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Ausstellung | Wettlauf mit China - Walter Bosshard/Robert Capa | Fotostiftung Schweiz | Winterthur
Sep
22
zu 10. Feb.

Ausstellung | Wettlauf mit China - Walter Bosshard/Robert Capa | Fotostiftung Schweiz | Winterthur


Fotostiftung Schweiz | Winterthur
22. September 2018 - 10. Februar 2019

Wettlauf um China
Walter Bosshard/Robert Capa


Walter Bosshard: Song Meiling, die einflussreiche Gattin von Tschiang Kai-shek, Hankou, 1938 © Fotostiftung Schweiz / Archiv für Zeitgeschichte

Walter Bosshard: Song Meiling, die einflussreiche Gattin von Tschiang Kai-shek, Hankou, 1938 © Fotostiftung Schweiz / Archiv für Zeitgeschichte

Walter Bosshard (1892–1975) ist der erste Schweizer Fotojournalist, der mit seinen Reportagen international berühmt wurde. Schon um 1930 erreichten seine Bildberichte ein Millionenpublikum. Ab 1931 konzentrierte sich Bosshard auf China: Fotografierend und schreibend verfolgte er den verheerenden Krieg mit Japan und den Machtkampf zwischen Nationalisten und Kommunisten, er widmete sich aber auch dem Alltag und dem Leben auf der Strasse. Die Ausstellung der Fotostiftung Schweiz präsentiert neben Klassikern auch viele unbekannte Fotografien, die erst in jüngster Zeit zum Vorschein gekommen sind. Diese werden den China-Bildern des Starreporters Robert Capa gegenübergestellt – Capa arbeitete an denselben Orten wie sein Freund Walter Bosshard und wetteiferte mit ihm um Auftritte in der Zeitschrift Life.

(Text: Fotostiftung Schweiz)

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Ausstellung | Water Mirror - Risaku Suzuki | Christophe Guye Galerie | Zürich
Sep
29
zu 23. Feb.

Ausstellung | Water Mirror - Risaku Suzuki | Christophe Guye Galerie | Zürich

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Christophe Guye Galerie | Zürich
28. September - 23. Februar 2019

Water Mirror
Risaku Suzuki


Christophe-Guye-Galerie-Risaku-Suzuki-17WM-758.jpg

"Ich sehe die Wasseroberfläche als ein faszinierendes Motiv, um über die Unmöglichkeit des Sehens nachzudenken, ohne sich auf Erfahrung zu verlassen."

Risaku Suzuki

"Water Mirror" ist eine Verdichtung dessen, was Suzukis Fotografie so reizvoll macht: seine tiefgründigen Überlegungen zum Thema Fotografie selbst und die ständige Infragestellung dessen, was es heisst, "zu schauen". Die Serie "Water Mirror" zeigt explizit die Auseinandersetzung des Künstlers mit den Ursprüngen der Repräsentation und den Prinzipien des fotografischen Mediums, die in den drei Jahren, in denen er die Bilder aufgenommen hat, immer tiefer werden.

Wie bei einem Spiegel werden die Bäume im Wasser eingefangen, das sie reflektiert. Im Wasser, einer Substanz, die schwerer als Luft ist, sind die Blätter in völliger Echtheit dargestellt, was es unmöglich macht, die Reflexionen von den tatsächlich im Boden und in der Luft stehenden Bäumen zu unterscheiden.

Das Ergebnis ist eine mimetische Darstellung, die nur innerhalb der Fotografien existiert. Diese Szenen wären ohne den Eingriff der Kamera und des Objektivs nicht möglich. In ihrer Präsentation vertauscht Suzuki nonchalant die Positionen von Luft und Wasser, indem sie die vertikale Ausrichtung der Fotografien verändert. Manchmal zeigt er ausschliesslich das Spiegelbild. Wir spüren eine leichte Fremdheit und überprüfen die Fotografie noch einmal. Bei dem Versuch, festzustellen, ob es sich dabei um Bäume oder deren Spiegelung handelt, stellen wir fest, dass die Fotografie selbst ein reflektiertes Bild ist. Das Betrachten einer Fotografie und das Betrachten eines Wasserspiegels werden zu Teilen eines verschachtelten visuellen Erlebnisses.

Da die Methodik von "Water Mirror" aus dem Produktionsprozess der Fotografie heraus entwickelt wurde und auch in dieser Form entstanden ist, sind die Arbeiten selbst zu einer eigenwilligen fotografischen Theorie geworden. Mit seinen üppigen, nachdenklichen Bildern lädt ‘Water Mirror’ zu einer faszinierenden Wahrnehmungsreise ein und wird wohl zu einem der repräsentativsten Werke Suzukis.

(Text: Christophe Guye Galerie)

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Ausstellung | 25 Jahre! Gemeinsam Geschichte(n) schreiben | Fotomuseum | Winterthur
Okt
20
zu 10. Feb.

Ausstellung | 25 Jahre! Gemeinsam Geschichte(n) schreiben | Fotomuseum | Winterthur

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Fotomuseum | Winterthur
20. Oktober 2018 - 10. Februar 2019

25 Jahre! Gemeinsam Geschichte(n) schreiben


Max Pinckers, Supplementing the Pause with a Distraction, aus der Serie The Fourth Wall, 2012 © 2012 Max Pinckers

Max Pinckers, Supplementing the Pause with a Distraction, aus der Serie The Fourth Wall, 2012 © 2012 Max Pinckers


Das 25-jährige Jubiläum des Fotomuseum Winterthur steht im Zeichen der gemeinsamen Erinnerung: Für die Jubiläumsausstellung Gemeinsam Geschichte(n) schreiben wurden Weggefährt_innen aus der Zeit der Entstehung des Museums bis heute eingeladen, ein Lieblingsstück aus der Sammlung des Hauses auszuwählen. Die Direktorin Nadine Wietlisbach fügt der Auswahl weitere Werke des Bestandes hinzu und öffnet damit den Blick in die Zukunft des Museums. 

In der begleitenden Publikation erläutern die 25 Weggefährt_innen aus dem nationalen und internationalen Umfeld ihre Wahl und verknüpfen sie jeweils mit ihrer persönlichen Beziehung zum Museum. In den kurzen Essays und Gesprächen lässt sich anekdotisch die Entwicklung des Hauses nachverfolgen. So nimmt uns beispielsweise der Ausstellungsmacher und Kulturunternehmer Martin Heller über den Fotografen Nicolas Faure in die Gründungszeit des Museums mit: Gemeinsam mit Urs Stahel entwickelte er 1990 am Museum für Gestaltung die Ausstellung Wichtige Bilder, in der Faure vertreten war. Für die Kuratorin Melanie Bühler steht Bruno Zhu für eine junge Generation postfotografischer Kunstschaffender, denen das Fotomuseum programmatisch eine Plattform bietet. Und Michael Ringier, ehemaliger Stiftungsratspräsident des Fotomuseums, vergleicht die Sprungkraft der Bälle in John Baldessaris Serie Throwing Three Balls in the Air to Get a Straight Line (Best of Thirty-Six Attempts) (1973) mit jener des Museums.  

Die Auswahl von Nadine Wietlisbach verweist einerseits auf weitere bedeutende Ausstellungen in der Geschichte des Museums wie Darkside I – Fotografische Begierde und fotografierte Sexualität (2008), in der Hannah Collins vertreten war. Andererseits stehen Werke wie die von Guadalupe Ruiz, Diana Tamane und Jeff Weber für das Engagement des Fotomuseums, durch Ankäufe eine jüngere Generation in den Fokus zu rücken. Nicht zuletzt ist auch die Auswahl Nadine Wietlisbachs persönlich geprägt und beinhaltet Arbeiten von Künstler_innen, die für ihre kuratorische Arbeit wichtig sind: Sturtevant und Sherrie Levine prägten ihre Liebe zur Konzeptkunst, Pipilotti Rist, Valie Export und Hannah Villiger veranschaulichten ihr, wie eine eigensinnige künstlerische Praxis aussehen kann. Die grossen Serien von Bruno Serralongue (Calais, 2016) und Max Pinckers (The Fourth Wall, 2012) sind für sie mit bedachten und sorgfältigen Kompositionen leuchtende Beispiele dokumentarischer Geschichtenerzähler, die eine Wahrheit abbilden, ohne dabei den Anspruch auf Autarkie zu erheben.  

Mit der Jubiläumsausstellung wird ein breiter Einblick in die Sammlung des Fotomuseums gegeben. Das Sammeln von zeitgenössischer Fotografie bildet seit der Gründung des Hauses 1993 einen wichtigen Aspekt der Museumsaktivitäten. Durch Ankäufe, grosszügige Schenkungen und Dauerleihgaben von privaten Förderern und Stiftungen konnten bis heute rund 8’000 fotografische Objekte in den Bestand eingehen. Ein Grossteil der Sammlung dokumentiert das Ausstellungsprogramm und bildet auf diese Weise ein physisches Archiv von internationalen Werken und Werkgruppen ab 1960 bis in die unmittelbare Gegenwart.  

