sie nicht fühlen. Weil diesen Orten auf den ersten Blick das “wow” fehlt.   

In der Galerie vor der Klostermauer in St. Gallen zeigt sie eine kleine Auswahl ihrer Fotos, die in den letzten 3 Jahren in ihrer nächsten Umgebung sowie in Schottland und auf verschiedenen Strassen europäischer Städte entstanden sind.

“Laut – Stille“ lautet der Titel ihrer Ausstellung, bei welcher sie ausschliesslich Schwarz-Weiss Fotografien zeigt. “Die Menschen haben den Kopf zu voll - um zu sehen. Wenn sie gestresst durch die Natur oder durch die Strassen rennen, vor sich selbst davon, immer in Eile, weil in der heutigen Zeit alles schnell gehen muss. In einer Zeit wo man sich selbst keine Zeit mehr schenkt um die Wahrheit dahinter zu erblicken. Wenn man die Fähigkeit verliert, im Jetzt zu sein und immer noch im Vergangenen verstrickt ist oder sich bereits Gedanken oder Sorgen um das Nachher macht“, sagt die 43-jährige Künstlerin.

Daneben zeigt sie Werke aus den Serien “Chaotische Dynamik“ und “em(ocean) of Life“. Mit diesen Arbeiten zeigt sie auf, was passiert, wenn man mit der alten und simplen Vorstellung von Landschaftsbildern zu experimentieren beginnt. Wenn man diese gesetzte Vorstellung durcheinander bringt und sie komplexer, abstrakter und dramatischer macht. Wenn unsere Sichtweisen auf den Kopf gestellt werden, sie sich überlappen, und dadurch mehr und mehr ein Chaos entsteht. Wenn dieses Chaos Überhand nimmt und vielleicht sogar ausser Kontrolle gerät und eine dadurch eigene Dynamik entwickelt.

Es entsteht ein "kontrolliertes Chaos" ausgehend von einfachen, absolut kontrollierten und überschaubaren einzelnen Momentaufnahmen. Ein visualisiertes Chaos mittels Überlagerung mehrerer für sich allein genommener simpler Momente.

(Text: Joanna Moehr)

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Buchvernissage | Zurich Diary - Peter Bialobrzeski | Photobastei | Zürich
Okt
26
7:00 nachm.19:00

Buchvernissage | Zurich Diary - Peter Bialobrzeski | Photobastei | Zürich


Photobastei | Zürich
26. Oktober 2018

Zurich Diary
Peter Bialobrzeski


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Sechs City Diaries hat der Starfotograf und Künstler Peter Bialobrzeski bereits veröffentlicht: Cairo, Athen, Taipei, Kochi, Wolfsburg und Beirut. Und nun folgt auf Einladung der Photobastei “Zurich Diary“. Alle bisher erschienen “Diaries“ untersuchen die These, ob der Entwurf des Bildes einer Stadt gespeist aus Vorurteilen und Vorgefundenem in ein spezifisches Bild überführt werden kann. So kann Cairo nicht ohne den arabischen Frühling gelesen werden, Athen nicht ohne die Eurokrise und Wolfsburg natürlich nicht ohne VW und den Abgasskandal. Und was ist mit Zürich? Eben! Um das herauszufinden weilte Peter Bialobrzeski vom 26. Februar – 4. März 2018 auf Einladung der Photobastei in Zürich und fasste fotografisch seine Beobachtungen wie in den vorliegenden Büchern auf einer Doppelseite zusammenfassen.

(Text: Photobastei)

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Ausstellung | "Laut - Stille" Fotografie - Joanna Moehr | Galerie vor der Klostermauer | St. Gallen
Okt
27
zu 18. Nov.

Ausstellung | "Laut - Stille" Fotografie - Joanna Moehr | Galerie vor der Klostermauer | St. Gallen

  • Galerie vor der Klostermauer (Karte)
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Galerie vor der Klostermauer | St. Gallen
27. Oktober - 18. November 2018

“Laut - Stille” Fotografie
Joanna Moehr


Ausstellung 2018.jpg

Es gibt Orte, die sind Laut. Es gibt Orte, die sind Still. Die St. Galler Fotografin Joanna ist von beiden auf ihre Art fasziniert. Jeder Ort hat auf seine Weise eine Magie. Orte die manche Menschen oft gar nicht wahrnehmen, sie nicht sehen, sie nicht fühlen. Weil diesen Orten auf den ersten Blick das “wow” fehlt.   

In der Galerie vor der Klostermauer in St. Gallen zeigt sie eine kleine Auswahl ihrer Fotos, die in den letzten 3 Jahren in ihrer nächsten Umgebung sowie in Schottland und auf verschiedenen Strassen europäischer Städte entstanden sind.

“Laut – Stille“ lautet der Titel ihrer Ausstellung, bei welcher sie ausschliesslich Schwarz-Weiss Fotografien zeigt. “Die Menschen haben den Kopf zu voll - um zu sehen. Wenn sie gestresst durch die Natur oder durch die Strassen rennen, vor sich selbst davon, immer in Eile, weil in der heutigen Zeit alles schnell gehen muss. In einer Zeit wo man sich selbst keine Zeit mehr schenkt um die Wahrheit dahinter zu erblicken. Wenn man die Fähigkeit verliert, im Jetzt zu sein und immer noch im Vergangenen verstrickt ist oder sich bereits Gedanken oder Sorgen um das Nachher macht“, sagt die 43-jährige Künstlerin.

Daneben zeigt sie Werke aus den Serien “Chaotische Dynamik“ und “em(ocean) of Life“. Mit diesen Arbeiten zeigt sie auf, was passiert, wenn man mit der alten und simplen Vorstellung von Landschaftsbildern zu experimentieren beginnt. Wenn man diese gesetzte Vorstellung durcheinander bringt und sie komplexer, abstrakter und dramatischer macht. Wenn unsere Sichtweisen auf den Kopf gestellt werden, sie sich überlappen, und dadurch mehr und mehr ein Chaos entsteht. Wenn dieses Chaos Überhand nimmt und vielleicht sogar ausser Kontrolle gerät und eine dadurch eigene Dynamik entwickelt.

Es entsteht ein "kontrolliertes Chaos" ausgehend von einfachen, absolut kontrollierten und überschaubaren einzelnen Momentaufnahmen. Ein visualisiertes Chaos mittels Überlagerung mehrerer für sich allein genommener simpler Momente.

(Text: Joanna Moehr)

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Ausstellung | Erosion | Alte Krone | Biel/Bienne
Okt
27
zu 11. Nov.

Ausstellung | Erosion | Alte Krone | Biel/Bienne


Alte Krone | Biel/Bienn
27. Oktober - 11. November 2018

Erosion
Theresia Kummer, Heini Stucki, Hannes Hübner


 Theresia Kummer

Theresia Kummer


Durch tektonische Kräfte erheben sich Gesteinsschichten zu Bergern und noch wenn sie sich heben, werden sie gleichzeitig abgebaut und durch Flüsse als Sedimente in Meeren abgelagert. Diese Sedimentschichten werden dann früher oder später wieder zu Bergen. All dies dauert natürlich Millionen von Jahren. “Alles fliesst” hat schon der Grieche Heraklit festgestellt. Die Foto zeigen einen winzigen Moment von diesen Prozessen.

(Text: Heini Stucki)

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Ausstellung | Lochkamera-Fotografie - Hanspeter Bärtschi | Freitagsgalerie | Solothurn
Okt
27
zu 15. Dez.

Ausstellung | Lochkamera-Fotografie - Hanspeter Bärtschi | Freitagsgalerie | Solothurn


Freitagsgalerie | Solothurn
27. Oktober - 15. Dezember 2018

Lochkamera-Fotografien
Hanspeter Bärtschi


 Monet

Monet

Der Fotograf Hanspeter Bärtschi begibt sich mit seiner Lochkamera aus Holz auf eine Entdeckungsreise. Er verlässt dabei die gängigen Muster, die er als Presse-und Reportagefotograf verinnerlicht hat und sucht nach einer neuen Bildsprache. Die komplexen Veränderungen in der globalisierten Welt, aber auch in seinem beruflichen und persönlichen Umfeld, wecken bei Ihm den Wunsch zum Einfachen und  Elementaren zurückzukehren.

Mit seiner Lochkamera findet er dabei das passende Instrument. Die Schlichtheit und konzeptionelle Langsamkeit dieser Aufnahmetechnik stellt ein Gegenpol zur temporeichen Digitalisierung dar: Der Bildausschnitt kann nur erahnt werden. Die fehlende Linse führt immer zu einer gewissen Unschärfe. Die Belichtung wird mit etwas Erfahrung zur Gefühlssache. Fehlbelichtungen sind Programm. Die oft langen Belichtungszeiten führen zu Bewegungsunschärfe. Die Ergebnisse sind nicht vorhersehbar, dafür umso überraschender. Genau diese Eigenschaften verleihen den Bildern etwas Träumerisches, das an Malerei erinnert.

Bärtschi nutzt diesen poetischen Effekt. Geleitet von Intuition, Neugier, und manchmal auch vom Zufall sucht er auf seinen Spaziergängen nach Farben, Strukturen und optischen Momentaufnahmen. Losgelöst von jeglichen Konzepten und Vorstellungen setzt er seine archaische Kamera auch als Aufnahmegerät für Unbewusstes ein.

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Vernissage | Karlheinz Weinberger oder die Ballade von Jim | Photobastei
Nov
1
6:00 nachm.18:00

Vernissage | Karlheinz Weinberger oder die Ballade von Jim | Photobastei


Photobastei | Zürich
2. November  - 23. Dezember 2018

Karlheinz Weinberger oder die Ballade von Jim


 Bild: Karlheinz Weinberger | courtesy Galerie Esther Woerdehoff, Paris

Bild: Karlheinz Weinberger | courtesy Galerie Esther Woerdehoff, Paris

Die Photobastei zeigt die bisher umfassendste Retrospektive zum Zürcher Fotografen Karlheinz Weinberger (10. Juni 1921 bis 10. Dezember 2006) und nach Vivian Maier, Arnold Odermatt und Miroslav Tichy (9/17) erneut eine fotografische Position, die erst verspätet zu ihrer Adelung durch die Kunstwelt kam.

Weinberger ist bekannt geworden für seine Portraits der Halbstarken in ihrer spektakulären Aufmachung. Doch sein Werk ist viel umfassender und facettenreicher. Die Zürcher Ausstellung zeigt deshalb sein gesamtes Werk, darunter Schlüsselwerke aus allen Perioden sowie noch unveröffentlichte Werkteile, die einen starken Bezug zu Zürich haben. Der kuratorische Ansatz folgt dabei einer erotischen Spur, die sich von den frühesten bis zu den letzten Bildern zieht und die das künstlerisch-fotografische und erotische Selbstverständnis Weinbergers sichtbar macht. Weinbergers lustvolle Männerporträts sind bildstarke, freigeistige und selbstbewusste Antworten auf eine grundlegende gesellschaftliche Problemstellung der Nachkriegszeit: Wie (und wo) kann ein schwuler Fotograf in einer noch weitgehend homophoben, auf jeden Fall heteronormativen Gesellschaft, Männer fotografieren, die ihm gefallen? In der legendären, in Zürich beheimateten, aber international ausstrahlenden Schwulenorganisation "Der Kreis" machte Weinberger unter dem Pseudonym "Jim" den Hoffotografen. Er dokumentierte die diversen Partys und Varieté-Abende und ihre Besucher, was ihn erklärtermassen aber nur mässig interessierte. Mit mehr Enthusiasmus steuerte er für das gleichnamige und an Abonnenten in der ganzen Welt verschickte Magazin des "Kreis" homoerotische Portraits bei.

Die Ausstellung wird von Patrik Schedler konzipiert, der seit dem Jahr 2000 das Werk und später den Nachlass von Karlheinz Weinberger sicherte, sichtete und erschloss.

Eine Ausstellung in Zusammenarbeit mit der Galerie Woerdehoff in Paris.

Text Photobastei

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Ausstellung | Karlheinz Weinberger oder die Ballade von Jim | Photobastei
Nov
2
zu 23. Dez.

Ausstellung | Karlheinz Weinberger oder die Ballade von Jim | Photobastei


Photobastei | Zürich
2. November - 23. Dezember 2018

Karlheinz Weinberger oder die Ballade von Jim


 Bild: Karlheinz Weinberger | courtesy Galerie Esther Woerdehoff, Paris

Bild: Karlheinz Weinberger | courtesy Galerie Esther Woerdehoff, Paris

Die Photobastei zeigt die bisher umfassendste Retrospektive zum Zürcher Fotografen Karlheinz Weinberger (10. Juni 1921 bis 10. Dezember 2006) und nach Vivian Maier, Arnold Odermatt und Miroslav Tichy (9/17) erneut eine fotografische Position, die erst verspätet zu ihrer Adelung durch die Kunstwelt kam.

Weinberger ist bekannt geworden für seine Portraits der Halbstarken in ihrer spektakulären Aufmachung. Doch sein Werk ist viel umfassender und facettenreicher. Die Zürcher Ausstellung zeigt deshalb sein gesamtes Werk, darunter Schlüsselwerke aus allen Perioden sowie noch unveröffentlichte Werkteile, die einen starken Bezug zu Zürich haben. Der kuratorische Ansatz folgt dabei einer erotischen Spur, die sich von den frühesten bis zu den letzten Bildern zieht und die das künstlerisch-fotografische und erotische Selbstverständnis Weinbergers sichtbar macht. Weinbergers lustvolle Männerporträts sind bildstarke, freigeistige und selbstbewusste Antworten auf eine grundlegende gesellschaftliche Problemstellung der Nachkriegszeit: Wie (und wo) kann ein schwuler Fotograf in einer noch weitgehend homophoben, auf jeden Fall heteronormativen Gesellschaft, Männer fotografieren, die ihm gefallen? In der legendären, in Zürich beheimateten, aber international ausstrahlenden Schwulenorganisation "Der Kreis" machte Weinberger unter dem Pseudonym "Jim" den Hoffotografen. Er dokumentierte die diversen Partys und Varieté-Abende und ihre Besucher, was ihn erklärtermassen aber nur mässig interessierte. Mit mehr Enthusiasmus steuerte er für das gleichnamige und an Abonnenten in der ganzen Welt verschickte Magazin des "Kreis" homoerotische Portraits bei.

Die Ausstellung wird von Patrik Schedler konzipiert, der seit dem Jahr 2000 das Werk und später den Nachlass von Karlheinz Weinberger sicherte, sichtete und erschloss.

Eine Ausstellung in Zusammenarbeit mit der Galerie Woerdehoff in Paris.

Text Photobastei

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Vernissage | Alex Prager - Erik Madigan Heck - Stéphane Dafflon - Thomas Liu Le Lann | Musée des beaux-arts | Le Locle
Nov
2
6:30 nachm.18:30

Vernissage | Alex Prager - Erik Madigan Heck - Stéphane Dafflon - Thomas Liu Le Lann | Musée des beaux-arts | Le Locle


Musée des beaux-arts | Le Locle
2. November 2018

Alex Prager, Erik Madigan Heck, Stéphane Dafflon, Thomas Liu Le Lann


In der kommenden Saison bietet das MBAL eine Reise durch die zeitgenössische Kunst von der Fotografie zum Video, von der Wandmalerei zu Stoffskulpturen. Ausnahmsweise sind diesmal alle vier vom MBAL vorgestellten Künstler eher jung (zwischen 24 und 46). Jeder von ihnen zeichnet sich durch die Einzigartigkeit seines Werkes aus, und sie alle werden von einer Leidenschaft für das künstlerische Schaffen motiviert.

 © Alex Prager, Eve, 2008, de la série The Big Valley. Courtesy Alex Prager Studio and Lehmann Maupin New York and Hong Kong.jpg

© Alex Prager, Eve, 2008, de la série The Big Valley. Courtesy Alex Prager Studio and Lehmann Maupin New York and Hong Kong.jpg

Das Werk, welches die US-Amerikanerin Alex Prager seit 10 Jahren entwickelt, hebt sich besonders ab. Die von ihr dargestellten jungen Frauen im Retrolook – verstörte Heldinnen, die hin und her zwischen Sehnsüchten, Erwartungen und Tragödien gerissen sind, erscheinen ebenso unwiderstehlich wie einsam. Über die Fotografie und den Film zieht uns die Künstlerin durch sorgfältig ausgearbeitete Kulissen in ihre inneren Kämpfe hinein. Das MBAL freut sich, diese erste Retrospektive einer der gefragtesten Künstlerinnen der internationalen Szene verwirklicht zu haben.

