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Buchvernissage | Rhonegletscher - Hansjörg Sahli | Künstlerhaus S11 | Solothurn
Dez
20
6:00 nachm.18:00

Buchvernissage | Rhonegletscher - Hansjörg Sahli | Künstlerhaus S11 | Solothurn


Künstlerhaus S11 | Solothurn
20. Dezember 2018

Rhonegletscher | Edition Patrick Frey
Hansjörg Sahli


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Die ersten Fotos vom Rhonegletscher machte ich im Juli 2014. Ich erinnere mich, dass ich seitlich vom Gletscher die Bergflanke hinauf gestiegen bin, um einen besseren Ausblick zu haben. Dort oben ist mir ein Alpinistenpaar begegnet. Wir haben ein paar Worte gewechselt. Wahrscheinlich bin ich wegen ihrem Basler Dialekt darauf gekommen, auf jeden Fall erwähnte ich, dass damals bei den verhüllten Kirschbäumen in Riehen bei Basel sehr viel mehr Leute gekommen sind. Sie hatten die Bäume auch gesehen. Ich merkte aber sofort, dass sie den Vergleich unpassend fanden. Dabei machte damals der verhüllte Gletscher einen sehr ordentlichen Eindruck. Die Tücher waren schön weiss, straff gespannt, das darunter liegende Eis hatte Volumen. Der gedeckte Gletscherteil überragte den Rest der vordersten Gletscherzunge deutlich. Die Funktion der Tücher, das Eis mit der darunter liegenden Gletschergrotte vor der Sonnenstrahlung zu schützen, war klar erkennbar.

Als ich 14 Tage später wieder kam, sah alles anders aus. Es hatte gestürmt und sehr viel geregnet. Die Tücher waren zum Teil weggerissen, zerfetzt, dreckig. Der Gletscher bot einen jämmerlichen Anblick. Vor allem, und ich habe mich sicher nicht getäuscht, war die Eiszunge massiv geschrumpft.

Die letzten Aufnahmen entstanden im August 2017. Die Fotos sind absichtlich unterbelichtet damit sie farbiger werden, denn die Tücher sind eigentlich farblos. Bei der Bearbeitung der Fotos habe ich die Belichtung korrigiert und den Kontrast verstärkt, vor allem bei Aufnahmen, die bei diffusem Licht entstanden sind.

(Text: Hansjörg Sahli)

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Buchvernissage | Anzeichen der Verlässlichkeit - Beat Schweizer | Coalmine - Forum für Dokumentarfotografie | Winterthur
Dez
20
6:00 nachm.18:00

Buchvernissage | Anzeichen der Verlässlichkeit - Beat Schweizer | Coalmine - Forum für Dokumentarfotografie | Winterthur

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Coalmine - Forum für Dokumentarfotografie | Winterthur
20. Dezember 2018

Anzeichen der Verlässlichkeit
mit Texten von Urs Mannhart
Kehrer Verlag, 2018
Beat Schweizer


 Norilsk | Russland | Juli 2017

Norilsk | Russland | Juli 2017

Wie lebt es sich in den polarnahsten Städten und Siedlungen der Welt? Und was hält die Menschen trotz scheinbar widriger Bedingungen dort? Die Thematik der Isolation beschäftigt Beat Schweizer (geboren 1982, wohnhaft in Bern) seit vielen Jahren. Auf mehreren Reisen in den äussersten Norden Russlands hat er die Morphologie abgelegener Orte fotografisch festgehalten, die Ursachen ihres Daseins und ihre Eigenheiten untersucht. Sein Langzeitprojekt präsentiert uns Formen der Existenz, die über das Anekdotische hinaus tiefe Einblicke in das Menschliche geben. In seiner dokumentarischen Praxis nähert er sich den Strukturen und Bewohnern behutsam und unmerklich. Mit seinem systematischen Blick fördert er im Einzelnen das Allgemeine und im Allgemeinen das Individuelle zutage, beweist aber auch ein waches Auge für Komik, Tragik und Absurdität – ein feines Sensorium für die "Anomalie des Alltags im nördlichsten Norden Sibiriens" (so der Untertitel der Eigenpublikationen "An der Frostgrenze", 2013). Die COALMINE zeigt Beat Schweizers dreiteiligen Werkzyklus, entstanden zwischen 2012 und 2018, erstmals umfassend und als neu edierte und produzierte Abzüge. 