Mit Werken von: John Baldessari, Lewis Baltz, Becky Beasley, Besma Ben Said, Suky Best, Daniele Buetti, Hannah Collins, Antje Dorn, ETH Zurich Urban-Think Tank, Jan Paul Evers, Valie Export, Nicolas Faure, Hal Fischer, Seiichi Furuya, Thomas Galler, Luigi Ghirri, Nan Goldin, Paul Graham, Tina Hage, Roni Horn, David Horvitz, Peter Hujar, Graciela Iturbide, Paul Albert Leitner, Sherrie Levine, Gordon Matta-Clark, Boris Mikhailov, Mark Morrisroe, Kristina Ollek, Onorato & Krebs, Hirsch Perlman, Walter Pfeiffer, Peter Piller, Max Pinckers, Pipilotti Rist, Guadalupe Ruiz, Adrian Sauer, Bruno Serralongue, Fazal Sheikh, Dayanita Singh, Alec Soth, Joel Sternfeld, Christer Strömholm, Sturtevant, Diana Tamane, Shōmei Tōmatsu, Bertien van Manen, Hannah Villiger, Jeff Weber, Christopher Williams und Bruno Zhu 

Ausgewählt von: Laia Abril, Emma Bowkett, Melanie Bühler, Beate Eckhardt, Patrick Frey, Marta Gili, Martin Heller, Rainer Iglar, Nicole Kurmann, Zoe Leonard, Irene de Mendoza, Yann Mingard, Andreas Reinhart, Michael Ringier, Esther Ruelfs, Gudrun Ruetz, Wilhelm Schürmann, Aveek Sen, Shirana Shahbazi, Dorothea Strauss, David Streiff, Jan Wenzel, Trix Wetter, Francesco Zanot, Mara Züst und Nadine Wietlisbach

(Text: Fotomuseum)

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Ausstellung | Genesis - Sebastião Salgado | Museum für Gestaltung | Zürich
Nov
16
zu 23. Juni

Ausstellung | Genesis - Sebastião Salgado | Museum für Gestaltung | Zürich

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Museum für Gestaltung | Zürich
16. November 2018 - 23. Juni 2019

Genesis
Sebastião Salgado


Elephants hunted by poachers in Zambia, Kafue National Park, 2010, © Sebastião Salgado

Elephants hunted by poachers in Zambia, Kafue National Park, 2010, © Sebastião Salgado


Gletscher, dicht bevölkert von Robben, endlose Dünen der Sahara oder nebelumhüllte Berge im Regenwald des Amazonas: Sebastião Salgado zeigt uns die Erde als Schöpfung von überwältigender Schönheit und schärft damit unser Bewusstsein für ihre Kostbarkeit. In über 30 Reisen zu allen Enden der Welt hat der Französisch-Brasilianer einen fotografischen Essay geschaffen, der zugleich von der Majestät und der Verletzlichkeit unserer Umwelt berichtet. Salgado segelte über Ozeane, bestieg Berge und durchquerte Wüsten. Er beobachtete Tiere und begegnete indigenen Völkern mit dem Ziel, ihre Lebensumgebung und Kultur festzuhalten. Die Ausstellung Genesis ist ein dramatisches Manifest, das in opulenten Schwarz-Weiss-Fotografien nicht nur berührt, sondern auch Fragen zu unserem Umgang mit dem Planeten stellt.


Des glaciers, sur lesquels des phoques se tiennent en rangs serrés, les dunes infinies du Sahara ou des monts à moitié disparus dans les brumes de la forêt amazonienne : Sebastião Salgado nous montre la planète comme une création d’une beauté grandiose et nous fait toucher à quel point elle est précieuse. En plus de 30 voyages dans toutes les régions du monde, le Brésilien a composé un essai photographique qui parle simultanément de la majesté et de la vulnérabilité de notre environnement. Le photographe a parcouru les océans, escaladé les montagnes et traversé les déserts. Il a observé les animaux et est parti à la rencontre de peuples indigènes afin de fixer leur environnement et leur culture sur la pellicule. Genesis est un manifeste majeur, dont les opulentes photographies en noir et blanc font bien plus que nous toucher : elles posent aussi des questions en suspens sur nos rapports à la planète.


Glaciers, densely populated by seals, endless Sahara dunes or mist-covered mountains in the Amazon rainforest: Sebastião Salgado depicts the earth as a creation of overwhelming beauty and thus sharpens our awareness of its preciousness. On over 30 journeys to all corners of the world, the French-Brazilian has created a photographic essay that simultaneously documents the majesty and the vulnerability of our environment. Salgado has sailed across oceans, scaled mountains, and crossed deserts. He has observed animals and met indigenous peoples in his endeavor to capture their environment and culture. The exhibition is a dramatic manifesto that not only touches visitors with its opulent black-and-white photographs, but also raises open questions about how we deal with the planet.

(Text: Museum für Gestaltung)

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Ausstellung | Das Bild vom Berg - Robert Bösch | Bildhalle | Zürich
Nov
23
zu 31. Jan.

Ausstellung | Das Bild vom Berg - Robert Bösch | Bildhalle | Zürich


Bildhalle | Zürich
23. November 2018 - 31. Januar 2019

Das Bild vom Berg
Robert Bösch


Morteratsch Glacier Switzerland

Morteratsch Glacier Switzerland

Mit dem Buch “Mountains” und der Ausstellung “Das Bild vom Berg” präsentiert uns Robert Bösch sein alpin-fotografisches Lebenswerk. Eine eindrückliche Mischung aus Landschafts-, Berg- und Sportfotografie. Als Bergsteiger war Robert Bösch auf allen sieben Kontinenten unterwegs und hat als Fotograf die Weltbesten des Bergsports fotografiert - darunter auch seinen verstorbenen Freund Ueli Steck. Entstanden sind atemberaubende Sport- und Landschaftsbilder, die die Ruhe und Gewalt der Berge wiedergeben und die tiefe Schönheit und Einsamkeit spiegeln, die all jene umgeben, die sich in der Übermacht der Berge bewegen. 

“Die Gabe, selbst in den erhabenen Räumen der Berge aktiv zu sein und dieses Tun in Beziehung zu setzen mit der Bergwelt, ist nur den allerwenigsten gegeben. Robert Bösch ist einer davon. Vielleicht der allumfassendste. Er taucht als Bergsteiger ein in die Eiger-Nordwand, als Kletterer in den “Shield” am El Cap, als Höhenbergsteiger in die Todeszone des Himalaja. Dabei entsteht sein Bild der Berge – mir ist beim Betrachten seiner Bildkunst, als habe der Weltgeist uns bei unserer Leidenschaft überrascht.”

Reinhold Messner

 “Landschaftsfotografie ist für mich die Kunst des Bilder-Sehens. Wir sehen ja keine Bilder, wir sehen immer das Ganze, das Alles. Während der Maler sein Viereck mit Farbe allmählich zu einem Bild gestaltet, indem er hinzufügt, gestalte ich als Fotograf das Bild gerade umgekehrt, nämlich indem ich weglasse. Im Moment des Auslösens wird das Bild aus der Welt geschnitten. Bilder stehen für sich und sind nur deshalb interessant, weil sie weder alles zeigen noch für das stehen, was sonst auch noch war – darum herum und vorher und danach. Nur dieses “Aus-der-Welt-herausgelöst-Sein” macht das Bild einmalig. Landschaftsbilder sind wie aus dem Zusammenhang gerissene Zitate.”

Robert Bösch

"Böschs Berge sind Kraftorte, die zu besteigen man sich sehnt und die einem zugleich vor Augen führen, wie erfahren man dafür sein müsste. Sie erheben sich wie Skulpturen vor uns, in Licht, Nebel und Wetter getaucht und nicht selten so, wie wir sie noch nie gesehen haben. Dabei erkennt Robert Bösch auch die Stärke der Abstraktion: Silhouetten, Schneeformationen, Felsstrukturen, Lichtfelder…Böschs Berge sind mehr als geographische Orte, sie sind Schauplatz eindrücklicher Stimmungen und elementarer Schönheit."

Mirjam Cavegn

Robert Bösch, Fotograf, Geograf, Bergführer, ist seit 35 Jahren als freischaffender Berufsfotograf tätig. Neben Aufträgen aus Industrie, Werbung und Tourismus arbeitet er für Zeitschriften wie Stern, GEO, und Spiegel. Er veröffentlichte zahlreiche Bild­bände. Robert Bösch ist Ambassador der Firma Nikon. 2009 erhielt er den "Eiger Special Award" für sein langjähriges Schaffen im Bereich der Alpinfotografie. Seine Reisen und Expeditionen führten ihn auf alle sieben Kontinente. 2001 bestieg er für einen Auftrag als Fotograf und Kameramann den Mount Everest. 

In den letzten Jahren beschäftigte sich Robert Bösch intensiv mit der Landschaftsfotografie und stellte diese in Galerien und in Museen im In- und Ausland aus. Die Jahre 2015 und 2016 waren geprägt durch das aufwendige Projekt "Aus den Bündner Bergen". Daraus entstand der im NZZ-Verlag erschienene gleichnamige Bildband. 2017/18 feierte mit seiner Ausstellung ENGIADINA in St. Moritz einen grossen Erfolg. 

2018 erscheint im National-Geographic-Verlag sein 300-seitiger Bildband "Mountains", das sein alpin-fotografisches Lebenswerk umfasst.

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Ausstellung | superreal punk - Olaf Ballnus | Photobastsei | Zürich
Jan
11
zu 3. März

Ausstellung | superreal punk - Olaf Ballnus | Photobastsei | Zürich


Photobastei | Zürich
11. Januar - 3. März 2019

superreal punk
Olaf Ballnus


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Die hier zusammengetragenen Bilder sind nicht die eines Fotoreporters, der mit festem Auftrag durch die Achtzigerjahre-Republik zog, eine umfassende Fotoserie über diese merkwürdige Jugendbewegung namens Punk zu fabrizieren.