 © Erik Madigan Heck_Study in Purple (Etro)_2012. Courtesy of Christophe Guye Galerie

© Erik Madigan Heck_Study in Purple (Etro)_2012. Courtesy of Christophe Guye Galerie

Erik Madigan Heck, ein aufsteigender Stern am Himmel der zeitgenössischen Modefotografie, verwischt die Grenzen zwischen den Gattungen. Er gibt zu, dass seine Inspirationen aus der Malerei stammen – aus der Romantik, dem Impressionismus oder aus den Werken der Nabis – und nicht aus der Fotografie. An den Wänden des Museums werden seine innovativen Bilder zu zeitlosen Werken.

 Thomas Liu Le Lann, 5guys1tree, HEAD–Genève, 2018, ©Emily Bonnet_2.jpg

Thomas Liu Le Lann, 5guys1tree, HEAD–Genève, 2018, ©Emily Bonnet_2.jpg

Thomas Liu Le Lann entführt seinerseits den Besucher in eine Fiktion die befremdlich wirkt, da sie von großen, an ein japanisches Manga erinnernden Plüschtieren bevölkert wird. Mit Vergnügen schließt sich das MBAL der HEAD Genf und der Fondation BNP Paris Suisse an, um Thomas Liu Le Lann, einem Absolventen dieses Sommers, den New Heads – Fondation BNP Paris Art Award zu verleihen und ihm damit die Möglichkeit zu geben, zum ersten Mal den Raum eines Museums zu erobern.

Schließlich wird mit der Wandmalerei des schweizerischen Künstlers Stéphane Dafflon ein neuer Zyklus aus semipermanenten Ausstellungen eröffnet. Der Künstler, der eingeladen wurde an den Wänden des Museumscafés ein Fresko zu gestalten, bringt den Raum auf überraschende Weise zum Schwingen. Das Gemälde von Dafflon, welches auf den ersten Blick einfach und minimalistisch wirkt, entfaltet eine Kraft, die den Blick anzieht und überwältigt. Mit diesem neuen Projekt wollten wir das Kunsterlebnis außerhalb der Ausstellungsräume bereits mit dem Betreten des Museums beginnen lassen.


 © Alex Prager, Desiree, 2008, de la série de Big Valley. Courtesy Alex Prager Studio and Lehmann Maupin New York and Hong Kong

© Alex Prager, Desiree, 2008, de la série de Big Valley. Courtesy Alex Prager Studio and Lehmann Maupin New York and Hong Kong

Pour sa nouvelle saison, le MBAL propose un voyage à travers la création contemporaine, allant de la photographie à la vidéo, de la peinture murale aux sculptures en tissu. Une fois n’est pas coutume, les quatre artistes réunis par le MBAL sont plutôt jeunes (de 24 à 46 ans !), mènent chacun une œuvre singulière, et sont avant tout animés par une soif de création. L’œuvre que développe depuis 10 ans l’Américaine Alex Prager, habitée par l’univers du cinéma, se distingue particulièrement. Ses jeunes femmes au look rétro, héroïnes perturbées prises entre désirs, attentes et drames, apparaissent aussi séduisantes que solitaires. C’est par la photographie et le film, au travers de scènes méticuleusement chorégraphiées, que l’artiste nous emmène dans ses tourments. Le MBAL est heureux d’avoir mis sur pied cette première rétrospective consacrée à l’une des artistes les plus acclamées sur la scène internationale.

Erik Madigan Heck, étoile montante de la photographie de mode contemporaine, brouille les genres. Il admet que ses inspirations sont du côté de la peinture – romantique, impressionniste ou celle des Nabis – et non de la photographie. Sur les murs du musée, ses images novatrices deviennent des tableaux intemporels.

De son côté, Thomas Liu Le Lann emmène le visiteur dans une fiction étrange peuplée de grandes peluches qui pourraient être tirées d’un manga japonais. Le MBAL est heureux de s’associer à la HEAD – Genève et à la Fondation BNP Paribas Suisse pour décerner à Thomas Liu Le Lann, diplômé cet été, le prix New Heads – Fondation BNP Paris Art Award, qui lui permet de prendre pour la première fois possession de l’espace d’un musée.

Enfin, un nouveau cycle d’expositions semi-permanentes est inauguré avec l’intervention murale de l’artiste suisse Stéphane Dafflon. Invité par le MBAL à créer une fresque sur les murs du café du musée, l’artiste fait vibrer le lieu de façon inattendue. La peinture de Dafflon, d’apparence simple et minimaliste, dégage une force qui attire et bouleverse le regard. Nous avons souhaité, avec ce nouveau projet, faire débuter l’expérience artistique hors des salles d’exposition, dès l’entrée au musée.


 © Stéphane Dafflon (détail), 2018.jpg

© Stéphane Dafflon (détail), 2018.jpg

MBAL’s winter season offers an exploration of contemporary creation, from photography to video, from murals to fabric sculptures. Exceptionally, the four artists being highlighted by MBAL are young (from 24 to 46 years old) – yet their respective achievements stand on their own, the product of the artists’ overwhelming desire to create. The body of photographic and videographic work developed over the past ten years by American Alex Prager is unmistakable for its cinematic overtones. Her female subjects with a throwback look – troubled heroines beset by desire, expectation and drama – are as seductive as they are solitary. The viewer is implicated in the artist’s torments by her meticulously choreographed scenes. Prager is one of the most widely acclaimed figures on the international art scene, and MBAL is proud to present the first retrospective of her work.

When it comes to artistic genres, Erik Madigan Heck is an iconoclast. A rising star in contemporary fashion photography, Heck admits to drawing greater inspiration from painting – Romanticism, Impressionism and Les Nabis – than photography. On our museum’s walls, his innovative images become timeless tableaux.

MBAL is also pleased to display the work of Thomas Liu Le Lann, who has just won the New Heads – BNP Paribas Art Foundation Award. This prize for young art school graduates, sponsored jointly by MBAL, the Geneva School of Art and Design (HEAD) and the BNP Paribas Swiss Foundation, includes the opportunity to show their work in a museum. In his piece, Liu Le Lann beckons the viewer into a strange fiction populated by oversized dolls that would be at home in a Japanese manga comic.

Lastly, a new series of semi-permanent exhibitions is being kicked off with the mural work of Swiss artist Stéphane Dafflon. Invited by MBAL to create a fresco on the walls of the museum café, the artist brings that space to life in unexpected ways. Dafflon’s paintings, deceptively simple and minimalist, possess a strength that catches – and confounds – the eye. Our aim with this series is to bring the art experience out of the exhibition rooms: viewers are pulled into our world before even setting foot in our museum. 

(Text: Nathalie Herschdorfer, Direktorin MBAL)

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Ausstellung | Alex Prager - Erik Madigan Heck - Stéphane Dafflon - Thomas Liu Le Lann | Musée des beaux-arts | Le Locle
Nov
3
zu 27. Jan.

Ausstellung | Alex Prager - Erik Madigan Heck - Stéphane Dafflon - Thomas Liu Le Lann | Musée des beaux-arts | Le Locle


Musée des beaux-arts | Le Locle
3. November 2018 - 27. Januar 2019

Alex Prager, Erik Madigan Heck, Stéphane Dafflon, Thomas Liu Le Lann


In der kommenden Saison bietet das MBAL eine Reise durch die zeitgenössische Kunst von der Fotografie zum Video, von der Wandmalerei zu Stoffskulpturen. Ausnahmsweise sind diesmal alle vier vom MBAL vorgestellten Künstler eher jung (zwischen 24 und 46). Jeder von ihnen zeichnet sich durch die Einzigartigkeit seines Werkes aus, und sie alle werden von einer Leidenschaft für das künstlerische Schaffen motiviert.

 © Alex Prager, Desiree, 2008, de la série de Big Valley. Courtesy Alex Prager Studio and Lehmann Maupin New York and Hong Kong

© Alex Prager, Desiree, 2008, de la série de Big Valley. Courtesy Alex Prager Studio and Lehmann Maupin New York and Hong Kong

Das Werk, welches die US-Amerikanerin Alex Prager seit 10 Jahren entwickelt, hebt sich besonders ab. Die von ihr dargestellten jungen Frauen im Retrolook – verstörte Heldinnen, die hin und her zwischen Sehnsüchten, Erwartungen und Tragödien gerissen sind, erscheinen ebenso unwiderstehlich wie einsam. Über die Fotografie und den Film zieht uns die Künstlerin durch sorgfältig ausgearbeitete Kulissen in ihre inneren Kämpfe hinein. Das MBAL freut sich, diese erste Retrospektive einer der gefragtesten Künstlerinnen der internationalen Szene verwirklicht zu haben.

 © Erik Madigan Heck_Study in Purple (Etro)_2012. Courtesy of Christophe Guye Galerie

© Erik Madigan Heck_Study in Purple (Etro)_2012. Courtesy of Christophe Guye Galerie

Erik Madigan Heck, ein aufsteigender Stern am Himmel der zeitgenössischen Modefotografie, verwischt die Grenzen zwischen den Gattungen. Er gibt zu, dass seine Inspirationen aus der Malerei stammen – aus der Romantik, dem Impressionismus oder aus den Werken der Nabis – und nicht aus der Fotografie. An den Wänden des Museums werden seine innovativen Bilder zu zeitlosen Werken.

Thomas Liu Le Lann entführt seinerseits den Besucher in eine Fiktion die befremdlich wirkt, da sie von großen, an ein japanisches Manga erinnernden Plüschtieren bevölkert wird. Mit Vergnügen schließt sich das MBAL der HEAD Genf und der Fondation BNP Paris Suisse an, um Thomas Liu Le Lann, einem Absolventen dieses Sommers, den New Heads – Fondation BNP Paris Art Award zu verleihen und ihm damit die Möglichkeit zu geben, zum ersten Mal den Raum eines Museums zu erobern.

Schließlich wird mit der Wandmalerei des schweizerischen Künstlers Stéphane Dafflon ein neuer Zyklus aus semipermanenten Ausstellungen eröffnet. Der Künstler, der eingeladen wurde an den Wänden des Museumscafés ein Fresko zu gestalten, bringt den Raum auf überraschende Weise zum Schwingen. Das Gemälde von Dafflon, welches auf den ersten Blick einfach und minimalistisch wirkt, entfaltet eine Kraft, die den Blick anzieht und überwältigt. Mit diesem neuen Projekt wollten wir das Kunsterlebnis außerhalb der Ausstellungsräume bereits mit dem Betreten des Museums beginnen lassen.


 Thomas Liu Le Lann, 5guys1tree, HEAD–Genève, 2018, ©Emily Bonnet

Thomas Liu Le Lann, 5guys1tree, HEAD–Genève, 2018, ©Emily Bonnet

Pour sa nouvelle saison, le MBAL propose un voyage à travers la création contemporaine, allant de la photographie à la vidéo, de la peinture murale aux sculptures en tissu. Une fois n’est pas coutume, les quatre artistes réunis par le MBAL sont plutôt jeunes (de 24 à 46 ans !), mènent chacun une œuvre singulière, et sont avant tout animés par une soif de création.

L’œuvre que développe depuis 10 ans l’Américaine Alex Prager, habitée par l’univers du cinéma, se distingue particulièrement. Ses jeunes femmes au look rétro, héroïnes perturbées prises entre désirs, attentes et drames, apparaissent aussi séduisantes que solitaires. C’est par la photographie et le film, au travers de scènes méticuleusement chorégraphiées, que l’artiste nous emmène dans ses tourments. Le MBAL est heureux d’avoir mis sur pied cette première rétrospective consacrée à l’une des artistes les plus acclamées sur la scène internationale.

Erik Madigan Heck, étoile montante de la photographie de mode contemporaine, brouille les genres. Il admet que ses inspirations sont du côté de la peinture – romantique, impressionniste ou celle des Nabis – et non de la photographie. Sur les murs du musée, ses images novatrices deviennent des tableaux intemporels.

De son côté, Thomas Liu Le Lann emmène le visiteur dans une fiction étrange peuplée de grandes peluches qui pourraient être tirées d’un manga japonais. Le MBAL est heureux de s’associer à la HEAD – Genève et à la Fondation BNP Paribas Suisse pour décerner à Thomas Liu Le Lann, diplômé cet été, le prix New Heads – Fondation BNP Paris Art Award, qui lui permet de prendre pour la première fois possession de l’espace d’un musée.

Enfin, un nouveau cycle d’expositions semi-permanentes est inauguré avec l’intervention murale de l’artiste suisse Stéphane Dafflon. Invité par le MBAL à créer une fresque sur les murs du café du musée, l’artiste fait vibrer le lieu de façon inattendue. La peinture de Dafflon, d’apparence simple et minimaliste, dégage une force qui attire et bouleverse le regard. Nous avons souhaité, avec ce nouveau projet, faire débuter l’expérience artistique hors des salles d’exposition, dès l’entrée au musée.


 © Stéphane Dafflon (détail), 2018.jpg

© Stéphane Dafflon (détail), 2018.jpg

MBAL’s winter season offers an exploration of contemporary creation, from photography to video, from murals to fabric sculptures. Exceptionally, the four artists being highlighted by MBAL are young (from 24 to 46 years old) – yet their respective achievements stand on their own, the product of the artists’ overwhelming desire to create.

The body of photographic and videographic work developed over the past ten years by American Alex Prager is unmistakable for its cinematic overtones. Her female subjects with a throwback look – troubled heroines beset by desire, expectation and drama – are as seductive as they are solitary. The viewer is implicated in the artist’s torments by her meticulously choreographed scenes. Prager is one of the most widely acclaimed figures on the international art scene, and MBAL is proud to present the first retrospective of her work.

When it comes to artistic genres, Erik Madigan Heck is an iconoclast. A rising star in contemporary fashion photography, Heck admits to drawing greater inspiration from painting – Romanticism, Impressionism and Les Nabis – than photography. On our museum’s walls, his innovative images become timeless tableaux.

MBAL is also pleased to display the work of Thomas Liu Le Lann, who has just won the New Heads – BNP Paribas Art Foundation Award. This prize for young art school graduates, sponsored jointly by MBAL, the Geneva School of Art and Design (HEAD) and the BNP Paribas Swiss Foundation, includes the opportunity to show their work in a museum. In his piece, Liu Le Lann beckons the viewer into a strange fiction populated by oversized dolls that would be at home in a Japanese manga comic.

Lastly, a new series of semi-permanent exhibitions is being kicked off with the mural work of Swiss artist Stéphane Dafflon. Invited by MBAL to create a fresco on the walls of the museum café, the artist brings that space to life in unexpected ways. Dafflon’s paintings, deceptively simple and minimalist, possess a strength that catches – and confounds – the eye. Our aim with this series is to bring the art experience out of the exhibition rooms: viewers are pulled into our world before even setting foot in our museum. 

(Text: Nathalie Herschdorfer, Direktorin MBAL)

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Vernissage | Colombia – On the Brink of Paradise - Luca Zanetti | BelleVue - Ort für Fotografie | Basel
Nov
3
5:00 nachm.17:00

Vernissage | Colombia – On the Brink of Paradise - Luca Zanetti | BelleVue - Ort für Fotografie | Basel


BelleVue - Ort für Fotografie | Basel
3. November 2018

Einführung durch Nadine Olonetzky

Colombia – On the Brink of Paradise
Luca Zanetti


ODP_Press_Images05.jpg

Mächtig erhebt sich im Hintergrund der nebelverhangene Gipfel eines Berges; davor erstreckt sich das facettenreiche Grün des kolumbianischen Regenwaldes. Ein Teil eines Flusslaufs ist ebenfalls sichtbar und vervollständigt die friedvolle Szenerie. Ein paradiesischer Ort also? Ein reiches Land immerhin: Aus dieser Berglandschaft stammen zwei der wertvollsten Smaragde, die je gefunden wurden. 

2004 hat der Schweizer Fotograf Luca Zanetti Boyacá besucht, wo die Steine entdeckt wurden. Es ist einer von vielen Orten in Kolumbien, die Zanetti in den vergangenen zwanzig Jahren fotografiert hat. In seinen zahlreichen Reportagen offenbart sich ein zerrissenes Land voller Schönheit und erstaunlicher Geschichten – ein Land, das aber auch von Bürger- und Drogenkriegen geprägt ist. 

Colombia – On the Brink of Paradise zeigt einen Fotografen, der uns dank seines präzisen Blicks, analytischer Distanz und gleichwohl emotionaler Nähe sowie dank seiner gestalterischen Klarheit tiefe Einblicke in ein Land mit einer hochkomplexen Geschichte und Gesellschaft erlaubt. Die Ausstellung basiert auf dem Buch Colombia − On the Brink of Paradise, das 2018 im Verlag Scheidegger & Spiess erschienen ist.

(Text: BelleVue - Ort für Fotografie)

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Ausstellung | Colombia – On the Brink of Paradise - Luca Zanetti | BelleVue - Ort für Fotografie | Basel
Nov
4
zu 2. Dez.