Norilsk ("Michailovna hat angerufen", 2017/18)
Norilsk ist eine Stadt der Superlative: Sie ist die nördlichste Grossstadt weltweit, gelegen auf 69 Grad nördlicher Breite und gebaut auf Permafrost-Boden. Sie gilt auch als die schmutzigste Stadt der Welt. Die dort abgebauten Nickelerze verursachen Schäden an Umwelt und Gesundheit. Zusammen mit den Vorkommen auf der russischen Halbinsel Kola deckt Norilsk rund einen Viertel des Weltmarktbedarfs an diesem Rohstoff, der in diversen Legierungen und vor allem zur Erzeugung von nichtrostendem, hochbelastbarem Stahl verwendet wird. Bodenschätze und Industrie bieten mit ihren gut bezahlten Arbeitsplätzen und einer städtischen Infrastruktur, die dem polaren Klima Annehmlichkeiten abtrotzt, Lebensraum für 175'000 Menschen. Gleichwohl wahrt die als Minenstadt 1935 gegründete und unter Stalin als Gulag genutzte Stadt weiterhin ihr Geheimnis: Sie ist für Ausländer geschlossen und nur mit einer Sonderbewilligung betretbar.

Eine solche erlaubte es Beat Schweizer, sich frei in der Stadt zu bewegen. Dennoch stellte eine Bekannte, eine ehemalige Polizistin bei der Flughafenpolizei, vorab mit einem Anruf sicher, dass sich die Einreise ohne Umtriebe vollzog ("Michailovna hat angerufen") – eine Anekdote, die zeigt: wo alles bürokratisch abläuft, vieles unmöglich scheint und doch alles möglich ist, sind die persönlichen Beziehungen entscheidend. Mit seiner Mittelformatkamera hat Beat Schweizer in sorgfältig komponierten Einstellungen Häuserzüge, Plätze und Naherholungsgebiete in Norilsk fotografiert. Porträts und Innenansichten führen das Spiel mit Distanz und Nähe fort und zeigen die Bewohner bei der Freizeitgestaltung, Gedenktagen oder Schönheitswettbewerben. Es entsteht das Bild eines auf sich bezogenen und sich selbst genügenden Kosmos, der seine Existenz jedoch auswärtigen Interessen verdankt und ohne Anreize und Garantien aus Moskau nicht fortbestehen könnte. Es sind solche Abhängigkeiten und ihre fragile, fragliche und fragwürdige Beständigkeit, denen der Fotograf nachspürt. Darauf bezieht sich auch der Titel der Ausstellung in der COALMINE: "Anzeichen der Verlässlichkeit". 

Dikson ("An der Frostgrenze", 2013)
Während Norilsk den Anschein urbaner Normalität wahrt, trifft dies auf Dikson, eine kleine Siedlung an der Mündung des Jenissei, auf über 73 Grad nördlicher Breite, nicht zu. Der Aussenposten der Zivilisation, der einen Eisbären im Wappen trägt und an 82 Tagen in der Polarnacht versinkt, galt in der Sowjetzeit als die nördlichste Stadt weltweit. Dann sank ihre Einwohnerzahl drastisch. Einst Angelpunkt für die Nordostpassage und die Kontrolle über die Arktisregion sowie Ausgangspunkt vieler Polarexpeditionen, bietet Dikson heute nur noch wenigen hundert Menschen ein Auskommen. Die Einwohner sehen sich überwiegend auf sich allein gestellt, die Provinzhauptstadt Krasnojarsk liegt 2507 Kilometer entfernt. Besucher, auch russische, benötigen generell eine Sondererlaubnis. Die verbliebenen Bewohner, die Beat Schweizer dort aufsucht hat, leben entweder als Mechaniker oder Grenzschützer, betreiben einen Einkaufsladen oder übermitteln Wetterdaten nach Moskau. Ermöglicht wird ihre Existenz durch den Staat, angeblich im Bestreben, die nördliche Aussengrenze des Mutterlands zu sichern. Wir begleiten sie bei der Arbeit oder dabei, wie sie ihre Frei- und Wartezeit verbringen, mit Jagen und Fischen, Grillen, Spielen oder Fernsehen. 

