Filtern nach: Deutschland
Ausstellung | Bauhaus und Fotografie - Zum neuen Sehen der Gegenwartskunst | Museum für Fotografie | Berlin
Apr
11
zu 25. Aug.

Ausstellung | Bauhaus und Fotografie - Zum neuen Sehen der Gegenwartskunst | Museum für Fotografie | Berlin

  • Museum für Fotografie (Karte)
  • Google Kalender ICS

Museum für Fotografie | Berlin
11. April - 25. August 2019

Bauhaus und Fotografie - Zum neuen Sehen der Gegenwartskunst
László Moholy-Nagy, Lucia Moholy, Man Ray, Jan Tschichold, Hedda Walther, Florence Henri, Hans Robertson, Erich Consemüller, Thomas Ruff, Dominique Teufen, Daniel T. Braun, Wolfgang Tillmans, Doug Fogelson, Max de Esteban, Viviane Sassen, Stephanie Seufert, Kris Scholz, Taiyo Onorato & Nico Krebs, Antje Hanebeck, Douglas Gordon und anderen


Stefanie Seufert owers Option #2, Just Yellow, Atlas Grey, Dark Aubergine, 2016 Fotogramm / Farbpapier Courtesy Stefanie Seufert © Stefanie Seufert

Stefanie Seufert owers Option #2, Just Yellow, Atlas Grey, Dark Aubergine, 2016 Fotogramm / Farbpapier Courtesy Stefanie Seufert © Stefanie Seufert


Aus Anlass des 100-jährigen Gründungsjubiläums des Bauhauses eröffnet die Ausstellung einen Dialog zwischen der Foto-Avantgarde um 1930 und der zeitgenössischen Kunst.

Das Bauhaus spielt nicht nur eine Schlüsselrolle in der Design- und Kunstgeschichte, sondern auch für die Fotografie des 20. Jahrhunderts. Wie tragen dessen Neuerungen auch heute noch zur Weiterentwicklung fotografischer Bildsprachen und ästhetischer Konzepte bei? Welche Rolle spielt die Foto-Avantgarde um 1930 für zeitgenössische Künstlerinnen und Künstler? Die Ausstellung konfrontiert Arbeiten von u.a. László Moholy-Nagy, Lucia Moholy, Man Ray, Jan Tschichold, Hedda Walther, Florence Henri, Hans Robertson und Erich Consemüller mit Werkgruppen von Thomas Ruff, Dominique Teufen, Daniel T. Braun, Wolfgang Tillmans, Doug Fogelson, Max de Esteban, Viviane Sassen, Stephanie Seufert, Kris Scholz, Taiyo Onorato & Nico Krebs, Antje Hanebeck und Douglas Gordon.

Dialog zwischen historischem Ereignis und Gegenwart
Historischer Bezugspunkt der Ausstellung ist die Werkbundausstellung „Film und Foto“, die 1929/30 unter anderem in Stuttgart, Berlin und Zürich zu sehen war. Die Berliner Station wurde damals von der Kunstbibliothek ausgerichtet. Der ungarische Künstler László Moholy-Nagy (1895-1946), der sich bereits mit seinen experimentellen Fotoarbeiten einen Namen gemacht hatte, kuratierte jeweils einen Raum zur Geschichte und zur Zukunft der Fotografie. Dem Bauhaus-Künstler lag daran, programmatisch das Neue Sehen in der Fotografie zu untersuchen. Die historische Werkschau, die als eine Art Manifest zu verstehen ist und sich in die damalige Debatte um den Stellenwert der Fotografie in der Kunst einmischte, wird mit über 300 Exponaten virtuell rekonstruiert. Darüber hinaus wird ein Teil der Berliner Station als szenografische Reproduktion präsentiert. Ergänzt werden die Rekonstruktionen durch zahlreiche Vintage Prints aus den Beständen der Kunstbibliothek und eine Präsentation von Filmen der 1920er-Jahre. In Kombination mit fotografischen Arbeiten von zeitgenössischen Künstlerinnen und Künstlern eröffnet die Ausstellung einen Dialog zwischen dem historischen Ereignis und der Gegenwart.

Studierende präsentieren Entwürfe
Einen Blick nach vorne werfen Studierende des Fachbereichs Gestaltung der Hochschule Darmstadt und der Fakultät Design der Technischen Hochschule Nürnberg, die ihre eigenen, zukunftsorientierten Entwürfe präsentieren, die auch elektronische und digitale Medien mit einbeziehen.

Die Schau ist Teil des Jubiläumsprogramms „100 jahre bauhaus“.

Eine Sonderausstellung der Kunstbibliothek – Staatliche Museen zu Berlin in Kooperation mit dem NRW-Forum Düsseldorf und der Kunsthalle Darmstadt, gefördert im Fonds Bauhaus heute der Kulturstiftung des Bundes, vom NRW-Forum Düsseldorf, dem Hessischen Ministerium für Wissenschaft und Kunst und von der Hochschule Darmstadt.

Veranstaltung ansehen →
Ausstellung | Aufgeblüht und abgelichtet: Blumen in der Fotografie | Galerie Stihl | Waiblingen
Mai
11
zu 25. Aug.

Ausstellung | Aufgeblüht und abgelichtet: Blumen in der Fotografie | Galerie Stihl | Waiblingen


Galerie Stihl | Waiblingen
11. Mai - 25. August 2019

Aufgeblüht und abgelichtet: Blumen in der Fotografie
Nobuyoshi Araki, Jessica Backhaus, Alberto Baraya, Wilfried Bauer, Wout Berger, Karl Blossfeldt, Giovanni Castell, Imogen Cunningham, Natalie Czech, Noor Damen, Silvie Defraoui, Amin El Dib, Thomas Florschuetz, Joan Fontcuberta, Seiichi Furuya, Dieter Huber, Judith Huemer, Sanna Kannisto, Idris Khan, Martin Klimas, Rosemary Laing, Brigitte Lustenberger, Robert Mapplethorpe, Rémy Markowitsch, Hiroyuki Masuyama, Holger Niehaus, Tim Otto Roth, Miron Schmückle, Kai-Uwe Schulte-Bunert, Luzia Simons, Margriet Smulders, Xiao Hui Wang, Michael Wesely, Manfred Willmann

sowie einer Installation von Rebecca Louise Law


Paragone 2, 2018, Inkjet-Print, Courtesy Galerie Filser & Gräf München © Kai-Uwe Schulte-Bunert

Paragone 2, 2018, Inkjet-Print, Courtesy Galerie Filser & Gräf München © Kai-Uwe Schulte-Bunert


Es blüht in der Galerie: Anlässlich der Remstal Gartenschau 2019 widmet sich die Sommerausstellung Blumenmotiven in der zeitgenössischen Fotografie. Künstlerinnen und Künstler lassen sich von der jahrhundertealten Tradition des Blumenbilds inspirieren und gewinnen dem Thema zugleich vielfältige neue Seiten ab. Überbordende Blütenpracht trifft auf Reflexionen über Welken und Vergänglichkeit, Wildwuchs auf elegante Inszenierung, leuchtende Farbigkeit auf strenges Schwarz-Weiß. Mit ungewöhnlichen Perspektiven und verschiedensten technischen Finessen – von der Langzeitbelichtung über das Spiel mit Spiegelungen, Licht- und Farbeffekten bis zur Überlagerung von Motiven – eröffnen die Fotografien überraschende Sichtweisen der scheinbar vertrauten Pflanzenwelt. Sie regen so dazu an, gängige Vorstellungen zu überdenken und die „Sprache der Blumen“ auf neuen Wegen zu entdecken.

Die Schönheit der Blumen ist dabei ebenso Thema wie ihr traditioneller Symbolgehalt. Sie werden in Stillleben arrangiert oder im landschaftlichen Umfeld festgehalten, mit dem nüchternen Blick des Naturwissenschaftlers geordnet oder – mit ironischem Unterton – als florale Ornamente an der Grenze zum Kitsch präsentiert. Neben Aufnahmen, die eine körperliche Sinnlichkeit vermitteln, klingt auch Kritik an der Gesellschaft, dem Handel und Konsum an. Wenn absonderliche Hybride oder makellose Plastikblumen in den Fokus rücken, stellt sich nicht zuletzt die Frage nach unserem Verständnis von Natürlichem und Künstlichem sowie der Grenze dazwischen.

Aufgeblüht und abgelichtet lädt ein, den Facettenreichtum floraler Bildwelten in der Fotografie zu entdecken. Die Ausstellung präsentiert herausragende nationale und internationale Künstlerpositionen, die allesamt deutlich machen: So hübsch harmlos, wie die Blume scheint, ist sie nur selten.

(Text: Galerie Stihl, Waiblingen)

Veranstaltung ansehen →
Ausstellung | Contradiction - Elfie Semotan | C/O Berlin Foundation | Berlin
Jun
8
zu 7. Sep.

Ausstellung | Contradiction - Elfie Semotan | C/O Berlin Foundation | Berlin


C/O Berlin Foundation
8. Juni - 7. September 2019

Contradiction
Elfie Semotan


o.T., Wien, 1997, a.d.S. Inspiriert von Lucian Freud, Motiv für Wittmann Möbel © Elfie Semotan

o.T., Wien, 1997, a.d.S. Inspiriert von Lucian Freud, Motiv für Wittmann Möbel © Elfie Semotan


„Heute hört man mir zu, weil ich etwas zu sagen habe. Früher hat man mir zugehört, weil man mich gern angeschaut hat.“

(Elfie Semotan)

„Trau dich doch.“ So lautete der provokante Werbespruch der österreichischen Marke Palmers, die die Models in reizvollen schwarzen Dessous auf Plakaten in Szene setzte – in den späten 1970er-Jahren noch ein Skandal. Erst allmählich wurden Konventionen mit spielerischer Experimentierfreude hinterfragt. Die Bilder der österreichischen Fotografin Elfie Semotan zeugen von einem damals neuen hedonistischen Zeitgeist und bestechen bis heute durch ihre kühle Eleganz, unperfekte Schönheit und ihren diskret erotischen Subtext. Oft zeigen sie mehr als nur das Dargestellte und lassen durch intelligent zitierte Bezüge zu ikonischen Werken der Kunstgeschichte die Grenze zwischen Kunst und Kommerz verschwimmen. 

Semotans Karriere begann zunächst als Fotomodell in Paris. Ihr damaliger Lebensgefährte, der kanadische Fotograf John Cook, führte sie Ende der 1960er-Jahre zur Fotografie und weckte ihre Leidenschaft für die Arbeit hinter der Kamera. Vor allem war es die Kunst des fotografischen Storytellings, das sie sich aneignete: Bilder, die wie Filmstills wirken, Personen- und Bildkompositionen, die stets eine Geschichte jenseits des Abgebildeten erzählen. Dieses Prinzip führte sie in einer langjährigen Kampagne für das österreichische Mineralwasserunternehmen Römerquelle fort, in der sie Variationen einer Ménage-à-trois durchspielte. Ihre Werbefotografien und ihre Porträts von prominenten Personen aus Kunst, Film und Theater wie Louise Bourgeois, Willem Dafoe, Elfriede Jelinek, Milla Jovovich, Maria Lassnig, Martin Kippenberger, Udo Kier, Jonathan Meese oder Daniel Richter und nicht zuletzt ihre exklusive Zusammenarbeit und Freundschaft mit Helmut Lang machten die Fotografin weltbekannt. Während der Modeschöpfer durch sein minimalistisches Design für die internationale Mode stilprägend war, schuf Elfie Semotan mit ihren freizügigen Werbe- und Modefotografien für Helmut Lang sowie für internationale Magazine wie Elle, Harper’s Bazaar, Interview, The New Yorker oder Vogue eine neue fotografische Ästhetik. Wie ihre deutschen Zeitgenossinnen wie Barbara Klemm, Herlinde Koelbl oder Sibylle Bergemann hat die Österreicherin Elfie Semotan die Freiräume in der Fotografie genutzt und dieses Medium, das wie die meisten künstlerischen Disziplinen lange Zeit ausschließlich von Männern besetzt war, für sich erobert und ihre eigene weibliche Perspektive durchgesetzt. 

C/O Berlin würdigt Elfie Semotan erstmalig außerhalb Österreichs mit einer umfangreichen Ausstellung und stellt einen Querschnitt durch das vielfältige Schaffen der Fotografin vor. Eine Publikation wird die Schau begleiten.

Veranstaltung ansehen →
Ausstellung | Food for the Eyes - Die Geschichte des Essens in der Fotografie | C/O Berlin Foundation | Berlin
Jun
8
zu 7. Sep.

Ausstellung | Food for the Eyes - Die Geschichte des Essens in der Fotografie | C/O Berlin Foundation | Berlin


C/O Berlin Foundation | Berlin
8. Juni - 7. September 2019

Food for the Eyes - Die Geschischte des Essens in der Fotografie


02_feast_for_the_eyes-20.jpg

Wiener Würstchen, Bockwürste, Schinken, Petersilie und Gewürzgurken als Requisiten einer grotesk absurden Szenerie – die Wurstserie des Schweizer Künstlerduos Peter Fischli und David Weiss ist legendär. Die gefrorenen Gemüse- und Obstwürfel und kunstvoll arrangierten Stillleben des amerikanischen Modefotografen Irving Penn sind es ebenso. Die quietschbunten Törtchen und Baked Beans auf Toast des britischen Magnum-Fotografen Martin Parr bedienen ein britisches Klischee, während die Arbeiten von Cindy Sherman und Martha Rosler das Rollenbild der Frau in der Küche hinterfragen. Die Ausstellung Food for the Eyes bei C/O Berlin blickt auf die vielen Geschichten des Essens in der Fotografie. 

Die Aufnahme von Nahrungsmitteln ist lebensnotwendig – wie Luft, die wir atmen, oder Wasser, das wir trinken. Sie zählt zu den täglichen Grundbedürfnissen des Menschen, weckt die Sinne und betrifft das private und öffentliche Leben gleichermaßen. Nahrung und der Akt des gemeinsamen Essens spielen für unsere Rituale, Religionen und Feste eine entscheidende Rolle. Im Essen spiegeln sich unsere Wünsche und Fantasien wider. Als immer verfügbares und alltägliches Sujet wurde und wird Essen vielfach dargestellt. Food Photography kann deshalb – ebenso wie das Essen selbst – die unterschiedlichsten Themen fokussieren: Familie, Tradition, Ritual, Kultur, Wohlstand, Armut, Gender, Rasse, Lust, Ekel, Konsum und Verschwendung.

Mit Werken aus den Bereichen der Mode und des Fotojournalismus bis hin zur Werbung bietet die Schau einen umfangreichen Überblick über die Darstellung von Essen in der Fotografie der letzten zwei Jahrhunderte und verhandelt dieses Thema in drei Kapiteln: Stillleben zeigt, wie Künstler*innen dem traditionell malerischen Genre gefolgt sind. Wie hat die Malerei die Food Photography inspiriert, und wie haben zeitgenössische Fotograf*innen dieses künstlerische Motiv untergraben? Welche Veränderungen und Formen haben sich im Laufe der Zeit entwickelt? Around the Table wiederum blickt auf die Rituale des gemeinsamen Essens, auf die Werte und die kulturellen Identitäten, die sich darin widerspiegeln. Playing with Food beleuchtet nicht zuletzt mittels vielfältiger Ausdrucksweisen wie in der Kombination von Spiel und Nahrungsmitteln Werke entstehen, die unser Leben und unsere Zeit humorvoll reflektieren.

Food for the Eyes . Die Geschichte des Essens in der Fotografie präsentiert eine Vielzahl an Werken bekannter Künstler*innen wie Nobuyoshi Araki, Peter Fischli und David Weiss, Nan Goldin, Rinko Kawauchi, Laura Letinsky, Martin Parr, Irving Penn, Martha Rosler, Cindy Sherman, Stephen Shore und Wolfgang Tillmans. Die Ausstellung, kuratiert von Susan Bright und Denise Wolff, wurde organisiert von der Aperture Foundation, New York, und entstand in Zusammenarbeit mit C/O Berlin.

Veranstaltung ansehen →
Ausstellung | Im [Un]Ruhestand - Arne Wesenberg | f3 - freiraum für fotografie | Berlin
Jun
15
zu 18. Aug.

Ausstellung | Im [Un]Ruhestand - Arne Wesenberg | f3 - freiraum für fotografie | Berlin

  • f3 - freiraum für fotografie (Karte)
  • Google Kalender ICS

f3 - freiraum für fotografie | Berlin
15. Juni - 18. August 2019

im [Un] Ruhestand
Arne Wesenberg


Friede Springern aus der Serie im [Un]Ruhestand | Arne Wesenberg

Friede Springern aus der Serie im [Un]Ruhestand | Arne Wesenberg


Die Politikwissenschaftlerin Gesine Schwan, der Fotograf Thomas Höpker, die Professorin Jeanine Meerapfel, der WC-Wächter Werner Berlin, der Schriftsteller Rafik Schami, der Schauspieler Michael Gwisdek, die Sozialpädagogin Petra Peterich haben etwas gemeinsam: Sie arbeiten, obwohl sie das gesetzliche Rentenalter längst erreicht haben.

Ihre Motivation dafür ist ganz unterschiedlich. Petra Peterich möchte der Gesellschaft etwas zurückgeben: „Warum ich das alles mache? Weil es eine gesellschaftliche Aufgabe ist – und weil ich es kann!“, Werner Berlin finanziert mit seiner Tätigkeit die gemeinsamen Urlaube mit seiner Frau, während der Fotograf Walter Schels schlicht meint: „Das Leben ist zu kurz, um mit dem Arbeiten aufzuhören.“

Die Zahl der älteren Beschäftigten in Deutschland nimmt rasant zu. Die Erwerbsbeteiligung der 60- bis 64-jährigen hat sich in den letzten zehn Jahren fast verdreifacht. Gleichzeitig stehen dem Arbeitsmarkt in den kommenden Jahren immer weniger Menschen zur Verfügung. Aktuell ist die Rente mit 69 Jahren in der Diskussion.

Der Lübecker Fotograf Arne Wesenberg porträtierte über sieben Jahre lang mit der analogen Großbildkamera die Lebensrealität derjenigen, die – freiwillig oder aus ökonomischer Notwendigkeit heraus – im Alter berufstätig sind. Im [Un]Ruhestand gibt in über 200 Porträts ganz individuelle Antworten auf Fragen zur demografischen Alterung, zu einem funktionierenden Rentensystem und zur Bedeutung der Arbeit in unserer Gesellschaft. 

(Text: f3 - freiraum für fotografie, Berlin)

Veranstaltung ansehen →
Ausstellung | The donkey that became a zebra: darkroom stories - Michel Campeau | Fotografie Forum Frankfurt
Jul
13
zu 22. Sep.

Ausstellung | The donkey that became a zebra: darkroom stories - Michel Campeau | Fotografie Forum Frankfurt

  • Fotografie Forum Frankfurt (Karte)
  • Google Kalender ICS

Fotografie Forum Frankfurt
13. Juli - 22. September 2019

The donkey that became a zebra: darkroom stories
Michel Campeau


Ohne Titel. Aus der Serie »Red-Eye Trompe l’oeil« (1998–2005) © Michel Campeau

Ohne Titel. Aus der Serie »Red-Eye Trompe l’oeil« (1998–2005) © Michel Campeau


Besessen von der Fotografie – das ist Michel Campeau im besten Sinne. Zeit seines künstlerischen Schaffens hat der kanadische Fotograf das Medium Fotografie ergründet. Mit Leidenschaft und immer neuen Fragen. Wie und warum fotografieren wir? Wie entstand das analoge Bild? Was verraten Aufnahmen und ihre Nutzung über Alltagstraditionen, Familie und Identität? Wie hat die Fotografie den Blick auf uns selbst verändert? Was ist vom Analogen im digitalen Zeitalter geblieben? Unter dem Titel THE DONKEY THAT BECAME A ZEBRA: DARKROOM STORIES zeigt das Fotografie Forum Frankfurt verschiedene Werkgruppen von Michel Campeau, die seine Passion und sein facettenreiches Spiel mit der Fotografie vor Augen führen. 

Im Fokus steht Campeaus oft augenzwinkerndes Prinzip: Er konstruiert seine Biografie mit eigenen und den Bildern anderer. Zu sehen sind von Campeau fotografierte, gesammelte und reproduzierte Bilder, darunter Einblicke in Dunkelkammern sowie Aufnahmen von fotografischem Zubehör. Die von Celina Lunsford kuratierte Ausstellung präsentiert den Wandel von der analogen zur multimedialen Fotografie – und Michel Campeaus Faszination für die Zeit vor dem digitalen Rausch. 

Michel Campeau (*1948, Montreal) ist seit mehr als 40 Jahren international aktiv. Sein dokumentarisches Projekt »Disraeli: une expérience humaine en photographie« (1973) war Auftakt seiner einzigartigen Praxis, die subjektiven, narrativen und ontologischen Aspekte des Mediums Fotografie zu erforschen. Mit Beginn der digitalen Fotografie fotografierte er die schwindenden klassischen Fotolabore. Zugleich begann er, Amateurfotografie aus Kanada und anderswo zu sammeln und seinen eigenen kreativen Weg auch mit der Fotografie Dritter zu gestalten. Sein Ziel war es, den Motiven hinter dem fotografischen Schaffen der Anderen näher zu kommen – und damit seinem eigenen Wunsch, die Welt in Bildern zu erzählen. 

Aufgrund seines vielseitigen Schaffens gilt Michel Campeau als einer der bedeutendsten Fotografen seiner Generation. Seine Arbeiten wurden vielfach ausgestellt – u.a. in der National Gallery of Canada, Ottawa (2014) und im Centre Pompidou, Paris (2015) – und sind in zahlreichen Sammlungen zu finden, u.a. im Musée Nicéphore Niépce, Chalon-sur-Saône und im Folkwang Museum Essen.

Zur Ausstellung erscheint das Buch »The Donkey that Became a Zebra: Darkroom Stories« im MCÉ-Verlag mit Texten u.a. von Joan Fontcuberta und Michel Campeau. Die Publikation ist auch im Fotografie Forum Frankfurt erhältlich.