Ausstellung | Colombia – On the Brink of Paradise - Luca Zanetti | BelleVue - Ort für Fotografie | Basel

  • BelleVue - Ort für Fotografie (Karte)
  • Google Kalender ICS

BelleVue - Ort für Fotografie | Basel
4. November - 2. Dezember 2018

Colombia – On the Brink of Paradise
Luca Zanetti


ODP_Press_Images05.jpg

Mächtig erhebt sich im Hintergrund der nebelverhangene Gipfel eines Berges; davor erstreckt sich das facettenreiche Grün des kolumbianischen Regenwaldes. Ein Teil eines Flusslaufs ist ebenfalls sichtbar und vervollständigt die friedvolle Szenerie. Ein paradiesischer Ort also? Ein reiches Land immerhin: Aus dieser Berglandschaft stammen zwei der wertvollsten Smaragde, die je gefunden wurden. 

2004 hat der Schweizer Fotograf Luca Zanetti Boyacá besucht, wo die Steine entdeckt wurden. Es ist einer von vielen Orten in Kolumbien, die Zanetti in den vergangenen zwanzig Jahren fotografiert hat. In seinen zahlreichen Reportagen offenbart sich ein zerrissenes Land voller Schönheit und erstaunlicher Geschichten – ein Land, das aber auch von Bürger- und Drogenkriegen geprägt ist. 

Colombia – On the Brink of Paradise zeigt einen Fotografen, der uns dank seines präzisen Blicks, analytischer Distanz und gleichwohl emotionaler Nähe sowie dank seiner gestalterischen Klarheit tiefe Einblicke in ein Land mit einer hochkomplexen Geschichte und Gesellschaft erlaubt. Die Ausstellung basiert auf dem Buch Colombia − On the Brink of Paradise, das 2018 im Verlag Scheidegger & Spiess erschienen ist.

(Text: BelleVue - Ort für Fotografie)

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Vernissage und Buchvernissage | Das Bild vom Berg - Robert Bösch | Bildhalle | Zürich
Nov
22
6:00 nachm.18:00

Vernissage und Buchvernissage | Das Bild vom Berg - Robert Bösch | Bildhalle | Zürich


Bildhalle | Zürich
22. November 2018

Das Bild vom Berg
Robert Bösch


 Morteratsch Glacier Switzerland

Morteratsch Glacier Switzerland

Mit dem Buch “Mountains” und der Ausstellung “Das Bild vom Berg” präsentiert uns Robert Bösch sein alpin-fotografisches Lebenswerk. Eine eindrückliche Mischung aus Landschafts-, Berg- und Sportfotografie. Als Bergsteiger war Robert Bösch auf allen sieben Kontinenten unterwegs und hat als Fotograf die Weltbesten des Bergsports fotografiert - darunter auch seinen verstorbenen Freund Ueli Steck. Entstanden sind atemberaubende Sport- und Landschaftsbilder, die die Ruhe und Gewalt der Berge wiedergeben und die tiefe Schönheit und Einsamkeit spiegeln, die all jene umgeben, die sich in der Übermacht der Berge bewegen. 

“Die Gabe, selbst in den erhabenen Räumen der Berge aktiv zu sein und dieses Tun in Beziehung zu setzen mit der Bergwelt, ist nur den allerwenigsten gegeben. Robert Bösch ist einer davon. Vielleicht der allumfassendste. Er taucht als Bergsteiger ein in die Eiger-Nordwand, als Kletterer in den “Shield” am El Cap, als Höhenbergsteiger in die Todeszone des Himalaja. Dabei entsteht sein Bild der Berge – mir ist beim Betrachten seiner Bildkunst, als habe der Weltgeist uns bei unserer Leidenschaft überrascht.”

Reinhold Messner

 “Landschaftsfotografie ist für mich die Kunst des Bilder-Sehens. Wir sehen ja keine Bilder, wir sehen immer das Ganze, das Alles. Während der Maler sein Viereck mit Farbe allmählich zu einem Bild gestaltet, indem er hinzufügt, gestalte ich als Fotograf das Bild gerade umgekehrt, nämlich indem ich weglasse. Im Moment des Auslösens wird das Bild aus der Welt geschnitten. Bilder stehen für sich und sind nur deshalb interessant, weil sie weder alles zeigen noch für das stehen, was sonst auch noch war – darum herum und vorher und danach. Nur dieses “Aus-der-Welt-herausgelöst-Sein” macht das Bild einmalig. Landschaftsbilder sind wie aus dem Zusammenhang gerissene Zitate.”

Robert Bösch

"Böschs Berge sind Kraftorte, die zu besteigen man sich sehnt und die einem zugleich vor Augen führen, wie erfahren man dafür sein müsste. Sie erheben sich wie Skulpturen vor uns, in Licht, Nebel und Wetter getaucht und nicht selten so, wie wir sie noch nie gesehen haben. Dabei erkennt Robert Bösch auch die Stärke der Abstraktion: Silhouetten, Schneeformationen, Felsstrukturen, Lichtfelder…Böschs Berge sind mehr als geographische Orte, sie sind Schauplatz eindrücklicher Stimmungen und elementarer Schönheit."

Mirjam Cavegn

Robert Bösch, Fotograf, Geograf, Bergführer, ist seit 35 Jahren als freischaffender Berufsfotograf tätig. Neben Aufträgen aus Industrie, Werbung und Tourismus arbeitet er für Zeitschriften wie Stern, GEO, und Spiegel. Er veröffentlichte zahlreiche Bild­bände. Robert Bösch ist Ambassador der Firma Nikon. 2009 erhielt er den "Eiger Special Award" für sein langjähriges Schaffen im Bereich der Alpinfotografie. Seine Reisen und Expeditionen führten ihn auf alle sieben Kontinente. 2001 bestieg er für einen Auftrag als Fotograf und Kameramann den Mount Everest. 

In den letzten Jahren beschäftigte sich Robert Bösch intensiv mit der Landschaftsfotografie und stellte diese in Galerien und in Museen im In- und Ausland aus. Die Jahre 2015 und 2016 waren geprägt durch das aufwendige Projekt "Aus den Bündner Bergen". Daraus entstand der im NZZ-Verlag erschienene gleichnamige Bildband. 2017/18 feierte mit seiner Ausstellung ENGIADINA in St. Moritz einen grossen Erfolg. 

2018 erscheint im National-Geographic-Verlag sein 300-seitiger Bildband "Mountains", das sein alpin-fotografisches Lebenswerk umfasst.

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Ausstellung | Das Bild vom Berg - Robert Bösch | Bildhalle | Zürich
Nov
23
zu 31. Jan.

Ausstellung | Das Bild vom Berg - Robert Bösch | Bildhalle | Zürich


Bildhalle | Zürich
23. November 2018 - 31. Januar 2019

Das Bild vom Berg
Robert Bösch


 Morteratsch Glacier Switzerland

Morteratsch Glacier Switzerland

Mit dem Buch “Mountains” und der Ausstellung “Das Bild vom Berg” präsentiert uns Robert Bösch sein alpin-fotografisches Lebenswerk. Eine eindrückliche Mischung aus Landschafts-, Berg- und Sportfotografie. Als Bergsteiger war Robert Bösch auf allen sieben Kontinenten unterwegs und hat als Fotograf die Weltbesten des Bergsports fotografiert - darunter auch seinen verstorbenen Freund Ueli Steck. Entstanden sind atemberaubende Sport- und Landschaftsbilder, die die Ruhe und Gewalt der Berge wiedergeben und die tiefe Schönheit und Einsamkeit spiegeln, die all jene umgeben, die sich in der Übermacht der Berge bewegen. 

“Die Gabe, selbst in den erhabenen Räumen der Berge aktiv zu sein und dieses Tun in Beziehung zu setzen mit der Bergwelt, ist nur den allerwenigsten gegeben. Robert Bösch ist einer davon. Vielleicht der allumfassendste. Er taucht als Bergsteiger ein in die Eiger-Nordwand, als Kletterer in den “Shield” am El Cap, als Höhenbergsteiger in die Todeszone des Himalaja. Dabei entsteht sein Bild der Berge – mir ist beim Betrachten seiner Bildkunst, als habe der Weltgeist uns bei unserer Leidenschaft überrascht.”

Reinhold Messner

 “Landschaftsfotografie ist für mich die Kunst des Bilder-Sehens. Wir sehen ja keine Bilder, wir sehen immer das Ganze, das Alles. Während der Maler sein Viereck mit Farbe allmählich zu einem Bild gestaltet, indem er hinzufügt, gestalte ich als Fotograf das Bild gerade umgekehrt, nämlich indem ich weglasse. Im Moment des Auslösens wird das Bild aus der Welt geschnitten. Bilder stehen für sich und sind nur deshalb interessant, weil sie weder alles zeigen noch für das stehen, was sonst auch noch war – darum herum und vorher und danach. Nur dieses “Aus-der-Welt-herausgelöst-Sein” macht das Bild einmalig. Landschaftsbilder sind wie aus dem Zusammenhang gerissene Zitate.”

Robert Bösch

"Böschs Berge sind Kraftorte, die zu besteigen man sich sehnt und die einem zugleich vor Augen führen, wie erfahren man dafür sein müsste. Sie erheben sich wie Skulpturen vor uns, in Licht, Nebel und Wetter getaucht und nicht selten so, wie wir sie noch nie gesehen haben. Dabei erkennt Robert Bösch auch die Stärke der Abstraktion: Silhouetten, Schneeformationen, Felsstrukturen, Lichtfelder…Böschs Berge sind mehr als geographische Orte, sie sind Schauplatz eindrücklicher Stimmungen und elementarer Schönheit."

Mirjam Cavegn

Robert Bösch, Fotograf, Geograf, Bergführer, ist seit 35 Jahren als freischaffender Berufsfotograf tätig. Neben Aufträgen aus Industrie, Werbung und Tourismus arbeitet er für Zeitschriften wie Stern, GEO, und Spiegel. Er veröffentlichte zahlreiche Bild­bände. Robert Bösch ist Ambassador der Firma Nikon. 2009 erhielt er den "Eiger Special Award" für sein langjähriges Schaffen im Bereich der Alpinfotografie. Seine Reisen und Expeditionen führten ihn auf alle sieben Kontinente. 2001 bestieg er für einen Auftrag als Fotograf und Kameramann den Mount Everest. 

In den letzten Jahren beschäftigte sich Robert Bösch intensiv mit der Landschaftsfotografie und stellte diese in Galerien und in Museen im In- und Ausland aus. Die Jahre 2015 und 2016 waren geprägt durch das aufwendige Projekt "Aus den Bündner Bergen". Daraus entstand der im NZZ-Verlag erschienene gleichnamige Bildband. 2017/18 feierte mit seiner Ausstellung ENGIADINA in St. Moritz einen grossen Erfolg. 

2018 erscheint im National-Geographic-Verlag sein 300-seitiger Bildband "Mountains", das sein alpin-fotografisches Lebenswerk umfasst.

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Buchvernissage | Anzeichen der Verlässlichkeit - Beat Schweizer | Coalmine - Forum für Dokumentarfotografie | Winterthur
Dez
20
6:00 nachm.18:00

Buchvernissage | Anzeichen der Verlässlichkeit - Beat Schweizer | Coalmine - Forum für Dokumentarfotografie | Winterthur

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Coalmine - Forum für Dokumentarfotografie | Winterthur
20. Dezember 2018

Anzeichen der Verlässlichkeit
mit Texten von Urs Mannhart
Kehrer Verlag, 2018
Beat Schweizer


 Norilsk | Russland | Juli 2017

Norilsk | Russland | Juli 2017

Wie lebt es sich in den polarnahsten Städten und Siedlungen der Welt? Und was hält die Menschen trotz scheinbar widriger Bedingungen dort? Die Thematik der Isolation beschäftigt Beat Schweizer (geboren 1982, wohnhaft in Bern) seit vielen Jahren. Auf mehreren Reisen in den äussersten Norden Russlands hat er die Morphologie abgelegener Orte fotografisch festgehalten, die Ursachen ihres Daseins und ihre Eigenheiten untersucht. Sein Langzeitprojekt präsentiert uns Formen der Existenz, die über das Anekdotische hinaus tiefe Einblicke in das Menschliche geben. In seiner dokumentarischen Praxis nähert er sich den Strukturen und Bewohnern behutsam und unmerklich. Mit seinem systematischen Blick fördert er im Einzelnen das Allgemeine und im Allgemeinen das Individuelle zutage, beweist aber auch ein waches Auge für Komik, Tragik und Absurdität – ein feines Sensorium für die "Anomalie des Alltags im nördlichsten Norden Sibiriens" (so der Untertitel der Eigenpublikationen "An der Frostgrenze", 2013). Die COALMINE zeigt Beat Schweizers dreiteiligen Werkzyklus, entstanden zwischen 2012 und 2018, erstmals umfassend und als neu edierte und produzierte Abzüge. 

Norilsk ("Michailovna hat angerufen", 2017/18)
Norilsk ist eine Stadt der Superlative: Sie ist die nördlichste Grossstadt weltweit, gelegen auf 69 Grad nördlicher Breite und gebaut auf Permafrost-Boden. Sie gilt auch als die schmutzigste Stadt der Welt. Die dort abgebauten Nickelerze verursachen Schäden an Umwelt und Gesundheit. Zusammen mit den Vorkommen auf der russischen Halbinsel Kola deckt Norilsk rund einen Viertel des Weltmarktbedarfs an diesem Rohstoff, der in diversen Legierungen und vor allem zur Erzeugung von nichtrostendem, hochbelastbarem Stahl verwendet wird. Bodenschätze und Industrie bieten mit ihren gut bezahlten Arbeitsplätzen und einer städtischen Infrastruktur, die dem polaren Klima Annehmlichkeiten abtrotzt, Lebensraum für 175'000 Menschen. Gleichwohl wahrt die als Minenstadt 1935 gegründete und unter Stalin als Gulag genutzte Stadt weiterhin ihr Geheimnis: Sie ist für Ausländer geschlossen und nur mit einer Sonderbewilligung betretbar.

Eine solche erlaubte es Beat Schweizer, sich frei in der Stadt zu bewegen. Dennoch stellte eine Bekannte, eine ehemalige Polizistin bei der Flughafenpolizei, vorab mit einem Anruf sicher, dass sich die Einreise ohne Umtriebe vollzog ("Michailovna hat angerufen") – eine Anekdote, die zeigt: wo alles bürokratisch abläuft, vieles unmöglich scheint und doch alles möglich ist, sind die persönlichen Beziehungen entscheidend. Mit seiner Mittelformatkamera hat Beat Schweizer in sorgfältig komponierten Einstellungen Häuserzüge, Plätze und Naherholungsgebiete in Norilsk fotografiert. Porträts und Innenansichten führen das Spiel mit Distanz und Nähe fort und zeigen die Bewohner bei der Freizeitgestaltung, Gedenktagen oder Schönheitswettbewerben. Es entsteht das Bild eines auf sich bezogenen und sich selbst genügenden Kosmos, der seine Existenz jedoch auswärtigen Interessen verdankt und ohne Anreize und Garantien aus Moskau nicht fortbestehen könnte. Es sind solche Abhängigkeiten und ihre fragile, fragliche und fragwürdige Beständigkeit, denen der Fotograf nachspürt. Darauf bezieht sich auch der Titel der Ausstellung in der COALMINE: "Anzeichen der Verlässlichkeit". 

Dikson ("An der Frostgrenze", 2013)
Während Norilsk den Anschein urbaner Normalität wahrt, trifft dies auf Dikson, eine kleine Siedlung an der Mündung des Jenissei, auf über 73 Grad nördlicher Breite, nicht zu. Der Aussenposten der Zivilisation, der einen Eisbären im Wappen trägt und an 82 Tagen in der Polarnacht versinkt, galt in der Sowjetzeit als die nördlichste Stadt weltweit. Dann sank ihre Einwohnerzahl drastisch. Einst Angelpunkt für die Nordostpassage und die Kontrolle über die Arktisregion sowie Ausgangspunkt vieler Polarexpeditionen, bietet Dikson heute nur noch wenigen hundert Menschen ein Auskommen. Die Einwohner sehen sich überwiegend auf sich allein gestellt, die Provinzhauptstadt Krasnojarsk liegt 2507 Kilometer entfernt. Besucher, auch russische, benötigen generell eine Sondererlaubnis. Die verbliebenen Bewohner, die Beat Schweizer dort aufsucht hat, leben entweder als Mechaniker oder Grenzschützer, betreiben einen Einkaufsladen oder übermitteln Wetterdaten nach Moskau. Ermöglicht wird ihre Existenz durch den Staat, angeblich im Bestreben, die nördliche Aussengrenze des Mutterlands zu sichern. Wir begleiten sie bei der Arbeit oder dabei, wie sie ihre Frei- und Wartezeit verbringen, mit Jagen und Fischen, Grillen, Spielen oder Fernsehen. 