Teriberka ("Der Boiler", 2012)
Auch Teriberka, die dritte Ansiedlung, die Beat Schweizer im Rahmen seines epischen Langzeitprojekts besuchte, gelegen auf 69 Grad Nord, leidet seit dem Niedergang der Küstenfischerei unter starkem Bevölkerungsrückgang. Vor einigen Jahren jedoch kündigte der russische Konzern Gazprom riesige Investitionen mit Tausenden von Arbeitsplätzen an. Das Stockmann-Feld in der Barentsee, ein Gasvorkommen, sollte erschlossen werden. Ein Teil der Einwohner machte sich Sorgen um die Umwelt, viele andere freuten sich auf eine rosige Zukunft. Doch das Projekt wurde auf Eis gelegt, aus Kostengründen – der Schiefergasboom in den USA machte die Gasförderung in der Arktis nicht mehr konkurrenzfähig. So kämpfen die Bewohner von Teriberka weiterhin gegen das Vergessenwerden an. Wie auch andernorts führt uns Beat Schweizer mit ausgewählten Protagonisten in ihre Lebenswelt ein. So besteht die Aufgabe des Dorfheizers darin, Steinkohle in den Schlund eines Ofens zu schaufeln und das Dorf mit Wärme zu versorgen, während er seine Lebenslast und Langeweile in Schwermut und russischen Fernsehserien ertränkt. 

Beat Schweizers dreiteilige Dokumentation ist eine warmherzige Bestandsaufnahme besonderer Lebensumstände und ihrer Bewältigung. Sie registriert das Wesenhafte mit einer Nüchternheit, die immer wieder ins Poetische oder gar Fantastische mündet. Entgegen einem meist von westlichen Vorurteilen durchsetzten Blick zeichnet er ein vielschichtiges Bild der Auswirkungen von klimatischen, politischen und ökonomischen Kräften auf den postkommunistischen Raum. Auf seinen Reisen arbeitet er oft mit dem Schweizer Schriftsteller Urs Mannhart an selbstpublizierten Reportagen. Der bewusste Umgang beider Autoren mit Bild und Text und das Experimentieren mit unterschiedlichen Publikationsformen markiert eine eigenständige Positionierung im Feld einer erweiterten und selbstreflexiven dokumentarischen Praxis. 

Der Ausstellungstitel "Anzeichen der Verlässlichkeit" ist inspiriert vom Slogan "Символ надежности" ("Symbol der Verlässlichkeit"), mit dem Nornickel, der grösste Arbeitgeber in Norilsk, auf Plakaten wirbt. Die Menschen in Norilsk, aber auch in Teriberka und Dikson, verlassen sich auf das Versprechen von Staat und Arbeitgebern, dass ein Leben an diesen widrigen Orten weiterhin möglich bleibt. Die Kehrseite der Verlässlichkeit ist die Angst, keine Arbeit zu finden, sollten sie an einen anderen, südlicheren Ort ziehen wollen. Sie sind in diesem Versprechen der Verlässlichkeit gefangen. So hat der Titel durchaus eine Ambivalenz.