Obsessed with photography – that is Michel Campeau in the very best sense. The Canadian photographer explored the medium of photography throughout his artistic career. With passion and always new questions: How and why do we photograph? What do photographs reveal about everyday traditions, family and identity? How has photography influenced the way we look at ourselves? What remains analogue in our digital age? Under the title THE DONKEY THAT BECAME A ZEBRA: DARKROOM STORIES the Fotografie Forum Frankfurt presents different bodies of work that demonstrate Campeau’s cravings for a multi-faceted play with photography.

The focus is on Campeau's often tongue-in-cheek principle: he constructs his biography with his own images as well as others'. On view are prints photographed, collected and reproduced by Campeau, including insights into darkrooms and photographs of photographic accessories. The exhibition, curated by Celina Lunsford, presents the transformation from analogue to multimedia photography – and Michel Campeau's fascination for the time before digital intoxication. 

Michel Campeau (*1948, Montreal) has been internationally active for more than 40 years. His documentary project “Disraeli: une expérience humaine en photographie” (1973) was the prelude to his unique practice of exploring the subjective, narrative and ontological aspects of the medium of photography. With the beginning of digital photography, he photographed the dwindling classical photo labs. At the same time, he began to collect amateur photography from Canada and elsewhere and to shape his own creative path with third party photography. His goal was to get closer to the motifs behind the photographic work of others – and thus to his own desire to tell the world in pictures. 

Michel Campeau is regarded as one of the most important photographers of his generation because of his versatile work. His works have been exhibited many times, including the National Gallery of Canada, Ottawa (2014) and Centre Pompidou, Paris (2015), and can be found in many collections, including the Musée Nicéphore Niépce, Chalon-sur-Saône and the Folkwang Museum, Essen.

The book “The Donkey that Became a Zebra: Darkroom Stories” will be published by MCÉ publishing house, with texts by Joan Fontcuberta and Michel Campeau, among others. The book is also available in the Fotografie Forum Frankfurt.

(Text: Fotografie Forum Frankfurt)

Veranstaltung ansehen →
Ausstellung | Gute Aussichten 2018/2019 | Deichtorhallen | Hamburg
Jul
13
zu 3. Okt.

Ausstellung | Gute Aussichten 2018/2019 | Deichtorhallen | Hamburg



Die "Konkrete" Idee | Patrick Knuchel

Die "Konkrete" Idee | Patrick Knuchel

Im 15. Jahr seines Bestehens präsentiert gute aussichten 2018/2019 im Haus der Photographie eine inhaltliche, ästhetische und mediale Bandbreite, wie sie die jungen Fotograf*innen in Deutschland hervorbringen. Ein überraschendes Spektrum vielfältiger Ideen, fotografischer Strategien und formaler wie medialer Umsetzungen, die den aktuellen Status Quo der jungen Fotografie widerspiegeln. 

Die neunköpfige Jury, die durch die Teilnahme des renommierten Fotografen Elger Esser und des bekannten Verlegers Gerhard Steidl unterstützt wurde, wählte aus 98 Einreichungen von 40 Institutionen 9 Preisträger*innen und ihre ausgezeichneten Arbeiten aus. Das verbindende, spürbare Element aller Arbeiten ist – bei aller Unterschiedlichkeit an Themen und Formen – der wendende Punkt, der mit Anfang oft schließt und mit Ende beginnt.

Was sich einmal etabliert hat, lässt sich schwer wieder aus der Welt schaffen – das gilt für jedwede Struktur, sei sie geistiger oder physikalischer Natur. So ist es äußerst erfrischend, wenn die neun Preisträger/Innen von gute aussichten – junge deutsche fotografie 2018/2019 allesamt frischen Wind in ein Feld hineintragen, dessen bildgestalterische Möglichkeiten aller Kassandrarufe zum Trotz offensichtlich bei weitem noch nicht ausgeschöpft sind.

Preisträger*innen: Lorraine Hellwig, Laila Kaletta, Patrick Knuchel, Benjamin Kummer, Steve Luxembourg, Sina Niemeyer, Malte Sänger, Robert ter Horst und Anna Tiessen.

(Text: Deichtorhallen, Hamburg)

Veranstaltung ansehen →
Ausstellung | Still (Noon) - Shane Lavalette | Robert Morat Galerie | Berlin
Jul
13
zu 31. Aug.

Ausstellung | Still (Noon) - Shane Lavalette | Robert Morat Galerie | Berlin

  • Robert Morat Galerie (Karte)
  • Google Kalender ICS

Robert Morat Galerie | Berlin
13. Juli - 31. August 2019

Still (Noon)
Shane Lavalette


Als die Fotostiftung in Winterthur und das Musée de l’Elysée in Lausanne im Jahr 2016 den jungen amerikanischen Fotografen Shane Lavalette beauftragten, eine Reisereportage für die Gruppenausstellung „Fremdvertraut. Aussensichten auf die Schweiz“ beizusteuern, stieß er bei seinen Recherchen im Archiv der Stiftung in Winterthur auf Kontaktbögen einer Reportage von Theo Frey.

Der Schweizer Fotograf Theo Frey (1908-1997) war ein Fotojournalist und Dokumentarist. Für die Landesausstellung 1939 besuchte er zwölf Schweizer Dörfer und verfolgte einen systematischen Ansatz, er wollte ein Portrait seines Landes zur damaligen Zeit anfertigen.

„Auf den Spuren von Freys Reise vor beinahe achtzig Jahren reiste ich nun in dieselben zwölf Dörfer, um neue Bilder zu suchen, die das soziale Gefüge der heutigen Schweiz offenlegen“, berichtet Shane Lavalette. „Ich ließ mich von zufälligen Begegnungen leiten und von meinen eigenen Gedanken zur Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft.“

„Im Archiv der Fotostiftung Schweiz entdeckte ich unerwartete Verbindungen zwischen meinen und Freys Bildern und bekam gleichzeitig das Gewicht der Geschichte zu spüren. Ich dachte darüber nach, inwiefern man aus Freys Fotografien heute andere Schlüsse zöge als am Tag ihrer Entstehung – und wie sich zweifellos auch die Bedeutung meiner eigenen Bilder mit der Zeit wandeln wird. Fotografien, so wurde mir bewusst, haben große Ähnlichkeit mit Bergen. Obwohl wir Bilder als unveränderlich und unbewegt erachten, verändert sich beständig, was wir in ihnen sehen, wenn auch sehr langsam.”

Shane Lavalette (*1987) arbeitet als Fotograf, unabhängiger Verleger und Lektor sowie als Leiter von Light Work, einem gemeinnützigen Fotografie-Institut mit Sitz in Syracuse, New York. Er erwarb einen Bachelor of Fine Arts an der School of the Museum of Fine Arts der Tufts University. Zuletzt publizierte er das Buch „One Sun, One Shadow“ (2016). Darin setzt er sich mit dem Süden der USA auseinander, inspiriert von seiner reichen musikalischen Tradition. Das Buch zur Serie „Still (Noon)“ erschien 2018 im Zürcher Verlag Edition Patrick Frey.


When Swiss Fotostiftung in Winterthur and the Musée de l’Elysée in Lausanne approached young American photographer Shane Lavalette to contribute work to a group show titled “Unfamiliar Familiarities. Outside Views on Switzerland” in 2016, Lavalette started to research in the Winterthur archives. He came across contact sheets of a reportage by Theo Frey.

Swiss photographer Theo Frey (1908-1997) was a photo journalist and a documentarist. For the 1939 Swiss National Exhibition he visited and systematically photographed in twelve Swiss villages, aiming to tell a story of Switzerland at that moment in time.

“Following the footsteps of Frey’s journey from nearly eighty years earlier, I now traveled to the same twelve villages in order to find new images that explore the fabric of Switzerland today”, explains Shane Lavalette, “guided by chance encounters and my own meditations on the past, present, and future.”

“Within the archive at the Fotostiftung Schweiz, I uncovered unexpected connections between my own images and Frey’s, and was at once confronted with the weight of history. I considered the ways in which Frey’s photographs have different implications now than the day that they were made, and how the meaning of my own images will undoubtedly transform with age as well. Photographs, I realized, are much like mountains. Though we think of images as fixed and still, what we see in them is always shifting, however slowly, with time.”

Shane Lavalette (*1987) is an American photographer, an independent publisher and editor, and the director of Light Work, a nonprofit photography organization based in Syracuse, New York. He holds a BFA from the School of the Museum of Fine Arts at Tufts University. In 2016, he published his monograph “One Sun, One Shadow”, exploring the American South, inspired by its rich musical tradition. The book to the series “Still (Noon)” was published in 2018 by Zurich based Edition Patrick Frey.

(Text: Robert Morat Galerie, Berlin)

Veranstaltung ansehen →
Ausstellung | Retrospektive - Martin Parr | NRW-Forum | Düsseldorf
Jul
19
zu 10. Nov.

Ausstellung | Retrospektive - Martin Parr | NRW-Forum | Düsseldorf


NRW-Forum | Düsseldorf
19. Juli - 10. November 2019

Retrospektive
Martin Parr


Martin Parr: Knokke, Belgium 2001, © Martin Parr / Magnum Photos

Martin Parr: Knokke, Belgium 2001, © Martin Parr / Magnum Photos


„Wenn die Leute beim Betrachten meiner Bilder gleichzeitig weinen und lachen, dann ist das genau die Reaktion, die die Bilder auch bei mir hervorrufen. Die Dinge sind weder grundsätzlich gut noch schlecht. Ich bin immer daran interessiert, beide Extreme darzustellen.“

(Martin Parr)

Der englische Fotograf Martin Parr gilt als einer der wichtigsten Vertreter der zeitgenössischen Dokumentarfotografie und als Chronist unserer Zeit. Das NRW-Forum Düsseldorf präsentiert vom 19. Juli bis 10. November 2019 die bisher umfassendste Retrospektive des britischen Fotografen, der die Welt mit einem präzisen und liebevollen Blick abtastet und ihr gleichzeitig den Spiegel vorhält.

Martin Parrs Lieblingsmotiv ist der Mensch in seiner alltäglichen oder selbst gewählten Umgebung. Seine Aufnahmen wirken oft übertrieben, schrill, bunt, teilweise grotesk. In seinem Blick auf den Menschen liegt oft etwas Fassungsloses und Schonungsloses. Gepaart mit dem typisch englischen Humor lichtet er die Welt und die Menschen, die in ihr leben, in den schillerndsten Farben ab.

Die Ausstellung ist mit über 400 Werken die bisher umfassendste Retrospektive des britischen Magnum-Fotografen. Neben Arbeiten aus berühmten Serien wie The last Resort, Think of England, Luxury, Life’s a Beach und Common Sense umfasst die Ausstellung in Düsseldorf erstmals auch frühe Fotografien seiner Debüt-Serie Bad Weather. Die Martin Parr Retrospektive zeigt den Fotografen dabei nicht nur als Satiriker, sondern richtet den Fokus auf das fotografische Können und den zeitgenössischen Umgang mit dem Medium der Fotografie. Eigens für die Ausstellung im NRW-Forum entstand die Serie Kleingärtner, die Martin Parr im Großraum Düsseldorf fotografiert hat.

Für seine Aufnahmen begibt sich Martin Parr, der seit 1994 der Agentur Magnum Photo angehört, an die Lieblingsorte der Menschen: den Strand, Sehenswürdigkeiten, Ausflugsziele. Er sucht Orte mit Extremen und ist ein Meister der Aufdeckung von Beziehungsgeflechten und gesellschaftlichen Strukturen. Mit dem Stilmittel der Übertreibung arbeitet er Klischees heraus und führt gerne die oft obszöne Selbstpräsentation oder das Konsumverhalten von Menschen vor Augen. Zu Beginn seiner Laufbahn in den 1970er Jahren dokumentierte er die nähere Umgebung seiner Heimat in kontrastreichen Schwarz-Weiß-Aufnahmen. Anfang der 1980er Jahre verwendete er zunehmend Farbe, änderte seinen Stil und wechselte von einer 35mm Kleinbildkamera zu der neunen Plaubel 6x7 Mittelformatkamera. Sein 1982 begonnenes und 1986 erstmals veröffentlichtes Projekt The Last Resort, mit dem er das britische Strandleben in New Brighton dokumentierte, gilt heute als Meilenstein der Fotografie und machte ihn international bekannt. Die berührenden wie oft verstörenden Aufnahmen zeigen den Alltag des britischen Seebads auf eine völlig neue Art und Weise. Sie hinterfragen den Begriff der Schönheit und untersuchen das Schöne im Hässlichen und das Hässliche im Schönen, stilistisch unterstützt durch das für Martin Parr typische Blitzlicht bei Tageslicht.

Entwickelt und kuratiert wird die Ausstellung von Ralph Goertz, Leiter des IKS – Institut für Kunstdokumentation, der im NRW-Forum bereits mit den Ausstellungen Joel Meyerowitz Retrospective oder Lindbergh/Winogrand: Women on Street vertreten war.

(Text: NRW-Forum Düsseldorf)

Veranstaltung ansehen →
Ausstellung | Leben - Walter Schels | Deichtorhallen | Hamburg
Jul
19
zu 3. Okt.

Ausstellung | Leben - Walter Schels | Deichtorhallen | Hamburg


Deichtorhallen | Hamburg
19. Juli - 3. Oktober 2019

Leben
Walter Schels


Maria Hai-Anh Tuyet, 2003, aus der Serie »Noch mal leben« | je 100 x 100 cm, Pigment-Print | © Walter Schels

Maria Hai-Anh Tuyet, 2003, aus der Serie »Noch mal leben« | je 100 x 100 cm, Pigment-Print | © Walter Schels


Die Reihe HAMBURGER HELDEN, die mit der Ausstellung DIE ZWEITE HEIMAT des Fotografen Peter Bialobrzeski im vergangenen Jahr sehr erfolgreich begonnen wurde, wird im Sommer 2019 mit dem Fotografen Walter Schels (*1936) vom 19. Juli bis 3. Oktober 2019 im Haus der Photographie der Deichtorhallen fortgesetzt.

Seit über 50 Jahren beschäftigt sich Walter Schels wie kaum ein anderer Fotograf seiner Generation mit Extremsituationen des menschlichen Lebens. Der Ausnahmefotograf hat sich für viele seiner Projekte an die Ränder der Existenz begeben: Seine Serien und Langzeitprojekte widmen sich der Geburt ebenso wie dem Sterben; Menschen mit Behinderung werden ebenso wie bekannte Persönlichkeiten im Stil eines klassischen Studiofotografen vor vorwiegend neutralen, oft dunklem Hintergrund porträtiert. Er löst die Figur aus seinem Lebensraum und konzentriert sich auf den Körper sowie die Mimik der Porträtierten. Seine Fotoarbeiten haben ihm den Ruf eines nachdenklichen Existentialisten auf dem Gebiet der zeitgenössischen Portraitfotografie eingebracht.

Die von Ingo Taubhorn kuratierte Ausstellung LEBEN wird einige von Schels bekanntesten Serien präsentieren und diese durch neue Arbeiten ergänzen, die das menschliche Sein in seinen vielen Ausprägungen abbildet und visuell reflektiert. Darunter wird die bisher noch nicht gezeigte Serie Transsexuell zu sehen sein, in der Walter Schels die Entwicklung vom Zeitpunkt der ersten Hormonbehandlung bis zur abgeschlossenen Geschlechtsumwandlung junger Menschen zeigt.

1936 in Landshut geboren, war Walter Schels zunächst als Schaufensterdekorateur in Barcelona, Kanada und Genf tätig, bevor er 1966 in New York seine fotografische Karriere begann. 1970 eröffnete er in München sein eigenes Studio und arbeitete für Magazine wie den Stern und Eltern. Er wurde mehrfach ausgezeichnet, u.a. mit der Goldmedaille des Art Directors Club für Deutschland, dem Hansel-Mieth-Preis und dem World Press Photo Award 2004. Walter Schels ist Mitglied der Freien Akademie der Künste Hamburg und Ehrenmitglied des BFF (Berufsverband Freie Fotografen und Filmgestalter e.V.). Er lebt und arbeitet in Hamburg.


Mathis, 10 Monate, 2004, 15 x 15 cm, Silbergelatine-Print, Vintage | © Walter Schels

Mathis, 10 Monate, 2004, 15 x 15 cm, Silbergelatine-Print, Vintage | © Walter Schels


The HAMBURG HEROES series, which had a very successful start last year with the exhibition DIE ZWEITE HEIMAT by the photographer Peter Bialobrzeski, will continue this summer with the photographer Walter Schels (*1936) in the House of Photography at the Deichtorhallen from 19 July to 3 October 2019.

For more than 50 years, Schels has engaged like almost no other photographer of his generation with extreme situations of human life. This exceptional photographer has explored the margins of existence for many of his projects: his series and long-term projects focus on birth as well as dying. In the style of a traditional studio photographer, he depicts people with disabilities as well as famous personalities in front of a usually neutral, often dark background. He removes the figure from its environment and focuses on the body as well as the facial expressions of his subjects. His photography has earned him a reputation as a thoughtful existentialist within contemporary portrait photography.

Curated by Ingo Taubhorn, the exhibition Life will present some of Schel’s best-known series and supplement them with new works that depict and visually reflect human existence in its many forms. Among them will be the never-before-shown series Transsexual, in which Walter Schels shows the development of young people from the time of their first hormone treatment to their completed gender reassignment.

About the Photographer
Born in 1936 in Landshut, Walter Schels initially worked as a window dresser in Barcelona, Canada, and Geneva before beginning his photography career in 1966 in New York. In 1970 he opened his own studio in Munich and worked for magazines such as Stern and Eltern. He has received numerous awards, including the Gold Medal from the Art Directors Club für Deutschland, the Hansel Mieth Prize, and a World Press Photo Award in 2004. Walter Schels is a member of the Freie Akademie der Künste Hamburg and an honorary member of the Berufsverband Freie Fotografen und Filmgestalter e.V. He lives and works in Hamburg.

(Text: Deichtorhallen, Hamburg)

Veranstaltung ansehen →
Ausstellung | 22. vfg Nachwuchsförderpreis | UNO ART SPACE | Stuttgart
Jul
28
zu 14. Sep.

Ausstellung | 22. vfg Nachwuchsförderpreis | UNO ART SPACE | Stuttgart

UNO ART SPACE | Stuttgart
28. Juli - 14. September 2019 

22. vfg Nachwuchsförderpreis
Alexandra Baumgartner aus Luzern mit "Cabbage and corn, hope and sorrow"
Karla Hiraldo Voleau aus Lausanne mit "Hola Mi Amol"
Christian Indergand aus Silenen mit "Sagen aus Uri, 2018"
Ernst Kehrli aus Luzern mit "Y-Kipcorn"
Jonathan Liechti aus Bern mit "By God's Grace" Portraits"
Lisa Lurati aus Lugaggia mit "Scherzo. Molto allegro quasi presto"
Fabienne Spiller aus Schaffhausen mit "Abseits von Philia"
Aissa Tripodi aus Basel mit "Besetzt – Warten – Eintreten"
Fred Walter Uhlig aus Basel mit "Cava"
Simon von Gunten aus Solothurn mit "Cutis"


Y-KIPCORN_4.jpg
Veranstaltung ansehen →
Ausstellung | Greenpace Photo Award | f3 - freiraum für fotografie | Berlin
Aug
28
zu 3. Nov.

Ausstellung | Greenpace Photo Award | f3 - freiraum für fotografie | Berlin

  • f3 - freiraum für fotografie (Karte)
  • Google Kalender ICS

f3 - freiraum für fotografie | Berlin
28. August - 3. November 2019

Greenpeace Photo Award
Ian Willms, Pablo E. Piovano


© Ian Willms 2019, aus As Long as the Sun Shines, GREENPEACE PHOTO AWARD.

© Ian Willms 2019, aus As Long as the Sun Shines, GREENPEACE PHOTO AWARD.


Der Kanadier Ian Willms und der Argentinier Pablo E. Piovano sind die Gewinner des Greenpeace Photo Award. Der Award unterstützt die Realisierung von Foto-Dokumentationen zu relevanten Umweltproblemen und wird seit 2014 alle zwei Jahre von Greenpeace Schweiz und Greenpeace Deutschland vergeben. In ihren Langzeitprojekten befassen sich die beiden ausgezeichneten Fotografen mit den aktuellen Themen Landrechte, Klimawandel und den Auswirkungen der Ölausbeutung auf indigene Gemeinschaften.

Pablo E. Piovano dokumentiert die seit Jahrzehnten andauernden Landkonflikte in Patagonien. In der Region Araucanía in Chile verteidigen die Mapuche ihr Landrecht als gebürtige Ureinwohner*innen – auch gegen die Regierung, die sie als Terrorist*innen anklagt. Sie kämpfen gegen die Zerstörung ihrer Lebensgrundlagen und fordern das Recht ein, ihre jahrhundertealten Traditionen zu leben. In seinen Bildern kontrastiert Piovano die einzigartige Schönheit, den Artenreichtum und die kulturelle Vielfalt Patagoniens mit dem brutalen Kampf um seine Zukunft.

In seinem Projekt As Long as the Sun Shines zeigt der Fotograf Ian Willms (*1985) die Folgen der Ölsandausbeutung im kanadischen Alberta. Vor der Kulisse der Rocky Mountains reißen enorme Rodungsflächen tiefe Wunden ins Land. Mit massivem Wasser-, Energie und Chemikalienaufwand wird das Öl aus den Teersanden gewaschen – eine „Ökokatastrophe von höchster Brisanz“ (Lars Lindemann, Bildredakteur Magazin GEO). Über acht Jahre fotografierte Ian Willms einfühlsam die Zusammenhänge von wirtschaftlichem Aufschwung, globalem Klimawandel und sozialer Ungerechtigkeit gegenüber Ureinwohner*innen.


Le Canadien Ian Willms et l'Argentin Pablo E. Piovano sont les lauréats du Prix photo de Greenpeace. Ce prix soutient la réalisation de documentaires photographiques sur des problèmes environnementaux importants et est décerné tous les deux ans depuis 2014 par Greenpeace Suisse et Greenpeace Allemagne. Dans leurs projets à long terme, les deux photographes primés traitent de sujets d'actualité tels que les droits fonciers, les changements climatiques et les effets de l'exploitation pétrolière sur les communautés autochtones.