Vielmehr blicken wir von innen in die Welt eines jungen Mannes aus dem Ruhrgebiet, der sich auf den Weg gemacht hat, auf den Weg machen musste,weil er eben da wo er war nicht reinpasste. In den Geschichten, die seine Bilder erzählen, sind Weggefährten Charakterdarsteller. Wir sehen einen jugendlichen Wolfgang Wendland in einem Roadmovie nach West-Berlin trampen oder jenen mythenumrankten Kadett C in seiner Doppelrolle als Nachtexpress und Stundenhotel. Mit den Nachwendegeborenen von heute blickt der damals gleichaltrige Ballnus ebenso erstaunt in die Mauerstadt wie in einen Kohlenpott vor dem Strukturwandel.

Für die schweissgeschwängerten Konzertaufnahmen von den Mimmis, Campino oder Henry Rollins kämpft er sich samt Kamera einmal quer durch den Saal, bis dahin wo es weh tut. Für den aufmerksamen Betrachter ein frühes Zeugnis, wie sich ein fester Wille zum Talent gesellt. Es tritt zu Tage, was dem jungen Punk mit der Kamera alles andere als klar gewesen sein dürfte: Er ist auf einem langen Weg, und es ist der richtige.

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Ausstellung | Punk auf Indonesisch - Eleni Kougionis | Photobastei | Zürich
Jan
11
zu 3. März

Ausstellung | Punk auf Indonesisch - Eleni Kougionis | Photobastei | Zürich


Photobastei | Zürich
11. Januar - 3. März 2019

Punk auf Indonesisch
Eleni Kougionis


Eleni_Kougionis_Punk1.jpg

Auf dem Fussboden liegen schnarchende Punks, während draussen der unüberhörbare Gesang des Muezzin durch die Nacht erklingt. Eine riesige Punkszene im Land mit der grössten muslimischen Bevölkerung weltweit ist ein Kontrast, der mich stets faszinierte. Durch die städteübergreifende Vernetzung der Szene und der scheinbar grenzenlosen indonesischen Gastfreundschaft habe ich immer ein zu Hause bei Freunden. Eine Reise zwischen Punk Musik, traditionellen Werten, muslimischem Glauben, Alkoholexzessen und dem stetigen Kampf ums Überleben in einem von Armut geprägten Land. Dies unter einer Regierung, die Menschenrechtsverletzungen und Polizeirepression zum Alltag macht.

Der Punk auf dem Inselstaat fand seine Anfänge in den 1980er Jahren. Anfangs nur im Untergrund aktiv, entwickelte sich die Subkultur mit der Zeit zu einer breiteren Jugendbewegung, was eine grosse Provokation gegenüber der indonesischen Gesellschaft bedeutet. So wurden während eines Benefiz Punk-Rock Konzerts auf der Insel Sumatra im Jahre 2011 einige Dutzend Punks wegen Verstössen gegen die Scharia verhaftet und in ein polizeiliches Erziehungscamp gesteckt. Die Subkultur bewegt sich in einem Spannungsverhältnis zwischen gesellschaftlichen Zwängen und dem Drang zur Selbstbestimmung. Aufgrund dessen wuchs eine vielfältige «Do it yourself» - Kultur heran, die vielen Menschen mitunter das Überleben in einem Land ohne finanzielle Sicherheit ermöglicht. In Kollektiv Wohnungen und Häusern entstehen mit Siebdruck hergestellte Band Shirts oder Aufnäher, Musikkassetten werden produziert und verbreitet oder Konzerte und Ausstellungen organisiert.

Die Fotografin Eleni Kougionis, *1988 wohnhaft in Basel, zeigt die Fotoreportage ihrer ersten Reise nach Indonesien aus dem Jahr 2015, welche sie dank dem Förderpreis Globetrotter World Photo umsetzen konnte. Dort tauchte sie mit grosser Unterstützung heimischer Punks in die riesige und vielfältige Szene auf der Insel Java ein. Drei Jahre später begleitete sie ihre Freunde der Basler Hardcore Punk Band Heckler auf deren Süd-ostasien Tournee, wo sie bekannte Menschen und Orte wieder traf. Daraus entstanden der Film «Still Wrecked – Heckler Southeast Asia Tour» und weitere Bilder der Ausstellung. 

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Ausstellung | So It Goes - Kevin Cummins | Photobastei | Zürich
Jan
11
zu 3. März

Ausstellung | So It Goes - Kevin Cummins | Photobastei | Zürich


Photobastei | Zürich
11. Januar - 3. März 2019

so it goes
Kevin Cummins


© Kevin Cummins / Iconic Images

© Kevin Cummins / Iconic Images

Der in Manchester geborene Cummins ist weltbekann für seine legendären Musikerporträts u.a. von Liza Minnelli, Nick Cave, Patti Smith, Philip Glass, Oasis und David Bowie. Diese Bilder sind auf Zeitschriftenumschlägen, in Kunstgalerien, in internationalen Filmen zu sehen und befinden sich unter anderem in den Sammlungen von The National Portrait Gallery und The V&A.

Cummins hat wichtige Momente in der Musikszene seiner Heimatstadt Manchester festgehalten, und diese Bilder haben dazu beigetragen, die Kulturgeschichte der Stadt zu definieren. Sie porträtierten nicht nur Menschen und Orte, sondern schufen eine neue Sichtweise auf Manchester und bleiben eingebettet in das kulturelle Gedächtnis des Nordens. Schlafzimmerwände auf der ganzen Welt wurden und werden mit seinen Arbeiten dekoriert.

Die Photobastei zeigt eines Slideshow dieses Aufbruchs in Manchester und freut sich, die Buchvernissage in Kontinentaleuropa am 10. Januar zu feiern!

(Text: Photobastei, Zürich)

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Ausstellung | Punki-Zeit - Nikolaus Stauss | Photobastei | Zürich
Jan
11
zu 3. März

Ausstellung | Punki-Zeit - Nikolaus Stauss | Photobastei | Zürich


Photobastei | Zürich
11. Januar - 3. März 2019

Punkt-Zeit
Nikolaus Stauss


278009498.jpg

Bereits als Jugendlicher fotografiert Stauss. Eine seiner ersten Aufnahmen zeigt eine verregnete Strassenansicht in der Nacht. In der damaligen Archivliste ist das Foto fein säuberlich aufgeführt, Film Nr. 19, die 146. Aufnahme, erstellt am 15.9.1952. Das hat sich nie geändert, denn bis heute führt Stauss präzise Buch über alle seiner Fotografien, deren Zahl schon lange die anderthalb Millionen-Marke überstiegen hat.

Seinen Vorlieben – Kunst, Musik, Theater, Oper, Literatur, Film und Tanz – ist Niklaus Stauss bis heute treu geblieben, und wer sich die Zeit nimmt, sich in sein famoses Archiv zu vertiefen, findet dort alle Grössen aus diesen Bereichen.

Jimmy Hendrix hat Stauss 1967 im Hallenstadion Zürich fotografiert, damals wusste er noch nicht, wer Hendrix war. Josef Beuys fotografierte er viele Male, 1981 mit Koffer im Kunsthaus Zürich. 1991 hält Stauss den Pop-Art Künstler Robert Rauschenberg vor einer seiner Collagen fest, das Foto ging um die Welt.

Die Fotografien von Niklaus Stauss sind unschätzbare Zeitzeugen, sie zeigen zwar grosse Persönlichkeiten, doch vor allem zeigen sie Menschen, in einer gebührenden Distanz und doch ganz nah.

Für die Punkausstellung ist Niklaus Staus in sein Archiv gegangen - mit wenigen Fotografien lebt die Zeit vor unseren Augen wieder auf!

(Text: Photobastei, Zürich)

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Ausstellung | CHINARCHY - Martina Strul | Photobastei | Zürich
Jan
11
zu 3. März

Ausstellung | CHINARCHY - Martina Strul | Photobastei | Zürich


Photobastei | Zürich
11. Januar - 3. März 2019

CHINARCHY
Martina Strul


CHINARCHY SUBS | Martina Strul

CHINARCHY SUBS | Martina Strul


CHINARCHY ist eine Rückblende auf den chinesischen Untergrund der Jahre 2004-2008. Im Fokus stehen Punks, die sich der hemmungslosen Goldgräberstimmung im eigenen Land komplett verweigern und Copy-CDs von westlichen Bands am Schwarzmarkt wie kostbare Juwelen handeln.

Die Journalistin und Fotografin Martina Strul staunte nicht schlecht, als sie auf ihrer ersten Chinareise 2004 anstatt die erhoffte Kung-Fu-Seligkeit zu finden, im chinesischen Untergrund landete, weil sie sich Hals über Kopf in einen Schanghaier Punk verliebt hatte. Damals hatte die Zürcherin noch keine Ahnung davon, dass sie diese Begegnung in eine tiefschürfende Lebenskrise stürzen könnte und ihr Weltbild von Grund auf zerstören würde. Durch die rosarote Brille hindurch war da anfangs vor allem ein neues Universum an Inspiration und Neugier im Zentrum dieser unfassbaren Liebe zu Superman. Einem ehemaligen Grafiker, der seinen Job an den Nagel hing, um als Punk die Musikwelt zu erobern.