(Text: Sascha Renner)

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Vernissage und Buchvernissage | Das Bild vom Berg - Robert Bösch | Bildhalle | Zürich
Nov
22
6:00 nachm.18:00

Vernissage und Buchvernissage | Das Bild vom Berg - Robert Bösch | Bildhalle | Zürich


Bildhalle | Zürich
22. November 2018

Das Bild vom Berg
Robert Bösch


 Morteratsch Glacier Switzerland

Morteratsch Glacier Switzerland

Mit dem Buch “Mountains” und der Ausstellung “Das Bild vom Berg” präsentiert uns Robert Bösch sein alpin-fotografisches Lebenswerk. Eine eindrückliche Mischung aus Landschafts-, Berg- und Sportfotografie. Als Bergsteiger war Robert Bösch auf allen sieben Kontinenten unterwegs und hat als Fotograf die Weltbesten des Bergsports fotografiert - darunter auch seinen verstorbenen Freund Ueli Steck. Entstanden sind atemberaubende Sport- und Landschaftsbilder, die die Ruhe und Gewalt der Berge wiedergeben und die tiefe Schönheit und Einsamkeit spiegeln, die all jene umgeben, die sich in der Übermacht der Berge bewegen. 

“Die Gabe, selbst in den erhabenen Räumen der Berge aktiv zu sein und dieses Tun in Beziehung zu setzen mit der Bergwelt, ist nur den allerwenigsten gegeben. Robert Bösch ist einer davon. Vielleicht der allumfassendste. Er taucht als Bergsteiger ein in die Eiger-Nordwand, als Kletterer in den “Shield” am El Cap, als Höhenbergsteiger in die Todeszone des Himalaja. Dabei entsteht sein Bild der Berge – mir ist beim Betrachten seiner Bildkunst, als habe der Weltgeist uns bei unserer Leidenschaft überrascht.”

Reinhold Messner

 “Landschaftsfotografie ist für mich die Kunst des Bilder-Sehens. Wir sehen ja keine Bilder, wir sehen immer das Ganze, das Alles. Während der Maler sein Viereck mit Farbe allmählich zu einem Bild gestaltet, indem er hinzufügt, gestalte ich als Fotograf das Bild gerade umgekehrt, nämlich indem ich weglasse. Im Moment des Auslösens wird das Bild aus der Welt geschnitten. Bilder stehen für sich und sind nur deshalb interessant, weil sie weder alles zeigen noch für das stehen, was sonst auch noch war – darum herum und vorher und danach. Nur dieses “Aus-der-Welt-herausgelöst-Sein” macht das Bild einmalig. Landschaftsbilder sind wie aus dem Zusammenhang gerissene Zitate.”

Robert Bösch

"Böschs Berge sind Kraftorte, die zu besteigen man sich sehnt und die einem zugleich vor Augen führen, wie erfahren man dafür sein müsste. Sie erheben sich wie Skulpturen vor uns, in Licht, Nebel und Wetter getaucht und nicht selten so, wie wir sie noch nie gesehen haben. Dabei erkennt Robert Bösch auch die Stärke der Abstraktion: Silhouetten, Schneeformationen, Felsstrukturen, Lichtfelder…Böschs Berge sind mehr als geographische Orte, sie sind Schauplatz eindrücklicher Stimmungen und elementarer Schönheit."

Mirjam Cavegn

Robert Bösch, Fotograf, Geograf, Bergführer, ist seit 35 Jahren als freischaffender Berufsfotograf tätig. Neben Aufträgen aus Industrie, Werbung und Tourismus arbeitet er für Zeitschriften wie Stern, GEO, und Spiegel. Er veröffentlichte zahlreiche Bild­bände. Robert Bösch ist Ambassador der Firma Nikon. 2009 erhielt er den "Eiger Special Award" für sein langjähriges Schaffen im Bereich der Alpinfotografie. Seine Reisen und Expeditionen führten ihn auf alle sieben Kontinente. 2001 bestieg er für einen Auftrag als Fotograf und Kameramann den Mount Everest. 