Pablo E. Piovano documente les conflits fonciers qui se déroulent en Patagonie depuis des décennies. Dans la région d'Araucanía au Chili, les Mapuches défendent leurs droits fonciers en tant que peuples autochtones autochtones* - également contre le gouvernement, qui les accuse d'être des terroristes*. Ils luttent contre la destruction de leurs moyens de subsistance et revendiquent le droit de vivre leurs traditions séculaires. Dans ses tableaux, Piovano met en contraste la beauté unique, la biodiversité et la diversité culturelle de la Patagonie avec la lutte brutale pour son avenir.

Dans son projet As Long as the Sun Shines, le photographe Ian Willms (*1985) montre les conséquences de l'exploitation des sables bitumineux en Alberta, Canada. Sur fond de montagnes Rocheuses, d'énormes zones de déforestation déchirent profondément le pays. Le pétrole est lavé des sables bitumineux à l'aide de quantités massives d'eau, d'énergie et de produits chimiques - une "éco-catastrophe de la plus haute magnitude" (Lars Lindemann, éditeur photo du magazine GEO). Pendant plus de huit ans, Ian Willms a photographié avec sensibilité les liens entre la reprise économique, les changements climatiques mondiaux et l'injustice sociale envers les peuples autochtones*.


Canadian Ian Willms and Argentinian Pablo E. Piovano are the winners of the Greenpeace Photo Award. The award supports the realisation of photo documentaries on relevant environmental problems and has been awarded every two years since 2014 by Greenpeace Switzerland and Greenpeace Germany. In their long-term projects, the two award-winning photographers deal with current topics such as land rights, climate change and the effects of oil exploitation on indigenous communities.

Pablo E. Piovano documents the land conflicts that have been going on in Patagonia for decades. In the Araucanía region in Chile, the Mapuche defend their land rights as native indigenous peoples* - also against the government, which accuses them of being terrorists*. They fight against the destruction of their livelihoods and demand the right to live their centuries-old traditions. In his pictures, Piovano contrasts the unique beauty, biodiversity and cultural diversity of Patagonia with the brutal struggle for its future.

In his project As Long as the Sun Shines, photographer Ian Willms (*1985) shows the consequences of oil sands exploitation in Alberta, Canada. Against the backdrop of the Rocky Mountains, enormous areas of deforestation tear deep wounds into the country. The oil is washed out of the tar sands using massive amounts of water, energy and chemicals - an "eco-catastrophe of the highest magnitude" (Lars Lindemann, picture editor of GEO magazine). For over eight years, Ian Willms sensitively photographed the connections between economic upswing, global climate change and social injustice towards indigenous peoples*.

In Kooperation mit Greenpeace e.V.

(Text: Freiraum hoch3, Berlin)

Veranstaltung ansehen →
Vernissage | Girls Girls Girls !!! - Bruno Bernard | in focus Galerie | Köln
Sep
7
7:00 nachm.19:00

Vernissage | Girls Girls Girls !!! - Bruno Bernard | in focus Galerie | Köln


in focus Galerie | Köln
7. September 2019

Girls Girls Girls!!!
Bruno Bernard


Bernard_of_Hollywood-Girl-10.jpg

Die Ausstellung widmet sich den aufregenden Pin Up- und Mädchenbildern des deutschamerikanischen Fotografen Bruno Bernard, auch Bernard of Hollywood (1911 – 1987) genannt. In Deutschland promovierte Bernard im Jahr 1934 in Kriminalpsychologie und emigrierte, aufgrund seiner jüdischer Abstammung, 1936 in die USA. In Los Angeles fotografierte er ab 1938 und eröffnete 1940 sein Studio in Hollywood auf dem Sunset Blvd 9055, das er 25 Jahre erfolgreich betrieb. In seinem Studio fotografierte er viele aufstrebende Hollywoodsternchen, aber auch alle großen Hollywoodstars seiner Zeit. Bernard gilt als Entdecker von Marilyn Monroe, da sie durch seine Kontakte (die damals noch unter ihrem Geburtsnamen Norma Jean Baker arbeitete) ihren ersten Filmvertrag erhielt. Carole Kismaric, Kuratorin der Ausstellung “Fame after Photography” im Museum of Modern Art schrieb in ihrem Ausstellungskatalog: “Bernards fotografischer Stil ließ die Mädchen menschlicher erscheinen [als die anderer Pin Up-Fotografen]. Die offensichtliche Verbindung zwischen Model und Kamera lässt den Betrachter innehalten und diese intensiver betrachten.” (Los Angeles Times, 2002)

Die in focus Galerie in Köln erwarb einen Teil des Nachlasses und präsentiert in der Ausstellung “Girls, Girls, Girls” rund 70 ausgewählte Arbeiten, zumeist Vintage Prints, die zwischen 1946 und 1960 vergrößert wurden, neben persönlichen Dokumenten sowie rare Skizzen zur Entstehung einzelner Arbeiten. Schwerpunkte der Ausstellung sind Arbeiten über seine Muse Lily St. Cyr, die wohl legendärste Striptease Künstlerin in dieser Zeit und die original Vorlagen zu seinem schon 1950 veröffentlichtem Buch: “Anleitung zur Pin Up Photography”.

Ein Pin-up ist ein Ganzfigurenbild mit hübschen, jungen Frauen in verschiedenen Posen. Meist haben diese Bilder erzählende, sentimentale, romantische oder patriotische Aspekte. Sie zeigen Szenen häufig erotischer Natur, aber eher andeutend als enthüllend. Selbst wenn scheinbar Einblicke gewährt werden, z.B. unter einen vom Wind empor gehobenen Rock, sind diese der Fantasie des Betrachters überlassen und bilden nichts wirklich deutlich ab. Normalerweise sind die Pin-up-Girls leicht bekleidet, es werden aber in Ausnahmefällen auch ganz oder teilweise nackte Mädchen dargestellt. Das Modell trägt entweder ein figurbetontes Kleidungsstück, das sie außer Haus tragen kann (z. B. Badeanzug, Sportdress oder ein knappes Kleidchen) oder etwas Provokantes, Intimes wie ein Negligé oder Dessous. Pin-ups waren zunächst gezeichnete Bilder, die ab den 40er Jahren immer mehr und mehr von der Fotografie abgelöst wurden. Besonders populär wurden Pin-up Fotografien in Amerika im zweiten Weltkrieg. Für die vielen amerikanischen Soldaten im Ausland bedeuteten, die oft an ihre Schrankwände aufgehängten Fotos, eine tiefe emotionale Verbundenheit mit ihrer Heimat. Pin-ups wurden auch in den großen seriösen amerikanischen Magazinen wie Life, New York Times etc. veröffentlicht, da diese als Teil der USamerikanischen Alltagskunst und Kultur angesehen wurden. Pin Ups sind deswegen so besonders und interessant, da sie im Laufe ihrer Entwicklung seit den 1920er Jahren bis heute nichts an ihrer Faszination eingebüßt haben (siehe auch Wikipedia). Bernard of Hollywood gilt als einer der bedeutentsten Fotografen dieses Genres.


Bernard_of_Hollywood-Cleo_Moore.jpg

The exhibition is dedicated to the exiting Pin Ups and girls´ pictures of the german-american photographer Bruno Bernard, better known as Bernard of Hollywood (1911 – 1987). In 1934 Bernard promoted in criminal psychology in Germany and emigrated 1936 to the USA because of his Jewish ancestry. There he photographed in Los Angeles since 1938 and opened his studio two years later in Hollywoods Sunset Blvd 9055, where he run succesfully the studio for twentyfive years. At this place he photographed many aspiring Hollywoodstars, but also all great Hollywoodstars of his time. Bernard is considered a discoverer of Marilyn Monroe, because she (who worked under her birthname Norma Jean Baker) got her first film contract through his contacts. Carole Kismaric, the curator of the exhibition “Fame after Photography” of the Museum of Modern Art, NY, wrote in the exhibition catalog: “Bernard had a way of making his subjects seem more human [than other pinup photographers]. When you see his pictures, you want to stop and look at them because of the obvious connection between the subject and the camera.” (Los Angeles Times, 2002)

The in focus gallery in Cologne purchased a part of the estate and presents about 70 selected works next to personal documents and rare sketches of the creation of single works in the exhibition “Girls, Girls, Girls.” These artworks mostly are vintage prints that had been printed between 1946 and 1960. A special attention will be paid to Bernard´s muse Lily St. Cyr, probably the most famous exotic dancer of this time and original photographs of his book “Guide to pin-up photography” published in 1950.

A Pin-up is a full-lenght picture which portrays of pretty, young women in different poses. In most cases these picutres contain a narrative, sentimental, romantic or patriotic aspect. They show erotic scenes, but rather implicativ than unveiling. Even if they allow insight, for example a blowing dress in the wind, they leave the imagination to the viewer and most of the time do not really show something. Usually Pin-up girls are not presented naked, but in exceptional cases they are partly or completely naked. The model wears figure-accentuating garments which she can wear out of house (for example a swimsuit, a sportdress or a short dress) or something more provocatively and intim like a negligé or a dessous. First Pin-ups had been sketched pictures which were stipped off by photography during the 1940s. Exspecially Pin-up photographies became famous during World War II. American soldiers associated them with their homeland and pinned these photographes on their wall unit. Pin-ups were also published in reputable journals and magazines like Life, New York Times etc., because they were part of the US-american everyday art and culture. Because of that Pin-ups are such extraordinary and interesting and did not loose their faszination since the 1920s until today (reference to Wikipedia). Bernard of Hollywood is one of the major photographers of this genre.

Veranstaltung ansehen →
Ausstellung | Girls Girls Girls !!! - Bruno Bernard | in focus Galerie | Köln
Sep
10
zu 12. Okt.

Ausstellung | Girls Girls Girls !!! - Bruno Bernard | in focus Galerie | Köln


in focus Galerie | Köln
10. September - 12. Oktober 2019

Girls Girls Girls!!!
Bruno Bernard


Bernard_of_Hollywood-Girl-10.jpg

Die Ausstellung widmet sich den aufregenden Pin Up- und Mädchenbildern des deutschamerikanischen Fotografen Bruno Bernard, auch Bernard of Hollywood (1911 – 1987) genannt. In Deutschland promovierte Bernard im Jahr 1934 in Kriminalpsychologie und emigrierte, aufgrund seiner jüdischer Abstammung, 1936 in die USA. In Los Angeles fotografierte er ab 1938 und eröffnete 1940 sein Studio in Hollywood auf dem Sunset Blvd 9055, das er 25 Jahre erfolgreich betrieb. In seinem Studio fotografierte er viele aufstrebende Hollywoodsternchen, aber auch alle großen Hollywoodstars seiner Zeit. Bernard gilt als Entdecker von Marilyn Monroe, da sie durch seine Kontakte (die damals noch unter ihrem Geburtsnamen Norma Jean Baker arbeitete) ihren ersten Filmvertrag erhielt. Carole Kismaric, Kuratorin der Ausstellung “Fame after Photography” im Museum of Modern Art schrieb in ihrem Ausstellungskatalog: “Bernards fotografischer Stil ließ die Mädchen menschlicher erscheinen [als die anderer Pin Up-Fotografen]. Die offensichtliche Verbindung zwischen Model und Kamera lässt den Betrachter innehalten und diese intensiver betrachten.” (Los Angeles Times, 2002)

Die in focus Galerie in Köln erwarb einen Teil des Nachlasses und präsentiert in der Ausstellung “Girls, Girls, Girls” rund 70 ausgewählte Arbeiten, zumeist Vintage Prints, die zwischen 1946 und 1960 vergrößert wurden, neben persönlichen Dokumenten sowie rare Skizzen zur Entstehung einzelner Arbeiten. Schwerpunkte der Ausstellung sind Arbeiten über seine Muse Lily St. Cyr, die wohl legendärste Striptease Künstlerin in dieser Zeit und die original Vorlagen zu seinem schon 1950 veröffentlichtem Buch: “Anleitung zur Pin Up Photography”.

Ein Pin-up ist ein Ganzfigurenbild mit hübschen, jungen Frauen in verschiedenen Posen. Meist haben diese Bilder erzählende, sentimentale, romantische oder patriotische Aspekte. Sie zeigen Szenen häufig erotischer Natur, aber eher andeutend als enthüllend. Selbst wenn scheinbar Einblicke gewährt werden, z.B. unter einen vom Wind empor gehobenen Rock, sind diese der Fantasie des Betrachters überlassen und bilden nichts wirklich deutlich ab. Normalerweise sind die Pin-up-Girls leicht bekleidet, es werden aber in Ausnahmefällen auch ganz oder teilweise nackte Mädchen dargestellt. Das Modell trägt entweder ein figurbetontes Kleidungsstück, das sie außer Haus tragen kann (z. B. Badeanzug, Sportdress oder ein knappes Kleidchen) oder etwas Provokantes, Intimes wie ein Negligé oder Dessous. Pin-ups waren zunächst gezeichnete Bilder, die ab den 40er Jahren immer mehr und mehr von der Fotografie abgelöst wurden. Besonders populär wurden Pin-up Fotografien in Amerika im zweiten Weltkrieg. Für die vielen amerikanischen Soldaten im Ausland bedeuteten, die oft an ihre Schrankwände aufgehängten Fotos, eine tiefe emotionale Verbundenheit mit ihrer Heimat. Pin-ups wurden auch in den großen seriösen amerikanischen Magazinen wie Life, New York Times etc. veröffentlicht, da diese als Teil der USamerikanischen Alltagskunst und Kultur angesehen wurden. Pin Ups sind deswegen so besonders und interessant, da sie im Laufe ihrer Entwicklung seit den 1920er Jahren bis heute nichts an ihrer Faszination eingebüßt haben (siehe auch Wikipedia). Bernard of Hollywood gilt als einer der bedeutentsten Fotografen dieses Genres.


Bernard_of_Hollywood-Cleo_Moore.jpg

The exhibition is dedicated to the exiting Pin Ups and girls´ pictures of the german-american photographer Bruno Bernard, better known as Bernard of Hollywood (1911 – 1987). In 1934 Bernard promoted in criminal psychology in Germany and emigrated 1936 to the USA because of his Jewish ancestry. There he photographed in Los Angeles since 1938 and opened his studio two years later in Hollywoods Sunset Blvd 9055, where he run succesfully the studio for twentyfive years. At this place he photographed many aspiring Hollywoodstars, but also all great Hollywoodstars of his time. Bernard is considered a discoverer of Marilyn Monroe, because she (who worked under her birthname Norma Jean Baker) got her first film contract through his contacts. Carole Kismaric, the curator of the exhibition “Fame after Photography” of the Museum of Modern Art, NY, wrote in the exhibition catalog: “Bernard had a way of making his subjects seem more human [than other pinup photographers]. When you see his pictures, you want to stop and look at them because of the obvious connection between the subject and the camera.” (Los Angeles Times, 2002)

The in focus gallery in Cologne purchased a part of the estate and presents about 70 selected works next to personal documents and rare sketches of the creation of single works in the exhibition “Girls, Girls, Girls.” These artworks mostly are vintage prints that had been printed between 1946 and 1960. A special attention will be paid to Bernard´s muse Lily St. Cyr, probably the most famous exotic dancer of this time and original photographs of his book “Guide to pin-up photography” published in 1950.

A Pin-up is a full-lenght picture which portrays of pretty, young women in different poses. In most cases these picutres contain a narrative, sentimental, romantic or patriotic aspect. They show erotic scenes, but rather implicativ than unveiling. Even if they allow insight, for example a blowing dress in the wind, they leave the imagination to the viewer and most of the time do not really show something. Usually Pin-up girls are not presented naked, but in exceptional cases they are partly or completely naked. The model wears figure-accentuating garments which she can wear out of house (for example a swimsuit, a sportdress or a short dress) or something more provocatively and intim like a negligé or a dessous. First Pin-ups had been sketched pictures which were stipped off by photography during the 1940s. Exspecially Pin-up photographies became famous during World War II. American soldiers associated them with their homeland and pinned these photographes on their wall unit. Pin-ups were also published in reputable journals and magazines like Life, New York Times etc., because they were part of the US-american everyday art and culture. Because of that Pin-ups are such extraordinary and interesting and did not loose their faszination since the 1920s until today (reference to Wikipedia). Bernard of Hollywood is one of the major photographers of this genre.

Veranstaltung ansehen →
Vernissage | La Mer - Frank Paul Kistner | Uno Art Space | Stuttgart
Sep
19
7:00 nachm.19:00

Vernissage | La Mer - Frank Paul Kistner | Uno Art Space | Stuttgart


Uno Art Space | Stuttgart
19. September 2019

La Mer
Frank Paul Kistner


La Mer_1.jpg

Frank Paul Kistner fotografiert das leere Meer für seine umfangreiche und teils großformatige Serie La Mer. Zwischen Himmel und Meer vermischen sich Blau, Grün und Türkis. Das Meer glitzert und funkelt, schäumt, tost, braust oder ist gänzlich ruhig und leise. Der Horizont sitzt tief und wirkt erhaben weit. Ein schier unendlicher, magischer Raum tut sich auf. Nicht nur malerisch ist er erkundbar, sondern auch in seiner psychologischen und philosophisch-transzendenten Dimension. Bildende und Darstellende Künstler, Literaten, Lyriker und Musiker haben sich seit Jahrtausenden mit dem Meer beschäftigt. Die Seestücke von Frank Paul Kistner verzaubern, verführen einen, den verborgenen, geheimnisvollen Raum unter der Meeresoberfläche mit seinen Sehnsüchten zu füllen. Auch das Unterbewusste fließt mit ein. Irdische Widrigkeiten verblassen. Erhabenes und Wohltuendes kann sich dann ausbreiten – zumindest für diesen Moment.

(Text: Uno Art Space, Stuttgart)

Veranstaltung ansehen →
Ausstellung | La Mer - Frank Paul Kistner | Uno Art Space | Stuttgart
Sep
20
zu 22. Nov.

Ausstellung | La Mer - Frank Paul Kistner | Uno Art Space | Stuttgart


Uno Art Space | Stuttgart
21. September - 22. November 2019

La Mer
Frank Paul Kistner


La Mer_1.jpg

Frank Paul Kistner fotografiert das leere Meer für seine umfangreiche und teils großformatige Serie La Mer. Zwischen Himmel und Meer vermischen sich Blau, Grün und Türkis. Das Meer glitzert und funkelt, schäumt, tost, braust oder ist gänzlich ruhig und leise. Der Horizont sitzt tief und wirkt erhaben weit. Ein schier unendlicher, magischer Raum tut sich auf. Nicht nur malerisch ist er erkundbar, sondern auch in seiner psychologischen und philosophisch-transzendenten Dimension. Bildende und Darstellende Künstler, Literaten, Lyriker und Musiker haben sich seit Jahrtausenden mit dem Meer beschäftigt. Die Seestücke von Frank Paul Kistner verzaubern, verführen einen, den verborgenen, geheimnisvollen Raum unter der Meeresoberfläche mit seinen Sehnsüchten zu füllen. Auch das Unterbewusste fließt mit ein. Irdische Widrigkeiten verblassen. Erhabenes und Wohltuendes kann sich dann ausbreiten – zumindest für diesen Moment.

(Text: Uno Art Space, Stuttgart)

Veranstaltung ansehen →
Ausstellung | Fotografie der Nachkriegsmoderne - Ludwig Windstosser | Museum für Fotografie | Berlin
Okt
12
zu 23. Feb.

Ausstellung | Fotografie der Nachkriegsmoderne - Ludwig Windstosser | Museum für Fotografie | Berlin

  • Museum für Fotografie (Karte)
  • Google Kalender ICS

Museum für Fotografie | Berlin
12. Oktober 2019 - 23. Februar 2020

Fotografie der Nachkriegsmoderne
Ludwig Windstosser


Ludwig Windstosser: Aral, Benzin-Raffinerie, 1967, Farbpapier, © Staatliche Museen zu Berlin, Kunstbibliothek / Ludwig Windstosser

Ludwig Windstosser: Aral, Benzin-Raffinerie, 1967, Farbpapier, © Staatliche Museen zu Berlin, Kunstbibliothek / Ludwig Windstosser


Mit rund 200 Aufnahmen präsentiert die Ausstellung eine Auswahl aus dem Nachlass des Stuttgarter Fotografen Ludwig Windstosser (1921-1983), den die Kunstbibliothek im Museum für Fotografie bewahrt. Durch seine Firmenporträts avancierte Windstosser zum führenden Industriefotografen der westdeutschen Nachkriegszeit und ist dennoch bis heute weitgehend unbekannt. Die Ausstellung ist der erste Versuch, einen umfassenden Einblick in Leben und Werk des Fotografen zu geben, der bislang noch in keiner Einzelausstellung gewürdigt wurde.

Tendenzen der Nachkriegsavantgarde
In den ersten Jahren nach dem Zweiten Weltkrieg war Windstosser Mitglied der Gruppe fotoform und beteiligte sich an den Ausstellungen und Buchprojekten der "subjektiven Fotografie". In Anknüpfung an die fotografischen Tendenzen der 1920er und frühen 30er Jahre prägte vor allem fotoform die Bildsprache der fotokünstlerischen Nachkriegsavantgarde. Steile Perspektiven, ungewöhnliche Bildausschnitte und starke Kontraste finden sich auch in den Werbeaufnahmen, die er als Industriefotograf ab den frühen 1950er Jahren für viele Firmen – vom Stahlbau über Pharmahersteller bis hin zur Textilbranche – realisierte. So porträtierte er das Bergbauunternehmen Ruhrkohle AG, das für den Aufschwung der westdeutschen Wirtschaft eine maßgebliche Rolle spielte. In seinen Fotografien zeigt er den Produktionsablauf von den Schächten bis hin in die heimischen Öfen und entwickelt dabei ein Bild vom Bergbau, das auch heute noch im kollektiven Gedächtnis präsent ist.