Teriberka ("Der Boiler", 2012)
Auch Teriberka, die dritte Ansiedlung, die Beat Schweizer im Rahmen seines epischen Langzeitprojekts besuchte, gelegen auf 69 Grad Nord, leidet seit dem Niedergang der Küstenfischerei unter starkem Bevölkerungsrückgang. Vor einigen Jahren jedoch kündigte der russische Konzern Gazprom riesige Investitionen mit Tausenden von Arbeitsplätzen an. Das Stockmann-Feld in der Barentsee, ein Gasvorkommen, sollte erschlossen werden. Ein Teil der Einwohner machte sich Sorgen um die Umwelt, viele andere freuten sich auf eine rosige Zukunft. Doch das Projekt wurde auf Eis gelegt, aus Kostengründen – der Schiefergasboom in den USA machte die Gasförderung in der Arktis nicht mehr konkurrenzfähig. So kämpfen die Bewohner von Teriberka weiterhin gegen das Vergessenwerden an. Wie auch andernorts führt uns Beat Schweizer mit ausgewählten Protagonisten in ihre Lebenswelt ein. So besteht die Aufgabe des Dorfheizers darin, Steinkohle in den Schlund eines Ofens zu schaufeln und das Dorf mit Wärme zu versorgen, während er seine Lebenslast und Langeweile in Schwermut und russischen Fernsehserien ertränkt. 

Beat Schweizers dreiteilige Dokumentation ist eine warmherzige Bestandsaufnahme besonderer Lebensumstände und ihrer Bewältigung. Sie registriert das Wesenhafte mit einer Nüchternheit, die immer wieder ins Poetische oder gar Fantastische mündet. Entgegen einem meist von westlichen Vorurteilen durchsetzten Blick zeichnet er ein vielschichtiges Bild der Auswirkungen von klimatischen, politischen und ökonomischen Kräften auf den postkommunistischen Raum. Auf seinen Reisen arbeitet er oft mit dem Schweizer Schriftsteller Urs Mannhart an selbstpublizierten Reportagen. Der bewusste Umgang beider Autoren mit Bild und Text und das Experimentieren mit unterschiedlichen Publikationsformen markiert eine eigenständige Positionierung im Feld einer erweiterten und selbstreflexiven dokumentarischen Praxis. 

Der Ausstellungstitel "Anzeichen der Verlässlichkeit" ist inspiriert vom Slogan "Символ надежности" ("Symbol der Verlässlichkeit"), mit dem Nornickel, der grösste Arbeitgeber in Norilsk, auf Plakaten wirbt. Die Menschen in Norilsk, aber auch in Teriberka und Dikson, verlassen sich auf das Versprechen von Staat und Arbeitgebern, dass ein Leben an diesen widrigen Orten weiterhin möglich bleibt. Die Kehrseite der Verlässlichkeit ist die Angst, keine Arbeit zu finden, sollten sie an einen anderen, südlicheren Ort ziehen wollen. Sie sind in diesem Versprechen der Verlässlichkeit gefangen. So hat der Titel durchaus eine Ambivalenz.

(Text: Sascha Renner)

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Vernissage | Anzeichen der Verlässlichkeit - Beat Schweizer | Coalmine - Forum für Dokumentarfotografie | Winterthur
Okt
18
6:30 nachm.18:30

Vernissage | Anzeichen der Verlässlichkeit - Beat Schweizer | Coalmine - Forum für Dokumentarfotografie | Winterthur

  • Coalmine - Dokumentarfotografie (Karte)
  • Google Kalender ICS

Coalmine - Forum für Dokumentarfotografie | Winterthur
18. Oktober 2018

Anzeichen der Verlässlichkeit
Beat Schweizer

 Norilsk | Russland | Mai 2018

Norilsk | Russland | Mai 2018


Wie lebt es sich in den polarnahsten Städten und Siedlungen der Welt? Und was hält die Menschen trotz scheinbar widriger Bedingungen dort? Die Thematik der Isolation beschäftigt Beat Schweizer (geboren 1982, wohnhaft in Bern) seit vielen Jahren. Auf mehreren Reisen in den äussersten Norden Russlands hat er die Morphologie abgelegener Orte fotografisch festgehalten, die Ursachen ihres Daseins und ihre Eigenheiten untersucht. Sein Langzeitprojekt präsentiert uns Formen der Existenz, die über das Anekdotische hinaus tiefe Einblicke in das Menschliche geben. In seiner dokumentarischen Praxis nähert er sich den Strukturen und Bewohnern behutsam und unmerklich. Mit seinem systematischen Blick fördert er im Einzelnen das Allgemeine und im Allgemeinen das Individuelle zutage, beweist aber auch ein waches Auge für Komik, Tragik und Absurdität – ein feines Sensorium für die "Anomalie des Alltags im nördlichsten Norden Sibiriens" (so der Untertitel der Eigenpublikationen "An der Frostgrenze", 2013). Die COALMINE zeigt Beat Schweizers dreiteiligen Werkzyklus, entstanden zwischen 2012 und 2018, erstmals umfassend und als neu edierte und produzierte Abzüge. 

Norilsk ("Michailovna hat angerufen", 2017/18)
Norilsk ist eine Stadt der Superlative: Sie ist die nördlichste Grossstadt weltweit, gelegen auf 69 Grad nördlicher Breite und gebaut auf Permafrost-Boden. Sie gilt auch als die schmutzigste Stadt der Welt. Die dort abgebauten Nickelerze verursachen Schäden an Umwelt und Gesundheit. Zusammen mit den Vorkommen auf der russischen Halbinsel Kola deckt Norilsk rund einen Viertel des Weltmarktbedarfs an diesem Rohstoff, der in diversen Legierungen und vor allem zur Erzeugung von nichtrostendem, hochbelastbarem Stahl verwendet wird. Bodenschätze und Industrie bieten mit ihren gut bezahlten Arbeitsplätzen und einer städtischen Infrastruktur, die dem polaren Klima Annehmlichkeiten abtrotzt, Lebensraum für 175'000 Menschen. Gleichwohl wahrt die als Minenstadt 1935 gegründete und unter Stalin als Gulag genutzte Stadt weiterhin ihr Geheimnis: Sie ist für Ausländer geschlossen und nur mit einer Sonderbewilligung betretbar.

Eine solche erlaubte es Beat Schweizer, sich frei in der Stadt zu bewegen. Dennoch stellte eine Bekannte, eine ehemalige Polizistin bei der Flughafenpolizei, vorab mit einem Anruf sicher, dass sich die Einreise ohne Umtriebe vollzog ("Michailovna hat angerufen") – eine Anekdote, die zeigt: wo alles bürokratisch abläuft, vieles unmöglich scheint und doch alles möglich ist, sind die persönlichen Beziehungen entscheidend. Mit seiner Mittelformatkamera hat Beat Schweizer in sorgfältig komponierten Einstellungen Häuserzüge, Plätze und Naherholungsgebiete in Norilsk fotografiert. Porträts und Innenansichten führen das Spiel mit Distanz und Nähe fort und zeigen die Bewohner bei der Freizeitgestaltung, Gedenktagen oder Schönheitswettbewerben. Es entsteht das Bild eines auf sich bezogenen und sich selbst genügenden Kosmos, der seine Existenz jedoch auswärtigen Interessen verdankt und ohne Anreize und Garantien aus Moskau nicht fortbestehen könnte. Es sind solche Abhängigkeiten und ihre fragile, fragliche und fragwürdige Beständigkeit, denen der Fotograf nachspürt. Darauf bezieht sich auch der Titel der Ausstellung in der COALMINE: "Anzeichen der Verlässlichkeit". 

Dikson ("An der Frostgrenze", 2013)
Während Norilsk den Anschein urbaner Normalität wahrt, trifft dies auf Dikson, eine kleine Siedlung an der Mündung des Jenissei, auf über 73 Grad nördlicher Breite, nicht zu. Der Aussenposten der Zivilisation, der einen Eisbären im Wappen trägt und an 82 Tagen in der Polarnacht versinkt, galt in der Sowjetzeit als die nördlichste Stadt weltweit. Dann sank ihre Einwohnerzahl drastisch. Einst Angelpunkt für die Nordostpassage und die Kontrolle über die Arktisregion sowie Ausgangspunkt vieler Polarexpeditionen, bietet Dikson heute nur noch wenigen hundert Menschen ein Auskommen. Die Einwohner sehen sich überwiegend auf sich allein gestellt, die Provinzhauptstadt Krasnojarsk liegt 2507 Kilometer entfernt. Besucher, auch russische, benötigen generell eine Sondererlaubnis. Die verbliebenen Bewohner, die Beat Schweizer dort aufsucht hat, leben entweder als Mechaniker oder Grenzschützer, betreiben einen Einkaufsladen oder übermitteln Wetterdaten nach Moskau. Ermöglicht wird ihre Existenz durch den Staat, angeblich im Bestreben, die nördliche Aussengrenze des Mutterlands zu sichern. Wir begleiten sie bei der Arbeit oder dabei, wie sie ihre Frei- und Wartezeit verbringen, mit Jagen und Fischen, Grillen, Spielen oder Fernsehen. 

Teriberka ("Der Boiler", 2012)
Auch Teriberka, die dritte Ansiedlung, die Beat Schweizer im Rahmen seines epischen Langzeitprojekts besuchte, gelegen auf 69 Grad Nord, leidet seit dem Niedergang der Küstenfischerei unter starkem Bevölkerungsrückgang. Vor einigen Jahren jedoch kündigte der russische Konzern Gazprom riesige Investitionen mit Tausenden von Arbeitsplätzen an. Das Stockmann-Feld in der Barentsee, ein Gasvorkommen, sollte erschlossen werden. Ein Teil der Einwohner machte sich Sorgen um die Umwelt, viele andere freuten sich auf eine rosige Zukunft. Doch das Projekt wurde auf Eis gelegt, aus Kostengründen – der Schiefergasboom in den USA machte die Gasförderung in der Arktis nicht mehr konkurrenzfähig. So kämpfen die Bewohner von Teriberka weiterhin gegen das Vergessenwerden an. Wie auch andernorts führt uns Beat Schweizer mit ausgewählten Protagonisten in ihre Lebenswelt ein. So besteht die Aufgabe des Dorfheizers darin, Steinkohle in den Schlund eines Ofens zu schaufeln und das Dorf mit Wärme zu versorgen, während er seine Lebenslast und Langeweile in Schwermut und russischen Fernsehserien ertränkt. 

Beat Schweizers dreiteilige Dokumentation ist eine warmherzige Bestandsaufnahme besonderer Lebensumstände und ihrer Bewältigung. Sie registriert das Wesenhafte mit einer Nüchternheit, die immer wieder ins Poetische oder gar Fantastische mündet. Entgegen einem meist von westlichen Vorurteilen durchsetzten Blick zeichnet er ein vielschichtiges Bild der Auswirkungen von klimatischen, politischen und ökonomischen Kräften auf den postkommunistischen Raum. Auf seinen Reisen arbeitet er oft mit dem Schweizer Schriftsteller Urs Mannhart an selbstpublizierten Reportagen. Der bewusste Umgang beider Autoren mit Bild und Text und das Experimentieren mit unterschiedlichen Publikationsformen markiert eine eigenständige Positionierung im Feld einer erweiterten und selbstreflexiven dokumentarischen Praxis. 

Der Ausstellungstitel "Anzeichen der Verlässlichkeit" ist inspiriert vom Slogan "Символ надежности" ("Symbol der Verlässlichkeit"), mit dem Nornickel, der grösste Arbeitgeber in Norilsk, auf Plakaten wirbt. Die Menschen in Norilsk, aber auch in Teriberka und Dikson, verlassen sich auf das Versprechen von Staat und Arbeitgebern, dass ein Leben an diesen widrigen Orten weiterhin möglich bleibt. Die Kehrseite der Verlässlichkeit ist die Angst, keine Arbeit zu finden, sollten sie an einen anderen, südlicheren Ort ziehen wollen. Sie sind in diesem Versprechen der Verlässlichkeit gefangen. So hat der Titel durchaus eine Ambivalenz.

(Text: Sascha Renner)

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Vernissage | Äussere Unordnung - Andrzej Steinbach | Coalmine - Raum für zeitgenössische Fotografie | Winterthur
Okt
18
6:30 nachm.18:30

Vernissage | Äussere Unordnung - Andrzej Steinbach | Coalmine - Raum für zeitgenössische Fotografie | Winterthur

  • Coalmine - Raum für zeitgenössische Fotografie (Karte)
  • Google Kalender ICS

Coalmine - Raum für zeitgenössische Fotografie | Winterthur
18. Oktober 2018

Äussere Unordnung
Andrzej Steinbach


steinbach.jpg

Andrzej Steinbach wurde 1983 in Czarnkow in Polen geboren und wuchs in Karl-Marx-Stadt bzw. Chemnitz auf. Sein Studium an der Hochschule für Grafik und Buchkunst (HGB) in Leipzig absolvierte er in der Klasse für Fotografie 2013 mit dem Diplom und 2017 mit dem Meisterschülerabschluss. Aktuell lebt und arbeitet er in Berlin. Steinbach ist ausserdem Träger des Bundespreises für Kunststudierende 2017/2018. 2015 war er bereits anlässlich der Präsentation Situations #16 im Fotomuseum Winterthur präsent. Seither befinden sich sieben fotografische Arbeiten in der Sammlung des Museums. 

Die Fotografien und Objekte von Andrzej Steinbach wecken einen Geist des Widerstands, der ohne sichtbaren Gegner auftritt und sich zuerst einfach nur als ästhetische Form präsentiert. Im Licht der aktuellen Berichterstattung zu den Ausschreitungen in Chemnitz, der Heimatstadt von Steinbach, erfährt die in Winterthur gezeigte Arbeit eine ungeahnte Aktualisierung. In ihrer räumlichen Konstellation erschliessen sich nach und nach Fotografie und Skulptur und eröffnen eine politische Lesart. So treffen z.B. an Demonstrationen erinnernde Werkzeuge oder Utensilien auf in Street-Style-Fashion gekleidete Models. Hoodys und Sweat Pants, Bomberjacken oder wahlweise Militärcamouflagejacken mit deutschen Flaggenaufnähern, getragen von desinteressiert oder cool vor der Kamera agierenden Jugendlichen, sind nicht selten Motive seiner Fotografien. Transportiert hier der Künstler eine Melancholie gegenüber dem Verlust der Rebellion?  

Zwei sich in der Ausstellung befindende Arbeiten seien hier kurz beschrieben: Das militante Potential einer Fotografie – sie zeigt gänzlich unprätentiöse Objekte wie einen Schallplattenspieler mit zerkratztem Plexiglasdeckel, eine Lonsdale-Jacke, Zigaretten und allerhand Krimskrams – erschliesst sich erst mit dem Wissen, dass es sich um den Plattenspieler Andreas Baaders handelt, der ihm im Gefängnis in Stammheim als Waffenversteck diente. Auf einem sich tatsächlich in der Ausstellung befindenden Plattenspieler werden die auf Vinyl aufgenommenen Namen aller Mitglieder der Terrorgruppe Rote Armee Fraktion aufgezählt. Zusätzlich im Raum findet sich ein Eigenbau-Schlagstock, der für eine Demo aus einer Strebe eines Einkaufswagens der Supermarktkette "Hit" (auf Englisch Schlag) gebastelt wurde.  

Andrzej Steinbach geht es um die Frage, wie nach dem umfänglichen Siegeszug eines glatten Warenpiktorialismus Uneindeutigkeit und politischer Nonkonformismus wieder bildnerisch transportiert werden können.

(Text: Alexandra Blättler)

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Vernissage | Balthasar Burkhard & Karlheinz Weinberger | photo basel in situ | Raum für Kunst am Heuberg 24 | Basel
Okt
18
6:00 nachm.18:00

Vernissage | Balthasar Burkhard & Karlheinz Weinberger | photo basel in situ | Raum für Kunst am Heuberg 24 | Basel


photo basel in situ | Raum für Kunst am Heuberg 24 | Basel
18. Oktober 2018

Balthasar Burkhard & Karlheinz Weinberger


estherW_Weinberger.jpg

Nach vier erfolgreichen Kunstmessen mit welcher sich die photo basel während der Art Basel Woche zusehends etabliert, ist es unser Wunsch, auch unter dem Jahr mit einem hochstehenden Fotografie Programm in Basel präsent zu sein. Ziel der in situ Reihe ist es, Ihnen, liebe Besucher die Kunstfotografie näher zu bringen, den Dialog zu fördern und Basel als Fotostadt zu positionieren. Nach der erfolgreichen Lancierung der photo basel in situ Reihe im vergangenen Juni mit Magnum Fotograf Erich Hartmann, ist es uns gelungen, zwei grosse Schweizer Fotografen erstmalig unter einem Dach zu vereinen. Wir freuen uns sehr, diese kurze aber hochstehende Ausstellungmit Ihnen teilen zu dürfen und wünschen Ihnen unterhaltsame, lehrreiche und inspirierende Momente im Raum für Kunst am Heuberg 24 mit Balthasar Burkhard und Karlheinz Weinberger.