In den letzten Jahren beschäftigte sich Robert Bösch intensiv mit der Landschaftsfotografie und stellte diese in Galerien und in Museen im In- und Ausland aus. Die Jahre 2015 und 2016 waren geprägt durch das aufwendige Projekt "Aus den Bündner Bergen". Daraus entstand der im NZZ-Verlag erschienene gleichnamige Bildband. 2017/18 feierte mit seiner Ausstellung ENGIADINA in St. Moritz einen grossen Erfolg. 

2018 erscheint im National-Geographic-Verlag sein 300-seitiger Bildband "Mountains", das sein alpin-fotografisches Lebenswerk umfasst.

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Buchvernissage | Rhonegletscher - Hansjörg Sahli | Edition Patrick Frey | Zürich
Nov
14
6:00 nachm.18:00

Buchvernissage | Rhonegletscher - Hansjörg Sahli | Edition Patrick Frey | Zürich


Edition Patrick Frey | Zürich
14. November 2018

Rhonegletscher
Hansjörg Sahli


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Die ersten Fotos vom Rhonegletscher machte ich im Juli 2014. Ich erinnere mich, dass ich seitlich vom Gletscher die Bergflanke hinauf gestiegen bin, um einen besseren Ausblick zu haben. Dort oben ist mir ein Alpinistenpaar begegnet. Wir haben ein paar Worte gewechselt. Wahrscheinlich bin ich wegen ihrem Basler Dialekt darauf gekommen, auf jeden Fall erwähnte ich, dass damals bei den verhüllten Kirschbäumen in Riehen bei Basel sehr viel mehr Leute gekommen sind. Sie hatten die Bäume auch gesehen. Ich merkte aber sofort, dass sie den Vergleich unpassend fanden. Dabei machte damals der verhüllte Gletscher einen sehr ordentlichen Eindruck. Die Tücher waren schön weiss, straff gespannt, das darunter liegende Eis hatte Volumen. Der gedeckte Gletscherteil überragte den Rest der vordersten Gletscherzunge deutlich. Die Funktion der Tücher, das Eis mit der darunter liegenden Gletschergrotte vor der Sonnenstrahlung zu schützen, war klar erkennbar.

Als ich 14 Tage später wieder kam, sah alles anders aus. Es hatte gestürmt und sehr viel geregnet. Die Tücher waren zum Teil weggerissen, zerfetzt, dreckig. Der Gletscher bot einen jämmerlichen Anblick. Vor allem, und ich habe mich sicher nicht getäuscht, war die Eiszunge massiv geschrumpft.

Die letzten Aufnahmen entstanden im August 2017. Die Fotos sind absichtlich unterbelichtet damit sie farbiger werden, denn die Tücher sind eigentlich farblos. Bei der Bearbeitung der Fotos habe ich die Belichtung korrigiert und den Kontrast verstärkt, vor allem bei Aufnahmen, die bei diffusem Licht entstanden sind.

(Text: Hansjörg Sahli)

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Buchvernissage | Zurich Diary - Peter Bialobrzeski | Photobastei | Zürich
Okt
26
7:00 nachm.19:00

Buchvernissage | Zurich Diary - Peter Bialobrzeski | Photobastei | Zürich


Photobastei | Zürich
26. Oktober 2018

Zurich Diary
Peter Bialobrzeski


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Sechs City Diaries hat der Starfotograf und Künstler Peter Bialobrzeski bereits veröffentlicht: Cairo, Athen, Taipei, Kochi, Wolfsburg und Beirut. Und nun folgt auf Einladung der Photobastei “Zurich Diary“. Alle bisher erschienen “Diaries“ untersuchen die These, ob der Entwurf des Bildes einer Stadt gespeist aus Vorurteilen und Vorgefundenem in ein spezifisches Bild überführt werden kann. So kann Cairo nicht ohne den arabischen Frühling gelesen werden, Athen nicht ohne die Eurokrise und Wolfsburg natürlich nicht ohne VW und den Abgasskandal. Und was ist mit Zürich? Eben! Um das herauszufinden weilte Peter Bialobrzeski vom 26. Februar – 4. März 2018 auf Einladung der Photobastei in Zürich und fasste fotografisch seine Beobachtungen wie in den vorliegenden Büchern auf einer Doppelseite zusammenfassen.