Gegenüberstellungen von Großstadt und Natur
Auch für seine zahlreichen Buchprojekte fing Windstosser den nachkriegsdeutschen Zeitgeist mit seiner Kamera ein. Die Bildbände führen das Lebensgefühl in Großstädten wie Berlin oder Stuttgart einerseits sowie ein breites Spektrum an Landschaftsaufnahmen andererseits vor Augen. Der 1972 erschienene Bildband "Berlin: teils teils" ist ein Porträt West-Berlins, in einer von Wiederaufbau und Fortschritt aber auch dem Wunsch nach Normalität und Sicherheit geprägten Zeit. Dieses Spannungsfeld zieht sich durch geschickte Gegenüberstellungen durch das gesamte Farbfotobuch.

Begleitband zur Ausstellung
Der zur Ausstellung erscheinende 80-seitige Begleitband vertieft die drei Hauptaspekte im Schaffen Windstossers – künstlerische Fotografie, Industriefotografie, Stadt- und Landschaftsaufnahmen. Die Karriere Ludwig Windstossers steht exemplarisch für das Wirken vieler Fotografinnen und Fotografen in der Zeit des westdeutschen Wirtschaftswunders, seine Arbeit ist andererseits einzigartig in der Vielseitigkeit ihrer Bildsprache.

(Text: Museum für Fotografie, Berlin)

Veranstaltung ansehen →
Ausstellung | Un'Antologia - Paolo Pellegrin | Deichtorhallen | Hamburg
Okt
31
zu 1. März

Ausstellung | Un'Antologia - Paolo Pellegrin | Deichtorhallen | Hamburg


Deichtorhallen | Hamburg
31. Oktober 2019 - 1. März 2020

Un’Antologia
Paolo Pellegrin


Rome. Italy, 2015 © Paolo Pellegrin/Magnum Photos

Rome. Italy, 2015 © Paolo Pellegrin/Magnum Photos


Paolo Pellegrin (geboren 1964 in Rom), zehnfacher Preisträger des World Press Photo Awards und zahlreicher weiterer Auszeichnungen, kombiniert in seinen Bildern seine Erfahrungen als Dokumentarfotograf in Krisengebieten und an Kriegschauplätzen mit der visuelle Intensität eines Künstlers. Die Ausstellung UN'ANTOLOGIA blickt zurück auf Pellegrins zwanzigjährige Karriere und wurde mehr als zwei Jahre intensiv in den Archiven des italienischen Magnum-Fotografen vorbereitet. Zu sehen sind mehr als 150 Bilder, viele davon unveröffentlicht, sowie Videoaufnahmen von 1998 bis 2017.

Städtische Armut, Krankheiten, Natur- oder Umweltkatastrophen und Konflikte in jedem Winkel der Welt – Pellegrin hat alles gesehen auf der Welt. Seine Bilder von der sich verändernden Schönheit der Antarktis zeigen Pellegrins visionären Ansatz in der Fotografie. »Ich bin nicht daran interessiert ein Foto zu stehlen. Ich interessiere mich stattdessen, so weit ich kann, für das Leben der Leuten, die ich fotografiere Ich verfolge einen anthropologischen Ansatz: Ich möchte Motive und Themen finden, um meine Geschichten zu erzählen.«

Die Schau gliedert sich in zwei große Teile: dem ersten über den Menschen und dem zweiten über die Natur. Anhand von Notizen, Notizbücher und Zeichnungen, die seine fotografischen Arbeiten zugrunde liegen, können Besucher*innen einen Blick hinter die Kulissen von Pellegrins kreativen Prozess werfen.

Die Ausstellung UN'ANTOLOGIA ist nicht nur eine Hommage an Pellegrins Werk, sondern zeigt, dass Reportagefotografie weit mehr sein kann, als nur ein Medium für Nachrichten und Informationen.


Paolo Pellegrin (né en 1964 à Rome), dix fois lauréat du World Press Photo Award et de nombreux autres prix, combine dans ses images son expérience de photographe documentaire dans les zones de crise et les théâtres de guerre avec l'intensité visuelle d'un artiste. L'exposition UN'ANTOLOGIA retrace les vingt ans de carrière de Pellegrin et a été intensivement préparée pendant plus de deux ans dans les archives du photographe italien Magnum. Plus de 150 images, dont plusieurs inédites, ainsi que des séquences vidéo de 1998 à 2017 sont exposées.

Pauvreté urbaine, maladies, catastrophes naturelles ou environnementales et conflits aux quatre coins du monde - Pellegrin a tout vu dans le monde. Ses images de la beauté changeante de l'Antarctique montrent l'approche visionnaire de Pellegrin envers la photographie. "Je ne suis pas intéressé à voler une photo. Je m'intéresse, autant que possible, à la vie des gens que je photographie et je suis une approche anthropologique : je veux trouver des motifs et des thèmes pour raconter mes histoires."

Le spectacle est divisé en deux grandes parties : la première sur les gens et la seconde sur la nature. A l'aide de notes, de carnets et de dessins sur lesquels s'appuient ses œuvres photographiques, le visiteur* peut jeter un coup d'œil dans les coulisses du processus créatif de Pellegrin.

L'exposition UN'ANTOLOGIA n'est pas seulement un hommage au travail de Pellegrin, elle montre aussi que la photographie de reportage peut être bien plus qu'un simple support d'information et de nouvelles.


Paolo Pellegrin (nato a Roma nel 1964), dieci volte vincitore del World Press Photo Award e di numerosi altri premi, unisce nelle sue immagini la sua esperienza di fotografo documentarista in aree di crisi e teatri di guerra con l'intensità visiva di un artista. La mostra UN'ANTOLOGIA ripercorre la ventennale carriera di Pellegrin ed è stata preparata intensamente per più di due anni negli archivi del fotografo italiano Magnum. Sono esposte più di 150 immagini, molte delle quali inedite, oltre a riprese video dal 1998 al 2017.

Povertà urbana, malattie, disastri naturali o ambientali e conflitti in ogni angolo del mondo - Pellegrin ha visto tutto nel mondo. Le sue immagini della mutevole bellezza dell'Antartide mostrano l'approccio visionario di Pellegrin alla fotografia. "Non mi interessa rubare una foto. Mi interessa, invece, per quanto posso, la vita delle persone che fotografo. Seguo un approccio antropologico: voglio trovare motivi e temi per raccontare le mie storie".

Lo spettacolo è diviso in due grandi parti: la prima sulle persone e la seconda sulla natura. Attraverso gli appunti, i quaderni e i disegni su cui si basano le sue opere fotografiche, i visitatori* possono dare uno sguardo dietro le quinte del processo creativo di Pellegrin.

La mostra UN'ANTOLOGIA non è solo un omaggio al lavoro di Pellegrin, ma dimostra anche che la fotografia di reportage può essere molto più di un semplice mezzo di informazione e informazione.


Paolo Pellegrin (born 1964 in Rome), ten-time winner of the World Press Photo Award and numerous other awards, combines in his pictures his experience as a documentary photographer in crisis areas and theatres of war with the visual intensity of an artist. The exhibition UN'ANTOLOGIA looks back on Pellegrin's twenty-year career and was intensively prepared for more than two years in the archives of the Italian Magnum photographer. On view are more than 150 images, many of them unpublished, as well as video footage from 1998 to 2017.

Urban poverty, disease, natural or environmental disasters and conflicts in every corner of the world - Pellegrin has seen everything in the world. His images of the changing beauty of Antarctica show Pellegrin's visionary approach to photography. "I'm not interested in stealing a photo. Instead, I'm interested, as far as I can, in the lives of the people I photograph. I follow an anthropological approach: I want to find motifs and themes to tell my stories."

The show is divided into two large parts: the first about people and the second about nature. Using the notes, notebooks and drawings on which his photographic works are based, visitors* can take a look behind the scenes at Pellegrin's creative process.

The exhibition UN'ANTOLOGIA is not only a tribute to Pellegrin's work, but also shows that reportage photography can be much more than just a medium for news and information.

(Text: Deichtorhallen, Hamburg)

Veranstaltung ansehen →

Vernissage | 22. vfg Nachwuchsförderpreis | UNO ART SPACE | Stuttgart
Jul
27
7:00 nachm.19:00

Vernissage | 22. vfg Nachwuchsförderpreis | UNO ART SPACE | Stuttgart

UNO ART SPACE | Stuttgart
27. Juli 2019

22. vfg Nachwuchsförderpreis
Alexandra Baumgartner aus Luzern mit "Cabbage and corn, hope and sorrow"
Karla Hiraldo Voleau aus Lausanne mit "Hola Mi Amol"
Christian Indergand aus Silenen mit "Sagen aus Uri, 2018"
Ernst Kehrli aus Luzern mit "Y-Kipcorn"
Jonathan Liechti aus Bern mit "By God's Grace" Portraits"
Lisa Lurati aus Lugaggia mit "Scherzo. Molto allegro quasi presto"
Fabienne Spiller aus Schaffhausen mit "Abseits von Philia"
Aissa Tripodi aus Basel mit "Besetzt – Warten – Eintreten"
Fred Walter Uhlig aus Basel mit "Cava"
Simon von Gunten aus Solothurn mit "Cutis"


Y-KIPCORN_4.jpg
Veranstaltung ansehen →
Vernissage | Leben - Walter Schels | Deichtorhallen | Hamburg
Jul
18
7:00 nachm.19:00

Vernissage | Leben - Walter Schels | Deichtorhallen | Hamburg


Deichtorhallen | Hamburg
18. Juli 2019

Leben
Walter Schels


Maria Hai-Anh Tuyet, 2003, aus der Serie »Noch mal leben« | je 100 x 100 cm, Pigment-Print | © Walter Schels

Maria Hai-Anh Tuyet, 2003, aus der Serie »Noch mal leben« | je 100 x 100 cm, Pigment-Print | © Walter Schels


Die Reihe HAMBURGER HELDEN, die mit der Ausstellung DIE ZWEITE HEIMAT des Fotografen Peter Bialobrzeski im vergangenen Jahr sehr erfolgreich begonnen wurde, wird im Sommer 2019 mit dem Fotografen Walter Schels (*1936) vom 19. Juli bis 3. Oktober 2019 im Haus der Photographie der Deichtorhallen fortgesetzt.

Seit über 50 Jahren beschäftigt sich Walter Schels wie kaum ein anderer Fotograf seiner Generation mit Extremsituationen des menschlichen Lebens. Der Ausnahmefotograf hat sich für viele seiner Projekte an die Ränder der Existenz begeben: Seine Serien und Langzeitprojekte widmen sich der Geburt ebenso wie dem Sterben; Menschen mit Behinderung werden ebenso wie bekannte Persönlichkeiten im Stil eines klassischen Studiofotografen vor vorwiegend neutralen, oft dunklem Hintergrund porträtiert. Er löst die Figur aus seinem Lebensraum und konzentriert sich auf den Körper sowie die Mimik der Porträtierten. Seine Fotoarbeiten haben ihm den Ruf eines nachdenklichen Existentialisten auf dem Gebiet der zeitgenössischen Portraitfotografie eingebracht.

Die von Ingo Taubhorn kuratierte Ausstellung LEBEN wird einige von Schels bekanntesten Serien präsentieren und diese durch neue Arbeiten ergänzen, die das menschliche Sein in seinen vielen Ausprägungen abbildet und visuell reflektiert. Darunter wird die bisher noch nicht gezeigte Serie Transsexuell zu sehen sein, in der Walter Schels die Entwicklung vom Zeitpunkt der ersten Hormonbehandlung bis zur abgeschlossenen Geschlechtsumwandlung junger Menschen zeigt.

1936 in Landshut geboren, war Walter Schels zunächst als Schaufensterdekorateur in Barcelona, Kanada und Genf tätig, bevor er 1966 in New York seine fotografische Karriere begann. 1970 eröffnete er in München sein eigenes Studio und arbeitete für Magazine wie den Stern und Eltern. Er wurde mehrfach ausgezeichnet, u.a. mit der Goldmedaille des Art Directors Club für Deutschland, dem Hansel-Mieth-Preis und dem World Press Photo Award 2004. Walter Schels ist Mitglied der Freien Akademie der Künste Hamburg und Ehrenmitglied des BFF (Berufsverband Freie Fotografen und Filmgestalter e.V.). Er lebt und arbeitet in Hamburg.


Mathis, 10 Monate, 2004, 15 x 15 cm, Silbergelatine-Print, Vintage | © Walter Schels

Mathis, 10 Monate, 2004, 15 x 15 cm, Silbergelatine-Print, Vintage | © Walter Schels


The HAMBURG HEROES series, which had a very successful start last year with the exhibition DIE ZWEITE HEIMAT by the photographer Peter Bialobrzeski, will continue this summer with the photographer Walter Schels (*1936) in the House of Photography at the Deichtorhallen from 19 July to 3 October 2019.

For more than 50 years, Schels has engaged like almost no other photographer of his generation with extreme situations of human life. This exceptional photographer has explored the margins of existence for many of his projects: his series and long-term projects focus on birth as well as dying. In the style of a traditional studio photographer, he depicts people with disabilities as well as famous personalities in front of a usually neutral, often dark background. He removes the figure from its environment and focuses on the body as well as the facial expressions of his subjects. His photography has earned him a reputation as a thoughtful existentialist within contemporary portrait photography.

Curated by Ingo Taubhorn, the exhibition Life will present some of Schel’s best-known series and supplement them with new works that depict and visually reflect human existence in its many forms. Among them will be the never-before-shown series Transsexual, in which Walter Schels shows the development of young people from the time of their first hormone treatment to their completed gender reassignment.

About the Photographer
Born in 1936 in Landshut, Walter Schels initially worked as a window dresser in Barcelona, Canada, and Geneva before beginning his photography career in 1966 in New York. In 1970 he opened his own studio in Munich and worked for magazines such as Stern and Eltern. He has received numerous awards, including the Gold Medal from the Art Directors Club für Deutschland, the Hansel Mieth Prize, and a World Press Photo Award in 2004. Walter Schels is a member of the Freie Akademie der Künste Hamburg and an honorary member of the Berufsverband Freie Fotografen und Filmgestalter e.V. He lives and works in Hamburg.

(Text: Deichtorhallen, Hamburg)

Veranstaltung ansehen →
Vernissage | Retrospektive - Martin Parr | NRW-Forum | Düsseldorf
Jul
18
7:00 nachm.19:00

Vernissage | Retrospektive - Martin Parr | NRW-Forum | Düsseldorf


NRW-Forum | Düsseldorf
18. Juli 2019

Retrospektive
Martin Parr


Martin Parr: Knokke, Belgium 2001, © Martin Parr / Magnum Photos

Martin Parr: Knokke, Belgium 2001, © Martin Parr / Magnum Photos


„Wenn die Leute beim Betrachten meiner Bilder gleichzeitig weinen und lachen, dann ist das genau die Reaktion, die die Bilder auch bei mir hervorrufen. Die Dinge sind weder grundsätzlich gut noch schlecht. Ich bin immer daran interessiert, beide Extreme darzustellen.“

(Martin Parr)

Der englische Fotograf Martin Parr gilt als einer der wichtigsten Vertreter der zeitgenössischen Dokumentarfotografie und als Chronist unserer Zeit. Das NRW-Forum Düsseldorf präsentiert vom 19. Juli bis 10. November 2019 die bisher umfassendste Retrospektive des britischen Fotografen, der die Welt mit einem präzisen und liebevollen Blick abtastet und ihr gleichzeitig den Spiegel vorhält.

Martin Parrs Lieblingsmotiv ist der Mensch in seiner alltäglichen oder selbst gewählten Umgebung. Seine Aufnahmen wirken oft übertrieben, schrill, bunt, teilweise grotesk. In seinem Blick auf den Menschen liegt oft etwas Fassungsloses und Schonungsloses. Gepaart mit dem typisch englischen Humor lichtet er die Welt und die Menschen, die in ihr leben, in den schillerndsten Farben ab.

Die Ausstellung ist mit über 400 Werken die bisher umfassendste Retrospektive des britischen Magnum-Fotografen. Neben Arbeiten aus berühmten Serien wie The last Resort, Think of England, Luxury, Life’s a Beach und Common Sense umfasst die Ausstellung in Düsseldorf erstmals auch frühe Fotografien seiner Debüt-Serie Bad Weather. Die Martin Parr Retrospektive zeigt den Fotografen dabei nicht nur als Satiriker, sondern richtet den Fokus auf das fotografische Können und den zeitgenössischen Umgang mit dem Medium der Fotografie. Eigens für die Ausstellung im NRW-Forum entstand die Serie Kleingärtner, die Martin Parr im Großraum Düsseldorf fotografiert hat.

Für seine Aufnahmen begibt sich Martin Parr, der seit 1994 der Agentur Magnum Photo angehört, an die Lieblingsorte der Menschen: den Strand, Sehenswürdigkeiten, Ausflugsziele. Er sucht Orte mit Extremen und ist ein Meister der Aufdeckung von Beziehungsgeflechten und gesellschaftlichen Strukturen. Mit dem Stilmittel der Übertreibung arbeitet er Klischees heraus und führt gerne die oft obszöne Selbstpräsentation oder das Konsumverhalten von Menschen vor Augen. Zu Beginn seiner Laufbahn in den 1970er Jahren dokumentierte er die nähere Umgebung seiner Heimat in kontrastreichen Schwarz-Weiß-Aufnahmen. Anfang der 1980er Jahre verwendete er zunehmend Farbe, änderte seinen Stil und wechselte von einer 35mm Kleinbildkamera zu der neunen Plaubel 6x7 Mittelformatkamera. Sein 1982 begonnenes und 1986 erstmals veröffentlichtes Projekt The Last Resort, mit dem er das britische Strandleben in New Brighton dokumentierte, gilt heute als Meilenstein der Fotografie und machte ihn international bekannt. Die berührenden wie oft verstörenden Aufnahmen zeigen den Alltag des britischen Seebads auf eine völlig neue Art und Weise. Sie hinterfragen den Begriff der Schönheit und untersuchen das Schöne im Hässlichen und das Hässliche im Schönen, stilistisch unterstützt durch das für Martin Parr typische Blitzlicht bei Tageslicht.

Entwickelt und kuratiert wird die Ausstellung von Ralph Goertz, Leiter des IKS – Institut für Kunstdokumentation, der im NRW-Forum bereits mit den Ausstellungen Joel Meyerowitz Retrospective oder Lindbergh/Winogrand: Women on Street vertreten war.

(Text: NRW-Forum Düsseldorf)

Veranstaltung ansehen →
Vernissage | Gute Aussichten 2018/2019 | Deichtorhallen | Hamburg
Jul
12
7:00 nachm.19:00

Vernissage | Gute Aussichten 2018/2019 | Deichtorhallen | Hamburg



Die "Konkrete" Idee | Patrick Knuchel

Die "Konkrete" Idee | Patrick Knuchel

Im 15. Jahr seines Bestehens präsentiert gute aussichten 2018/2019 im Haus der Photographie eine inhaltliche, ästhetische und mediale Bandbreite, wie sie die jungen Fotograf*innen in Deutschland hervorbringen. Ein überraschendes Spektrum vielfältiger Ideen, fotografischer Strategien und formaler wie medialer Umsetzungen, die den aktuellen Status Quo der jungen Fotografie widerspiegeln. 

Die neunköpfige Jury, die durch die Teilnahme des renommierten Fotografen Elger Esser und des bekannten Verlegers Gerhard Steidl unterstützt wurde, wählte aus 98 Einreichungen von 40 Institutionen 9 Preisträger*innen und ihre ausgezeichneten Arbeiten aus. Das verbindende, spürbare Element aller Arbeiten ist – bei aller Unterschiedlichkeit an Themen und Formen – der wendende Punkt, der mit Anfang oft schließt und mit Ende beginnt.

Was sich einmal etabliert hat, lässt sich schwer wieder aus der Welt schaffen – das gilt für jedwede Struktur, sei sie geistiger oder physikalischer Natur. So ist es äußerst erfrischend, wenn die neun Preisträger/Innen von gute aussichten – junge deutsche fotografie 2018/2019 allesamt frischen Wind in ein Feld hineintragen, dessen bildgestalterische Möglichkeiten aller Kassandrarufe zum Trotz offensichtlich bei weitem noch nicht ausgeschöpft sind.

Preisträger*innen: Lorraine Hellwig, Laila Kaletta, Patrick Knuchel, Benjamin Kummer, Steve Luxembourg, Sina Niemeyer, Malte Sänger, Robert ter Horst und Anna Tiessen.

(Text: Deichtorhallen, Hamburg)

Veranstaltung ansehen →
Artist Talk | Material - Tobias Kruse | Robert Morat Galerie | Berlin
Jun
27
7:00 nachm.19:00

Artist Talk | Material - Tobias Kruse | Robert Morat Galerie | Berlin


Robert Morat Galerie | Berlin
27. Juni 2019

Tobias Kruse im Gespräch mit Felix Hoffmann, Kurator, C/O Berlin
Limitierte Plätze, Anmeldung bis zum Dienstag, den 25. Juni um 12 Uhr

Material
Tobias Kruse


Material #008, Archival Pigment Print

Material #008, Archival Pigment Print


Die Serie umfasst visuelle Erzählungen, Notizen und Beobachtungen aus den letzen zehn Jahren, in denen Tobias Kruse Bilder produziert hat, die eine Stimmung, ein Lebensgefühl in eine authentische Bildsprache überführt haben. „Tobias Kruse hat in den vergangenen Jahren die unsagbaren Momente des Lebens festgehalten: Die Form eines Gegenstands, die Gewissheit um bevorstehende Verletzungen, die Geburt der Kinder und das Glück auf ihrer Haut“, schrieb Laura Benz anlässlich der Buchveröffentlichung. „Viele nennen die Arbeit ein Tagebuch, aber genau das ist es natürlich nicht“, sagt Tobias Kruse. „Es sind Miniaturen, ein Kondensat.“


The series includes narratives, notes and observations from the past ten years, in which Tobias Kruse has produced images that translate a mood, a sense of life into an authentic visual language. “In recent years, Tobias Kruse has captured the unspeakable moments of life: the shape of an object, the certainty of impending injuries, the birth of children and happiness on their skin,” wrote Laura Benz on the occasion of the book's publication. “Many call the work a diary, but of course that's not what it is”, says Tobias Kruse. “It's miniatures, a condensate.”