(Text: Sven Eisenhut, photo basel)

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Vernissage | Das Theater der Scheinbilder - Liu Bolin | Musée d'Elysée | Lausanne
Okt
16
6:00 nachm.18:00

Vernissage | Das Theater der Scheinbilder - Liu Bolin | Musée d'Elysée | Lausanne


Musée d’Elysée | Lausanne
16. Oktober 2018

Das Theater der Scheinbilder
Liu Bolin


 Liu Bolin, Your World, aus der Serie „Hiding in the City“, 2014  © Liu Bolin / Courtesy Galerie Paris-Beijing

Liu Bolin, Your World, aus der Serie „Hiding in the City“, 2014
© Liu Bolin / Courtesy Galerie Paris-Beijing

Liu Bolins erste Museumsausstellung in der Schweiz: “Das Theater der Scheinbilder” versammelt knapp fünfzig grossformatige Fotografien und mehrere Skulpturen zu den Hauptthemen im Lebenswerk des chinesischen Künstlers: die politischen und wirtschaftlichen Strategien der chinesischen Staatsmacht, die überlieferten Traditionen sowie religiösen und kulturellen Symbole, die Widerstandsaktionen von einzelnen oder Gruppen, die Umgestaltung des Stadtraums, der Raubbau an der Natur und der Aufbau einer Hyperkonsumgesellschaft.


Première exposition muséale de Liu Bolin en Suisse, Le Théâtre des apparences rassemble près de cinquante photographies monumentales et plusieurs sculptures illustrant les grands thèmes abordés par l’artiste chinois au fil de sa carrière : les stratégies politiques et économiques du pouvoir chinois, les traditions ancestrales et les symboles religieux et culturels, les actions individuelles ou collectives de résistance, la transformation de l’environnement urbain, les dérives écologiques et la mise en place d’une société d’hyperconsommation.


The first museum exhibition in Switzerland of Liu Bolin’s work, The Theater of Appearances brings together almost fifty monumental photographs and several sculptures illustrating the main themes addressed by the Chinese artist over his career: the political and economic strategies of the Chinese government, ancestral traditions and religious and cultural symbols, individual or collective acts of resistance, the transformation of the urban environment, ecological damages and a hyper-consumerist society.

(Pressetext: Musée d’Elysée)



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Vernissage | Ein Werk von unsäglicher Gewalt - Matthias Bruggmann | Musée d'Elysée | Lausanne
Okt
16
6:00 nachm.18:00

Vernissage | Ein Werk von unsäglicher Gewalt - Matthias Bruggmann | Musée d'Elysée | Lausanne


Musée d’Elysée | Lausanne
16. Oktober 2018

Ein Werk von unsäglicher Gewalt
Matthias Bruggmann


 “Zwei Männer beweinen den Tod ihres Bruders, der von einer Armeegranate enthauptet wurde. Die Angst vor Bombenangriffen war so gross geworden, dass die Familien keine öffentlichen Beerdigungen mehr veranstalteten.“ Matthias

“Zwei Männer beweinen den Tod ihres Bruders, der von einer Armeegranate enthauptet wurde. Die Angst vor Bombenangriffen war so gross geworden, dass die Familien keine öffentlichen Beerdigungen mehr veranstalteten.“ Matthias

Matthias Bruggmann wurde mit seinem Syrienprojekt Preisträger der zweiten Ausgabe des von Parmigiani Fleurier geförderten Prix Elysée. Er möchte „bei einem westlichen Publikum ein tiefgehendes Verständnis für die unfassbare Gewalt wecken, die jedem Konflikt zugrunde liegt“ und setzt darauf, nichts in seinen expliziten, brutalen Bildern zu schönen. Die vor Ort entstandenen Aufnahmen drängen den Besucher, innezuhalten und sich das Ausmass eines Konflikts vor Augen zu führen, der zwar geografisch weit entfernt, aber durch die Medien doch allgegenwärtig ist.


Matthias Bruggmann est le lauréat de la deuxième édition du Prix Elysée, grâce au soutien de Parmigiani Fleurier, pour son projet sur la Syrie. Souhaitant « susciter, chez un public occidental, une compréhension viscérale de la violence intangible qui sous-tend tout conflit », il fait le pari de ne rien voiler de ses images, explicites et brutales. Réalisées sur le terrain, elles enjoignent le spectateur de ralentir, et de prendre la mesure d’un conflit – certes géographiquement lointain, mais rendu omniprésent dans les médias.


Matthias Bruggmann is the winner of the second edition of the Prix Elysée, with the support of Parmigiani Fleurier, for his project on Syria. Hoping to "bring, to Western viewers, a visceral comprehension of the intangible violence that underlies conflict", he takes the gamble of hiding nothing in his explicit and brutal pictures. Taken in the field, they force the viewer to slow down and take stock of the war — geographically distant, admittedly, but made omnipresent by the media.

(Pressetext: Musée d’Elysée)



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Artist Talk | Ursula Müller & Tina Ruisinger | Künstlerhaus S11 | Solothurn
Okt
14
3:00 nachm.15:00

Artist Talk | Ursula Müller & Tina Ruisinger | Künstlerhaus S11 | Solothurn


Künstlerhaus S11 | 4500 Solothurn
Artist Talk | 14. Oktober 2018 | 15 Uhr
Moderation | Miryam Abebe

Ursula Müller | Tina Ruisinger


 Aus der Serie "Traces" | Tina Ruisinger

Aus der Serie "Traces" | Tina Ruisinger


In der Ausstellung werden zwei Künstlerinnen gegenübergestellt, die ähnliche Herangehensweisen haben und sich fotografisch unterschiedlich ausdrücken. Beide stellen die Wahrnehmung ihrer Umgebung in den Vordergrund.

Von Ursula Müller werden zwei Serien gezeigt, die sich mit dem genauen Betrachten von Oberflächen und Verdecktem auseinandersetzen. Zum einen zeigt sie die Rückseite von mit Flora bestickten Stoffen, deren Strukturen sich kaum von der Vorderseite unterscheiden und stellt dadurch die feinen Verbindungen im Muster in den Vordergrund. Zum anderen stellt sie Früchte und Gemüse in den Mittelpunkt, entfernt diesen die Schale und enthüllt so das Verdeckte und die Verletzlichkeit.

Von Tina Ruisinger werden Bilder aus der Serie "Traces" zu sehen sein. Dafür hat sie Dinge fotografiert, die zurückbleiben, wenn ein Mensch stirbt, die Erinnerungen wachrufen und die Spuren der verlorenen Person tagen. Es sind nicht nur Dinge, die davon erzählen war wir verlieren, sondern auch davon was uns Kraft geben kann weiterzuleben.

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Artist Talk | Szenario - Kyra Tabea Balderer | Kunstmuseum Luzern
Okt
14
11:00 vorm.11:00

Artist Talk | Szenario - Kyra Tabea Balderer | Kunstmuseum Luzern


Kunstmuseum Luzern
14. Oktober 2018
Manor Kunstpreis Zentralschweiz Luzern

Kyra Tabea Balderer im Gespräch mit Eveline Suter (Kuratorin)

Szenario
Kyra Tabea Balderer


balderer-ohne-titel-schluesselbund.jpg

Kyra Tabea Balderer hat für Szenario eine neue Werkserie realisiert sowie einen 16-mm-Film, der den Gegensatz von Bewegung und Stillstand thematisiert. Die Künstlerin nutzt die Medien oft in ungewohnter Weise, so sind ihre Fotografien äusserst malerisch und haptisch, das Bewegungsmedium Film dagegen kommt mit einem Minimum an Aktion aus. Während sich die Kamera nahe um eine Frau dreht, blickt diese scharf in die Welt, bewegt die Hände und den Mund. Wie lange brauchen wir, um zu denken, dass die Frau einen Vogel darstellen könnte? Die Unsicherheit darüber, was wir sehen, ist auch Teil von Balderers fotografischen Arbeiten. Immer wieder fragen wir uns vor ihren Werken: Worum handelt es sich? Was ist das für eine Welt? Wie gross sind die abgebildeten Objekte? 

Aktuell beschäftigt sich Balderer in ihrer Arbeit mit den kulturellen Aspekten der Wahrnehmung. Sie sucht nach archaischen Typen und untersucht, wie viele Formen beziehungsweise Bewegungen es braucht, um ein Objekt oder ein Wesen zu erkennen. Dafür arbeitet sie mit einer Grossformat-Kamera analog auf Film. Das bedächtige Medium setzt Geduld, eine genaue Planung und Erfahrung voraus. Kyra Tabea Balderer wählt Tiefenschärfe und Fokus überaus präzise. Oft ist nur eine Stelle ganz und gar scharf, ein Pinselstrich, der aus dem Dunklen aufleuchtet oder die Schnittkante einer Folie. Im restlichen Bild lösen sich die Ränder der Formen mehr oder weniger in Unschärfe auf. Tiefe entsteht zudem durch den Einsatz von Spiegeln und vor allem durch die exakte Lichtführung, die die Schatten zu wichtigen Akteuren im Bild werden lässt. 

Vor Balderers Linse kommen ausschliesslich selbst konstruierte Objekte aus Karton, Holz, Spiegel oder anderen einfachen Materialien, die sie mehr oder weniger bunt bemalt. Teilweise erinnern diese Gebilde an bekannte Dinge, beispielsweise Möbel, Blätter oder Artefakte, teilweise sind nur noch abstrakte Formen zu erkennen, die zwischen organisch und konstruktiv changieren. Dabei legt Balderer ihre Konstruktionen offen, beispielsweise die stabilisierenden Stege an den Palmblättern aus Karton, oder ein Befestigungsfaden wird selbst zum Bildelement. Die Künstlerin inszeniert kleine Welten mit eigenen Gesetzen, Grössenverhältnissen und Farbstimmungen. 

Inspiration erhält Balderer durch Nebensächlichkeiten im Stadtraum: Ein All-over aus Blättern, ein Gitter oder ein zufällig entstandenes grafisches Muster. Auch Kunstgeschichte-Bücher dienen der Künstlerin als Bilder-Fundus, wobei sie ein spezielles Interesse für Aufnahmen von Skulpturen und Artefakten hat. Kyra Tabea Balderer verbindet in ihrer Arbeit auf raffinierte Art und Weise Plastik, Malerei und Fotografie, im Einzelbild ebenso wie in der installativen Präsentation. Die Künstlerin nutzt kräftige Farben als Hintergründe für ihre Werke und spielt mit der Platzierung der Bilder. In der Ausstellung verweisen zwei pavillonartige Architekturen auf den Titel Szenario wie auf die Struktur eines englischen Gartens. Der Ausstellungsraum verwandelt sich so beinah in eines ihrer Bilder, in das Besucherinnen und Besucher eintauchen können.

(Text: Eveline Suter

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Vernissage | Ursula Müller & Tina Ruisinger | Künstlerhaus S11 | Solothurn
Okt
12
7:00 nachm.19:00

Vernissage | Ursula Müller & Tina Ruisinger | Künstlerhaus S11 | Solothurn


Künstlerhaus S11 | 4500 Solothurn
Vernissage | 12. Oktober 2018 | 19 Uhr
Einführung durch Miryam Abebe

Ursula Müller | Tina Ruisinger


 Aus der Serie "Traces" | Tina Ruisinger

Aus der Serie "Traces" | Tina Ruisinger


In der Ausstellung werden zwei Künstlerinnen gegenübergestellt, die ähnliche Herangehensweisen haben und sich fotografisch unterschiedlich ausdrücken. Beide stellen die Wahrnehmung ihrer Umgebung in den Vordergrund.

Von Ursula Müller werden zwei Serien gezeigt, die sich mit dem genauen Betrachten von Oberflächen und Verdecktem auseinandersetzen. Zum einen zeigt sie die Rückseite von mit Flora bestickten Stoffen, deren Strukturen sich kaum von der Vorderseite unterscheiden und stellt dadurch die feinen Verbindungen im Muster in den Vordergrund. Zum anderen stellt sie Früchte und Gemüse in den Mittelpunkt, entfernt diesen die Schale und enthüllt so das Verdeckte und die Verletzlichkeit.

Von Tina Ruisinger werden Bilder aus der Serie "Traces" zu sehen sein. Dafür hat sie Dinge fotografiert, die zurückbleiben, wenn ein Mensch stirbt, die Erinnerungen wachrufen und die Spuren der verlorenen Person tagen. Es sind nicht nur Dinge, die davon erzählen war wir verlieren, sondern auch davon was uns Kraft geben kann weiterzuleben.

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Vernissage | Szenario - Kyra Tabea Balderer | Kunstmuseum Luzern
Okt
12
6:30 nachm.18:30

Vernissage | Szenario - Kyra Tabea Balderer | Kunstmuseum Luzern


Kunstmuseum Luzern
12. Oktober 2018
Manor Kunstpreis Zentralschweiz Luzern

Szenario
Kyra Tabea Balderer


balderer-ohne-titel-schluesselbund.jpg

Kyra Tabea Balderer hat für Szenario eine neue Werkserie realisiert sowie einen 16-mm-Film, der den Gegensatz von Bewegung und Stillstand thematisiert. Die Künstlerin nutzt die Medien oft in ungewohnter Weise, so sind ihre Fotografien äusserst malerisch und haptisch, das Bewegungsmedium Film dagegen kommt mit einem Minimum an Aktion aus. Während sich die Kamera nahe um eine Frau dreht, blickt diese scharf in die Welt, bewegt die Hände und den Mund. Wie lange brauchen wir, um zu denken, dass die Frau einen Vogel darstellen könnte? Die Unsicherheit darüber, was wir sehen, ist auch Teil von Balderers fotografischen Arbeiten. Immer wieder fragen wir uns vor ihren Werken: Worum handelt es sich? Was ist das für eine Welt? Wie gross sind die abgebildeten Objekte? 

Aktuell beschäftigt sich Balderer in ihrer Arbeit mit den kulturellen Aspekten der Wahrnehmung. Sie sucht nach archaischen Typen und untersucht, wie viele Formen beziehungsweise Bewegungen es braucht, um ein Objekt oder ein Wesen zu erkennen. Dafür arbeitet sie mit einer Grossformat-Kamera analog auf Film. Das bedächtige Medium setzt Geduld, eine genaue Planung und Erfahrung voraus. Kyra Tabea Balderer wählt Tiefenschärfe und Fokus überaus präzise. Oft ist nur eine Stelle ganz und gar scharf, ein Pinselstrich, der aus dem Dunklen aufleuchtet oder die Schnittkante einer Folie. Im restlichen Bild lösen sich die Ränder der Formen mehr oder weniger in Unschärfe auf. Tiefe entsteht zudem durch den Einsatz von Spiegeln und vor allem durch die exakte Lichtführung, die die Schatten zu wichtigen Akteuren im Bild werden lässt. 

Vor Balderers Linse kommen ausschliesslich selbst konstruierte Objekte aus Karton, Holz, Spiegel oder anderen einfachen Materialien, die sie mehr oder weniger bunt bemalt. Teilweise erinnern diese Gebilde an bekannte Dinge, beispielsweise Möbel, Blätter oder Artefakte, teilweise sind nur noch abstrakte Formen zu erkennen, die zwischen organisch und konstruktiv changieren. Dabei legt Balderer ihre Konstruktionen offen, beispielsweise die stabilisierenden Stege an den Palmblättern aus Karton, oder ein Befestigungsfaden wird selbst zum Bildelement. Die Künstlerin inszeniert kleine Welten mit eigenen Gesetzen, Grössenverhältnissen und Farbstimmungen. 

Inspiration erhält Balderer durch Nebensächlichkeiten im Stadtraum: Ein All-over aus Blättern, ein Gitter oder ein zufällig entstandenes grafisches Muster. Auch Kunstgeschichte-Bücher dienen der Künstlerin als Bilder-Fundus, wobei sie ein spezielles Interesse für Aufnahmen von Skulpturen und Artefakten hat. Kyra Tabea Balderer verbindet in ihrer Arbeit auf raffinierte Art und Weise Plastik, Malerei und Fotografie, im Einzelbild ebenso wie in der installativen Präsentation. Die Künstlerin nutzt kräftige Farben als Hintergründe für ihre Werke und spielt mit der Platzierung der Bilder. In der Ausstellung verweisen zwei pavillonartige Architekturen auf den Titel Szenario wie auf die Struktur eines englischen Gartens. Der Ausstellungsraum verwandelt sich so beinah in eines ihrer Bilder, in das Besucherinnen und Besucher eintauchen können.