In ihrem Fotobuch SHANGHIGH – LOVE HATE PUNK offenbart Martina Strul ihren persönlichen Blick auf diese Amour Fou. In Wort und Bild zeigt sie den Verlauf einer unmöglichen Liebe, die im Fadenkreuz von gegenseitigem Missverständnis und einer unüberwindbaren Hoffnungslosigkeit keine Überlebenschance hatte. Das Buch erschien 2016 im OFFIZIN Verlag, Zürich und landete auf der Shortlist des Graphic Design Awards Essence. Mit der Ausstellung CHINARCHY in der Photobastei entführt Martina Strul den Betrachter über die Grenzen Schanghais hinaus auf eine abenteuerliche Reise durch den chinesischen Untergrund in Peking, Nanjing und Wuhan. 

Um die chinesische Punkbewegung überhaupt ein wenig verstehen zu können, muss man die Zeitrechnung bis in die 80er-Jahre zurückspulen, als sich in China erste Rock- und Metal-Bands formierten. Spätestens als Cui Jians Song Nothing to my Name zur Protesthymne der Studentenbewegung auf dem Platz des Himmlischen Friedens avancierte, war der Durchbruch des Rock’n’Rolls sogar in China für einen Augenblick massentauglich. Mit der brutalen Niederschlagung des Studentenstreiks in der Nacht vom 4. auf den 5. Juni 1989 begann für den Vater des chinesischen Rock’n’Rolls ein Katz- und Maus-Spiel mit der Regierung. Erst verbot sie die Auftritte des Sängers ganz, später wurden diese zensiert erlaubt. Mit Cui Jian sahen sich Künstler aller Art dahin zurückgedrängt, wo sie herkamen: In die Löcher des chinesischen Untergrunds. 

Erst als Nirvanas Nevermind Anfang der 90er-Jahre den chinesischen Schwarzmarkt erreichte und die tragische Geschichte um den Selbstmord von Kurt Cobain den Nerv der Pekinger Jugendlichen traf, war Punk in China nicht mehr zu bremsen. 1997 etablierte sich der Untergrundclub Scream im Nordwesten der Hauptstadt als Bühne für Sinopunkbands der ersten Stunde. Die vier Bands Brain Failure, 69, A Jerks und Reflector schlossen sich zum Wuliao Contingent zusammen – eine Verschwörung gegen die Langweile – und ebneten mit der Verbreitung des gleichnamigen Samplers den Weg für Punkszenen in anderen Provinzen des Landes. 

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Ausstellung | Sven Marquardt und die Berliner Punks | Photobastei | Zürich
Jan
11
zu 3. März

Ausstellung | Sven Marquardt und die Berliner Punks | Photobastei | Zürich


Photobastei | Zürich
11. Januar - 3. März 2019

Sven Marquardt und die Berliner Punks


© Sven Marquardt courtesy of Neumann-Hug Collection

© Sven Marquardt courtesy of Neumann-Hug Collection

Über viele Jahre hinweg hat die schweizerische Neumann-Hug Collection Zeugnisse der Punk Attitude zusammengetragen. Im Rahmen der Gruppenausstellung RAW POWER - THE REVOLT AGAINST INNOCENT präsentiert sie auch Sven Marquardt, der vielen von uns wohl als DER Türsteher des Berliner Technoclubs Berghain (früher Ostgut) bekannt ist.

Doch Marquardt hat viele Seiten. Vor allem ist er ein herausragender, international gefeierter Fotograf mit einer melancholischen Ader. Der langjährige Doyen der Clubszene dokumentiert mit eindringlichen Photographien zugleich den Status Quo der Post Punk Ära Berlins, im gleichen Masse aber auch den intensiv durchdringenden Blick eines Mannes, der wie kein Zweiter den Transit zwischen privaten Begierden und öffentlicher Selbstdarstellung, zwischen Abgrund und Phantasma in Bilder giessen kann.

(Text: Photobastei, Zürich)

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Ausstellung | Comfortable Gestures - Mathias Renner | Coalmine - Zeitgenössische Fotografie | Winterthur
Jan
18
zu 6. Apr.

Ausstellung | Comfortable Gestures - Mathias Renner | Coalmine - Zeitgenössische Fotografie | Winterthur

  • Coalmine Zeitgenössische Fotografie (Karte)
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Coalmine - Zeitgenössische Fotografie | Winterthur
18. Januar - 6. April 2019

Comfortable Gestures
Mathias Renner


Comfortable Gestures | Mathias Renner

Comfortable Gestures | Mathias Renner


Mathias Renner (*1981, Zug) widmet sich in einer Einzelausstellung mit dem Titel «Comfortable Gestures» dem Verhältnis von Bild und Objekt und stellt Fragen nach Werbung, Ästhetisierung und Kunst. Martin Jaeggi umschreibt die Arbeit von Mathias Renner wie folgt: Immer wieder verwandelt er Räume in eine poetische und erhabene Landschaft, in der klassische Fragen zum Objekt im Raum, kompositorischem Rhythmus, Oberfläche und Form gestellt werden. Seine Arbeiten oszillieren zwischen Mobiliar und Skulptur, Ratio und Dekoration, zwischen modernistischem Vokabular und einem sakralen Zauber.

Während er nach seinem Studium der Bildenden Kunst an der ZHdK vor allem installativ mit Objekten und Mobiliar arbeitete, findet nun das Bild Eingang in seine künstlerische Auseinandersetzung. Mathias Renner zeigt uns eine speziell auf den Raum hin entwickelte Ausstellung.

Zusätzlich zu den beiden Ausstellungen findet ein Instagram-Special von @werktitel statt, kuratiert von Frank Hyde-Antwi. 

(Text: Coalmine, Winterthur)

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Ausstellung | How to Secure a Country - Salvatore Vitale | Fotostiftung Schweiz | Winterthur
Feb
23
zu 26. Mai

Ausstellung | How to Secure a Country - Salvatore Vitale | Fotostiftung Schweiz | Winterthur


Fotostiftung Schweiz | Winterthur
23. Februar - 26. Mai 2019

How to Secure a Country
Salvatore Vitale


Schweizer Grenze, Chiasso, 2016, aus der Serie «How to Secure a Country», 2014–2018 © Salvatore Vitale

Schweizer Grenze, Chiasso, 2016, aus der Serie «How to Secure a Country», 2014–2018 © Salvatore Vitale


Die Schweiz gilt gemeinhin als eines der sichersten Länder der Welt – und als ein Beispiel für Effizienz und Produktivität. Aber wie gewährleisten staatliche und private Einrichtungen dieses wertvolle Gut, das ebenso ein Grundbedürfnis wie ein Milliardengeschäft ist? Und wieviel Freiheit sind wir als Bürger bereit, für unsere Sicherheit preiszugeben? Salvatore Vitale (geb. 1986 in Palermo, lebt in Lugano und Zürich) untersucht in seinem mehrjährigen visuellen Forschungsprojekt die Mechanismen, die diesem Präventions- und Abwehrschild zugrunde liegen. Die vielfältigen daran beteiligten Akteure – Polizei, Militär, Zoll- und Migrationsbehörden, Wetterdienste, IT-Unternehmen und Forschungseinrichtungen für Robotics und Artificial Intelligence – unterzieht er dabei einer eingehenden Betrachtung. Die Ausstellung macht die mitunter verborgene und oftmals abstrakte Herstellung von Sicherheit auf sinnliche Weise erfahrbar, in einem Parcours, der Fotografien, aber auch Datenanalysen und eine sensorbasierte Installation einschliesst. Sie versteht sich als aktuellen künstlerischen Debattenbeitrag in einer Gesellschaft, die sich mit wachsenden Bedrohungen – real oder wahrgenommen – durch Terrorismus und Cyber-Kriminalität, Überwachung und Datenmissbrauch konfrontiert sieht. Die Fotostiftung Schweiz präsentiert die erste umfassende Ausstellung dieser Arbeit des Schweizer Künstlers italienischer Abstammung.

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Ausstellung | Mondsüchtig - Fotografische Erkundungen | Fotostiftung Schweiz | Winterthur
Jun
8
zu 6. Okt.

Ausstellung | Mondsüchtig - Fotografische Erkundungen | Fotostiftung Schweiz | Winterthur


Fotostiftung | Winterthur
8. Juni - 6. Oktober 2019

Mondsüchtig - Fotografische Erkundungen


Apollo 11 (oben: Detail), 1969 © Edy Brunner

Apollo 11 (oben: Detail), 1969 © Edy Brunner


Die Mondlandung am 21. Juli 1969 war ein Jahrhundertereignis. Fünfzig Jahre nachdem der erste Mensch seinen Fuss auf die Mondoberfläche setzte, fragt die Fotostiftung Schweiz nach der fotografischen Darstellung dieses Gestirns, das die Fantasien der Menschen schon seit jeher beflügelt. Dabei geht es nicht so sehr um eine wissenschaftliche oder dokumentarische Auseinandersetzung mit dem Mond als vielmehr um die bildhafte Übersetzung einer schwer fassbaren Erfahrung. Die «Entzauberung» des Monds ist ein Schock, der auch künstlerische Energien freigesetzt hat. Die romantische Verklärung hat einer Diskussion um die Rolle des Menschen im Universum Platz gemacht. Dies kommt etwa in konzeptuellen und erkenntniskritischen Ansätzen zum Ausdruck, die aber immer auch die sinnliche Faszination bewahren, die vom Mond ausgeht. Was die in der Ausstellung vertretenen Positionen eint, ist die Befragung eines Ereignisses, dessen Ambivalenz auch heute noch zu denken gibt: Die Grossartigkeit der Unternehmung und der sie ermöglichenden technischen Leistungen kontrastieren mit der Banalität des Vorgefundenen und der Motive der Raumfahrtmissionen, des Space Race. Neben ausgewählten historischen Werken werden in erster Linie zeitgenössische Arbeiten und Installationen vorgestellt.