(Text: Robert Morat Galerie, Berlin)

Veranstaltung ansehen →
Ausstellung | Allegories - Olivier Richon | Galerie Susanne Albrecht | Berlin
Jun
22
zu 17. Aug.

Ausstellung | Allegories - Olivier Richon | Galerie Susanne Albrecht | Berlin

  • Galerie Susanne Albrecht (Karte)
  • Google Kalender ICS

Galerie Susanne Albrecht | Berlin
22. Juni - 17. August 2019

Allegories
Olivier Richon


A bunch of asparagus, 2016, C-Type analogue, 60 x 42 cm

A bunch of asparagus, 2016, C-Type analogue, 60 x 42 cm

Die Fotoserie Allegorien entstand zwischen den Jahren 1983 und 2016. Ausschliesslich Innenaufnahmen stellen sie das Leben Objekten und Tieren bildlich dar und lenken die Aufmerksamkeit auf die speziell dem Foto innewohnende im Augenblick statisch festgehaltene
Zeit: Eine an Innenräume gebundene Traumzeit. Hier ist der fotografische Raum rein imaginativ, auch wenn wirkliche Objekte und Tiere verwendet werden.

Der Papagei sieht aus wie eine Illustration zum Erlernen von Worten … P steht für Parrot, aber er erinnert auch an den Papagei der Literatur, der in Flauberts Kurzgeschichte „A Simple Heart“ beschrieben wird. Wie die Fotografie ist der Papagei sehr redegewandt, hat aber keinen Sinn für Grammatik. Eigentlich zu einem Bauernhof gehörende Tiere wandern deplaziert in den Korridoren einer Provinzschule herum Ein zusammengebundenes Bündel Spargel ist unbeweglich still. Ein zerbrochenes Ei gibt einem Buttermesser Herberge. Gemüse wird mit geometrischen Formen verglichen, ein gelehrter Affe starrt auf den Betrachter.

Dies ist nicht so sehr eine Metaphysik von Objekten als eine Paraphysik von Formen – die sogenannte Wissenschaft imaginierter Lösungen. Hier ruft das Bild den Satz von Salvador Dali in Erinnerung: „Fotografie, reine Erfindung des Geistes.“ (1972)

Olivier Richon wurde 1956 in Lausanne geboren. Er studierte am Polytechnikum von Central London und machte 1980 den Abschluss mit Auszeichungen in Film und Photographie. Seit 1980 werden seine Fotografien international ausgestellt und gesammelt von Institutionen wie dem Victoria and Albert Museum, London, dem Musée d’ art moderne des la Ville de Paris, dem Folkwang Museum Essen, dem National Museum of Modern Art in Kyoto, dem Brooklyn Museum, der National Gallery of New South Wales, und der Tate Britain. Er ist Professor für Fotografie am Royal College of Art in London.


Italian Landscape, 1983, C-Type analogue, 46 x 31 cm

Italian Landscape, 1983, C-Type analogue, 46 x 31 cm


Allegories ranges from work made between 1983 and 2016. Always taken in an interior, these photographs depict the life of objects and animals, calling attention to the fixed, static and arrested time particular to photography: a dream-time confined to interior spaces. Here the space of photography is purely imaginary, even if it uses everyday objects and animals.

The parrot looks like an illustration for learning words… P for parrot, but it also reminds us of a literary parrot, the one Flaubert writes about in his short story, A Simple Heart. Like a photograph, parrots are eloquent but have no sense of grammar. Farm animals, out of place, wander in the corridors of a provincial art school… A bunch of asparagus, tied together, is stubbornly silent. A broken egg hosts a butter knife… Vegetables are compared with geometric forms…. Two lemons hold books open… An academic monkey stares at the spectator. This is not so much a metaphysics of objects than a paraphysics of forms -this so-called science of imaginary solutions. Here image making recalls the dictum of Salvador Dali… Photography, pure creation of the mind (1927)

Olivier Richon was born in Lausanne in 1956; he studied at the Polytechnic of Central London, where he received a BA (Hons) in Film and Photographic Arts in 1980. Since 1980, his photographs have been exhibited internationally and collected by institutions such as London’s Victoria and Albert Museum, Musée d’ art moderne des la Ville de Paris, Essen’s Folkwang Museum, the National Museum of Modern Art in Kyoto, Brooklyn Museum, the National Gallery of New South Wales, and at Tate Britain. He is professor of photography at the London’s Royal College of Art.

(Text: Galerie Susanne Albrecht, Berlin)

Veranstaltung ansehen →
Ausstellung | Charisma - Malte Sänger | Galerie Peter Sillem | Frankfurt am Main
Jun
21
zu 17. Aug.

Ausstellung | Charisma - Malte Sänger | Galerie Peter Sillem | Frankfurt am Main


Galerie Peter Sillem | Frankfurt am Main
21. Juni - 17. August 2019

Charisma
Malte Sänger


Bild_1.jpg

Malte Sänger interessiert sich für die Spuren, die Menschen in ihrem Leben hinterlassen. Seine neueste Fotoarbeit CHARISMA basiert auf der Entdeckung einer scheinbar alltäglichen Fischkonserve. Neben dem standardisierten Herkunftscode fand er darauf auch den Namen des Fangschiffs CHARISMA. Es stellte sich heraus, dass die Charge, aus der die Dose stammte, die letzte war, die das Schiff an Land brachte, bevor sich jede weitere Spur der CHARISMA in den Weiten der Nordsee verlor. Plötzlich wurde das Massenprodukt eines ausbeuterischen Konsums zum letzten Zeichen menschlichen Lebens.

In seiner Arbeit „Partition“, die in dieser Ausstellung erstmals vollständig zu sehen sein wird, zeigt Malte Sänger Fotografien von 19 Festplatten, die er zu Rohstoffpreisen gekauft hatte. Wieder hergestellt, wandelten sich die Festplatten zu einer Fundgrube für Privatestes, für Sorgen, Nöte, E-Mails, sexuelle Phantasien, Krankheitsbefunde, Kontodaten von Menschen — Informationen von einer immensen Qualität, die der trivial gewordenen Materialität des Datenträgers fundamental entgegen steht. 

Malte Sänger (Jg. 1987) studierte an der Hochschule für Gestaltung in Offenbach Fotografie bei Martin Liebscher und Philosophie und Ästhetik bei Juliane Rebentisch (Diplom 2018). Er ist Preisträger 2018/19 bei „Gute Aussichten — Junge deutsche Fotografie“. 2015 erhielt er den Deutsche Börse Photography Foundation and HfG Award, für sein Buch “Shifting Baselines” wurde er mit dem Deutschen Fotobuchpreis 2018/19 in Silber ausgezeichnet. 

Malte Sängers Werke befinden sich bereits in verschiedenen Sammlungen, so u.a. in der Kunstsammlung der Deutsche Börse Photography Foundation und im Klingspor Museum Offenbach. Zusätzlich zu den erwähnten Preisen ist er mit verschiedenen Stipendien und Künstlerresidenzen ausgezeichnet worden, so z.B. mit den Stipendien der Johannes-Mosbach-Stiftung und der Frankfurter Künstlerhilfe, einer Katalogförderung der Dr.-Marschner-Stiftung, dem 2. Preis des Marianne-Brandt-Wettbewerbs und der Künstlerresidenz Casa Piccola in Colloro, Italien, 2018. 


Malte Sänger is interested in the traces people leave behind in their lives. His latest photographic work, CHARISMA, is based on the discovery of a can of tinned fish. In addition to the standardized code of origin, he also found the name of the fishing vessel CHARISMA on it. It turned out that the batch from which the can came was the last one the ship brought ashore before any further trace of the vessel‘s whereabouts disappeared in the vast North Sea. Suddenly, the mass product of an exploitative consumption became the relic of the last signs of human life. 

In his work "Partition", which will be shown in its entirety for the first time in this exhibition, Malte Sänger shows photographs of 19 hard drives that he bought at commodity prices. Restored, the hard drives turned into a treasure trove for the private, for worries, hardships, e-mails, sexual fantasies, medical findings — information of an immense quality that fundamentally opposes the trivial materiality of the data carrier. 

Malte Sänger (born 1987) studied photography at the Hochschule für Gestaltung in Offenbach with Martin Liebscher and philosophy and aesthetics with Juliane Rebentisch (Diploma 2018). He is a 2018/19 prize winner for "Gute Aussichten - New German Photography". In 2015 he received the Deutsche Börse Photography Foundation and HfG Award. For his book "Shifting Baselines" he was awarded the German Photo Book Prize 2018/19 in silver. 

Malte Sänger’s works can already be found in various collections, including the Art Collection of the Deutsche Börse Photography Foundation and the Klingspor Museum Offenbach. He has also been awarded various scholarships and residencies, such as the Johannes Mosbach Foundation and the Frankfurter Künstlerhilfe, a catalogue grant from the Dr. Marschner Foundation, the second prize of the Marianne Brandt Competition, and the Casa Piccola Residency in Colloro, Italy, 2018. 

(Text: Galerie Peter Sillem, Frankfurt am Main)

Veranstaltung ansehen →
Artist Talk | A female Gaze - Julia Peirone | Dorothée Nilsson Gallery | Berlin
Jun
19
7:00 nachm.19:00

Artist Talk | A female Gaze - Julia Peirone | Dorothée Nilsson Gallery | Berlin


Dorothée Nilsson Gallery | Berlin
19. Juni 2019

A female Gaze
Julia Peirone


Warm Honey from the series Badland, 2012-2014

Warm Honey from the series Badland, 2012-2014


Die parallelen virtuellen Wirklichkeiten und die Bildkultur der sozialen Medien verzerren die Realität, tendieren zur Selbstverherrlichung und führen zu einem abstrakten Schönheitswahn. Julia Peirone nimmt dies zum Anlass und erforscht mit ihrer Fotografie die Identitätssuche junger Teenager. In ihren Serien konzentriert sich Peirone auf junge Frauen, die auf der Suche nach sich selbst und ihrer Sexualität sind und sich Gefühlen wie Scham sowie Verwundbarkeit stellen.  

Die Frustration, die junge Frauen durch die Prägung dieses Ideals erleiden, hält Julia Peroine durch ihre fotografischen Arbeiten bei Castingverfahren fest. Es sind keine üblichen Portraits, denn sie legt ihr Augenmerk auf die extremen Anforderungen dieser Verfahren und fordert den Betrachter auf, diese subtilen Codes zu hinterfragen.  

„Meine Arbeit beginnt mit etwas Banalem, mit einem kleinen Bild, das zu mir kommt. Ich denke darüber nach, wie ich es auf verschiedene Weise fotografieren kann. [...] Also fing ich an, Fotos davon zu machen. Dann tauchten noch mehr Fragen auf, und ich begann, Themen wie Scham, Sexualität, Versagen und die Oberfläche zu erforschen. Aus einer Serie entsteht eine andere.“ (Julia Peirone, aus dem Ausstellungskatatalog "Girls, Girls, Girls", Göteborg Konstmuseum 2017) 

Die Art und Weise, wie Menschen in Peirones Arbeiten auftreten, sind mehrdeutig, je nachdem wie man sie anschaut. Julia Peirone: ..."die Mädchen, (sind) Opfer eines Blicks, aber sie sind auch stark und haben die Macht über deinen Blick". 

Die Ausstellung zeigt Fotografie, Videoarbeiten, Texte und Skulptur.  

Julia Peirone, 1973 in Argentinien geboren, lebt und arbeitet in Stockholm. Sie hat an der Universität für Film und Fotografie (BFA) in Göteborg und an Konstfack, University College of Art, Craft and Design (MFA) in Stockholm studiert. Seit ihrem Debüt um die Jahrtausendwende erforscht sie zwei Themen:
Die Identität von jungen Frauen und das fotografische Bild mit seinen Möglichkeiten und Grenzen. Sie nahm an vielen internationalen Ausstellungen teil und ist in zahlreichen Sammlungen vertreten, u.a. in Moderna Muséet, Stockholm, Konstmuseum Göteborg (beide Schweden) und Kiasma, Helsinki (Finnland).

(Text: Dorothée Nilsson Gallery, Berlin)

 

Veranstaltung ansehen →
Ausstellung | If you can dream it, you can do it - Anna Katharina Zeitler | Soiz Galerie | Passau
Jun
15
zu 26. Juli

Ausstellung | If you can dream it, you can do it - Anna Katharina Zeitler | Soiz Galerie | Passau


Soiz Galerie | Passau
15. Juni - 26. Juli 2019

If you can dream it, you can do it
Anna Katharina Zeitler


3-zeitler_ws.jpg

Anna Katharina Zeitler nimmt in ihrem Bildzyklus If you can dream it, you can do it ihre persönliche Lebenssituation der letzten zehn Jahre zum Ausgangspunkt, die geprägt war vom ständigen Unterwegssein und der gleichzeitigen Sehnsucht, endlich irgendwo anzukommen.

„Meine Fotografien sind eine Reise zurück in diese Zeit“, erläutert die heute in Berlin lebende Fotokünstlerin ihren Bildzyklus. „Ich benutze Bilder als Metaphern für meine Erinnerungen, um scheinbare Zwischenzustände als Konstante zu beschreiben.“

Die Fotografien oszillieren zwischen Rastlosigkeit, Ruhelosigkeit und Heimweh. In geheimnisvollen Schlagbildern entführt Anna Katharina Zeitler den Betrachter auf eine poetischen Bilderreise voller Sinnlichkeit, Intimität, Melancholie und Magie, bei der Autobiographisches und Fiktionales ineinanderfließen. Zeit und Raum bleiben stets unbestimmt, eine Projektionsfläche für unsere individuellen Interpretationen, ein Niemandsland, das von unseren persönlichen Ängsten und Wünschen besiedelt ist.

If you can dream it, you can do it ist wie ein Gedicht, das immer wieder neu gelesen werden will. Jeder Betrachter kann es auf seine Weise lesen und interpretieren und so seinen eigenen Zugang finden.

(Text: Soiz Galerie, Passau)

Veranstaltung ansehen →
Ausstellung | Insgeheim - Friederike von Rauch | Haus am Kleistpark
Jun
14
zu 14. Aug.

Ausstellung | Insgeheim - Friederike von Rauch | Haus am Kleistpark


Haus am Kleistpark | Berlin
14. Juni - 14. August 2019

Insgeheim
Friederike von Rauch


© Friederike von Rauch, Roosenberg 5

© Friederike von Rauch, Roosenberg 5


Im Mittelpunkt des Werks von Friederike von Rauch stehen Atmosphären, räumliche Zusammenhänge und die wechselseitige Beziehung von Architektur,Landschaft und Oberfläche. Zeitlosigkeit geht von diesen Fotografien aus, deren konzeptioneller Minimalismus den Blick auf Verborgenes ermöglicht und zur Spurensuche einlädt.
Fotografie stellt für Friederike von Rauch eine Möglichkeit dar, genau zu betrachten, bewusst wahrzunehmen, sich hinzuwenden, zu konzentrieren und Klarheit zu erlangen. Ihre Bilder ermöglichen es dem Publikum, einen Raum neu zu sehen, zu entdecken und mit der Essenz eines Ortes konfrontiert zu werden. Verdichtung, Fokussierung auf Details, Komposition von Licht, Lichtlosigkeit und Farbe lassen ein Bild entstehen, das nicht nur ästhetisch zu wirken imstande ist. Zeit spielt in Friederike von Rauchs Arbeit eine wichtige Rolle.
Der DJ und Produzent Marcel Dettmann hat in zwei elektronischen Kompositionen Fotografien von Friederike von Rauch vertont, die als Installation in der Ausstellung zu hören sind.

Während der Laufzeit der Ausstellung erscheint der Bildband Monastic.
 
Friederike von Rauch (*1967 in Freiburg) studierte Industriedesign an der Berliner Universität der Künste. Sie lebt in Berlin. Ihre Arbeiten sind in prominenten privaten und öffentlichen Sammlungen vertreten und wurden in zahlreichen Ausstellungen europaweit präsentiert und in Bildbänden publiziert. Die Künstlerin wurde 2010 für den Gabriele Münter Preis nominiert. Sie erhielt u.a. Stipendien des Vlaams-Nederlands Huis deBuren in Brüssel (2006) und Rotterdam (2007), des Baer Art Centers, Island (2008) sowie des Hafnarborg Museums, Island (2010) und des Museums Dhondt-Dhaenens in Belgien (2017).

Veranstaltung ansehen →
Vernissage | Food for the Eyes - Die Geschichte des Essens in der Fotografie | C/O Berlin Foundation | Berlin
Jun
7
7:00 nachm.19:00

Vernissage | Food for the Eyes - Die Geschichte des Essens in der Fotografie | C/O Berlin Foundation | Berlin


C/O Berlin Foundation | Berlin
7. Juni - 2019

Food for the Eyes - Die Geschischte des Essens in der Fotografie


02_feast_for_the_eyes-20.jpg

Wiener Würstchen, Bockwürste, Schinken, Petersilie und Gewürzgurken als Requisiten einer grotesk absurden Szenerie – die Wurstserie des Schweizer Künstlerduos Peter Fischli und David Weiss ist legendär. Die gefrorenen Gemüse- und Obstwürfel und kunstvoll arrangierten Stillleben des amerikanischen Modefotografen Irving Penn sind es ebenso. Die quietschbunten Törtchen und Baked Beans auf Toast des britischen Magnum-Fotografen Martin Parr bedienen ein britisches Klischee, während die Arbeiten von Cindy Sherman und Martha Rosler das Rollenbild der Frau in der Küche hinterfragen. Die Ausstellung Food for the Eyes bei C/O Berlin blickt auf die vielen Geschichten des Essens in der Fotografie. 

Die Aufnahme von Nahrungsmitteln ist lebensnotwendig – wie Luft, die wir atmen, oder Wasser, das wir trinken. Sie zählt zu den täglichen Grundbedürfnissen des Menschen, weckt die Sinne und betrifft das private und öffentliche Leben gleichermaßen. Nahrung und der Akt des gemeinsamen Essens spielen für unsere Rituale, Religionen und Feste eine entscheidende Rolle. Im Essen spiegeln sich unsere Wünsche und Fantasien wider. Als immer verfügbares und alltägliches Sujet wurde und wird Essen vielfach dargestellt. Food Photography kann deshalb – ebenso wie das Essen selbst – die unterschiedlichsten Themen fokussieren: Familie, Tradition, Ritual, Kultur, Wohlstand, Armut, Gender, Rasse, Lust, Ekel, Konsum und Verschwendung.

Mit Werken aus den Bereichen der Mode und des Fotojournalismus bis hin zur Werbung bietet die Schau einen umfangreichen Überblick über die Darstellung von Essen in der Fotografie der letzten zwei Jahrhunderte und verhandelt dieses Thema in drei Kapiteln: Stillleben zeigt, wie Künstler*innen dem traditionell malerischen Genre gefolgt sind. Wie hat die Malerei die Food Photography inspiriert, und wie haben zeitgenössische Fotograf*innen dieses künstlerische Motiv untergraben? Welche Veränderungen und Formen haben sich im Laufe der Zeit entwickelt? Around the Table wiederum blickt auf die Rituale des gemeinsamen Essens, auf die Werte und die kulturellen Identitäten, die sich darin widerspiegeln. Playing with Food beleuchtet nicht zuletzt mittels vielfältiger Ausdrucksweisen wie in der Kombination von Spiel und Nahrungsmitteln Werke entstehen, die unser Leben und unsere Zeit humorvoll reflektieren.

Food for the Eyes . Die Geschichte des Essens in der Fotografie präsentiert eine Vielzahl an Werken bekannter Künstler*innen wie Nobuyoshi Araki, Peter Fischli und David Weiss, Nan Goldin, Rinko Kawauchi, Laura Letinsky, Martin Parr, Irving Penn, Martha Rosler, Cindy Sherman, Stephen Shore und Wolfgang Tillmans. Die Ausstellung, kuratiert von Susan Bright und Denise Wolff, wurde organisiert von der Aperture Foundation, New York, und entstand in Zusammenarbeit mit C/O Berlin.

Veranstaltung ansehen →
Vernissage | Contradiction - Elfie Semotan | C/O Berlin Foundation | Berlin
Jun
7
7:00 nachm.19:00

Vernissage | Contradiction - Elfie Semotan | C/O Berlin Foundation | Berlin


C/O Berlin Foundation
7. Juni 2019

Contradiction
Elfie Semotan


o.T., Wien, 1997, a.d.S. Inspiriert von Lucian Freud, Motiv für Wittmann Möbel © Elfie Semotan

o.T., Wien, 1997, a.d.S. Inspiriert von Lucian Freud, Motiv für Wittmann Möbel © Elfie Semotan


„Heute hört man mir zu, weil ich etwas zu sagen habe. Früher hat man mir zugehört, weil man mich gern angeschaut hat.“

(Elfie Semotan)

„Trau dich doch.“ So lautete der provokante Werbespruch der österreichischen Marke Palmers, die die Models in reizvollen schwarzen Dessous auf Plakaten in Szene setzte – in den späten 1970er-Jahren noch ein Skandal. Erst allmählich wurden Konventionen mit spielerischer Experimentierfreude hinterfragt. Die Bilder der österreichischen Fotografin Elfie Semotan zeugen von einem damals neuen hedonistischen Zeitgeist und bestechen bis heute durch ihre kühle Eleganz, unperfekte Schönheit und ihren diskret erotischen Subtext. Oft zeigen sie mehr als nur das Dargestellte und lassen durch intelligent zitierte Bezüge zu ikonischen Werken der Kunstgeschichte die Grenze zwischen Kunst und Kommerz verschwimmen. 