(Text: Eveline Suter

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Lugano Photo Days | Fotografi contro i crimini sugli animali | Ex Macello
Okt
12
zu 21. Okt.

Lugano Photo Days | Fotografi contro i crimini sugli animali | Ex Macello


Lugano Photo Days | Ex Macello
12. - 21. Oktober 2018

Fotografi contro i crimini sugli animali


 Blindfold Rhino | Neil Aldridge

Blindfold Rhino | Neil Aldridge


L’arte è espressione, e una forte espressione può influire sul cambiamento. La fotografia in particolare ha questo potere. Infatti, senza alcune fotografie di questo progetto, molte storie di crimini contro gli animali non avrebbero ricevuto visibilità. La maggior parte delle persone non dimentica un’immagine veramente potente, indipendentemente se sono colpiti da un momento scioccante di pura realtà o attirati da una composizione tenera e compassionevole.

I fotografi che hanno contribuito con le loro immagini stimolanti per questo progetto hanno diversi stili e abilità. Alcuni si propongono di evidenziare l’ingiustizia attraverso l’arte della dichiarazione, creando immagini indimenticabili attraverso la loro forza – la furia espressa magnificamente. Altri prendono la bellezza membrata e la reincarnano in un accordo inquietante, trasformando le prove in arte. Oppure utilizzano l’iconografia dell’arte classica per dare alle loro composizioni la risonanza umana, facendo eco ad una crocifissione, ad un letto di morte o al bottino di guerra.

I fotogiornalisti tra di loro hanno deciso di mostrare i crimini internazionali sugli animali attraverso una narrazione visiva, proprio come farebbe un giornalista di guerra, con una serie di immagini emotivamente potenti, ognuna accuratamente ripresa e pianificata, ciascuna incapsulando una diversa prospettiva della storia.

Poi ci sono gli appassionati fotografi naturalisti che iniziano coprendo una storia sulla vita dei loro soggetti preferiti e si trovano ad essere testimoni di un’altra storia e le loro fotografie diventano testimonianze di crimini o ingiustizie.

L’intenzione di altri fotografi naturalisti è semplicemente quella di trasmettere l’empatia che hanno per i loro soggetti e a farcene preoccupare allo stesso modo, così che proviamo una profonda rabbia per le cose crudeli che possono essere inflitte su creature senzienti.

Per realizzare immagini di questa qualità, scattando fotografie che sono più che casuali e che rimarranno potenti anche dopo averle guardate più volte, serve conoscenza, abilità e maestria. Questo normalmente succede dopo anni sul campo e acquisendo un’alfabetizzazione visiva. Queste immagini richiedono sia tempo per essere realizzate sia l’occhio di un artista. Sono immagini di spicco di grande valore. Non sorprende che molte abbiano vinto importanti premi.

Tutte le fotografie coinvolgono persone in qualche modo. Magari non mostrano crimini in un senso strettamente legale, ma rivelano la crudeltà e l’ignoranza o le tragedie dell’estinzione degli animali che, a lungo andare, influenzerà anche il nostro stesso benessere. In contrapposizione alle immagini di crudele indifferenza, molti ritraggono i teneri momenti di umanità. Ma tutto è collegato con noi. Colpiscono la nostra compassione e ci spingono a protestare contro l’inazione o al rifiuto politico.

Questa è la forza della fotografia. E creando una galleria con questo progetto, lo scopo dei fotografi è di amplificare la potenza con il grido “Fotografi contro i crimini sugli animali!”


Art is expression – and powerful expression can effect change. Photography in particular has this power. Indeed, without some of the photographs in this project, many wildlife crime stories would not have been given exposure. Most people never forget a truly powerful picture, whether they are transfixed by a shocking moment of raw reality or drawn in by a tender, compassionate composition.

The photographers who have contributed their thought-provoking images for this project have different styles and skills. Some set out to highlight injustice through statement art, creating images that are unforgettable through their power – fury expressed beautifully. Others take dismembered beauty and reincarnate it in a haunting arrangement, turning evidence into art. Or they use the iconography of classical art to give their compositions human resonance, echoing a crucifixion, a deathbed repose or the spoils of war.

The photojournalists among them have set out to cover international wildlife crime through a visual narrative, much as a war journalist would, with a series of emotionally powerful images, each skillfully shot and planned, each encapsulating a different angle of the story.

Then there are the passionate wildlife photographers who begin by covering one story about the life of their subject and find themselves witness to another story and their photographs testimonies to crimes or injustices.

The intention of yet other wildlife photographers is purely to convey the empathy they have with their subjects and move us to care in the same way – so that we feel real motivating anger that anything cruel could be done to such sentient creatures.

To execute images of this quality, to shoot pictures that are more than chance records and that will remain powerful however many times they are looked at, takes knowledge, skill and artistry. And that usually comes from years in the field and the acquisition of visual literacy. These images take both time to achieve and an artist’s eye. They are stand-out pictures of true value. Not surprisingly, many of them have won major awards.

All the pictures involve people in some way. They may not record crimes in a strictly legal sense, but they reveal cruelty and ignorance or wildlife-extinction tragedies that, in the long run, are likely to affect our own wellbeing. As a contrast to the scenes of cruel indifference, many portray the tender moments of human care. But all make a connection with us. They engage our compassion and prompt us to speak out against inaction or political denial. That’s the power of photography. And by creating a gallery in this project, the photographers’ aim is to magnify that power through the cry “Photographers Against Wildlife Crime!”

(Text: Roz Kidman Cox)

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Lugano Photo Days | The forgotten war of Nagorno-Karabakh - Mattia Vacca | Ex Macello
Okt
12
zu 21. Okt.

Lugano Photo Days | The forgotten war of Nagorno-Karabakh - Mattia Vacca | Ex Macello


Lugano Photo Days | Ex Macello
12. - 21. Oktober 2018

The forgotten war of Nagorno-Karabakh
Mattia Vacca


 The forgotten war of Nagorno-Karabakh | Mattia Vacca

The forgotten war of Nagorno-Karabakh | Mattia Vacca


“All men and women of Nagorno-Karabakh Republic are part of the army, but we can not say how many soldiers are now operative over the frontline” explains an official from the Ministry of Foreign Affairs in Stepanakert. 

Soldiers are engaged in defending their positions over the frontline, although in May 1994 an official ceasefire was also signed by Armenia. The ceasefire is regularly broken with casualties on both sides.

The conflict started in 1988 and escalated into full-scale war when the Soviet Union collapsed in 1991. Armenians went to war with Azerbaijan, with backing from Armenia. The conflict left 65,000 ethnic Armenians and 40,000 ethnic Azeris displaced.

Clashes between the Azerbaijani and ethnic Armenian forces over the breakaway enclave of Nagorno-Karabakh last year were the worst violence the region has seen since the ethnic war over the territory ended in 1994. Azerbaijan boasted of “destroying” 170 opposing troops, while sources from the Armenian Karabakhi forces estimated they had killed 300 Azeri soldiers. 

In the village of Talish, Azeri forces entered the houses killing four old-men and they brutally cut off their ears. Traces of those raids are still visible walking through bombed-out houses, shops and a destroyed school. Locals were transferred to near villages, where they found relatives. 

The border territory is now full of military camps and bases. In the capital Stepanakert a military academy substituted the traditional high-school.

Between the ages of 13-18 the young Artsakh citizens are forced to become soldiers, they wear uniforms and train in a military academy. Their everyday life is stuck in a military limbo, caused by a war that’s seen as normal and necessary.

Disassembling and reassembling a Kalashnikov rifle is a skill that is taught in schools from age 13. On the front line, young soldiers take care of their enemy’s actions. In the military academy, they learn maths, history and English, after physical exercises and marches.

Young men in Karabakh are required to serve two years of military service.

Conscripts serving at the frontline post, a bleak collection of trenches, observation hut, one-room office and one-room living quarters, asserted that they came from Nagorno-Karabakh, adding that they were there “to serve the homeland.”

In 2015 in Nagorno-Karabakh, women were accepted and joined the military high school in Stepanakert for the first time.

From schools to sports fields, from military academies to art institutions, the youth of Karabakh dream of a different future, aware that their generation will build the foundation for international recognition.

The younger generation, having grown up amid relative stability awoke to the fear of losing loved ones, homes and lifestyle. The clashes strengthened solidarity within Nagorno-Karabakh society and reinforced calls to end the conflict by any means necessary, including war and advancing deeper into Azerbaijan’s territory.

More than 60 per cent of Nagorno-Karabakh respondents expressed “disillusionment with the future of the country”, and more than 70 per cent voiced readiness to emigrate.

During the escalation, the de facto authorities called up the vast majority of Nagorno-Karabakh’s male population, most of whom remained in the trenches for at least the next two months.

Nagorno-Karabagh lived for twenty five years in an in-between, neither in war nor in peace, between independence and nonrecognition. That forgotten war seems to be still not finished today.

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Lugano Photo Days | Il popolo alato - Marco Fabbri | Ex Macello
Okt
12
zu 21. Okt.

Lugano Photo Days | Il popolo alato - Marco Fabbri | Ex Macello


Lugano Photo Days | Ex Macello
12. - 21. Oktober 2018

Il popolo alato
Marco Fabbri


 Il popolo alato | Marco Fabbri

Il popolo alato | Marco Fabbri


Lo studio la ricerca e l'osservazione mi hanno insegnato a guardare con occhi differenti ciò che ci circonda, a volte i ritmi frenetici imposti dalla società ci fanno dimenticare da dove veniamo, per me fotografare è fermare attimi per poterli apprezzare il tempo che desideriamo.

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Lugano Photo Days | There is the sun outside - Francesco Cilli | Ex Macello
Okt
12
zu 21. Okt.

Lugano Photo Days | There is the sun outside - Francesco Cilli | Ex Macello


Lugano Photo Days | Ex Macello
12. - 21. Oktober 2018

There is the sun outside
Francesco Cilli


 There is the sun outside | Francesco Cilli

There is the sun outside | Francesco Cilli


Missy, 27 years old and Claire, 24 years old (invented names), are two friends who have been fighting for years against Bulimia, a food disorder that affects about 3 million of Italians, 95% of whom are women. This is a worrying phenomenon, considering that the number of people affected by this disease is increasing. There are 12 new cases per 100 people every year. 
For a few years they have been following the same psycho-therapeutic group in a center for eating disorders, trying to heal together, but because of the disease they have wandered away and approached again several times, because each of them considers the other perfect and able to control her body. 
They explain that their disturbance is not only a matter of food dependence but also of the emotions they are unable to handle, trying to control them through very rigid mental patterns to be perfect. 
It's just a stronger emotion or to ingest calories that makes them feel inadequate or wrong to cause their mental pattern to break and start the “binging” that leads them to ingest huge quantity of food and then to vomit everything . 
<< I spent the day lounging and lying. I can not stop, I'm hungry, yet my mind continues to suggest what I could eat There is sun outside, but it’s a very dark day for me "> >

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Vernissage und Book Launch | Equivalences - Douglas Mandry | Bildhalle | Zürich
Okt
4
6:00 nachm.18:00

Vernissage und Book Launch | Equivalences - Douglas Mandry | Bildhalle | Zürich


Bildhalle | Zürich
Vernissage und Book Launch | 4. Oktober 2018
Einführung durch Nadine Olonetzky

Equivalences
Douglas Mandry

 Unseen Sights, Cloud I, 2017 | Douglas Mandry

Unseen Sights, Cloud I, 2017 | Douglas Mandry


Verführerisch schön in Farbigkeit, Formenvielfalt und Materialisierung, gleichzeitig konzeptuell durchdacht, was Themenwahl und fotografische Entstehungsprozesse betrifft: Der Fotokünstler Douglas Mandry (*1989 in Genf) geht von Phänomenen der realen Welt aus und experimentiert mit den verschiedensten fotografischen Verfahren. Zwischen analogen historischen und digitalen zeitgenössischen Techniken hin- und herpendelnd, erschafft der seit 2013 in Zürich lebende Künstler ganz eigenständige Bildwelten. Naturbeobachtung und die Thematisierung aktueller Zeitprobleme finden in seinem Werk mit der Reflexion des Mediums Fotografie zusammen, die Dokumentation mit der Abstraktion, das Denken mit der Sinnlichkeit. In Douglas Mandrys Arbeiten halten sich konzeptuelle Strenge und die experimentelle Freiheit die Waage, und durch die Verselbständigung fotografischer Prozesse wird das Glück des Zufalls möglich: Unvorhergesehenes trifft sich mit Absicht und Idee. Auf diese Weise bekommen komplexe Themen poetische Anziehungskraft. Jedes Werk behält dabei ein produktives Rätsel, das uns anregt, unsere Sicht auf die Wirklichkeit der Welt und auf die Wirklichkeit der Bilder zu befragen. 

(Text: Nadine Olonetzky)

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Artist Talk | unresolved - Meinrad Schade | mille et deux feuilles | Zürich
Okt
1
7:00 nachm.19:00

Artist Talk | unresolved - Meinrad Schade | mille et deux feuilles | Zürich


mille et deux feuilles | Zürich
1. Oktober 2018 | 19 Uhr

unresolved
Meinrad Schade


Artist Talk.jpg

Der Fotograf Meinrad Schade kommt zu einem Gespräch in die Buchhandlung mille et deux feuilles. Unter dem Titel “Unresolved” fotografierte Meinrad Schade in Israel und Palästina. Es ist die Fortsetzung seines Langzeitprojekts Krieg ohne Krieg, das seit 2003 mosaikartig Landschaften und Menschen im Klammergriff von Konflikten dokumentiert. Schades neuer Fotoessay untersucht, wie sich der Konflikt auch symbolhaft im Alltag zeigt. Im Gespräch mit Meinrad Schade erfahren Sie mehr über die Hintergründe seiner Arbeit. Das Gespräch dauert ca. eine Stunde. Anschliessend lädt mille et deux feuilles zum informellen Gespräch bei einem Apéro.

Anmeldung unter info@milleetdeuxfeuilles.ch oder 044 291 11 33

Eintritt frei

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Vernissage | Apparent Magnitude - Johan Österholm | Dorothée Nilsson Gallery | Berlin
Sep
26
6:00 nachm.18:00

Vernissage | Apparent Magnitude - Johan Österholm | Dorothée Nilsson Gallery | Berlin


Dorothée Nilsson Gallery | Berlin
26. September 2018

Apparent Magnitude
Johan Österholm


 Not yet Titled | Johan Österholm

Not yet Titled | Johan Österholm


Johan Österholms Arbeit präsentiert sich erstmalig mit einer Einzelausstellung in Deutschland. Sie führt frühere und neue Werke zusammen, die aus verschiedenen Perspektiven die Thematik der Lichtverschmutzung in den Blick nehmen. Seit vielen Jahren arbeitet der Fotograf Österholm über das zentrale und doch am wenigsten greifbare Element seines Mediums: das Licht. Sein Werk vereint astronomische Naturbeobachtungen und Archivrecherchen, experimentelle fotografische Prozesse und durchaus auch politische Pointen.

Die Ausstellung umfasst experimentelle Arbeiten, die im Studio entstanden sind, fotografische Landschaften und skulpturale Objekte. Österholm interessiert sich in ihnen nicht nur für das Licht als Naturelement, sondern erinnert ebenso an die politischen Kämpfe um Straßenbeleuchtung und Kontrolle in der Stadt.
 
Zeitgleich werden in der Ausstellung Back to the Future im C/O Berlin auch frühere Projekte des Künstlers zu sehen sein, sodass das breite Spektrum seiner Arbeit an den dunklen Seiten des Lichts sichtbar wird.

Johan Österholm (*1983 in Borås/Schweden) lebt und arbeitet in Stockholm. 2016 schloss er mit MFA die Malmö Art Academy ab. Seine Arbeiten, entstanden in so unterschiedlichen Medien wie Fotografie, Video, Skulptur und Installation, waren und sind vielfach in Solo- und Gruppenausstellungen präsent, so etwa im C/O Berlin, dem Museum für Kunst und Gewerbe Hamburg, dem Copenhagen Photo Festival oder dem FOAM Amsterdam.

Apparent Magnitude is the first solo exhibition of works by Swedish artist Johan Österholm at the Dorothée Nilsson Gallery. As part of the European Month of Photography, it brings together earlier and new works that look at the topic of light pollution from different perspectives.

For many years the photographer Österholm has been working on the central yet least tangible element of his medium: light. His work combines astronomical observation and archival research, experimental photographic processes and sometimes political punchlines.

The three-part series Some Moonwalks (2017), for example, was created on the Isle of Sark in the English Channel. The island is considered a region with a natural, extremely dark night. On his nocturnal walks across the island, where the human eye can hardly see anything, Österholm’s camera was able to visualize the pale landscapes drawn by the clear moonlight on the island.