(Text: Photobastei)

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Vernissage und Book Launch | Equivalences - Douglas Mandry | Bildhalle | Zürich
Okt
4
6:00 nachm.18:00

Vernissage und Book Launch | Equivalences - Douglas Mandry | Bildhalle | Zürich


Bildhalle | Zürich
Vernissage und Book Launch | 4. Oktober 2018
Einführung durch Nadine Olonetzky

Equivalences
Douglas Mandry

 Unseen Sights, Cloud I, 2017 | Douglas Mandry

Unseen Sights, Cloud I, 2017 | Douglas Mandry


Verführerisch schön in Farbigkeit, Formenvielfalt und Materialisierung, gleichzeitig konzeptuell durchdacht, was Themenwahl und fotografische Entstehungsprozesse betrifft: Der Fotokünstler Douglas Mandry (*1989 in Genf) geht von Phänomenen der realen Welt aus und experimentiert mit den verschiedensten fotografischen Verfahren. Zwischen analogen historischen und digitalen zeitgenössischen Techniken hin- und herpendelnd, erschafft der seit 2013 in Zürich lebende Künstler ganz eigenständige Bildwelten. Naturbeobachtung und die Thematisierung aktueller Zeitprobleme finden in seinem Werk mit der Reflexion des Mediums Fotografie zusammen, die Dokumentation mit der Abstraktion, das Denken mit der Sinnlichkeit. In Douglas Mandrys Arbeiten halten sich konzeptuelle Strenge und die experimentelle Freiheit die Waage, und durch die Verselbständigung fotografischer Prozesse wird das Glück des Zufalls möglich: Unvorhergesehenes trifft sich mit Absicht und Idee. Auf diese Weise bekommen komplexe Themen poetische Anziehungskraft. Jedes Werk behält dabei ein produktives Rätsel, das uns anregt, unsere Sicht auf die Wirklichkeit der Welt und auf die Wirklichkeit der Bilder zu befragen. 

(Text: Nadine Olonetzky)

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Buchvernissage | Colombia On the Brink of Paradise - Luca Zanetti | Never Stop Reading
Aug
23
7:00 nachm.19:00

Buchvernissage | Colombia On the Brink of Paradise - Luca Zanetti | Never Stop Reading


Never Stop Reading | Zürich
23. August 2018

Colombia On the Brink of Paradise
Luca Zanetti
Scheidegger & Spiess

Mit dem Fotografen Luca Zanetti, der ehemaligen Schweizer Botschafterin in Kolumbien, Dora Rapold, und Nadine Olonetzky vom Verlag Scheidegger & Spiess


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Kolumbien ist ein Land von natürlicher Schönheit und reichem kulturellem Erbe, von Regenwäldern und Flüssen, von friedlichen Bauernhöfen und Farmen, wo sich Bauern und Gauchos zur Arbeit und Freizeit treffen. Doch hinter diesen Bildern der ländlichen Gelassenheit leben die Menschen in Kolumbien in grosser Not. Armut herrscht in vielen isolierten Teilen des Landes, in denen die staatliche Autorität weitgehend fehlt, und siebzig Jahre bewaffneter Konflikte zwischen der kolumbianischen Armee, rechten paramilitärischen Kräften und linken Guerillagruppen, wie der FARC und der ELN, hinterlassen weiterhin bleibende Spuren. Die zentrale Rolle des Landes im Kokainhandel sichert und bedroht den Lebensunterhalt vieler Kolumbianer.