Semotans Karriere begann zunächst als Fotomodell in Paris. Ihr damaliger Lebensgefährte, der kanadische Fotograf John Cook, führte sie Ende der 1960er-Jahre zur Fotografie und weckte ihre Leidenschaft für die Arbeit hinter der Kamera. Vor allem war es die Kunst des fotografischen Storytellings, das sie sich aneignete: Bilder, die wie Filmstills wirken, Personen- und Bildkompositionen, die stets eine Geschichte jenseits des Abgebildeten erzählen. Dieses Prinzip führte sie in einer langjährigen Kampagne für das österreichische Mineralwasserunternehmen Römerquelle fort, in der sie Variationen einer Ménage-à-trois durchspielte. Ihre Werbefotografien und ihre Porträts von prominenten Personen aus Kunst, Film und Theater wie Louise Bourgeois, Willem Dafoe, Elfriede Jelinek, Milla Jovovich, Maria Lassnig, Martin Kippenberger, Udo Kier, Jonathan Meese oder Daniel Richter und nicht zuletzt ihre exklusive Zusammenarbeit und Freundschaft mit Helmut Lang machten die Fotografin weltbekannt. Während der Modeschöpfer durch sein minimalistisches Design für die internationale Mode stilprägend war, schuf Elfie Semotan mit ihren freizügigen Werbe- und Modefotografien für Helmut Lang sowie für internationale Magazine wie Elle, Harper’s Bazaar, Interview, The New Yorker oder Vogue eine neue fotografische Ästhetik. Wie ihre deutschen Zeitgenossinnen wie Barbara Klemm, Herlinde Koelbl oder Sibylle Bergemann hat die Österreicherin Elfie Semotan die Freiräume in der Fotografie genutzt und dieses Medium, das wie die meisten künstlerischen Disziplinen lange Zeit ausschließlich von Männern besetzt war, für sich erobert und ihre eigene weibliche Perspektive durchgesetzt. 

C/O Berlin würdigt Elfie Semotan erstmalig außerhalb Österreichs mit einer umfangreichen Ausstellung und stellt einen Querschnitt durch das vielfältige Schaffen der Fotografin vor. Eine Publikation wird die Schau begleiten.

Veranstaltung ansehen →
Buchvernissage | Body an Soul - Amin El Dib | Haus am Kleistpark | Berlin
Mai
23
7:00 nachm.19:00

Buchvernissage | Body an Soul - Amin El Dib | Haus am Kleistpark | Berlin


Haus am Kleistpark | Berlin
23. Mai 2019

Buchvorstellung mit Amin El Dib und Rolf Sachsse

Body and Soul
Amin El Dib


4.jpg

Amin El Dibs künstlerische Entwicklung ist engstens mit Berlin verbunden, sowohl was die Entstehung seiner Bildwerke als auch was deren Präsentation in Einzel- und Gruppenausstellungen betrifft. Dass er seit einigen Jahren in der Schweiz lebt, hat daran nichts geändert. Das Haus am Kleistpark zeigt jetzt unter dem Titel „Body and Soul“ erstmals eine Ausstellung mit einer größeren Auswahl seiner über die Jahre entstandenen und thematisch geordneten Werkgruppen. Kuratiert hat sie Enno Kaufhold.

In der frühesten der hier ausgewählten und bis 1988 zurückreichenden Serie „Bilder von Menschen und Tieren“ porträtiert er, wie es schon der Titel verrät, Frauen und Männer, die ihr Leben mit Tieren teilen. Neben Hunden und Katzen, die unverzichtbar dazu gehören, reicht die Skala der Tierarten darüber jedoch weit hinaus. Ob es die Personen oder doch eher die Tiere sind, die den Blick in die Bilder ziehen, bleibt von Bild zu Bild offen. Offen wie das Oszillieren zwischen Normalität und Skurrilität, Selbstverständlichkeit und Abwegigkeit, Witz und bitterem Ernst. Angesichts des Umstands, dass die Porträtierten mal bekleidet und ein anderes Mal unbekleidet zu sehen sind, verweisen seine Bilder darauf, dass die Frage der Bekleidung allein auf die Menschen, nicht aber auf die Tiere anzuwenden ist. Die tragen ohne Ausnahme ihre evolutionär angepassten Kleidungen. Insgesamt verrät allein diese Porträtserie Amin El Dibs ausgeprägtes Interesse an Menschen und – nicht minder wichtig – am Inszenieren, das allen Porträts mehr oder weniger zugrunde liegt.

Um in der Chronologie der ausgestellten Werkgruppen zu bleiben, folgt die von 2000 bis 2002 entstandenen Serie „Weekenders“. Nicht zum ersten Mal und die traditionellen fotografischen Spezifika sprengend, unterzog Amin El Dib seine zahlreichen von ihm fotografierten Porträts einer radikalen Dekonstruktion, indem er die Fotopapiere zerriss, zerknüllte und auch sonst rüde behandelte. Die solchermaßen entstandenen Motivfragmente fügte er in einem zweiten Schritt collagenartig neu zusammen, oder fotografierte die körperlichen Gebilde ein neues Mal. Bei diesem gewaltsamen Vorgehen, schließlich ist das Zerreißen oder Zerknüllen des Fotopapiers ein rabiater physischer Akt, ging der ureigene Porträtcharakter unverkennbar verloren, zugleich kreierte er jedoch mit dieser Technik eine hinsichtlich der Materialität wie Ästhetik neue Bildform. Die solchermaßen vollzogene Reinszenierung setzte er 2006 in der medienreflexiven Arbeit „Men at Work“ auf andere Weise fort, indem er gezielt einzelne Gesichter mit geöffneten Mündern aus einschlägig pornografischen Publikationen, wie wir sie aus unserem pornografisierten Alltag kennen, heraus fotografierte. Die Verwandlung ins Schwarzweiße, die starke Fragmentierung sowie der Duktus der gerasterten Druckvorlage verleihen den so geschaffenen Bildern ein gänzlich verfremdetes Aussehen. Der pointierte Gestus des offenen Mundes, ursprünglich Ausdruck dargestellter sexueller Lust, nimmt absurde Formen an. In der zeitlich nachfolgenden Serie „United Tongues“ steigert Amin El Dib diesen Eindruck noch, indem er die aus demselben Kontext stammenden Kussszenen durch starke Ausschnitte vollends in die visuelle wie gedankliche Abstraktion verwandelt. 

Schließlich umfasst die Ausstellung neben diesen durchgehend schwarzweiß fotografierten Bildserien noch eine größere Auswahl aus zwei jüngeren, jetzt farbig fotografierten Werkgruppen. In der „Under Skies of Blue and Grey” betitelten und von 2007 bis 2014 fotografierten Serie folgt Amin El Dib dem tradierten Landschaftsbild, allerdings, und das muss sofort wieder die Einschränkung sein, fern von allen, Natur verherrlichenden Stereotypen. Ihre Andersartigkeit erschließt sich bei genauerem Hinsehen und in der Abfolge des Seriellen. Es sind die subtilen Verweise, die den wie auch immer gearteten Eingriff der Menschen erkennen lassen. Schon hier kann von Verletzungen gesprochen werden. Einen wesentlich deutlicheren Akzent setzte er bei den in den Jahren 2014 bis 2016 von ihm fotografierten antiken Statuen. Diese in der Skulpturhalle in Basel aufgenommenen Bilder der dort gesammelten Gipsrepliken handeln, wie diese Arbeit klar ausweist, „Von der Brüchigkeit des Seins“. Selbst die auf Ewigkeit angelegten antiken Steinskulpturen, die den Gipsrepliken zugrunde lagen, haben Beschädigungen erlitten, verloren Gliedmaßen wie Teile ihrer Gesichter und mehr und zeugen so von der Verletzbarkeit allen Irdischen, womit im metaphorischen Sinn nicht allein die Steinplastik, sondern gleichermaßen die menschliche Existenz gemeint ist. 

In all seinen Bildern, und das ist das Verbindende zwischen den scheinbar disparaten Werkgruppen, verweigert sich Amin El Dib der absoluten Harmonie, dem Schönen schlechthin. Um es mit den Begriffen des Porträts zu formulieren, er schreibt den schönen Gesichtern zugleich die Fratze ein.

(Text: Haus am Kleistpark)

Veranstaltung ansehen →
Art Tour | Body an Soul - Amin El Dib | Haus am Kleistpark | Berlin
Mai
12
4:00 nachm.16:00

Art Tour | Body an Soul - Amin El Dib | Haus am Kleistpark | Berlin


Haus am Kleistpark | Berlin
12. Mai 2019

Führung mit Amin El Dib und Dr. Enno Kaufhold

Body and Soul
Amin El Dib


4.jpg

Amin El Dibs künstlerische Entwicklung ist engstens mit Berlin verbunden, sowohl was die Entstehung seiner Bildwerke als auch was deren Präsentation in Einzel- und Gruppenausstellungen betrifft. Dass er seit einigen Jahren in der Schweiz lebt, hat daran nichts geändert. Das Haus am Kleistpark zeigt jetzt unter dem Titel „Body and Soul“ erstmals eine Ausstellung mit einer größeren Auswahl seiner über die Jahre entstandenen und thematisch geordneten Werkgruppen. Kuratiert hat sie Enno Kaufhold.

In der frühesten der hier ausgewählten und bis 1988 zurückreichenden Serie „Bilder von Menschen und Tieren“ porträtiert er, wie es schon der Titel verrät, Frauen und Männer, die ihr Leben mit Tieren teilen. Neben Hunden und Katzen, die unverzichtbar dazu gehören, reicht die Skala der Tierarten darüber jedoch weit hinaus. Ob es die Personen oder doch eher die Tiere sind, die den Blick in die Bilder ziehen, bleibt von Bild zu Bild offen. Offen wie das Oszillieren zwischen Normalität und Skurrilität, Selbstverständlichkeit und Abwegigkeit, Witz und bitterem Ernst. Angesichts des Umstands, dass die Porträtierten mal bekleidet und ein anderes Mal unbekleidet zu sehen sind, verweisen seine Bilder darauf, dass die Frage der Bekleidung allein auf die Menschen, nicht aber auf die Tiere anzuwenden ist. Die tragen ohne Ausnahme ihre evolutionär angepassten Kleidungen. Insgesamt verrät allein diese Porträtserie Amin El Dibs ausgeprägtes Interesse an Menschen und – nicht minder wichtig – am Inszenieren, das allen Porträts mehr oder weniger zugrunde liegt.

Um in der Chronologie der ausgestellten Werkgruppen zu bleiben, folgt die von 2000 bis 2002 entstandenen Serie „Weekenders“. Nicht zum ersten Mal und die traditionellen fotografischen Spezifika sprengend, unterzog Amin El Dib seine zahlreichen von ihm fotografierten Porträts einer radikalen Dekonstruktion, indem er die Fotopapiere zerriss, zerknüllte und auch sonst rüde behandelte. Die solchermaßen entstandenen Motivfragmente fügte er in einem zweiten Schritt collagenartig neu zusammen, oder fotografierte die körperlichen Gebilde ein neues Mal. Bei diesem gewaltsamen Vorgehen, schließlich ist das Zerreißen oder Zerknüllen des Fotopapiers ein rabiater physischer Akt, ging der ureigene Porträtcharakter unverkennbar verloren, zugleich kreierte er jedoch mit dieser Technik eine hinsichtlich der Materialität wie Ästhetik neue Bildform. Die solchermaßen vollzogene Reinszenierung setzte er 2006 in der medienreflexiven Arbeit „Men at Work“ auf andere Weise fort, indem er gezielt einzelne Gesichter mit geöffneten Mündern aus einschlägig pornografischen Publikationen, wie wir sie aus unserem pornografisierten Alltag kennen, heraus fotografierte. Die Verwandlung ins Schwarzweiße, die starke Fragmentierung sowie der Duktus der gerasterten Druckvorlage verleihen den so geschaffenen Bildern ein gänzlich verfremdetes Aussehen. Der pointierte Gestus des offenen Mundes, ursprünglich Ausdruck dargestellter sexueller Lust, nimmt absurde Formen an. In der zeitlich nachfolgenden Serie „United Tongues“ steigert Amin El Dib diesen Eindruck noch, indem er die aus demselben Kontext stammenden Kussszenen durch starke Ausschnitte vollends in die visuelle wie gedankliche Abstraktion verwandelt. 

Schließlich umfasst die Ausstellung neben diesen durchgehend schwarzweiß fotografierten Bildserien noch eine größere Auswahl aus zwei jüngeren, jetzt farbig fotografierten Werkgruppen. In der „Under Skies of Blue and Grey” betitelten und von 2007 bis 2014 fotografierten Serie folgt Amin El Dib dem tradierten Landschaftsbild, allerdings, und das muss sofort wieder die Einschränkung sein, fern von allen, Natur verherrlichenden Stereotypen. Ihre Andersartigkeit erschließt sich bei genauerem Hinsehen und in der Abfolge des Seriellen. Es sind die subtilen Verweise, die den wie auch immer gearteten Eingriff der Menschen erkennen lassen. Schon hier kann von Verletzungen gesprochen werden. Einen wesentlich deutlicheren Akzent setzte er bei den in den Jahren 2014 bis 2016 von ihm fotografierten antiken Statuen. Diese in der Skulpturhalle in Basel aufgenommenen Bilder der dort gesammelten Gipsrepliken handeln, wie diese Arbeit klar ausweist, „Von der Brüchigkeit des Seins“. Selbst die auf Ewigkeit angelegten antiken Steinskulpturen, die den Gipsrepliken zugrunde lagen, haben Beschädigungen erlitten, verloren Gliedmaßen wie Teile ihrer Gesichter und mehr und zeugen so von der Verletzbarkeit allen Irdischen, womit im metaphorischen Sinn nicht allein die Steinplastik, sondern gleichermaßen die menschliche Existenz gemeint ist. 

In all seinen Bildern, und das ist das Verbindende zwischen den scheinbar disparaten Werkgruppen, verweigert sich Amin El Dib der absoluten Harmonie, dem Schönen schlechthin. Um es mit den Begriffen des Porträts zu formulieren, er schreibt den schönen Gesichtern zugleich die Fratze ein.

(Text: Haus am Kleistpark)

Veranstaltung ansehen →
Ausstellung | Material - Tobias Kruse | Robert Morat Galerie | Berlin
Mai
11
zu 29. Juni

Ausstellung | Material - Tobias Kruse | Robert Morat Galerie | Berlin


Robert Morat Galerie | Berlin
11. Mai - 29. Juni 2019

Material
Tobias Kruse


Material #008, Archival Pigment Print

Material #008, Archival Pigment Print


Die Serie umfasst visuelle Erzählungen, Notizen und Beobachtungen aus den letzen zehn Jahren, in denen Tobias Kruse Bilder produziert hat, die eine Stimmung, ein Lebensgefühl in eine authentische Bildsprache überführt haben. „Tobias Kruse hat in den vergangenen Jahren die unsagbaren Momente des Lebens festgehalten: Die Form eines Gegenstands, die Gewissheit um bevorstehende Verletzungen, die Geburt der Kinder und das Glück auf ihrer Haut“, schrieb Laura Benz anlässlich der Buchveröffentlichung. „Viele nennen die Arbeit ein Tagebuch, aber genau das ist es natürlich nicht“, sagt Tobias Kruse. „Es sind Miniaturen, ein Kondensat.“


The series includes narratives, notes and observations from the past ten years, in which Tobias Kruse has produced images that translate a mood, a sense of life into an authentic visual language. “In recent years, Tobias Kruse has captured the unspeakable moments of life: the shape of an object, the certainty of impending injuries, the birth of children and happiness on their skin,” wrote Laura Benz on the occasion of the book's publication. “Many call the work a diary, but of course that's not what it is”, says Tobias Kruse. “It's miniatures, a condensate.”

(Text: Robert Morat Galerie, Berlin)

Veranstaltung ansehen →
Vernissage | Material - Tobias Kruse | Robert Morat Galerie | Berlin
Mai
10
7:00 nachm.19:00

Vernissage | Material - Tobias Kruse | Robert Morat Galerie | Berlin


Robert Morat Galerie | Berlin
10. Mai 2019

Material
Tobias Kruse


Material #008, Archival Pigment Print

Material #008, Archival Pigment Print


Die Serie umfasst visuelle Erzählungen, Notizen und Beobachtungen aus den letzen zehn Jahren, in denen Tobias Kruse Bilder produziert hat, die eine Stimmung, ein Lebensgefühl in eine authentische Bildsprache überführt haben. „Tobias Kruse hat in den vergangenen Jahren die unsagbaren Momente des Lebens festgehalten: Die Form eines Gegenstands, die Gewissheit um bevorstehende Verletzungen, die Geburt der Kinder und das Glück auf ihrer Haut“, schrieb Laura Benz anlässlich der Buchveröffentlichung. „Viele nennen die Arbeit ein Tagebuch, aber genau das ist es natürlich nicht“, sagt Tobias Kruse. „Es sind Miniaturen, ein Kondensat.“


The series includes narratives, notes and observations from the past ten years, in which Tobias Kruse has produced images that translate a mood, a sense of life into an authentic visual language. “In recent years, Tobias Kruse has captured the unspeakable moments of life: the shape of an object, the certainty of impending injuries, the birth of children and happiness on their skin,” wrote Laura Benz on the occasion of the book's publication. “Many call the work a diary, but of course that's not what it is”, says Tobias Kruse. “It's miniatures, a condensate.”

(Text: Robert Morat Galerie, Berlin)

Veranstaltung ansehen →
Ausstellung | Neue Ordnung - shaped photographies | Esther Hagenmaier | Schloss Tiengen | Waldshut-Tiengen
Mai
5
zu 26. Mai

Ausstellung | Neue Ordnung - shaped photographies | Esther Hagenmaier | Schloss Tiengen | Waldshut-Tiengen


Schloss Tiengen | Waldshut-Tiengen
5. - 26. Mai 2019

Neue Ordnung - shaped photographies
Esther Hagenmaier


Faltung 01

Faltung 01

Esther Hagenmaier (*1975) erzeugt mit fotografischen Mitteln Bildobjekte, die das Sehen und die Wahrnehmung thematisieren. Dabei verfolgt sie konsequent einen erweiterten Fotografiebegriff und lotet immer wieder die Grenzen des Mediums aus.

Für ihre sogenannten „shaped photographies“ fotografiert die in Ulm lebende Künstlerin Ausschnitte aus Architekturen. Bereits während der Aufnahme wird mit dem gezielt gewählten Kamerastandpunkt eine Komposition erstellt und das Motiv soweit wie möglich abstrahiert. Später reduziert Esther Hagenmaier das fotografische Bild durch Beschneiden der Außenkanten weiter auf seine wesentlichen Inhalte. Außer dieser Neudefinition der Bildkanten werden keine weiteren Veränderungen am Bildinhalt vorgenommen. Die so entstanden Bildobjekte haben eine jeweils individuelle geometrische Umrissform. Durch ihre formale Strenge erzeugen sie Ruhe, sind zugleich aber auch ein Impuls im Raum. Das fotografische Bild entfernt sich von seiner Abbildfunktion, erhält eine neue Ordnung und wird so zum Seh- und Wahrnehmungsfeld.

Mit ihrem spezifischen Blick durchstreift Hagenmaier urbane Räume und tastet die bebaute Umwelt auf interessante Zusammenhänge von Linie, Fläche, Form und Farbe ab. Ein Großteil der Arbeiten zeigt Motive des Schweizer Architekten Walter Maria Förderer. Dabei reflektiert die Künstlerin die Architektur mit ihrem Blick durch die Kamera, filtert und fragmentiert das Gesehene, bis am Ende des Arbeitsprozesses eine Art „Destillat“ aus der vorgefundenen Architektur geworden ist. Die so entstandenen Fotoarbeiten wechseln zwischen Fotografie und Wandobjekt und eröffnen neue Sichtweisen auf die uns umgebende Architektur.

Veranstaltung ansehen →
Art Tour | Graciela Iturbide | Fotografie Forum Frankfurt
Mai
5
3:00 nachm.15:00

Art Tour | Graciela Iturbide | Fotografie Forum Frankfurt


Fotografie Forum Frankfurt
5. Mai 2019

Kuratorenführungen mit Celina Lunsford

Graciela Iturbide


México, 1969 © Graciela Iturbide / Colecciones Fundación MAPFRE, 2019

México, 1969 © Graciela Iturbide / Colecciones Fundación MAPFRE, 2019


Ihre Bilder sind immer schwarzweiß – und zeigen zugleich alle Schattierungen der menschlichen Existenz. Traditionen und ihre Brüchigkeit, Glaube und Religion, Gemeinschaft und Tod gehören zu den zentralen Themen von GRACIELA ITURBIDE. Ihr über fünf Jahrzehnte entstandenes Œuvre gilt als grundlegend für das Verständnis der mexikanischen und der gesamten lateinamerikanischen Fotografie. Das Fotografie Forum Frankfurt (FFF) ehrt die 1942 in Mexiko-City geborene Künstlerin mit der ersten Retrospektive in Deutschland. Die Ausstellung wurde von der Fundación MAPFRE, Madrid, organisiert und präsentiert in Kooperation mit dem FFF Werke aus allen Schaffensphasen dieser außergewöhnlichen Fotografin.

Zu sehen sind frühe Arbeiten wie die Langzeitstudie »Juchitán de las Mujeres«. Die Dokumentation der matriarchalen Gemeinschaft im südmexikanischen Staat Oaxaca, entstanden zwischen 1979 und 1986, machte Iturbide bekannt – und zeigt ihre einzigartige Handschrift. Ihre Bilder pendeln stets zwischen dem Dokumentarischen und dem Poetischen, zeigen mehrere Realitätsebenen und spiegeln so symbolträchtig die Vielschichtigkeit des Lebens. Kulturelle Spannungen zwischen Tradition und westlicher Moderne etwa macht die Fotografin sichtbar in ihrem Projekt mit den indigenen Seri-Indianern in der Sonora-Wüste. Außerdem zeigt das FFF Porträts der Straßengang »White Fence« im Los Angeles der 1980er Jahre, sehr persönliche Innenaufnahmen aus dem Haus von Frida Kahlo, sowie Sujet-Bilder von Gärten, Landschaften und Vögeln, die Iturbide in ihrem Heimatland und auch auf ihren Reisen nach Indien, Italien, Korea oder Madagaskar schuf. 