In recent works such as Concealer (2018), the perspective is reversed. It is not the essence of pure moonlight, but the dim light of urban street lamps that becomes the subject and artistic material.

The artist used it to examine old astronomical negatives from observatories, creating fascinatingly complex, black and white composite images. In Antique Skies and Untitled Lantern Pieces (both 2018) Österholm used a primitive method of early photography. For hours he exposed an astronomical yearbook and the glass pane of a street lamp with the negatives of those constellations that the light smog of the 20th century made invisible.

In Apparent Magnitude, however, Österholm also addresses the historical-political implications of his work on light more openly than before. Lantern Smashers (2018) interprets the streetlight as a political symbol of control. In the 19th century, newly erected lanterns were sometimes demonstratively destroyed. Österholm’s pictures, with tongue-in- cheek humour, interpret today’s vandalism or decay as a memory of those struggles for darkness in the city.

The works in Apparent Magnitude thus also reveal new aspects in Österholm’s work. In connection with earlier projects, which will be on show at the same time in the exhibition Back to the Future at the C/O Berlin as part of the European Month of Photography, the broad spectrum of his work on the dark shades of light becomes evident.

Johan Österholm (*1983 in Borås/Sweden) lives and works in Stockholm. In 2016 he completed the Malmö Art Academy with MFA. His works, created in such diverse media as photography, video, sculpture and installation, have been and are frequently present in solo and group exhibitions, for example at the C/O Berlin, the Museum für Kunst und Gewerbe Hamburg, the Copenhagen Photo Festival or the FOAM Amsterdam.

(Text: Dorothée Nilsson Gallery)

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Vernissage | Blende f / 5.6 - Glückliche Momente - Bogdan Dziworski | Galerie Hilaneh von Kories | Berlin
Sep
21
7:00 nachm.19:00

Vernissage | Blende f / 5.6 - Glückliche Momente - Bogdan Dziworski | Galerie Hilaneh von Kories | Berlin


Galerie Hilaneh von Kories | Berlin
21. September 2018

Blende f / 5.6 - Glückliche Momente
Bogdan Dziworski


 Lódz, 1985

Lódz, 1985

Die Berliner Galerie Hilaneh von Kories das fotografische Werk des polnischen Filmemachers und Fotografen Bogdan Dziworski (*1941). Er zählt zu den wichtigsten Vertretern des Avantgarde- und Experimentalfilms im polnischen Kino. Gleichwohl er in seinem Heimatland zu den renommiertesten Bildgestaltern gehört, ist sein Werk in Deutschland noch weitgehend unbekannt. Insbesondere seine fotografischen Aufnahmen sind eine Entdeckung. Seit den Sechzigerjahren hat Bogdan Dziworski ein einzigartiges Werk geschaffen, das ihm schon oft den vergleichenden Ehrentitel einbrachte, er sei "der Cartier-Bresson Polens". Seine Aufnahmen entstanden ohne Auftrag und werden in dieser Ausstellungsauswahl zum Teil erstmals ausgestellt. Seine kontrastreichen analogen schwarzweissen Bilder geben Einblick in den Lebensalltag in polnischen Städten aus der zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts. Bogdan Dziworski: "Meine Fotografien aus dieser Zeit sind nie inszeniert. Sie sind "erlaufen". Tag für Tag waren es manchmal acht Stunden, in denen ich fotografierte. Du musst auf diesen einen bestimmten Moment warten, in dem die Realität die Bühne selbst bestimmt. Du musst Glück haben. Und ich hatte es."

(Text: Galerie Hilaneh von Kories)

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Ausstellung | Sophie - Night and Day - F &amp; D Cartier | Galerie Monika Wertheimer | Oberwil
Sep
16
zu 13. Okt.

Ausstellung | Sophie - Night and Day - F & D Cartier | Galerie Monika Wertheimer | Oberwil

  • Galerie Monika Wertheimer (Karte)
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Galerie Monika Wertheimer | Oberwil
16. September - 13. Oktober 2018

Sophie - Night and Day
F & D Cartier


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Still sind die drei Foto-Arbeiten aus der Serie Night und Day, 2015, des Künstlerduos F & D Cartier (Françoise Cartier, *1952 in Tavannes, Daniel Cartier, *1950 in Biel, leben beide in Biel). Es handelt sich um Fotografien ohne Kamera, um lichtsensibles Fotopapier, das dem Licht ausgesetzt wird. Die beiden Künstler interessieren sich für physikalische Prozesse, die verschiedene Papiere durch den Lichteinfall durchschreiten und dafür, wie sich dadurch die Oberflächen verändern. Dieses lnteresse hat eine poetische wie auch fetischisierende Dimension. Poetisch, weil der Zufall als Mittel und die relative Ergebnisoffenheit, der Verfall und das Vergehen als Themen eine Rolle spielen. Fetischisierend, nicht nur mit Blick auf das Verschwinden des Analo gismus, aber auch weil Papiere aus der ganzen Welt gesammelt werden und ihnen einen Bedeutung verliehen wird, was sich in Werktiteln wie diesem widerspiegelt: Lumière et Jougla, Lumière F mat lisse "Porcelain"

(Text: Galerie Monika Wertheimer)

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Artist Talk | A Quintology of Diaries - Ferit Kuyas | Galerie 94
Sep
15
3:00 nachm.15:00

Artist Talk | A Quintology of Diaries - Ferit Kuyas | Galerie 94


Galerie 94 | Baden
15. September 2018

A Quintology of Diaries

Artist Talk mit Ferit Kuyas
Moderation: Miryam Abebe


 15 Feathers | Bild: Ferit Kuyas

15 Feathers | Bild: Ferit Kuyas

"A Quintology of Diaries" begann 2010, als ich eingeladen wurde, eine Arbeit zu zeigen, die ich nie zuvor ausgestellt hatte. Die Einladung kam von Romano Zerbini für die Eröffnungsaustellung seiner neuen Galerie Photogarage. Ich entschloss mich, mit meinen Polaroids zu arbeiten, die ich Mitte der neunziger Jahre gemacht hatte, als ich an einem visuellen Austauschprogramm mit vier Künstlerfreunden beteiligt war. Während einigen Jahren schickten wir jeden Monat Polaroidbilder an alle Beteiligten und erhielten zurück. Das war eine gute Gelegenheit, um meine Umwelt zu erkunden, und als visueller Künstler zu reifen. Schliesslich einigten wir uns auf den Titel Visual Diary. Da mich von nun an ständig das Wort "Tagebuch" einfiel, führte dies zu vier weiteren Teilen.

Das Gehirn funktioniert nicht wie ein Computer, in dem Erinnerungen als Binärcode aufgezeichnet werden und jederzeit nach Belieben abgerufen werden können. Selbst dann können Daten im Laufe der Zeit beschädigt werden und möglicherweise nicht mehr lesbar sein. Unser Gedächtnis scheint die Ränder und Ecken unserer Vergangenheit zu glätten. Übrig bleibt eine Erinnerung, die wahrscheinlich nicht kongruent mit dem ist, was vor langer Zeit wirklich passiert ist. Wir neigen zu Vereinfachung und Idealisierung.

Vor einiger Zeit habe ich begonnen, mit einer Digitalkamera Momente meines Lebens festzuhalten. Das Aufnehmen dieser Art von Fotos hilft mir, mein Gedächtnis zu vertiefen. Wenn ich mir ein vor langer Zeit gemachtes Bild anschaue, erwachen all die Gefühle, die Stimmung, in der ich mich befand, der Geschmack der Dinge und die Geräusche, die mich umgeben haben, wieder zum Leben. Andererseits frage ich mich: Ist das wirklich wahr? Welche Art von Erinnerungen wird das gleiche Bild in einer Woche hervorrufen? In einem Monat? In einem Jahr? In zehn Jahren? Und schliesslich wird die Erinnerung verschwinden, sobald ihr Träger fort ist.

Dinge, die ich nicht brauche, aufzuräumen und loszuwerden gehören nicht zu meinen Stärken. Im Laufe der Jahre hat sich eine grosse Anzahl von Objekten angesammelt. Manche von ihnen nutzlos, aber zu schön, manche von der Zeit überholt, aber zu wertvoll, um weggeworfen zu werden. Wenn ich sie anschaue, scheint sich ein Fenster in meiner Seele zu öffnen. Das ist oft eine interessante Erfahrung, manchmal ironisch, schmerzhaft oder überraschend. Alte Erinnerungen kommen auf und werden neu bewertet. Die meisten Objekte werden nach dem Fotografieren zerstört oder abgegeben. Sie loszuwerden ist ein Reinigungsprozess, da ich immer weniger Dinge um mich herum haben will – nur das, was wirklich notwendig ist.

Ferit Kuyas

Ferit Kuyas (*1955) studierte Architektur und Jurisprudenz in Zürich. 1982 promovierte er an der Universität Zürich mit dem Lizentiat. Er lebt und arbeitet in Ziegelbrücke, Schweiz. Ferit Kuyas’ Arbeiten werden in Galerien, Museen und Festivals in Europa, Amerika und Asien gezeigt, darunter Shanghai Art Museum, Fotomueum Winterthur, Zacheta Nationale Galerie für Kunst, Warschau, Museum für moderne Kunst Carlos Merida, Guatemala Stadt, Photofusion Gallery, London, Elipsis Gallery, Istanbul, Transphotographiques, Lille, Frankreich, H2 Zentrum für Gegenwartskunst im Glaspalast, Augsburg, und Fotofestiwal Lodz, Polen. 1999 erhielt er den Kodak-Fotobuchpreis für Industrielle Innenwelten, 2002 wurde er mit dem Hasselblad Masters Award ausgezeichnet, 2010 erhielt er den GuatePhoto Award. Seine Arbeiten sind in öffentlichen und privaten Sammlungen vertreten, darunter Museum of Fine Arts, Houston, Musée de la Photographie, Belgien, Charleroi, Portland Art Museum, Portland OR, Sammlung Hoffmann-La Roche, Basel, Städtische Sammlung Augsburg, Kanton Bern und Stadt Biel/Bienne.

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Ausstellung | Roads Not Taken - Andreas Trogisch | Soiz Galerie | Passau
Sep
15
zu 19. Okt.

Ausstellung | Roads Not Taken - Andreas Trogisch | Soiz Galerie | Passau


Soiz Galerie | Passau
15. September - 19. Oktober 2018

Roads Not Taken
Andreas Trogisch


Andreas Trogisch.jpg

Andreas Trogisch liebt das Medium Fotografie, das es "Menschen mit schwachen zeichnerischen Fähigkeiten, aber einem starken Gestaltungswillen doch noch ermöglicht, Bilder zu produzieren". Ebenso provokativ bezeichnet er sich als "Dilettanten", ausgehend von der Wurzel des Wortes in "delectare", zu Deutsch "sich erfreuen": Trogisch kann gute Bilder immer und immer wieder ansehen, wenn sie ihm ein bestimmtes ästhetisches Vergnügen zu bieten haben, sei es in ihrer Materialität, ihrer Komposition oder ihren Tonwertklängen.

Trotz dieser ironischen Selbstbeschreibung haben wir hier einen Fotografen, der seit über 35 Jahren konstant mit gleich hohem Anspruch an seinem Werk arbeitet. Was Andreas Trogisch in der Fotografie am meisten interessiert, ist die Möglichkeit der Transzendenz, des Verwandelns des Einen in ein völlig Anderes, was die Möglichkeit bietet, auf einer Skala von Schwarz nach Weiß Dramen zu erzählen, ohne ein notwendigerweise ein Ereignis zu haben. Diese "Nicht-Ereignisse" sind die Hauptakteure in dem Zyklus "Replies", der in den frühen 80er Jahren beginnt und, obwohl in Buchform 2014 veröffentlicht, immer noch nicht abgeschlossen ist.

In allen hier gezeigten Bildern von Andreas Trogisch geht es nicht um Abstraktion im Sinne von Reduktion und Vereinfachung, sondern im Gegenteil das Erweitern der Realität um die phantastische Dimension des Bildes. Besonders deutlich wird das in den Bildern aus der Serie "Asphalt", die sich mit vordergründig belanglosen Mikro-Szenen zu unseren Füßen beschäftigen. Im Bild erlangen sie eigenes Leben und Schönheit. In beinahe monumentale Grösse skaliert werden die Asphalt-Motive in Trogischs aktueller Serie "Runway", für die grossflächige Rollbahn- und Strassenmarkierungen in hunderten Einzelaufnahmen "gescannt" und zu faszinierend detailreichen wandteppichartigen Bildern zusammengesetzt werden wie der weisse Kreis, ein drei Meter messender Roundabout-Ersatz auf einer maltesischen Straßenkreuzung, der jetzt hier als rätselhafter Planet aus dem All schimmert.

(Text: Soiz Galerie)

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Vernissage | Roads Not Taken - Andreas Trogisch | Soiz Galerie | Passau
Sep
14
7:00 nachm.19:00

Vernissage | Roads Not Taken - Andreas Trogisch | Soiz Galerie | Passau


Soiz Galerie | Passau
Vernissage mit Artist Talk | 14. September 2018

Roads Not Taken
Andreas Trogisch


Andreas Trogisch.jpg

Andreas Trogisch liebt das Medium Fotografie, das es "Menschen mit schwachen zeichnerischen Fähigkeiten, aber einem starken Gestaltungswillen doch noch ermöglicht, Bilder zu produzieren". Ebenso provokativ bezeichnet er sich als "Dilettanten", ausgehend von der Wurzel des Wortes in "delectare", zu Deutsch "sich erfreuen": Trogisch kann gute Bilder immer und immer wieder ansehen, wenn sie ihm ein bestimmtes ästhetisches Vergnügen zu bieten haben, sei es in ihrer Materialität, ihrer Komposition oder ihren Tonwertklängen.

Trotz dieser ironischen Selbstbeschreibung haben wir hier einen Fotografen, der seit über 35 Jahren konstant mit gleich hohem Anspruch an seinem Werk arbeitet. Was Andreas Trogisch in der Fotografie am meisten interessiert, ist die Möglichkeit der Transzendenz, des Verwandelns des Einen in ein völlig Anderes, was die Möglichkeit bietet, auf einer Skala von Schwarz nach Weiß Dramen zu erzählen, ohne ein notwendigerweise ein Ereignis zu haben. Diese "Nicht-Ereignisse" sind die Hauptakteure in dem Zyklus "Replies", der in den frühen 80er Jahren beginnt und, obwohl in Buchform 2014 veröffentlicht, immer noch nicht abgeschlossen ist.

In allen hier gezeigten Bildern von Andreas Trogisch geht es nicht um Abstraktion im Sinne von Reduktion und Vereinfachung, sondern im Gegenteil das Erweitern der Realität um die phantastische Dimension des Bildes. Besonders deutlich wird das in den Bildern aus der Serie "Asphalt", die sich mit vordergründig belanglosen Mikro-Szenen zu unseren Füßen beschäftigen. Im Bild erlangen sie eigenes Leben und Schönheit. In beinahe monumentale Grösse skaliert werden die Asphalt-Motive in Trogischs aktueller Serie "Runway", für die grossflächige Rollbahn- und Strassenmarkierungen in hunderten Einzelaufnahmen "gescannt" und zu faszinierend detailreichen wandteppichartigen Bildern zusammengesetzt werden wie der weisse Kreis, ein drei Meter messender Roundabout-Ersatz auf einer maltesischen Straßenkreuzung, der jetzt hier als rätselhafter Planet aus dem All schimmert.

(Text: Soiz Galerie)

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Vernissage | AM - Andreas Herzau | F3 Freiraum für Fotografie
Sep
14
7:00 nachm.19:00

Vernissage | AM - Andreas Herzau | F3 Freiraum für Fotografie


F3 Freiraum für Fotografie | Berlin
14. September 2018

Einführung durch Katharina Mouratidi im Gespräch mit Andreas Herzau

AM
Andreas Herzau


 Aus der Serie "AM" | Andreas Herzau

Aus der Serie "AM" | Andreas Herzau


Die neue Werkserie "AM" von Andreas Herzau setzt sich am Beispiel Angela Merkel mit dem Verhältnis von Politik und Öffentlichkeit sowie der Repräsentation weiblicher Macht auseinander. Für seine fotografische Untersuchung begleitete Andreas Herzau die CDU Vorsitzende und Bundeskanzlerin Dr. Angela Merkel über Jahre hinweg bei öffentlichen Auftritten. "AM" zeigt das Theater, die Absurditäten und die Realitäten des politischen Betriebs, die Einsamkeit, den Kampf, die Macht und die Verletzungen, die Politik als Beruf mit sich bringen. Für seine Arbeit macht sich Herzau das kollektive Bilderwissen über eine der meistfotografierten Personen auf der politischen Bühne zu Nutze: mit ausschnitthaften und teilweise rätselhaft verschlüsselten Bildern dekonstruiert er Rituale der öffentlichen Selbstinszenierung und bringt dadurch unerwartete Details zum Sprechen. Dem inflationären Mass an Bildern von Angela Merkel setzt Andreas Herzau mit seinen schwarz-weiss Aufnahmen den Versuch entgegen einer der einflussreichsten Persönlichkeiten unserer Gegenwart visuell gerecht zu werden.