(Text: Fotostiftung Schweiz, Winterthur)

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Ausstellung | Als ob die Welt zu vermessen wäre - Guido Baselgia | Fotostiftung Schweiz | Winterthur
Okt
19
zu 16. Feb.

Ausstellung | Als ob die Welt zu vermessen wäre - Guido Baselgia | Fotostiftung Schweiz | Winterthur


Fotostiftung Schweiz | Winterthur
19. Oktober 2019 - 16. Februar 2020

Als ob die Welt zu vermessen wäre
Guido Baselgia


Templada I, 2018 © Guido Baselgia

Templada I, 2018 © Guido Baselgia


Der Fotograf als Forschungsreisender: In den vergangenen zwanzig Jahren bewegte sich Guido Baselgia mit seiner Kamera in geologischen Randzonen, tastete die karge Erdoberfläche ab und beobachtete Lichtphänomene in den Alpen, den Anden und im Norden Norwegens. Seine Studien übersetzte er in die Bildsprache einer langsamen, analogen Fotografie. So entstanden schwarzweisse Tableaus an der Grenze zur Abstraktion, ausgeführt als grossformatige Silbergelatineabzüge oder Heliogravüren, die sich durch ihre Detailliertheit und materielle Beschaffenheit auszeichnen. Die Ausstellung knüpft an die bekannten Werkzyklen – «Hochland», «Weltraum», «Silberschicht« und «Light Fall» – an und stellt erstmals Baselgias neuestes Projekt vor. Dieses führt ihn nach Ecuador und Peru, ins Amazonasbecken. Auf seinen Expeditionen setzt sich der Fotograf mit der Darstellbarkeit des tropischen Regenwaldes auseinander. Die flirrende Dichte und Vielfalt der Vegetation verwandelt er in Kompositionen grösster Ruhe und Konzentration. Porträts der indigenen Bewohner und Stillleben aus dem Umfeld der Siedlungen werden zu Reflexionen über die fotografische Repräsentation dieser bedrohten Lebenswelt. Wie ein Memento Mori würdigt Baselgias Arbeit diesen Landschaftsraum, dessen wirtschaftliche Ausbeutung sich längst auf das globale Klima auswirkt.

(Text: Fotostiftung Schweiz, Winterthur)

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Vernissage | Comfortable Gestures - Mathias Renner | Coalmine - Zeitgenössische Fotografie | Winterthur
Jan
17
6:30 nachm.18:30

Vernissage | Comfortable Gestures - Mathias Renner | Coalmine - Zeitgenössische Fotografie | Winterthur

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Coalmine - Zeitgenössische Fotografie | Winterthur
17. Januar 2019

Comfortable Gestures
Mathias Renner


Comfortable Gestures | Mathias Renner

Comfortable Gestures | Mathias Renner


Mathias Renner (*1981, Zug) widmet sich in einer Einzelausstellung mit dem Titel «Comfortable Gestures» dem Verhältnis von Bild und Objekt und stellt Fragen nach Werbung, Ästhetisierung und Kunst. Martin Jaeggi umschreibt die Arbeit von Mathias Renner wie folgt: Immer wieder verwandelt er Räume in eine poetische und erhabene Landschaft, in der klassische Fragen zum Objekt im Raum, kompositorischem Rhythmus, Oberfläche und Form gestellt werden. Seine Arbeiten oszillieren zwischen Mobiliar und Skulptur, Ratio und Dekoration, zwischen modernistischem Vokabular und einem sakralen Zauber.

Während er nach seinem Studium der Bildenden Kunst an der ZHdK vor allem installativ mit Objekten und Mobiliar arbeitete, findet nun das Bild Eingang in seine künstlerische Auseinandersetzung. Mathias Renner zeigt uns eine speziell auf den Raum hin entwickelte Ausstellung.

Zusätzlich zu den beiden Ausstellungen findet ein Instagram-Special von @werktitel statt, kuratiert von Frank Hyde-Antwi. 

(Text: Coalmine, Winterthur)

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Buchvernissage | Anzeichen der Verlässlichkeit - Beat Schweizer | Coalmine - Forum für Dokumentarfotografie | Winterthur
Dez
20
6:00 nachm.18:00

Buchvernissage | Anzeichen der Verlässlichkeit - Beat Schweizer | Coalmine - Forum für Dokumentarfotografie | Winterthur

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Coalmine - Forum für Dokumentarfotografie | Winterthur
20. Dezember 2018

Anzeichen der Verlässlichkeit
mit Texten von Urs Mannhart
Kehrer Verlag, 2018
Beat Schweizer


Norilsk | Russland | Juli 2017

Norilsk | Russland | Juli 2017

Wie lebt es sich in den polarnahsten Städten und Siedlungen der Welt? Und was hält die Menschen trotz scheinbar widriger Bedingungen dort? Die Thematik der Isolation beschäftigt Beat Schweizer (geboren 1982, wohnhaft in Bern) seit vielen Jahren. Auf mehreren Reisen in den äussersten Norden Russlands hat er die Morphologie abgelegener Orte fotografisch festgehalten, die Ursachen ihres Daseins und ihre Eigenheiten untersucht. Sein Langzeitprojekt präsentiert uns Formen der Existenz, die über das Anekdotische hinaus tiefe Einblicke in das Menschliche geben. In seiner dokumentarischen Praxis nähert er sich den Strukturen und Bewohnern behutsam und unmerklich. Mit seinem systematischen Blick fördert er im Einzelnen das Allgemeine und im Allgemeinen das Individuelle zutage, beweist aber auch ein waches Auge für Komik, Tragik und Absurdität – ein feines Sensorium für die "Anomalie des Alltags im nördlichsten Norden Sibiriens" (so der Untertitel der Eigenpublikationen "An der Frostgrenze", 2013). Die COALMINE zeigt Beat Schweizers dreiteiligen Werkzyklus, entstanden zwischen 2012 und 2018, erstmals umfassend und als neu edierte und produzierte Abzüge. 

Norilsk ("Michailovna hat angerufen", 2017/18)
Norilsk ist eine Stadt der Superlative: Sie ist die nördlichste Grossstadt weltweit, gelegen auf 69 Grad nördlicher Breite und gebaut auf Permafrost-Boden. Sie gilt auch als die schmutzigste Stadt der Welt. Die dort abgebauten Nickelerze verursachen Schäden an Umwelt und Gesundheit. Zusammen mit den Vorkommen auf der russischen Halbinsel Kola deckt Norilsk rund einen Viertel des Weltmarktbedarfs an diesem Rohstoff, der in diversen Legierungen und vor allem zur Erzeugung von nichtrostendem, hochbelastbarem Stahl verwendet wird. Bodenschätze und Industrie bieten mit ihren gut bezahlten Arbeitsplätzen und einer städtischen Infrastruktur, die dem polaren Klima Annehmlichkeiten abtrotzt, Lebensraum für 175'000 Menschen. Gleichwohl wahrt die als Minenstadt 1935 gegründete und unter Stalin als Gulag genutzte Stadt weiterhin ihr Geheimnis: Sie ist für Ausländer geschlossen und nur mit einer Sonderbewilligung betretbar.

Eine solche erlaubte es Beat Schweizer, sich frei in der Stadt zu bewegen. Dennoch stellte eine Bekannte, eine ehemalige Polizistin bei der Flughafenpolizei, vorab mit einem Anruf sicher, dass sich die Einreise ohne Umtriebe vollzog ("Michailovna hat angerufen") – eine Anekdote, die zeigt: wo alles bürokratisch abläuft, vieles unmöglich scheint und doch alles möglich ist, sind die persönlichen Beziehungen entscheidend. Mit seiner Mittelformatkamera hat Beat Schweizer in sorgfältig komponierten Einstellungen Häuserzüge, Plätze und Naherholungsgebiete in Norilsk fotografiert. Porträts und Innenansichten führen das Spiel mit Distanz und Nähe fort und zeigen die Bewohner bei der Freizeitgestaltung, Gedenktagen oder Schönheitswettbewerben. Es entsteht das Bild eines auf sich bezogenen und sich selbst genügenden Kosmos, der seine Existenz jedoch auswärtigen Interessen verdankt und ohne Anreize und Garantien aus Moskau nicht fortbestehen könnte. Es sind solche Abhängigkeiten und ihre fragile, fragliche und fragwürdige Beständigkeit, denen der Fotograf nachspürt. Darauf bezieht sich auch der Titel der Ausstellung in der COALMINE: "Anzeichen der Verlässlichkeit". 