Graciela Iturbide, Tochter einer traditionellen katholischen Familie, studierte zunächst Film an der Nationalen Universität Mexico City, ehe sie inspiriert von ihrem Lehrer Manuel Álvaro Bravo die Fotokamera für sich entdeckte. Zugleich war die Fotografie für sie ein Weg, den Tod ihrer sechsjährigen Tochter zu verarbeiten. Iturbides Arbeiten wurden in aller Welt gezeigt und vielfach ausgezeichnet, u.a. mit dem W. Eugene Smith Memorial Award, dem International Grand Prize of the Museum of Photography in Hokkaido, Japan, und dem renommierten Hasselblad-Award (2008). Graciela Iturbide lebt und arbeitet im Künstlerviertel Coyoacán in Mexico-City.

Zur Ausstellung ist eine Begleitpublikation erhältlich: GRACIELA ITURBIDE. Mit Texten von Marta Dahó, Juan Villoro und Carlos Martín García. 2018, Fundación MAPFRE, Madrid; Englisch, 292 S., ISBN-10: 8417047700. 

(Text: Fotografie Forum Frankfurt)

Veranstaltung ansehen →
Ausstellung | With my eyes closed - Liu Xia | Galerie Peter Sillem | Frankfurt am Main
Mai
4
zu 6. Juni

Ausstellung | With my eyes closed - Liu Xia | Galerie Peter Sillem | Frankfurt am Main


Galerie Peter Sillem | Frankfurt am Main
4. Mai - 6. Juni 2019

With my eyes closed
Liu Xia


Liu Xia, Untitled. Archival Pigment Print, 50 x 50 cm, Ed. 6 + 1 AP

Liu Xia, Untitled. Archival Pigment Print, 50 x 50 cm, Ed. 6 + 1 AP


Erstmals seit ihrer Ankunft im deutschen Exil stellt die chinesische Künstlerin Liu Xia, Witwe des Friedensnobelpreisträgers Liu Xiaobo, ihre Arbeiten in einem westlichen Land aus. Zu sehen ist eine Auswahl von Schwarz-Weiß-Fotografien, die zwischen 1996 und 1999 entstanden. Zu dieser Zeit verbrachte Liu Xiaobo drei Jahre Haft im Arbeitslager Dalian, und Liu Xia, von der Malerei kommend, wandte sich zunehmend der Fotografie zu. Sie erschuf einen ganz eigenen Kosmos, der von drangsalierten Puppen, ihren „Ugly Babies“, bevölkert wird. Im selben Kontext entstanden eindrückliche Stilleben, die Isolation und Vergänglichkeit thematisieren.

Die Fotokünstlerin, Malerin und Lyrikerin Liu Xia, geboren 1959 in Beijing, ist eine der bemerkenswertesten Künstlerinnen der chinesischen Gegenwart und spielte eine zentrale Rolle in der Öffnung der Kunstszene im Beijing der achtziger Jahre. 1996 heiratete sie den chinesischen Intellektuellen und Dissidenten Liu Xiaobo, der 2009 aufgrund seines Engagements für die „Charta 2008“ zu einer elfjährigen Haftstrafe verurteilt wurde. Nachdem Liu Xiaobo 2010 den Friedensnobelpreis erhielt, wurde Liu Xia unter Hausarrest gestellt, ohne je offiziell eines Vergehens beschuldigt, angeklagt oder verurteilt worden zu sein. Liu Xiaobo starb 2017 in Haft, Liu Xias Hausarrest blieb weiter bestehen. Erst im Juli 2018 durfte sie China verlassen, seither lebt sie als Exilantin in Deutschland.


For the first time since her arrival in exile in Germany, Chinese artist Liu Xia, widow of Nobel Peace Prize laureate Liu Xiaobo, is exhibiting her works in a Western country. On view is a selection of black-and-white photographs taken between 1996 and 1999. At that time, Liu Xiaobo spent three years in prison in the Dalian labor camp, and Liu Xia, coming from painting, increasingly turned to photography. She created her very own cosmos, populated by dolls, a series which she called “Ugly Babies“, and impressive still lifes that reflect on notions such as isolation and transience.

The photo artist, painter and poet Liu Xia, born in Beijing in 1959, is one of the most remarkable artists of the Chinese present and played a central role in the opening of the art scene in Beijing in the 1980s. In 1996 she married the Chinese intellectual and dissident Liu Xiaobo, who was sentenced to eleven years imprisonment in 2009 for his commitment to the “Charter 2008“. After Liu Xiaobo was awarded the Nobel Peace Prize in 2010, Liu Xia was placed under house arrest without ever having been officially accused, charged or convicted of any offence. Liu Xiaobo died in prison in 2017, but Liu Xia's house arrest continued. She was only allowed to leave China in July 2018 and has since been living in exile in Germany.

(Text: Galerie Peter Sillem, Frankfurt)

Veranstaltung ansehen →
Vernissage | With my eyes closed - Liu Xia | Galerie Peter Sillem | Frankfurt am Main
Mai
3
6:00 nachm.18:00

Vernissage | With my eyes closed - Liu Xia | Galerie Peter Sillem | Frankfurt am Main


Galerie Peter Sillem | Frankfurt am Main
3. Mai 2019

With my eyes closed
Liu Xia


Liu Xia, Untitled. Archival Pigment Print, 50 x 50 cm, Ed. 6 + 1 AP

Liu Xia, Untitled. Archival Pigment Print, 50 x 50 cm, Ed. 6 + 1 AP


Erstmals seit ihrer Ankunft im deutschen Exil stellt die chinesische Künstlerin Liu Xia, Witwe des Friedensnobelpreisträgers Liu Xiaobo, ihre Arbeiten in einem westlichen Land aus. Zu sehen ist eine Auswahl von Schwarz-Weiß-Fotografien, die zwischen 1996 und 1999 entstanden. Zu dieser Zeit verbrachte Liu Xiaobo drei Jahre Haft im Arbeitslager Dalian, und Liu Xia, von der Malerei kommend, wandte sich zunehmend der Fotografie zu. Sie erschuf einen ganz eigenen Kosmos, der von drangsalierten Puppen, ihren „Ugly Babies“, bevölkert wird. Im selben Kontext entstanden eindrückliche Stilleben, die Isolation und Vergänglichkeit thematisieren.

Die Fotokünstlerin, Malerin und Lyrikerin Liu Xia, geboren 1959 in Beijing, ist eine der bemerkenswertesten Künstlerinnen der chinesischen Gegenwart und spielte eine zentrale Rolle in der Öffnung der Kunstszene im Beijing der achtziger Jahre. 1996 heiratete sie den chinesischen Intellektuellen und Dissidenten Liu Xiaobo, der 2009 aufgrund seines Engagements für die „Charta 2008“ zu einer elfjährigen Haftstrafe verurteilt wurde. Nachdem Liu Xiaobo 2010 den Friedensnobelpreis erhielt, wurde Liu Xia unter Hausarrest gestellt, ohne je offiziell eines Vergehens beschuldigt, angeklagt oder verurteilt worden zu sein. Liu Xiaobo starb 2017 in Haft, Liu Xias Hausarrest blieb weiter bestehen. Erst im Juli 2018 durfte sie China verlassen, seither lebt sie als Exilantin in Deutschland.


For the first time since her arrival in exile in Germany, Chinese artist Liu Xia, widow of Nobel Peace Prize laureate Liu Xiaobo, is exhibiting her works in a Western country. On view is a selection of black-and-white photographs taken between 1996 and 1999. At that time, Liu Xiaobo spent three years in prison in the Dalian labor camp, and Liu Xia, coming from painting, increasingly turned to photography. She created her very own cosmos, populated by dolls, a series which she called “Ugly Babies“, and impressive still lifes that reflect on notions such as isolation and transience.

The photo artist, painter and poet Liu Xia, born in Beijing in 1959, is one of the most remarkable artists of the Chinese present and played a central role in the opening of the art scene in Beijing in the 1980s. In 1996 she married the Chinese intellectual and dissident Liu Xiaobo, who was sentenced to eleven years imprisonment in 2009 for his commitment to the “Charter 2008“. After Liu Xiaobo was awarded the Nobel Peace Prize in 2010, Liu Xia was placed under house arrest without ever having been officially accused, charged or convicted of any offence. Liu Xiaobo died in prison in 2017, but Liu Xia's house arrest continued. She was only allowed to leave China in July 2018 and has since been living in exile in Germany.

(Text: Galerie Peter Sillem, Frankfurt)

Veranstaltung ansehen →
Ausstellung | IDENT•I•GRATION – HEIMAT UND IDENTITÄT IN EINER GLOBALISIERTEN WELT | f3 – freiraum für fotografie | Berlin
Apr
27
zu 6. Juni

Ausstellung | IDENT•I•GRATION – HEIMAT UND IDENTITÄT IN EINER GLOBALISIERTEN WELT | f3 – freiraum für fotografie | Berlin

  • f3 - freiraum für fotografie (Karte)
  • Google Kalender ICS

f3 – freiraum für fotografie | Berlin
27. April - 6. Juni 2019

IDENT•I•GRATION – HEIMAT UND IDENTITÄT IN EINER GLOBALISIERTEN WELT
Schmoo Theune und Susann Tischendorf


© Susann Tischendorf aus der Serie  Ident.i.gration

© Susann Tischendorf aus der Serie Ident.i.gration


„Woher kommst du?“ Einige von uns beantworten diese alltägliche Frage nebenbei – ganz ohne Hintergedanken. Andere wiederum macht sie ratlos. Mögliche Antworten gibt es schließlich viele: „vom Bäcker“, „vom Friseur – sieht man das nicht?“, „aus dem Supermarkt“, „aus dem Harz“ oder „aus Hamburg“. Manchmal lässt die Antwort ihr Gegenüber unbefriedigt zurück: „Nein, DAS meine ich nicht. Ich meine, woher kommst du ursprünglich?“

„Woher kommst du?“ öffnet das weite Spielfeld unserer Definition von Identität und davon, wie wir Zugehörigkeiten einordnen. Gilt die Frage einem der 19,5 Millionen Menschen mit Migrationshintergrund, die in Deutschland leben, ist sie in der Regel der Versuch, das Unbekannte in vertraute Kategorien einzuordnen und ihm so vermeintlich näher zu kommen. Statt die Betreffenden kennenzulernen, verwischt die Frage jedoch oft Individualitäten und macht das Gegenüber zu „der/dem Anderen“.

Ident•i•gration untersucht, wie sich Identität in unserer globalisierten Welt formt. Die Fotografinnen Schmoo Theune und Susann Tischendorf stellen uns mit hybriden Erzählformen zwischen Fotografie, Texte und Archivmaterial sechzehn Personen aus verschiedenen Generationen und mit ganz unterschiedlichen Lebensgeschichten vor. Anhand ihrer Lebenswege versuchen sie zu beantworten, was Identität und Heimat in unserer globalisierten Welt sein können.

Die Ausstellung findet im Rahmen des Projektes XB-Lab statt. Gefördert durch das Modellprogramm „Utopolis – Soziokultur im Quartier“ im Rahmen der ressortübergreifenden Strategie Soziale Stadt „Nachbarschaften stärken, Miteinander im Quartier“ des Bundesministeriums des Innern, für Bau und Heimat und der Beauftragten für Kultur und Medien.

Veranstaltung ansehen →
Ausstellung | A female Gaze - Julia Peirone | Dorothée Nilsson Gallery | Berlin
Apr
27
zu 29. Juni

Ausstellung | A female Gaze - Julia Peirone | Dorothée Nilsson Gallery | Berlin

  • Dorothée Nilsson Gallery (Karte)
  • Google Kalender ICS

Dorothée Nilsson Gallery | Berlin
27. April - 29. Juni 2019

A female Gaze
Julia Peirone


Warm Honey from the series Badland, 2012-2014

Warm Honey from the series Badland, 2012-2014


Die parallelen virtuellen Wirklichkeiten und die Bildkultur der sozialen Medien verzerren die Realität, tendieren zur Selbstverherrlichung und führen zu einem abstrakten Schönheitswahn. Julia Peirone nimmt dies zum Anlass und erforscht mit ihrer Fotografie die Identitätssuche junger Teenager. In ihren Serien konzentriert sich Peirone auf junge Frauen, die auf der Suche nach sich selbst und ihrer Sexualität sind und sich Gefühlen wie Scham sowie Verwundbarkeit stellen.  

Die Frustration, die junge Frauen durch die Prägung dieses Ideals erleiden, hält Julia Peroine durch ihre fotografischen Arbeiten bei Castingverfahren fest. Es sind keine üblichen Portraits, denn sie legt ihr Augenmerk auf die extremen Anforderungen dieser Verfahren und fordert den Betrachter auf, diese subtilen Codes zu hinterfragen.  

„Meine Arbeit beginnt mit etwas Banalem, mit einem kleinen Bild, das zu mir kommt. Ich denke darüber nach, wie ich es auf verschiedene Weise fotografieren kann. [...] Also fing ich an, Fotos davon zu machen. Dann tauchten noch mehr Fragen auf, und ich begann, Themen wie Scham, Sexualität, Versagen und die Oberfläche zu erforschen. Aus einer Serie entsteht eine andere.“ (Julia Peirone, aus dem Ausstellungskatatalog "Girls, Girls, Girls", Göteborg Konstmuseum 2017) 

Die Art und Weise, wie Menschen in Peirones Arbeiten auftreten, sind mehrdeutig, je nachdem wie man sie anschaut. Julia Peirone: ..."die Mädchen, (sind) Opfer eines Blicks, aber sie sind auch stark und haben die Macht über deinen Blick". 

Die Ausstellung zeigt Fotografie, Videoarbeiten, Texte und Skulptur.  

Julia Peirone, 1973 in Argentinien geboren, lebt und arbeitet in Stockholm. Sie hat an der Universität für Film und Fotografie (BFA) in Göteborg und an Konstfack, University College of Art, Craft and Design (MFA) in Stockholm studiert. Seit ihrem Debüt um die Jahrtausendwende erforscht sie zwei Themen:
Die Identität von jungen Frauen und das fotografische Bild mit seinen Möglichkeiten und Grenzen. Sie nahm an vielen internationalen Ausstellungen teil und ist in zahlreichen Sammlungen vertreten, u.a. in Moderna Muséet, Stockholm, Konstmuseum Göteborg (beide Schweden) und Kiasma, Helsinki (Finnland).

(Text: Dorothée Nilsson Gallery, Berlin)

 

Veranstaltung ansehen →
Vernissage | A female Gaze - Julia Peirone | Dorothée Nilsson Gallery | Berlin
Apr
26
6:00 nachm.18:00

Vernissage | A female Gaze - Julia Peirone | Dorothée Nilsson Gallery | Berlin


Dorothée Nilsson Gallery | Berlin
26. April 2019

A female Gaze
Julia Peirone


Warm Honey from the series Badland, 2012-2014

Warm Honey from the series Badland, 2012-2014


Die parallelen virtuellen Wirklichkeiten und die Bildkultur der sozialen Medien verzerren die Realität, tendieren zur Selbstverherrlichung und führen zu einem abstrakten Schönheitswahn. Julia Peirone nimmt dies zum Anlass und erforscht mit ihrer Fotografie die Identitätssuche junger Teenager. In ihren Serien konzentriert sich Peirone auf junge Frauen, die auf der Suche nach sich selbst und ihrer Sexualität sind und sich Gefühlen wie Scham sowie Verwundbarkeit stellen.  

Die Frustration, die junge Frauen durch die Prägung dieses Ideals erleiden, hält Julia Peroine durch ihre fotografischen Arbeiten bei Castingverfahren fest. Es sind keine üblichen Portraits, denn sie legt ihr Augenmerk auf die extremen Anforderungen dieser Verfahren und fordert den Betrachter auf, diese subtilen Codes zu hinterfragen.  

„Meine Arbeit beginnt mit etwas Banalem, mit einem kleinen Bild, das zu mir kommt. Ich denke darüber nach, wie ich es auf verschiedene Weise fotografieren kann. [...] Also fing ich an, Fotos davon zu machen. Dann tauchten noch mehr Fragen auf, und ich begann, Themen wie Scham, Sexualität, Versagen und die Oberfläche zu erforschen. Aus einer Serie entsteht eine andere.“ (Julia Peirone, aus dem Ausstellungskatatalog "Girls, Girls, Girls", Göteborg Konstmuseum 2017) 

Die Art und Weise, wie Menschen in Peirones Arbeiten auftreten, sind mehrdeutig, je nachdem wie man sie anschaut. Julia Peirone: ..."die Mädchen, (sind) Opfer eines Blicks, aber sie sind auch stark und haben die Macht über deinen Blick". 

Die Ausstellung zeigt Fotografie, Videoarbeiten, Texte und Skulptur.  

Julia Peirone, 1973 in Argentinien geboren, lebt und arbeitet in Stockholm. Sie hat an der Universität für Film und Fotografie (BFA) in Göteborg und an Konstfack, University College of Art, Craft and Design (MFA) in Stockholm studiert. Seit ihrem Debüt um die Jahrtausendwende erforscht sie zwei Themen:
Die Identität von jungen Frauen und das fotografische Bild mit seinen Möglichkeiten und Grenzen. Sie nahm an vielen internationalen Ausstellungen teil und ist in zahlreichen Sammlungen vertreten, u.a. in Moderna Muséet, Stockholm, Konstmuseum Göteborg (beide Schweden) und Kiasma, Helsinki (Finnland).

(Text: Dorothée Nilsson Gallery, Berlin)

 

Veranstaltung ansehen →
Ausstellung | Mischpoche - Andreas Mühe | Hamburger Bahnhof | Berlin
Apr
26
zu 11. Aug.

Ausstellung | Mischpoche - Andreas Mühe | Hamburger Bahnhof | Berlin


Hamburger Bahnhof | Berlin
26. April - 11. August 2019

Mischpoche
Andreas Mühe


Andreas Mühe Isolde IX, 2016 – 2019 aus der Serie: Mischpoche © VG Bild-Kunst, Bonn 2019

Andreas Mühe Isolde IX, 2016 – 2019 aus der Serie: Mischpoche © VG Bild-Kunst, Bonn 2019


Andreas Mühe (geb. 1979, Chemnitz, vormals Karl-Marx-Stadt, lebt in Berlin) wurde international bekannt durch seine Auseinandersetzung mit der deutschen Vergangenheit und Identität. Seinen Fotografien, die er ausschließlich analog herstellt, ist oftmals eine Ambivalenz, fast düstere Andeutung, inhärent, die auf die nicht mehr sichtbaren aber noch immer spürbaren Folgen der deutschen Geschichtsschreibung verweisen. Die sorgsam konzipierten Bildkompositionen suggerieren dabei eine gewisse Verwandtschaft zu Theater und Inszenierung. Die Nähe zu Schauspiel, Bühne und Film erschließt sich unter anderem aus Mühes persönlicher Biografie; sein Vater war der bekannte Schauspieler Ulrich Mühe, seine Mutter ist die renommierte Theaterintendantin Annegret Hahn. Diese beiden Persönlichkeiten, Mühes engste familiäre Bande, gemeinsam mit weiteren Verwandtschaftsmitgliedern, bilden die Protagonisten seiner für den Hamburger Bahnhof – Museum für Gegenwart – Berlin konzipierten neuen Werkserie. In zwei großformatigen fotografischen Familienportraits vereint Mühe die lebenden wie verstorbenen Mitglieder seiner Familie, mütterlicher- und väterlicherseits. Die bereits verstorbenen Personen ließ er, von Fotovorlagen ausgehend, in einem komplexen und intensiven Produktionsprozess als verblüffend lebensecht anmutende Skulpturen nachbilden.

Es offenbart sich hierbei eine sehr persönliche Auseinandersetzung mit den innerfamiliären Geflechten der Familie Mühe, die – berufsbedingt – teilweise auch ein Leben in der Öffentlichkeit führten. Der psychologisch, sozial geladene Aspekt des Familienbildes steht gleichzeitig einer kunsttheoretischen Abhandlung gegenüber. Denn Mühes künstlerischer Prozess von Fotografie als Ausgangsmaterial, zu plastischen Nachbildungen in Form von Skulpturen, und schlussendlich zu einer choreografierten Gruppierung, an dessen Ende ein fotografisches Familienportrait steht, macht die ambivalente Bedeutung von Fotografie – zwischen Wahrheit und Konstruktion – überdeutlich. Persönliche Geschichte, soziale und gesellschaftliche Verhältnisse sowie künstlerische Tradition vereinen sich zum Portrait einer Familie, dem Zeit- wie Kunstgeschichte tief eingeschrieben sind. 

Zur Ausstellung erscheint eine Publikation in deutscher und englischer Sprache.

Kuratiert von Udo Kittelmann und Kristina Schrei.

Die Ausstellung wird ermöglicht durch Volkswagen und die Freunde der Nationalgalerie.

(Text: Hamburger Bahnhof, Berlin)

Veranstaltung ansehen →
Artist Talk | Some Changes Made - Amin El Dib | Collection Regard | Berlin
Apr
11
7:00 nachm.19:00

Artist Talk | Some Changes Made - Amin El Dib | Collection Regard | Berlin


Collection Regard | Berlin
11. April 2019

Moderation: Franziska Schmidt

Some Changes Made
Amin El Dib


3.jpg

Die thematisch in sich geschlossene Motivreihe, die Serie, bestimmt die künstlerische Arbeit von Amin El Dib von Beginn an. Die für die Ausstellung in der Collection Regard von ihm gemeinsam mit dem Galeristen Marc Barbey ausgewählten Serien sind in Berlin und später in der Schweiz entstanden, wo er seit einigen Jahren lebt und arbeitet. Sie betonen bewusst den Teil seines umfangreichen Werkes, bei dem er formaler und inhaltlich abstrahierender vorgegangen ist, unabhängig davon, ob die Bilder auf Menschen, Pflanzen oder Materialien verweisen.