Andreas Herzau, geboren 1962 in Mainz, ist ein renommierter deutscher Fotograf und Fotokünstler. Er gehört zu den engagierten Autorenfotografen, die die Grenzen der klassischen Fotografie in eigenständiger und oft überraschender Weise erweitert haben. Sein Schwerpunkt ist die Auseinandersetzung mit bekannten Bild-Stereotypen, die er durch intensive eigene Bild-Dekonstruktionen hinterfragt. Seine Arbeiten waren weltweit in Ausstellungen zu sehen, darunter: Deutsches Historisches Museum, Museum der Arbeit Hamburg und Fotofestival Noorderlicht (Niederlande). Zu seinen zahlreichen Buchveröffentlichungen zählen: Helvetica (Nimbus. Kunst und Kultur, 2017), Moscow (Edition Braus, 2012) und Deutsch Land (Edition Braus, 2006). Herzaus Fotografien erhielten zahlreiche Preise und Stipendien, u.a. mehrfach das VG-Bildkunst Stipendium und den Rückblende-Award.

(Text: F3 Freiraum für Fotografie)


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Ausstellung | Paradies | BelleVue - Ort für Fotografie | Basel
Sep
9
zu 30. Sep.

Ausstellung | Paradies | BelleVue - Ort für Fotografie | Basel

  • BelleVue - Ort für Fotografie (Karte)
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BelleVue - Ort für Fotografie | Basel
9. September - 30. September 2018

Paradies

Kaspar Arn | Miki Buckland | Peter Eckard | Thomas Fink | Nadja Häfliger & Basil Huwyler | Eveline Laing | Willi Matter | Susanna Müller | Simone Plüss | Lucinda Renner | Stefan Ryser | Richard Spillmann | Franziska Steiner | Ilse Wegschaider | Franziska Willimann | Kylie Wirth | Henriette Zaugg | Janine Ziltener


 Verwunschen | Henriette Zaugg

Verwunschen | Henriette Zaugg

Paradies steht für die Sehnsucht nach einer besseren Welt. Zum einen verweist der Begriff auf das Jenseitige, das dem Menschen nach den Mühen des Lebens einen Zustand der Sorglosigkeit, Erfüllung und Ruhe verspricht. Im irdischen Paradies wiederum wird eine von einer urtümlichen, wilden Natur geprägte Gegenwelt entworfen, in der die durch Technik und Rationalität hervorgerufene Entfremdung überwunden wird. Anknüpfend an diese Zuschreibungen kann also Paradies als Metapher für idealisierte Orte und Zustände, seien diese gedacht oder erinnert, gelesen werden. Ebenso aber ist in unserer materialistisch geprägten Zeit Paradies zu einem inflationär gebrauchten Etikett für die Verheissungen der Konsumwelt geworden.

Die genannten Bildautorinnen und –autoren haben sich auf sehr unterschiedliche und vielfältige Weise dem Thema angenommen. Sie zeigen das "Paradies" als Ort des (erinnerten) Glücks und des Rückzugs; oder sie spüren in der Abstraktion einer idealistischen Begriffsdeutung nach. Sie zeigen aber auch, oder vor allem, dass die Suche nach dem Paradies oft eine sinnlose ist und entlarven so das vermeintlich Ideale und Schöne als beklemmend und ausweglos.

Das "Atelier" ist ein bewährtes, jährlich neu gestaltetes Kernformat des BelleVue und bietet Interessierten die Möglichkeit, eine eigene Fotoarbeit zu entwickeln und mit professionellen Fotografinnen/Fotografen und Fotokünstlerinnen/Fotokünstler in Bezug auf gestalterische wie auch inhaltliche Fragestellungen zu diskutieren. Als didaktisches Angebot ist das Atelier eng mit dem übrigen Jahresprogramm von BelleVue (Ausstellungen und Veranstaltungen) verknüpft und inhaltlich darauf abgestimmt. Mit seiner Jahrespräsentation im Raum BelleVue stellt das Atelier ein visualisiertes Meinungsforum zum jeweiligen Jahresprogramm dar.

(Text: BelleVue)

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Ausstellung | 22. vfg Nachwuchsförderpreis | Photobastei
Sep
7
zu 7. Okt.

Ausstellung | 22. vfg Nachwuchsförderpreis | Photobastei


Photobastei | Zürich
7. September - 7. Oktober 2018

Finalistinnen und Finalisten des 22. vfg Nachwuchsförderpreises

Alexandra Baumgartner | Karla Hiraldo Voleau | Christian Indergand | Ernst Kehrli | Jonathan Liechti | Lisa Lurati | Fabienne Spiller | Aissa Tripodi | Fred Walter Uhlig | Simon von Gunten


Preisverleihung 22 nwfp.JPG
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Vernissage und Preisverleihung | 22. vfg Nachwuchsförderpreis | Photobastei
Sep
6
6:00 nachm.18:00

Vernissage und Preisverleihung | 22. vfg Nachwuchsförderpreis | Photobastei


Photobastei | Zürich
6. September 2018

Preisverleihung 22. vfg Nachwuchsförderpreis

Finalistinnen und Finalisten
Alexandra Baumgartner | Karla Hiraldo Voleau | Christian Indergand | Aschi Ke (aka Ernst Kehrli) | Jonathan Liechti | Lisa Lurati | Fabienne Spiller | Aissa Tripodi | Fred Walter Uhlig | Simon von Gunten


Preisverleihung 22 nwfp.JPG
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Vernissage | Zürich - schwarz auf weiss | Photobastei
Sep
6
6:00 nachm.18:00

Vernissage | Zürich - schwarz auf weiss | Photobastei


Photobastei | Zürich
6. September 2018

Zürich - schwarz auf weiss

Historische Fotografien aus den Beständen des Baugeschichtlichen Archivs der Stadt Zürich

Eröffnung durch André Odermatt (Stadtrat) und Katrin Gügler (Direktorin Amt für Städtebau)
 


 Blick auf das Utoquai, den Bellevueplatz und die Quaibrücke (Fotografie Baugeschichtliches Archiv 1896)

Blick auf das Utoquai, den Bellevueplatz und die Quaibrücke (Fotografie Baugeschichtliches Archiv 1896)

Die Ausstellung "Zürich – Schwarz auf Weiss" zeigt eine Auswahl historischer Fotografien aus den Beständen des baugeschichtlichen Archivs der Stadt Zürich. Die Aufnahmen datieren aus den Jahren 1890 bis 1920. Sie zeigen Stadtansichten und Bauwerke, pittoreske Landschaften sowie Bilder des dörflichen und städtischen Lebens.

Die Ausstellung ist als fotografischer Spaziergang durch die Stadt konzipiert. Der Weg führt durch alle 22 Stadtquartiere. Unterwegs begegnen uns dörfliche Szenen, Baustellen an der Sihl, eine Golfpartie im Dolder, Einblicke in eine gute Stube, neue städtebauliche Grossprojekte wie die Quaianlagen. Manche Aufnahme lässt sich noch heute verorten, andere sind Geschichte und somit Zeugnis von den Veränderungen, die Zürich in den letzten hundert Jahren erfahren hat.

Die Auswahl der Fotografien in der Ausstellung spiegelt die Vielfalt der Sammlung im Baugeschichtlichen Archiv. Dies betrifft die Art der Aufnahmen, die Sujets wie auch die Herkunft der Bilder: Zu sehen gibt es Architekturaufnahmen, Postkartenansichten, Bilder von Interieurs, Wohn- und Arbeitssituationen und Portraits. Entstanden sind die Fotografien als Auftragsarbeiten für städtische Institutionen, für private Unternehmen, für Einzelpersonen und Familien oder zu Dokumentationszwecken.

Ganz häufig sind die Bilder belebt, fast immer präsentieren sich Leute vor einem Haus oder ein neugieriges Gesicht in einem Fenster. Denn ein Fotograf, der zwischen 1890 und 1920 unterwegs war, hat immer Aufmerksamkeit erregt. Kein Wunder, das Arbeiten abseits des Ateliers mit den gross dimensionierten Fachkameras auf Stativen, bestückt mit Glasplatten und die langen Belichtungszeiten machten das Fotografieren zu einem Spektakel.

(Text: Photobastei)

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Ausstellung | Jean-Marc Yersin | Ferrari Art Gallery
Sep
2
zu 30. Sep.

Ausstellung | Jean-Marc Yersin | Ferrari Art Gallery


Ferrari Art Gallery | Vevey
2. September - 30. September 2018

La Linge
Jean-Marc Yersin


yersin2.jpg

Dieser 18 km lange Viadukt, der ohne jegliche Nutzung und ohne Zugang, der seine monumentale Präsenz in der Ebene von Beauceronne, zwischen Orléans und Paris, demonstriert, hebt sich zweifellos von der Masse ab. Futuristisch zum Zeitpunkt seiner Konzeption, ist er es immer noch.... Mit Talent gestaltet, fordert es heraus....

Ein solches Überbleibsel könnte ein historisches Denkmal sein, eine Touristenattraktion, aber es ist verlassen. An zwei Stellen geteilt, durch den Bau einer Autobahn, dann durch einen Unfall mit einem landwirtschaftlichen Fahrzeug, scheint es zu stören, aber widersteht - die Kosten für den Abriss wären kolossal.

Ein Relikt des Genies des Ingenieurs Bertin, der die Spitze der Republik von der Relevanz seines Aerotrain-Projekts überzeugen konnte, das in den Augen derer, die sein Todesurteil für einen besseren Start der TGVs unterzeichnet haben, extravagant wurde, ist diese Arbeit wirklich aussergewöhnlich.

Seine sowohl anachronistische als auch futuristische Silhouette, die als eine Art vergessene Land-Art-Installation aus dem Wald auftaucht, um sich auf der Ebene zu präsentieren, fand natürlich ihren Platz im zweiten Band von "Carnets d'un autre temps". Manch einer erinnert sich noch an das erstaunliche Industrieabenteuer dieses Ingenieurs und seines Aérotrains mit Luftkissen, der sich in den 60er Jahren ohne grössere Reibung, wie beim Schweben, auf einer ersten Linie am Boden, zwischen Gometz und Limours bei Paris, dann auf diesem Viadukt, wo er 400 km/h überschritt....

Heute könnte das Abenteuer ein paar Schritte von Vevey auf der Rhône-Ebene mit dem Bau einer Teststrecke für Hyperloop-Kandidaten von Elon Musk fortgesetzt werden, um Los Angeles in weniger als einer halben Stunde mit mehr als 1'000 km/h mit San Francisco zu verbinden.

Indéniablement il sort de l’ordinaire, ce viaduc de 18 km, sans aucun usage ni accès, qui impose sa monumentale présence sur la plaine Beauceronne, entre Orléans et Paris. Futuriste lors de sa conception, il l’est encore... Dessiné avec talent, il interpelle...

Un tel vestige pourrait être monument historique, attraction touristique, il est pourtant à l’abandon. Sectionné en deux endroits, par la construction d’une autoroute, puis par un accident avec un véhicule agricole, il semblerait qu’il gêne, mais il résiste, le coût de sa démolition serait colossal.

Vestige du génie de l’ingénieur Bertin, qui sut convaincre jusqu’au sommet de la République de la pertinence de son projet d’Aérotrain, devenu extravagant aux yeux de ceux qui signèrent son arrêt de mort pour mieux lancer les TGV, cet ouvrage est bel et bien extraordinaire.

Sa silhouette, à la fois anachronique et futuriste, fonctionnant comme une sorte d’installation de Land Art oubliée émergeant de la forêt pour se lancer sur la plaine, a trouvé tout naturellement sa place dans le deuxième volume des « Carnets d’un autre temps ».
Certains se souviennent encore de l’étonnante aventure industrielle menée par cet ingénieur et son Aérotrain à coussin d’air, qui, dans les années 1960, se déplaçait sans plus de frottement, comme en lévitation, sur une première ligne au sol, entre Gometz et Limours près de Paris, puis sur ce viaduc, où il dépassa les 400 km/h...

Aujourd’hui, l’aventure pourrait bien rependre à deux pas de Vevey, sur la plaine du Rhône, avec la construction d’une piste d’essais pour les candidats à l’Hyperloop imaginé par Elon Musk, afin de relier Los Angeles à San Francisco en moins d’une demi-heure, à plus de 1’000 km/h

(Text: Ferrari Art Gallery)

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Vernissage | La Ligne - Jean-Marc Yersin | Ferrari Art Gallery
Sep
1
1:00 nachm.13:00

Vernissage | La Ligne - Jean-Marc Yersin | Ferrari Art Gallery


Ferrari Art Gallery | Vevey
1. September 2018

La Linge
Jean-Marc Yersin


yersin2.jpg

Dieser 18 km lange Viadukt, der ohne jegliche Nutzung und ohne Zugang, der seine monumentale Präsenz in der Ebene von Beauceronne, zwischen Orléans und Paris, demonstriert, hebt sich zweifellos von der Masse ab. Futuristisch zum Zeitpunkt seiner Konzeption, ist er es immer noch.... Mit Talent gestaltet, fordert es heraus....

Ein solches Überbleibsel könnte ein historisches Denkmal sein, eine Touristenattraktion, aber es ist verlassen. An zwei Stellen geteilt, durch den Bau einer Autobahn, dann durch einen Unfall mit einem landwirtschaftlichen Fahrzeug, scheint es zu stören, aber widersteht - die Kosten für den Abriss wären kolossal.

Ein Relikt des Genies des Ingenieurs Bertin, der die Spitze der Republik von der Relevanz seines Aerotrain-Projekts überzeugen konnte, das in den Augen derer, die sein Todesurteil für einen besseren Start der TGVs unterzeichnet haben, extravagant wurde, ist diese Arbeit wirklich aussergewöhnlich.

Seine sowohl anachronistische als auch futuristische Silhouette, die als eine Art vergessene Land-Art-Installation aus dem Wald auftaucht, um sich auf der Ebene zu präsentieren, fand natürlich ihren Platz im zweiten Band von "Carnets d'un autre temps". Manch einer erinnert sich noch an das erstaunliche Industrieabenteuer dieses Ingenieurs und seines Aérotrains mit Luftkissen, der sich in den 60er Jahren ohne grössere Reibung, wie beim Schweben, auf einer ersten Linie am Boden, zwischen Gometz und Limours bei Paris, dann auf diesem Viadukt, wo er 400 km/h überschritt....

Heute könnte das Abenteuer ein paar Schritte von Vevey auf der Rhône-Ebene mit dem Bau einer Teststrecke für Hyperloop-Kandidaten von Elon Musk fortgesetzt werden, um Los Angeles in weniger als einer halben Stunde mit mehr als 1'000 km/h mit San Francisco zu verbinden.

Indéniablement il sort de l’ordinaire, ce viaduc de 18 km, sans aucun usage ni accès, qui impose sa monumentale présence sur la plaine Beauceronne, entre Orléans et Paris. Futuriste lors de sa conception, il l’est encore... Dessiné avec talent, il interpelle...

Un tel vestige pourrait être monument historique, attraction touristique, il est pourtant à l’abandon. Sectionné en deux endroits, par la construction d’une autoroute, puis par un accident avec un véhicule agricole, il semblerait qu’il gêne, mais il résiste, le coût de sa démolition serait colossal.

Vestige du génie de l’ingénieur Bertin, qui sut convaincre jusqu’au sommet de la République de la pertinence de son projet d’Aérotrain, devenu extravagant aux yeux de ceux qui signèrent son arrêt de mort pour mieux lancer les TGV, cet ouvrage est bel et bien extraordinaire.

Sa silhouette, à la fois anachronique et futuriste, fonctionnant comme une sorte d’installation de Land Art oubliée émergeant de la forêt pour se lancer sur la plaine, a trouvé tout naturellement sa place dans le deuxième volume des « Carnets d’un autre temps ».
Certains se souviennent encore de l’étonnante aventure industrielle menée par cet ingénieur et son Aérotrain à coussin d’air, qui, dans les années 1960, se déplaçait sans plus de frottement, comme en lévitation, sur une première ligne au sol, entre Gometz et Limours près de Paris, puis sur ce viaduc, où il dépassa les 400 km/h...

Aujourd’hui, l’aventure pourrait bien rependre à deux pas de Vevey, sur la plaine du Rhône, avec la construction d’une piste d’essais pour les candidats à l’Hyperloop imaginé par Elon Musk, afin de relier Los Angeles à San Francisco en moins d’une demi-heure, à plus de 1’000 km/h

(Text: Ferrari Art Gallery)

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