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Der Höhepunkt von fast zwanzig Jahren Reisen und Fotografieren in Kolumbien, "Colombia On the Brink of Paradise" zeigt mehr als hundert unglaubliche Fotografien von Luca Zanetti. Was die Bilder gemeinsam darstellen, ist ein Ort, der zwischen Paradies und Abgrund schwankt, eine wild bunte und chaotische Kulisse für die Geschichten des Alltagslebens der Menschen. Thematisch in mehrere Abschnitte gegliedert, enthält das Buch auch einen Essay über den historischen, politischen und sozialen Kontext des Konflikts des kolumbianischen Soziologen Alfredo Molano, der die Friedensverhandlungen von 2012-2016 zwischen der kolumbianischen Regierung und der FARC aufmerksam verfolgt und Mitglied der Wahrheitskommission ist, die als Teil des zwischen den Rebellen und der Regierung unterzeichneten Friedensabkommens eingerichtet wurde; kurze Einführungstexte der Medellín-Journalistin Anamaria Bedoya Builes; und ein Postscript von Luca Zanetti.

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Colombia is a land of natural beauty and rich cultural heritage, of rainforests and rivers, of peaceful rural farms and ranches where farmers and gauchos gather for work and leisure. But behind these images of bucolic serenity, the people of Colombia live through considerable hardships. Poverty is prevalent in many isolated parts of the country where state authority is largely absent, and seventy years of armed conflict between the Colombian army, right-wing paramilitary forces, and left-wing guerrilla groups, such as the FARC and the ELN, continue to leave lasting scars. The country’s central role in the cocaine trade both provides for and threatens the livelihood of many Colombians.

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The culmination of almost twenty years spent traveling throughout and photographing Colombia, Colombia: On the Brink of Paradise features more than one hundred incredible photographs by Luca Zanetti. What the images collectively portray is a place that teeters between paradise and the abyss, a wildly colorful and chaotic backdrop to the stories of everyday people’s lives. Arranged thematically in several sections, the book also includes an essay on the historic, political, and social context of the conflict by Colombian sociologist Alfredo Molano, who followed closely the peace negotiations of 2012–2016 between the Colombian government and the FARC and who is a member of the truth commission established as part of the peace agreement signed between the rebels and the government; brief introductory texts by Medellín journalist Anamaria Bedoya Builes; and a postscript by Luca Zanetti.

(Text: Scheidegger & Spiess)

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Artist Talk und Buchvernissage | GOODHOPE
Jun
4
7:00 nachm.19:00

Artist Talk und Buchvernissage | GOODHOPE


Photobastei | Zürich
Montag | 4. Juni 2018 | 19 Uhr
Artist Talk mit Heinnric Jokeit, Fotograf und Neurowissenschaftler
Moderation: Romano Zerbini


 Bild: Hennric Jokeit, 2018

Bild: Hennric Jokeit, 2018

Sechs Mal besuchte Hennric Jokeit seit 2009 Kapstadt und die Region. Während seiner privaten und wissenschaftlichen Aufenthalte in Südafrika begann er, Zentren und Ränder sich wandelnder urbaner Topographien der Kapregion zu fotografieren. GOODHOPE, sein aktuelles Buch, verbindet diese Bilder von Südafrikas ältester Stadt zu einem Essay über den postglobalisierten Kapitalismus in einer noch immer von den Folgen der Apartheid geprägten Gesellschaft.
 
Der radiologisch-diagnostisch anmutende Blick des neuen Buches, der bereits “Negative Vision” (Peperoni Books, 2016) zugrunde liegt, unterläuft Sehgewohnheiten dadurch, dass Bilder zwischen ihrer negativen Präsentation und einer positven Interpretation zu oszillieren scheinen. “Diagnosing hope in a ruined paradise”, so übertitelte der bedeutende südafrikanische Kunstkritiker und Autor Sean O’Toole seinen das Buch begleitenden Text. Er beschreibt darin landschaftliche und sozioökonomische Transformationen der Kapregion von einem agrarisch geprägten Aussenposten des Empire bis in die neoliberale Gegenwart Südafrikas.
 
