Bild: Aus der Serie If smoke could be water | © Katrin Freisager
Journal
Eine Dekade, fünfzehn Werke, ein prägendes Gesicht: Der Fotograf Bastiaan Woudt und Tinotenda Mushore zelebrieren in Alkmaar eine seltene Kontinuität der Form. Ein fotografischer Dialog, der über das Spiel von Licht und Schatten hinausgeht und die vollendete Poesie der Reduktion in monochromer Strenge greifbar macht.
Zum hundertsten Geburtstag von Nino Migliori widmet das Centro Saint-Bénin in Aosta dem italienischen Fotografen eine Retrospektive seines Frühwerks. Unter dem Titel «La dialettica del reale» versammeln 160 Fotografien aus den Jahren 1950 bis 1959 den Aufbruch der italienischen Nachkriegszeit – festgehalten in einer feinsinnigen Balance zwischen dokumentarischer Anteilnahme und formaler Erneuerung.
Mit Druckgrafik, Zeichnung und Fotografie befragt Cécile Wick im Museum Franz Gertsch das Wesen der Natur. Ihre Arbeiten suchen nicht die blosse Dokumentation eines Ortes, sondern dessen malerische Verwandlung.
Ein flüchtiges Glänzen auf stehendem Wasser, das verästelte Geflecht lichter Baumkronen oder ein isoliert leuchtender Himmelskörper im tiefen Schwarz: In den Werken von Cécile Wick wird Natur zur reinen Vergegenwärtigung. Die Schweizer Künstlerin nutzt das fotografische Ausgangsmaterial nicht als beweiskräftiges Dokument, sondern begreift das Bild als autonome Setzung. Die Kamera sammelt Eindrücke auf Reisen und Streifzügen – von alpinen Schneefeldern über Meeresküsten bis zu feinsten Blattstrukturen –, doch die geografische Verortung tritt dabei vollständig zurück. Der reale Schauplatz dient ihr lediglich als Impuls, um in einen vielschichtigen Dialog mit den Bildtraditionen östlicher und westlicher Landschaftskunst einzutreten.
In ihrer ersten Einzelausstellung in der Zürcher Galerie Lullin + Ferrari seziert die Fotografin Anne Morgenstern eine Gesellschaft am Kipppunkt. Die neue Serie «Sunset Sour» ist eine visuelle Untersuchung von Orten und Körpern, an denen sich Opulenz und unabwendbarer Zerfall begegnen – ein Abgesang, der überraschend viel Wärme birgt.
Das Fotomuseum Winterthur widmet der US-amerikanischen Fotografin Helen Levitt eine umfassende Retrospektive. Die Ausstellung präsentiert ihr Werk zusammen mit dem erst seit Kurzem öffentlich zugänglichen Archiv. In thematischen Kapiteln weitet sich der Blick auf eine Künstlerin, welche die Strassen New Yorks mit feinsinnigem Humor zur Bühne des alltäglichen Lebens erklärte…
Lichtbahnen schneiden durch den Dunst enger Gassen, während menschliche Silhouetten im Spiel von Kontrast und Rhythmus verharren: Mit Fan Ho zeigt der Turiner Palazzo Falletti di Barolo das meisterhafte Werk eines Chronisten, der das Hong Kong der Fünfziger- und Sechzigerjahre in zeitlose Bildmetaphern verwandelte.
Zürich war in den Achtzigerjahren eine unruhige Stadt, zerrissen zwischen Finanzmetropole und Gegenkultur. Die Fotografin Gertrud Vogler fing diese Zeit des Umbruchs mit unbestechlicher Sanftmut ein – ein neuer Bildband würdigt nun erstmals ihr Schaffen.
Das internationale Festival «Grenze» präsentiert in Verona Arbeiten, die sich mit dem Fortwirken und Verändern von Fotografien beschäftigen. Im Mittelpunkt der neunten Ausgabe steht die fotografische Arbeit des iranischen Regisseurs Abbas Kiarostami – flankiert von internationalen Projekten wie jenem der Schweizer Fotografin Aline Bovard Rudaz.