Dikson ("An der Frostgrenze", 2013)
Während Norilsk den Anschein urbaner Normalität wahrt, trifft dies auf Dikson, eine kleine Siedlung an der Mündung des Jenissei, auf über 73 Grad nördlicher Breite, nicht zu. Der Aussenposten der Zivilisation, der einen Eisbären im Wappen trägt und an 82 Tagen in der Polarnacht versinkt, galt in der Sowjetzeit als die nördlichste Stadt weltweit. Dann sank ihre Einwohnerzahl drastisch. Einst Angelpunkt für die Nordostpassage und die Kontrolle über die Arktisregion sowie Ausgangspunkt vieler Polarexpeditionen, bietet Dikson heute nur noch wenigen hundert Menschen ein Auskommen. Die Einwohner sehen sich überwiegend auf sich allein gestellt, die Provinzhauptstadt Krasnojarsk liegt 2507 Kilometer entfernt. Besucher, auch russische, benötigen generell eine Sondererlaubnis. Die verbliebenen Bewohner, die Beat Schweizer dort aufsucht hat, leben entweder als Mechaniker oder Grenzschützer, betreiben einen Einkaufsladen oder übermitteln Wetterdaten nach Moskau. Ermöglicht wird ihre Existenz durch den Staat, angeblich im Bestreben, die nördliche Aussengrenze des Mutterlands zu sichern. Wir begleiten sie bei der Arbeit oder dabei, wie sie ihre Frei- und Wartezeit verbringen, mit Jagen und Fischen, Grillen, Spielen oder Fernsehen. 

Teriberka ("Der Boiler", 2012)
Auch Teriberka, die dritte Ansiedlung, die Beat Schweizer im Rahmen seines epischen Langzeitprojekts besuchte, gelegen auf 69 Grad Nord, leidet seit dem Niedergang der Küstenfischerei unter starkem Bevölkerungsrückgang. Vor einigen Jahren jedoch kündigte der russische Konzern Gazprom riesige Investitionen mit Tausenden von Arbeitsplätzen an. Das Stockmann-Feld in der Barentsee, ein Gasvorkommen, sollte erschlossen werden. Ein Teil der Einwohner machte sich Sorgen um die Umwelt, viele andere freuten sich auf eine rosige Zukunft. Doch das Projekt wurde auf Eis gelegt, aus Kostengründen – der Schiefergasboom in den USA machte die Gasförderung in der Arktis nicht mehr konkurrenzfähig. So kämpfen die Bewohner von Teriberka weiterhin gegen das Vergessenwerden an. Wie auch andernorts führt uns Beat Schweizer mit ausgewählten Protagonisten in ihre Lebenswelt ein. So besteht die Aufgabe des Dorfheizers darin, Steinkohle in den Schlund eines Ofens zu schaufeln und das Dorf mit Wärme zu versorgen, während er seine Lebenslast und Langeweile in Schwermut und russischen Fernsehserien ertränkt. 

Beat Schweizers dreiteilige Dokumentation ist eine warmherzige Bestandsaufnahme besonderer Lebensumstände und ihrer Bewältigung. Sie registriert das Wesenhafte mit einer Nüchternheit, die immer wieder ins Poetische oder gar Fantastische mündet. Entgegen einem meist von westlichen Vorurteilen durchsetzten Blick zeichnet er ein vielschichtiges Bild der Auswirkungen von klimatischen, politischen und ökonomischen Kräften auf den postkommunistischen Raum. Auf seinen Reisen arbeitet er oft mit dem Schweizer Schriftsteller Urs Mannhart an selbstpublizierten Reportagen. Der bewusste Umgang beider Autoren mit Bild und Text und das Experimentieren mit unterschiedlichen Publikationsformen markiert eine eigenständige Positionierung im Feld einer erweiterten und selbstreflexiven dokumentarischen Praxis. 

Der Ausstellungstitel "Anzeichen der Verlässlichkeit" ist inspiriert vom Slogan "Символ надежности" ("Symbol der Verlässlichkeit"), mit dem Nornickel, der grösste Arbeitgeber in Norilsk, auf Plakaten wirbt. Die Menschen in Norilsk, aber auch in Teriberka und Dikson, verlassen sich auf das Versprechen von Staat und Arbeitgebern, dass ein Leben an diesen widrigen Orten weiterhin möglich bleibt. Die Kehrseite der Verlässlichkeit ist die Angst, keine Arbeit zu finden, sollten sie an einen anderen, südlicheren Ort ziehen wollen. Sie sind in diesem Versprechen der Verlässlichkeit gefangen. So hat der Titel durchaus eine Ambivalenz.

(Text: Sascha Renner)

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Ausstellung | Malleus Maleficarum - Virgine Rebetez | Photobastei | Zürich
Nov
23
zu 16. Dez.

Ausstellung | Malleus Maleficarum - Virgine Rebetez | Photobastei | Zürich


Photobastei | Zürich
23. November - 16. Dezember 2018

Malleus Maleficarum
Fotografische Ermittlung: Thema Fribourg
Virginie Rebetez


Rasia Baumgartner, Plasselb (Fribourg)

Rasia Baumgartner, Plasselb (Fribourg)

In der elften Ausgabe "Fotografischen Ermittlung: Kanton Freiburg", beschäftigt sich die Fotografin Virginie Rebetez mit einer fotografischen Untersuchung von Medien und Heilern, die in dieser katholischen Region weit verbreitet und in der Kultur verwurzelt sind; Sie lernt ihre Persönlichkeiten und Praktiken kennen, indem sie sie in einen größeren historischen Kontext der Hexenjagd stellt.

Malleus Maleficarum ist wohl der ehrgeizigste und kühnste Versuch der Künstlerin, den Raum zwischen dem Sichtbaren und dem Unsichtbaren zu erforschen, Geschichte neu zu denken. Die Vergangenheit tritt wieder auf durch die Figur von Claude Bergier, der der Hexerei beschuldigt und am 5. August 1628 in Freiburg verbrannt wurde. Rebetez bringt Bergier zurück, indem sie die Medien befragt und Brücken zwischen Menschen und Orten, die zeitlich und räumlich getrennt sind, errichtet.

Indem einer abwesenden Person eine Stimme verliehen wird, vermittelt Rebetez Informationen, die nur in nicht geäusserter Form existierten. In gewisser Weise wird sie, indem sie die Informationen übermittelt, selbst zum Medium.

Virginie Rebetez hat im Jahr 2005 die Höhere Fachschule für Fotografie in Vevey (CH) und im Jahr 2008 die Gerrit Rietveld Academie in Amsterdam (NL) abgeschlossen. Sie lebt und arbeitet seit 2012 in Lausanne (CH). Ihre künstlerischen Arbeiten werden regelmässig in verschiedenen Museen, Galerien und Festivals in Kollektiv- oder Einzelausstellungen in der Schweiz und in Europa ausgestellt und sind Gegenstand von Zeitschriften zur zeitgenössischen Fotografie, Zeitungsartikeln sowie Blogs. Die Fotografin erhielt mehrere Auszeichnungen in Form von Kulturpreisen und Stipendien: Leenaards Stiftung, Swiss Design Awards, 29. Internationales Fotografie & Mode-Festival in Hyères (F), Prix Focale der Stadt Nyon. Ihre Werke haben Eingang in diverse öffentliche und private Fotosammlungen gefunden (Fotostiftung Winterthur, Stadt Nyon).

(Text: Photobastei)

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Vernissage | Malleus Maleficarum - Virgine Rebetez | Photobastei | Zürich
Nov
22
6:00 nachm.18:00

Vernissage | Malleus Maleficarum - Virgine Rebetez | Photobastei | Zürich


Photobastei | Zürich
22. November 2018

Malleus Maleficarum
Fotografische Ermittlung: Thema Fribourg
Virginie Rebetez


Rasia Baumgartner, Plasselb (Fribourg)

Rasia Baumgartner, Plasselb (Fribourg)

In der elften Ausgabe "Fotografischen Ermittlung: Kanton Freiburg", beschäftigt sich die Fotografin Virginie Rebetez mit einer fotografischen Untersuchung von Medien und Heilern, die in dieser katholischen Region weit verbreitet und in der Kultur verwurzelt sind; Sie lernt ihre Persönlichkeiten und Praktiken kennen, indem sie sie in einen größeren historischen Kontext der Hexenjagd stellt.

Malleus Maleficarum ist wohl der ehrgeizigste und kühnste Versuch der Künstlerin, den Raum zwischen dem Sichtbaren und dem Unsichtbaren zu erforschen, Geschichte neu zu denken. Die Vergangenheit tritt wieder auf durch die Figur von Claude Bergier, der der Hexerei beschuldigt und am 5. August 1628 in Freiburg verbrannt wurde. Rebetez bringt Bergier zurück, indem sie die Medien befragt und Brücken zwischen Menschen und Orten, die zeitlich und räumlich getrennt sind, errichtet.

Indem einer abwesenden Person eine Stimme verliehen wird, vermittelt Rebetez Informationen, die nur in nicht geäusserter Form existierten. In gewisser Weise wird sie, indem sie die Informationen übermittelt, selbst zum Medium.

Virginie Rebetez hat im Jahr 2005 die Höhere Fachschule für Fotografie in Vevey (CH) und im Jahr 2008 die Gerrit Rietveld Academie in Amsterdam (NL) abgeschlossen. Sie lebt und arbeitet seit 2012 in Lausanne (CH). Ihre künstlerischen Arbeiten werden regelmässig in verschiedenen Museen, Galerien und Festivals in Kollektiv- oder Einzelausstellungen in der Schweiz und in Europa ausgestellt und sind Gegenstand von Zeitschriften zur zeitgenössischen Fotografie, Zeitungsartikeln sowie Blogs. Die Fotografin erhielt mehrere Auszeichnungen in Form von Kulturpreisen und Stipendien: Leenaards Stiftung, Swiss Design Awards, 29. Internationales Fotografie & Mode-Festival in Hyères (F), Prix Focale der Stadt Nyon. Ihre Werke haben Eingang in diverse öffentliche und private Fotosammlungen gefunden (Fotostiftung Winterthur, Stadt Nyon).