Am auffälligsten nehmen sich die Arbeiten aus, in denen er sich mit den bereits abgeschlossenen Serien mit bildmäßigen Motiven auseinandergesetzt hat. Ausgehend von dem Material – und Material meint hier das klassische Barytpapier sowie die modernen Digitaldruckpapiere – verwendete er dies, um daraus neue Bilder zu kreieren. Verständlicher gesagt werden die vorliegenden Fotografien von ihm zerrissen, wobei die Risskanten bei den im Duktus einer Collage neu zusammengesetzten Bildern deutlich erkennbar bleiben. Dieses Reißen impliziert genaugenommen Gewalt und Zerstörung. Gewalt und Zerstörung, die er den Papieren und mithin dem darauf Abgebildeten antut. Allerdings findet, übersteigert formuliert, im Zusammensetzen der Motivfragmente zugleich ein Akt der Heilung, der Wiedergutmachung statt. Denn der brutalen Dekonstruktion der Bilder folgt die versöhnende Neukonstruktion, selbstredend mit dem Ziel ästhetischer Konzentration. Geht Amin El Dib bei seinen traditionellen bildmäßigen Motiven noch der Suche nach, im Leben, im fortwährenden Gedeihen das Brüchige, das Unvollkommene sichtbar werden zu lassen, gewissermaßen als Affront gegen das all zu Glatte, Perfekte und Unantastbare, so findet dieser Ansatz in den aus den gerissenen Papieren montierten Bildern eine bedeutsame formalästhetische Steigerung mit metaphorischen Dimensionen. Die auf diese Weise entstehenden Bilder, und es sind Bilder, berühren die Retina und mithin unser Innerstes bis an die Schmerzgrenze. Die vielfach sichtbar durch das Papier getriebenen Heftklammern verstärken diesen Schmerz noch. 

Neben den in dieser Technik gestalteten Serien, die den Hauptteil der Ausstellung ausmachen, zeigt Amin El Dib andere Motivreihen, in denen sich das Abgebildete, wie beispielsweise der Haarschopf einer Frau, zunächst partiell und dann ganz bis ins fotografische Weiß auflöst. Auch das beschreibt das Existentielle als fragil und flüchtig: Ein künstlerischer Kommentar der auf das Ganze zielt, auf das vergängliche Sein und zugleich auf dessen Brüchigkeit.

Öffnungszeiten
Freitags oder nach Vereinbarung

Veranstaltung ansehen →
Ausstellung | Body an Soul - Amin El Dib | Haus am Kleistpark | Berlin
Apr
10
zu 2. Juni

Ausstellung | Body an Soul - Amin El Dib | Haus am Kleistpark | Berlin


Haus am Kleistpark | Berlin
10. April - 2. Juni 2019

Body and Soul
Amin El Dib


4.jpg

Amin El Dibs künstlerische Entwicklung ist engstens mit Berlin verbunden, sowohl was die Entstehung seiner Bildwerke als auch was deren Präsentation in Einzel- und Gruppenausstellungen betrifft. Dass er seit einigen Jahren in der Schweiz lebt, hat daran nichts geändert. Das Haus am Kleistpark zeigt jetzt unter dem Titel „Body and Soul“ erstmals eine Ausstellung mit einer größeren Auswahl seiner über die Jahre entstandenen und thematisch geordneten Werkgruppen. Kuratiert hat sie Enno Kaufhold.

In der frühesten der hier ausgewählten und bis 1988 zurückreichenden Serie „Bilder von Menschen und Tieren“ porträtiert er, wie es schon der Titel verrät, Frauen und Männer, die ihr Leben mit Tieren teilen. Neben Hunden und Katzen, die unverzichtbar dazu gehören, reicht die Skala der Tierarten darüber jedoch weit hinaus. Ob es die Personen oder doch eher die Tiere sind, die den Blick in die Bilder ziehen, bleibt von Bild zu Bild offen. Offen wie das Oszillieren zwischen Normalität und Skurrilität, Selbstverständlichkeit und Abwegigkeit, Witz und bitterem Ernst. Angesichts des Umstands, dass die Porträtierten mal bekleidet und ein anderes Mal unbekleidet zu sehen sind, verweisen seine Bilder darauf, dass die Frage der Bekleidung allein auf die Menschen, nicht aber auf die Tiere anzuwenden ist. Die tragen ohne Ausnahme ihre evolutionär angepassten Kleidungen. Insgesamt verrät allein diese Porträtserie Amin El Dibs ausgeprägtes Interesse an Menschen und – nicht minder wichtig – am Inszenieren, das allen Porträts mehr oder weniger zugrunde liegt.

Um in der Chronologie der ausgestellten Werkgruppen zu bleiben, folgt die von 2000 bis 2002 entstandenen Serie „Weekenders“. Nicht zum ersten Mal und die traditionellen fotografischen Spezifika sprengend, unterzog Amin El Dib seine zahlreichen von ihm fotografierten Porträts einer radikalen Dekonstruktion, indem er die Fotopapiere zerriss, zerknüllte und auch sonst rüde behandelte. Die solchermaßen entstandenen Motivfragmente fügte er in einem zweiten Schritt collagenartig neu zusammen, oder fotografierte die körperlichen Gebilde ein neues Mal. Bei diesem gewaltsamen Vorgehen, schließlich ist das Zerreißen oder Zerknüllen des Fotopapiers ein rabiater physischer Akt, ging der ureigene Porträtcharakter unverkennbar verloren, zugleich kreierte er jedoch mit dieser Technik eine hinsichtlich der Materialität wie Ästhetik neue Bildform. Die solchermaßen vollzogene Reinszenierung setzte er 2006 in der medienreflexiven Arbeit „Men at Work“ auf andere Weise fort, indem er gezielt einzelne Gesichter mit geöffneten Mündern aus einschlägig pornografischen Publikationen, wie wir sie aus unserem pornografisierten Alltag kennen, heraus fotografierte. Die Verwandlung ins Schwarzweiße, die starke Fragmentierung sowie der Duktus der gerasterten Druckvorlage verleihen den so geschaffenen Bildern ein gänzlich verfremdetes Aussehen. Der pointierte Gestus des offenen Mundes, ursprünglich Ausdruck dargestellter sexueller Lust, nimmt absurde Formen an. In der zeitlich nachfolgenden Serie „United Tongues“ steigert Amin El Dib diesen Eindruck noch, indem er die aus demselben Kontext stammenden Kussszenen durch starke Ausschnitte vollends in die visuelle wie gedankliche Abstraktion verwandelt. 

Schließlich umfasst die Ausstellung neben diesen durchgehend schwarzweiß fotografierten Bildserien noch eine größere Auswahl aus zwei jüngeren, jetzt farbig fotografierten Werkgruppen. In der „Under Skies of Blue and Grey” betitelten und von 2007 bis 2014 fotografierten Serie folgt Amin El Dib dem tradierten Landschaftsbild, allerdings, und das muss sofort wieder die Einschränkung sein, fern von allen, Natur verherrlichenden Stereotypen. Ihre Andersartigkeit erschließt sich bei genauerem Hinsehen und in der Abfolge des Seriellen. Es sind die subtilen Verweise, die den wie auch immer gearteten Eingriff der Menschen erkennen lassen. Schon hier kann von Verletzungen gesprochen werden. Einen wesentlich deutlicheren Akzent setzte er bei den in den Jahren 2014 bis 2016 von ihm fotografierten antiken Statuen. Diese in der Skulpturhalle in Basel aufgenommenen Bilder der dort gesammelten Gipsrepliken handeln, wie diese Arbeit klar ausweist, „Von der Brüchigkeit des Seins“. Selbst die auf Ewigkeit angelegten antiken Steinskulpturen, die den Gipsrepliken zugrunde lagen, haben Beschädigungen erlitten, verloren Gliedmaßen wie Teile ihrer Gesichter und mehr und zeugen so von der Verletzbarkeit allen Irdischen, womit im metaphorischen Sinn nicht allein die Steinplastik, sondern gleichermaßen die menschliche Existenz gemeint ist. 

In all seinen Bildern, und das ist das Verbindende zwischen den scheinbar disparaten Werkgruppen, verweigert sich Amin El Dib der absoluten Harmonie, dem Schönen schlechthin. Um es mit den Begriffen des Porträts zu formulieren, er schreibt den schönen Gesichtern zugleich die Fratze ein.

(Text: Haus am Kleistpark)

Veranstaltung ansehen →
Art Tour | Graciela Iturbide | Fotografie Forum Frankfurt
Apr
7
3:00 nachm.15:00

Art Tour | Graciela Iturbide | Fotografie Forum Frankfurt


Fotografie Forum Frankfurt
7. April 2019

Kuratorenführungen mit Celina Lunsford

Graciela Iturbide


México, 1969 © Graciela Iturbide / Colecciones Fundación MAPFRE, 2019

México, 1969 © Graciela Iturbide / Colecciones Fundación MAPFRE, 2019


Ihre Bilder sind immer schwarzweiß – und zeigen zugleich alle Schattierungen der menschlichen Existenz. Traditionen und ihre Brüchigkeit, Glaube und Religion, Gemeinschaft und Tod gehören zu den zentralen Themen von GRACIELA ITURBIDE. Ihr über fünf Jahrzehnte entstandenes Œuvre gilt als grundlegend für das Verständnis der mexikanischen und der gesamten lateinamerikanischen Fotografie. Das Fotografie Forum Frankfurt (FFF) ehrt die 1942 in Mexiko-City geborene Künstlerin mit der ersten Retrospektive in Deutschland. Die Ausstellung wurde von der Fundación MAPFRE, Madrid, organisiert und präsentiert in Kooperation mit dem FFF Werke aus allen Schaffensphasen dieser außergewöhnlichen Fotografin.

Zu sehen sind frühe Arbeiten wie die Langzeitstudie »Juchitán de las Mujeres«. Die Dokumentation der matriarchalen Gemeinschaft im südmexikanischen Staat Oaxaca, entstanden zwischen 1979 und 1986, machte Iturbide bekannt – und zeigt ihre einzigartige Handschrift. Ihre Bilder pendeln stets zwischen dem Dokumentarischen und dem Poetischen, zeigen mehrere Realitätsebenen und spiegeln so symbolträchtig die Vielschichtigkeit des Lebens. Kulturelle Spannungen zwischen Tradition und westlicher Moderne etwa macht die Fotografin sichtbar in ihrem Projekt mit den indigenen Seri-Indianern in der Sonora-Wüste. Außerdem zeigt das FFF Porträts der Straßengang »White Fence« im Los Angeles der 1980er Jahre, sehr persönliche Innenaufnahmen aus dem Haus von Frida Kahlo, sowie Sujet-Bilder von Gärten, Landschaften und Vögeln, die Iturbide in ihrem Heimatland und auch auf ihren Reisen nach Indien, Italien, Korea oder Madagaskar schuf. 

Graciela Iturbide, Tochter einer traditionellen katholischen Familie, studierte zunächst Film an der Nationalen Universität Mexico City, ehe sie inspiriert von ihrem Lehrer Manuel Álvaro Bravo die Fotokamera für sich entdeckte. Zugleich war die Fotografie für sie ein Weg, den Tod ihrer sechsjährigen Tochter zu verarbeiten. Iturbides Arbeiten wurden in aller Welt gezeigt und vielfach ausgezeichnet, u.a. mit dem W. Eugene Smith Memorial Award, dem International Grand Prize of the Museum of Photography in Hokkaido, Japan, und dem renommierten Hasselblad-Award (2008). Graciela Iturbide lebt und arbeitet im Künstlerviertel Coyoacán in Mexico-City.

Zur Ausstellung ist eine Begleitpublikation erhältlich: GRACIELA ITURBIDE. Mit Texten von Marta Dahó, Juan Villoro und Carlos Martín García. 2018, Fundación MAPFRE, Madrid; Englisch, 292 S., ISBN-10: 8417047700. 

(Text: Fotografie Forum Frankfurt)

Veranstaltung ansehen →
Ausstellung | Generation Wealth - Lauren Greenfield | Deichtorhallen | Hamburg
Mär
30
zu 23. Juni

Ausstellung | Generation Wealth - Lauren Greenfield | Deichtorhallen | Hamburg


Deichtorhallen | Hamburg
30. März - 23. Juni 2019

Generation Wealth
Lauren Greenfield


Secret Moneii, 28, a stripper at Magic City who made nearly $20,000 during her first week at the club, Atlanta, 2015. Lauren Greenfield/INSTITUTE © Lauren Greenfield

Secret Moneii, 28, a stripper at Magic City who made nearly $20,000 during her first week at the club, Atlanta, 2015. Lauren Greenfield/INSTITUTE © Lauren Greenfield


Die Ausstellung GENERATION WEALTH der preisgekrönten Filmemacherin und Fotografin Lauren Greenfield zeigt das heutige, allgegenwärtige Streben nach Status, Schönheit und Reichtum. Die Schau wird im Haus der Photographie der Deichtorhallen zum ersten Mal in Deutschland zu sehen sein. 

Die Dokumentarfotografin Lauren Greenfield wuchs in den 70er und 80er Jahren in Venice auf, einem sehr rauen Viertel in Los Angeles. In den frühen 90er Jahren begann sie mit dem Fotografieren von Kindern aus Privatschulen, wo die sozialen Sitten der privat gebildeten Teenager Hollywoods von üppigen Partys, teuren Autos und Designerhandtaschen definiert und geprägt wurden. Greenfield erkannte, dass das Verlangen nach Geld, Prominenz, Schönheit und Sexualkapital zu einer alles umfassenden Besessenheit für Menschen jeden Alters und jeder Klasse, unabhängig von der Nationalität, geworden war.

Die Ausstellung GENERATION WEALTH ist das Ergebnis von mehr als 25 Jahren Arbeit Lauren Greenfields und zeigt auf einzigartige Weise, wie sich die Suche nach materiellen Gütern und sexuellem Kapital im Laufe der Zeit auf der ganzen Welt entwickelt hat. Die Ausstellung GENERATION WEALTH umfasst mehr als 150 Fotos aus den USA, Brasilien, Kanada, Dubai, den Philippinen, Frankreich, Hongkong, Irland, Island, China, Mexiko und Russland sowie eine Reihe von Interviews und Kurzfilmen. Dabei geht es bei GENERATION WEALTH nicht um die Reichen an sich, sondern um den Wunsch, um jeden Preis reich zu sein. In der Ausstellung wird auch der Dokumentarfilm Generation Wealth gezeigt, der u.a. ds Sundance Filmfestival in den USA 2018 eröffnete.

Das Begleitbuch Generation Wealth, das im Frühjahr 2017 von Phaidon veröffentlicht wurde, hat begeisterte Kritiken erhalten und wurde von der Creative Review und der London Times zum »Photography Book of the Year« gewählt.

Diese Ausstellung wurde vom Annenberg Space for Photography, Los Angeles produziert und dort erstmalig gezeigt. Die international Tournee führt über das International Center of Photography in New York, das Nobel Peace Center in Oslo und das Fotomuseum Den Haag jetzt nach Hamburg.

(Text: Deichtorhallen, Hamburg)

Veranstaltung ansehen →
Ausstellung | Two Rivers | NRW-Forum | Düsseldorf
Mär
29
zu 7. Juli

Ausstellung | Two Rivers | NRW-Forum | Düsseldorf


NRW-Forum | Düsseldorf
29. März - 7. Juli 2019

Two Rivers
Joachim Brohm und Alec Soth


Alec Soth. Harbor Marina, Memphis, Tennessee © Alec Soth / Magnum Photos

Alec Soth. Harbor Marina, Memphis, Tennessee © Alec Soth / Magnum Photos

Zwei Fotografen, zwei Flüsse: Vom 29. März bis 7. Juli 2019 präsentiert das NRW-Forum Düsseldorf mit „Two Rivers“ die wichtigsten fotografischen Werkgruppen des deutschen Künstlers Joachim Brohm und des US-Amerikanischen Fotografen Alec Soth. In einer Weltpremiere vereint die Ausstellung Werke aus insgesamt zehn Serien, unter anderem Alec Soth’ Hauptwerk „Sleeping by the Mississippi“ und Joachim Brohms berühmte „Ruhr“-Serie.

Im Mittelpunkt der Ausstellung stehen Alec Soth’ Serie „Sleeping by the Missisippi“ und Joachim Brohms Serie „Ruhr“, die beide Menschen an der Peripherie des Flusses porträtieren. Brohm, der an der Folkwang Hochschule studierte, ist bildender Künstler, der sich mit dem Medium der Fotografie ausdrückt. Soth steht als lyrischer Dokumentarfotograf in der Tradition von Robert Frank, Stephen Shore und Joel Sternfeld. Was die beiden verbindet, ist ein dokumentarisch-künstlerischer Blick, der sie als sensible Dokumentaristen ihres sozialen Umfeldes ausweist. Die Ausstellung versammelt insgesamt zehn Werkgruppen der beiden Fotografen, neben den bekannten Serien an der Ruhr und am Mississippi werden weltweit zum ersten Mal auch Joachim Brohms seltene Porträts und ein neues Werk von Alec Soth gezeigt.

Alec Soth gehört seit seinem ersten Hauptwerk „Sleeping by the Mississippi“ aus dem Jahre 2004 zu den wichtigsten Fotografen der internationalen Fotoszene. Soth ist bildender Künstler, Magnum-Fotograf, Blogger, Verleger und Pädagoge. Er erforscht die vielen verschiedenen Formen der Fotografie und wie sie sich in der Welt präsentieren. Als lyrischer Dokumentarfotograf - in der Tradition von Robert Frank, Stephen Shore und Joel Sternfeld - sieht sich Soth in erster Linie als amerikanischer Fotograf. Die Landschaften der USA, der majestätische Mississippi, die donnernden Niagarafälle, die weiten und offenen Wüsten, die kleinen Städte und Vororte: Alle haben die Struktur und den Rahmen für seine poetischen Studien über das amerikanische Leben geschaffen. Neben „Sleeping by the Mississippi“ (2004) werden vor allem Werke aus den Serien „Niagara“ (2006) und „Songbook“ (2014) gezeigt.

Joachim Brohm: Essen, 1982 © Joachim Brohm / VG Bild-Kunst, Bonn, 2018

Joachim Brohm: Essen, 1982 © Joachim Brohm / VG Bild-Kunst, Bonn, 2018

Joachim Brohm ist bildender Künstler, der sich mit dem Medium der Fotografie ausdrückt und maßgeblich an der Entwicklung der Fotografie als Kunstform seit den 1980er Jahren beteiligt war. In seiner ersten, international viel beachteten Serie „Ruhr“ (1980-1983) dokumentierte er das Freizeitverhalten der Menschen am Ufer der Ruhr. Brohm gehört neben den Fotografen der Düsseldorfer Fotoschule zu den wichtigsten Fotokünstlern in Deutschland. In seinen oft dokumentarisch geprägten Arbeiten setzt er sich vor allem mit den Strukturen der Stadtentwicklung und der Stadtperipherie - mit allen sozialen, soziologischen, ökonomischen und kulturellen Implikationen - auseinander. Künstlerisch ausgebildet und geprägt wurde er an der Folkwang Hochschule in der Tradition von Otto Steinert und Michael Schmidt, aber auch durch sein Fulbright Stipendium an der Ohio State University, an der er Fotografie bei Allan Sekula studierte. Neben Brohms Frühwerk „Typology“ (1979), in dem er im Stil von Bernd und Hilla Becher die typologischen Besonderheiten von Kleingärten dokumentierte, präsentiert die Ausstellung auch Arbeiten aus seinem amerikanischen Werk „Ohio“, der „Ruhrstadt“ (1988-92), „Areal“ (1992-2002) und „Culatra“ (2008-2010). Als Premiere werden erstmals die seltenen Portraits aus Ohio gezeigt. Bis heute lehrt Joachim Brohm Fotografie an der HBG - Hochschule für Grafik und Buchkunst in Leipzig.

Entwickelt und kuratiert wird die Ausstellung von Ralph Goertz, Leiter des IKS – Institut für Kunstdokumentation, der im NRW-Forum bereits mit den Ausstellungen Joel Meyerowitz Retrospective oder Lindbergh/Winogrand: Women on Street vertreten war.

Veranstaltung ansehen →
Ausstellung | Cities in Silence - Christopher Thomas | Persiehl & Heine | Galerie für Fotografie | Hamburg
Mär
28
zu 4. Mai

Ausstellung | Cities in Silence - Christopher Thomas | Persiehl & Heine | Galerie für Fotografie | Hamburg

  • Persiehl & Heine - Galerie für Fotografie (Karte)
  • Google Kalender ICS

Persiehl & Heine | Galerie für Fotografie | Hamburg
28. März - 4. Mai 2019

“Cities in Silence”
Christopher Thomas


CT Elbphilharmonie 2018 Pigment-Print auf Büttenpapier, 56 x 76, Auflage 25 © and courtesy Persiehl & Heine Gallery for Photography

CT Elbphilharmonie 2018 Pigment-Print auf Büttenpapier, 56 x 76, Auflage 25 © and courtesy Persiehl & Heine Gallery for Photography


Ich möchte dem Betrachter zeigen, was er zwar kennt, aber so noch nicht bewusst wahrgenommen hat.
— Christopher Thomas

Christopher Thomas, 1961 in München geboren, Absolvent der Bayerischen Staatslehranstalt für Fotografie, ist mit seinen Städteporträts bekannt geworden. Seine Stadtansichten sind mit der Großbildkamera festgehalten und auf Büttenpapier geprintet. Das Filmmaterial ist ein Schwarzweiß-Film vom Typ 55 von Polaroid. 

Den Auftakt zu den Stadtansichten bildete die Serie Münchner Elegien (1999-2017), gefolgt von der Serie New York Sleeps, die zwischen 2001 und 2009 entstand. Weitere Städteporträts folgten: Venedig. Die Unsichtbare (2012), Paris im Licht  (2014) und zuletzt Lost in L.A. (2017).  Seine jüngste Werkserie Eternity wird derzeit im Kallmann-Museum in Ismaning ausgestellt. 

Die Arbeiten von Christopher Thomas werden weltweit von renommierten Fotogalerien in Ausstellungen und auf Messen gezeigt und befinden sich in wichtigen privaten und institutionellen Sammlungen wie der Francois Pinault Collection, der Sir Elton John Photography Collection, der SØR Rusche Sammlung und der Kunstsammlung des Deutschen Bundestags.

(Text: Ira Stehmann)

Veranstaltung ansehen →