GOODHOPE endet mit einer Serie von neun “negativen” Portraits, die mit einer für das Melanin der Haut unempfindlichen Infrarotkamera aufgenommen und im Buch in einem Silber-Duotone auf durchgeschwärztem Papier gedruckt wurden.

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Buchvernissage | Atopia
Mai
16
6:30 nachm.18:30

Buchvernissage | Atopia


neues Theater | Dornach
10. Mai 2018 | 19 - 22 Uhr
Atopia | Andrey Chezhin | Maryna Markova und Jörg Mollet

Lesung | Michail Schischkin und Aurel Schmidt
Szenische Interventioin | Margit Maria Bauer
Buchpräsentation | Maryna Markova und Jörg Mollet


 HELENE LENI JESSE 2017 Bildinstallation, 8-teilig, 270 x 650 cm | Acryl und Digitalprint mit UV-aushärtnder Tinte auf Muji-Papier 50 g | Auflage 1/3, Ankauf Kunsthaus Grenchen | MAMO Maryna Markova, Berlin und Jörg Mollet, Solothurn

HELENE LENI JESSE 2017
Bildinstallation, 8-teilig, 270 x 650 cm | Acryl und Digitalprint mit UV-aushärtnder Tinte auf Muji-Papier 50 g | Auflage 1/3, Ankauf Kunsthaus Grenchen | MAMO Maryna Markova, Berlin und Jörg Mollet, Solothurn

Im "Gastmahl" bezeichnete Plato Sokrates als "Atopos", einer der nicht zu fassen und anders sei - unangepasst und irgendwo.

Eine Künstlergruppe um MAMO – Agentur für Erinnerungsarbeit besetzt den Begriff neu und löscht Namen und Orte, zugleich benennt sie Ort- und Namenlosigkeit und führt sie in die Atopie – ins Irgendwo.

Eine Fotoserie von Andrey Chezhin bildet den Ausgangspunkt, in der er eine Installation von Jörg Mollet in der Alternativ-Galerie/Pushkinskaya 10 Art Center in St. Petersburg mit mehrfachbelichteten Fotografien ausweitet. Kristin Schulz reagiert mit lyrischen Texten und Recherchen auf die Fotografien von Andrey Chezhin. Mit Zitaten aus Zeitungen und Tagebüchern verbindet Michail Schischkin die Biografien der Musiker Dmitri Schostakowitsch und Sergei Prokofjew und damit auch ihre Musik in die politische Realität einer Diktatur. Maryna Markova und Jörg Mollet nehmen mit ihren bildnerisch-analogen Foto-Eingriffen die Medienrealität der olympischen Spiele 1936 und ihre Repräsentation in heutigen TV-Dokumentationen und im Internet auf. Auch Marie Christin Kremers und Aurel Schmidt klären die Begriffe Atopie und Biografie in philosophischer Art und Weise und mit unterschiedlichen Perspektiven.

All diese Verschmelzungen von Geschichten sind ein Beispiel von atopischer Realität. Es geschieht irgendwo – in Atopia. Martin Rohde als Kunsthistoriker oder als eine Art Reiseführer durch Atopia verbindet die verschiedenen Aspekte.

Kunstschaffende und Kunstvermittelnde
Andrey Chezhin, Fotograf, St. Petersburg
Marie Christine Kremers, Philosophin, Erwachsenenbildnerin und Galeristen, Berlin
Maryna Markova, bildende Künstlerin, Berlin
Jörg Mollet, bildender Künstler, Solothurn
Martin Rohde, Kunsthistoriker, Biberist
Michail Schischkin, Journalist und Schriftsteller, Kleinlützel
Aurel Schmidt, Publizist und Schriftsteller, Basel
Kristin Schulz, Autorin, Literaturwissenschaftlerin und Übersetzerin, Berlin

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