(Text: Photobastei)

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Vernissage und Buchvernissage | Das Bild vom Berg - Robert Bösch | Bildhalle | Zürich
Nov
22
6:00 nachm.18:00

Vernissage und Buchvernissage | Das Bild vom Berg - Robert Bösch | Bildhalle | Zürich


Bildhalle | Zürich
22. November 2018

Das Bild vom Berg
Robert Bösch


Morteratsch Glacier Switzerland

Morteratsch Glacier Switzerland

Mit dem Buch “Mountains” und der Ausstellung “Das Bild vom Berg” präsentiert uns Robert Bösch sein alpin-fotografisches Lebenswerk. Eine eindrückliche Mischung aus Landschafts-, Berg- und Sportfotografie. Als Bergsteiger war Robert Bösch auf allen sieben Kontinenten unterwegs und hat als Fotograf die Weltbesten des Bergsports fotografiert - darunter auch seinen verstorbenen Freund Ueli Steck. Entstanden sind atemberaubende Sport- und Landschaftsbilder, die die Ruhe und Gewalt der Berge wiedergeben und die tiefe Schönheit und Einsamkeit spiegeln, die all jene umgeben, die sich in der Übermacht der Berge bewegen. 

“Die Gabe, selbst in den erhabenen Räumen der Berge aktiv zu sein und dieses Tun in Beziehung zu setzen mit der Bergwelt, ist nur den allerwenigsten gegeben. Robert Bösch ist einer davon. Vielleicht der allumfassendste. Er taucht als Bergsteiger ein in die Eiger-Nordwand, als Kletterer in den “Shield” am El Cap, als Höhenbergsteiger in die Todeszone des Himalaja. Dabei entsteht sein Bild der Berge – mir ist beim Betrachten seiner Bildkunst, als habe der Weltgeist uns bei unserer Leidenschaft überrascht.”

Reinhold Messner

 “Landschaftsfotografie ist für mich die Kunst des Bilder-Sehens. Wir sehen ja keine Bilder, wir sehen immer das Ganze, das Alles. Während der Maler sein Viereck mit Farbe allmählich zu einem Bild gestaltet, indem er hinzufügt, gestalte ich als Fotograf das Bild gerade umgekehrt, nämlich indem ich weglasse. Im Moment des Auslösens wird das Bild aus der Welt geschnitten. Bilder stehen für sich und sind nur deshalb interessant, weil sie weder alles zeigen noch für das stehen, was sonst auch noch war – darum herum und vorher und danach. Nur dieses “Aus-der-Welt-herausgelöst-Sein” macht das Bild einmalig. Landschaftsbilder sind wie aus dem Zusammenhang gerissene Zitate.”

Robert Bösch

"Böschs Berge sind Kraftorte, die zu besteigen man sich sehnt und die einem zugleich vor Augen führen, wie erfahren man dafür sein müsste. Sie erheben sich wie Skulpturen vor uns, in Licht, Nebel und Wetter getaucht und nicht selten so, wie wir sie noch nie gesehen haben. Dabei erkennt Robert Bösch auch die Stärke der Abstraktion: Silhouetten, Schneeformationen, Felsstrukturen, Lichtfelder…Böschs Berge sind mehr als geographische Orte, sie sind Schauplatz eindrücklicher Stimmungen und elementarer Schönheit."

Mirjam Cavegn

Robert Bösch, Fotograf, Geograf, Bergführer, ist seit 35 Jahren als freischaffender Berufsfotograf tätig. Neben Aufträgen aus Industrie, Werbung und Tourismus arbeitet er für Zeitschriften wie Stern, GEO, und Spiegel. Er veröffentlichte zahlreiche Bild­bände. Robert Bösch ist Ambassador der Firma Nikon. 2009 erhielt er den "Eiger Special Award" für sein langjähriges Schaffen im Bereich der Alpinfotografie. Seine Reisen und Expeditionen führten ihn auf alle sieben Kontinente. 2001 bestieg er für einen Auftrag als Fotograf und Kameramann den Mount Everest. 

In den letzten Jahren beschäftigte sich Robert Bösch intensiv mit der Landschaftsfotografie und stellte diese in Galerien und in Museen im In- und Ausland aus. Die Jahre 2015 und 2016 waren geprägt durch das aufwendige Projekt "Aus den Bündner Bergen". Daraus entstand der im NZZ-Verlag erschienene gleichnamige Bildband. 2017/18 feierte mit seiner Ausstellung ENGIADINA in St. Moritz einen grossen Erfolg. 

2018 erscheint im National-Geographic-Verlag sein 300-seitiger Bildband "Mountains", das sein alpin-fotografisches Lebenswerk umfasst.

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Ausstellung | Ikonen - Annelies Štrba | Fabian & Claude Walter Galerie | Zürich
Nov
17
zu 22. Dez.

Ausstellung | Ikonen - Annelies Štrba | Fabian & Claude Walter Galerie | Zürich

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Fabian & Claude Walter Galerie | Zürich
17. November - 22. Dezember 2018

Ikonen
Annelies Štrba


Annelies Štrba, Tsukikawa 37, 2017

Annelies Štrba, Tsukikawa 37, 2017


“Ikonen” ist ein Querschnitt des vielfältigen Gesamtwerks von Annelies Štrba und eine vertiefte Auseinandersetzung der einzelnen Werkzyklen der vergangenen 25 Jahre. Die Fabian & Claude Walter Galerie präsentiert in dieser Ausstellung eine Auswahl von Fotografien aus den Serien Nyima, Aya und Tsukikawa sowie Leinwandarbeiten, die Štrba in Kollaboration mit Adrian Schiess 2011 für die Ausstellung Summerendig im Museum Langmatt, Baden anfertigte. 


“Icons” is an overview of the diverse oeuvre of Annelies Štrba and an examination of the individual work cycles of the past 25 years. In this exhibition, Fabian & Claude Walter Galerie presents a selection of photographs from the series Nyima, Aya and Tsukikawa as well as works on canvas that Štrba produced in collaboration with Adrian Schiess for the exhibition "Summerending" at the Museum Langmatt, Baden in 2011. 

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Vernissage | Genesis - Sebastião Salgado | Museum für Gestaltung | Zürich
Nov
15
7:00 nachm.19:00

Vernissage | Genesis - Sebastião Salgado | Museum für Gestaltung | Zürich


Museum für Gestaltung | Zürich
15. November 2018

Genesis
Sebastião Salgado


Elephants hunted by poachers in Zambia, Kafue National Park, 2010, © Sebastião Salgado

Elephants hunted by poachers in Zambia, Kafue National Park, 2010, © Sebastião Salgado


Gletscher, dicht bevölkert von Robben, endlose Dünen der Sahara oder nebelumhüllte Berge im Regenwald des Amazonas: Sebastião Salgado zeigt uns die Erde als Schöpfung von überwältigender Schönheit und schärft damit unser Bewusstsein für ihre Kostbarkeit. In über 30 Reisen zu allen Enden der Welt hat der Französisch-Brasilianer einen fotografischen Essay geschaffen, der zugleich von der Majestät und der Verletzlichkeit unserer Umwelt berichtet. Salgado segelte über Ozeane, bestieg Berge und durchquerte Wüsten. Er beobachtete Tiere und begegnete indigenen Völkern mit dem Ziel, ihre Lebensumgebung und Kultur festzuhalten. Die Ausstellung Genesis ist ein dramatisches Manifest, das in opulenten Schwarz-Weiss-Fotografien nicht nur berührt, sondern auch Fragen zu unserem Umgang mit dem Planeten stellt.


Des glaciers, sur lesquels des phoques se tiennent en rangs serrés, les dunes infinies du Sahara ou des monts à moitié disparus dans les brumes de la forêt amazonienne : Sebastião Salgado nous montre la planète comme une création d’une beauté grandiose et nous fait toucher à quel point elle est précieuse. En plus de 30 voyages dans toutes les régions du monde, le Brésilien a composé un essai photographique qui parle simultanément de la majesté et de la vulnérabilité de notre environnement. Le photographe a parcouru les océans, escaladé les montagnes et traversé les déserts. Il a observé les animaux et est parti à la rencontre de peuples indigènes afin de fixer leur environnement et leur culture sur la pellicule. Genesis est un manifeste majeur, dont les opulentes photographies en noir et blanc font bien plus que nous toucher : elles posent aussi des questions en suspens sur nos rapports à la planète.


Glaciers, densely populated by seals, endless Sahara dunes or mist-covered mountains in the Amazon rainforest: Sebastião Salgado depicts the earth as a creation of overwhelming beauty and thus sharpens our awareness of its preciousness. On over 30 journeys to all corners of the world, the French-Brazilian has created a photographic essay that simultaneously documents the majesty and the vulnerability of our environment. Salgado has sailed across oceans, scaled mountains, and crossed deserts. He has observed animals and met indigenous peoples in his endeavor to capture their environment and culture. The exhibition is a dramatic manifesto that not only touches visitors with its opulent black-and-white photographs, but also raises open questions about how we deal with the planet.

(Text: Museum für Gestaltung)

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Vernissage | Ikonen - Annelies Štrba | Fabian & Claude Walter Galerie | Zürich
Nov
15
6:00 nachm.18:00

Vernissage | Ikonen - Annelies Štrba | Fabian & Claude Walter Galerie | Zürich

  • Fabian & Claude Walter Galerie (Karte)
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Fabian & Claude Walter Galerie | Zürich
15. November 2018

Einführung: Lars Müller, Verleger

Ikonen
Annelies Štrba


Annelies Štrba, Tsukikawa 37, 2017

Annelies Štrba, Tsukikawa 37, 2017


“Ikonen” ist ein Querschnitt des vielfältigen Gesamtwerks von Annelies Štrba und eine vertiefte Auseinandersetzung der einzelnen Werkzyklen der vergangenen 25 Jahre. Die Fabian & Claude Walter Galerie präsentiert in dieser Ausstellung eine Auswahl von Fotografien aus den Serien Nyima, Aya und Tsukikawa sowie Leinwandarbeiten, die Štrba in Kollaboration mit Adrian Schiess 2011 für die Ausstellung Summerendig im Museum Langmatt, Baden anfertigte. 


“Icons” is an overview of the diverse oeuvre of Annelies Štrba and an examination of the individual work cycles of the past 25 years. In this exhibition, Fabian & Claude Walter Galerie presents a selection of photographs from the series Nyima, Aya and Tsukikawa as well as works on canvas that Štrba produced in collaboration with Adrian Schiess for the exhibition "Summerending" at the Museum Langmatt, Baden in 2011. 

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Buchvernissage | Rhonegletscher - Hansjörg Sahli | Edition Patrick Frey | Zürich
Nov
14
6:00 nachm.18:00

Buchvernissage | Rhonegletscher - Hansjörg Sahli | Edition Patrick Frey | Zürich


Edition Patrick Frey | Zürich
14. November 2018

Rhonegletscher
Hansjörg Sahli


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Die ersten Fotos vom Rhonegletscher machte ich im Juli 2014. Ich erinnere mich, dass ich seitlich vom Gletscher die Bergflanke hinauf gestiegen bin, um einen besseren Ausblick zu haben. Dort oben ist mir ein Alpinistenpaar begegnet. Wir haben ein paar Worte gewechselt. Wahrscheinlich bin ich wegen ihrem Basler Dialekt darauf gekommen, auf jeden Fall erwähnte ich, dass damals bei den verhüllten Kirschbäumen in Riehen bei Basel sehr viel mehr Leute gekommen sind. Sie hatten die Bäume auch gesehen. Ich merkte aber sofort, dass sie den Vergleich unpassend fanden. Dabei machte damals der verhüllte Gletscher einen sehr ordentlichen Eindruck. Die Tücher waren schön weiss, straff gespannt, das darunter liegende Eis hatte Volumen. Der gedeckte Gletscherteil überragte den Rest der vordersten Gletscherzunge deutlich. Die Funktion der Tücher, das Eis mit der darunter liegenden Gletschergrotte vor der Sonnenstrahlung zu schützen, war klar erkennbar.

Als ich 14 Tage später wieder kam, sah alles anders aus. Es hatte gestürmt und sehr viel geregnet. Die Tücher waren zum Teil weggerissen, zerfetzt, dreckig. Der Gletscher bot einen jämmerlichen Anblick. Vor allem, und ich habe mich sicher nicht getäuscht, war die Eiszunge massiv geschrumpft.

Die letzten Aufnahmen entstanden im August 2017. Die Fotos sind absichtlich unterbelichtet damit sie farbiger werden, denn die Tücher sind eigentlich farblos. Bei der Bearbeitung der Fotos habe ich die Belichtung korrigiert und den Kontrast verstärkt, vor allem bei Aufnahmen, die bei diffusem Licht entstanden sind.

(Text: Hansjörg Sahli)

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Ausstellung | Karlheinz Weinberger oder die Ballade von Jim | Photobastei | Zürich
Nov
2
zu 23. Dez.

Ausstellung | Karlheinz Weinberger oder die Ballade von Jim | Photobastei | Zürich


Photobastei | Zürich
2. November - 23. Dezember 2018

Karlheinz Weinberger oder die Ballade von Jim


Bild: Karlheinz Weinberger | courtesy Galerie Esther Woerdehoff, Paris

Bild: Karlheinz Weinberger | courtesy Galerie Esther Woerdehoff, Paris

Die Photobastei zeigt die bisher umfassendste Retrospektive zum Zürcher Fotografen Karlheinz Weinberger (10. Juni 1921 bis 10. Dezember 2006) und nach Vivian Maier, Arnold Odermatt und Miroslav Tichy (9/17) erneut eine fotografische Position, die erst verspätet zu ihrer Adelung durch die Kunstwelt kam.

Weinberger ist bekannt geworden für seine Portraits der Halbstarken in ihrer spektakulären Aufmachung. Doch sein Werk ist viel umfassender und facettenreicher. Die Zürcher Ausstellung zeigt deshalb sein gesamtes Werk, darunter Schlüsselwerke aus allen Perioden sowie noch unveröffentlichte Werkteile, die einen starken Bezug zu Zürich haben. Der kuratorische Ansatz folgt dabei einer erotischen Spur, die sich von den frühesten bis zu den letzten Bildern zieht und die das künstlerisch-fotografische und erotische Selbstverständnis Weinbergers sichtbar macht. Weinbergers lustvolle Männerporträts sind bildstarke, freigeistige und selbstbewusste Antworten auf eine grundlegende gesellschaftliche Problemstellung der Nachkriegszeit: Wie (und wo) kann ein schwuler Fotograf in einer noch weitgehend homophoben, auf jeden Fall heteronormativen Gesellschaft, Männer fotografieren, die ihm gefallen? In der legendären, in Zürich beheimateten, aber international ausstrahlenden Schwulenorganisation "Der Kreis" machte Weinberger unter dem Pseudonym "Jim" den Hoffotografen. Er dokumentierte die diversen Partys und Varieté-Abende und ihre Besucher, was ihn erklärtermassen aber nur mässig interessierte. Mit mehr Enthusiasmus steuerte er für das gleichnamige und an Abonnenten in der ganzen Welt verschickte Magazin des "Kreis" homoerotische Portraits bei.

Die Ausstellung wird von Patrik Schedler konzipiert, der seit dem Jahr 2000 das Werk und später den Nachlass von Karlheinz Weinberger sicherte, sichtete und erschloss.

Eine Ausstellung in Zusammenarbeit mit der Galerie Woerdehoff in Paris.

Text Photobastei

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Vernissage | Karlheinz Weinberger oder die Ballade von Jim | Photobastei
Nov
1
6:00 nachm.18:00

Vernissage | Karlheinz Weinberger oder die Ballade von Jim | Photobastei


Photobastei | Zürich
1. November  2018

Karlheinz Weinberger oder die Ballade von Jim


Bild: Karlheinz Weinberger | courtesy Galerie Esther Woerdehoff, Paris

Bild: Karlheinz Weinberger | courtesy Galerie Esther Woerdehoff, Paris

Die Photobastei zeigt die bisher umfassendste Retrospektive zum Zürcher Fotografen Karlheinz Weinberger (10. Juni 1921 bis 10. Dezember 2006) und nach Vivian Maier, Arnold Odermatt und Miroslav Tichy (9/17) erneut eine fotografische Position, die erst verspätet zu ihrer Adelung durch die Kunstwelt kam.

Weinberger ist bekannt geworden für seine Portraits der Halbstarken in ihrer spektakulären Aufmachung. Doch sein Werk ist viel umfassender und facettenreicher. Die Zürcher Ausstellung zeigt deshalb sein gesamtes Werk, darunter Schlüsselwerke aus allen Perioden sowie noch unveröffentlichte Werkteile, die einen starken Bezug zu Zürich haben. Der kuratorische Ansatz folgt dabei einer erotischen Spur, die sich von den frühesten bis zu den letzten Bildern zieht und die das künstlerisch-fotografische und erotische Selbstverständnis Weinbergers sichtbar macht. Weinbergers lustvolle Männerporträts sind bildstarke, freigeistige und selbstbewusste Antworten auf eine grundlegende gesellschaftliche Problemstellung der Nachkriegszeit: Wie (und wo) kann ein schwuler Fotograf in einer noch weitgehend homophoben, auf jeden Fall heteronormativen Gesellschaft, Männer fotografieren, die ihm gefallen? In der legendären, in Zürich beheimateten, aber international ausstrahlenden Schwulenorganisation "Der Kreis" machte Weinberger unter dem Pseudonym "Jim" den Hoffotografen. Er dokumentierte die diversen Partys und Varieté-Abende und ihre Besucher, was ihn erklärtermassen aber nur mässig interessierte. Mit mehr Enthusiasmus steuerte er für das gleichnamige und an Abonnenten in der ganzen Welt verschickte Magazin des "Kreis" homoerotische Portraits bei.

Die Ausstellung wird von Patrik Schedler konzipiert, der seit dem Jahr 2000 das Werk und später den Nachlass von Karlheinz Weinberger sicherte, sichtete und erschloss.

Eine Ausstellung in Zusammenarbeit mit der Galerie Woerdehoff in Paris.

Text Photobastei

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Buchvernissage | Zurich Diary - Peter Bialobrzeski | Photobastei | Zürich
Okt
26
7:00 nachm.19:00

Buchvernissage | Zurich Diary - Peter Bialobrzeski | Photobastei | Zürich


Photobastei | Zürich
26. Oktober 2018

Zurich Diary
Peter Bialobrzeski


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Sechs City Diaries hat der Starfotograf und Künstler Peter Bialobrzeski bereits veröffentlicht: Cairo, Athen, Taipei, Kochi, Wolfsburg und Beirut. Und nun folgt auf Einladung der Photobastei “Zurich Diary“. Alle bisher erschienen “Diaries“ untersuchen die These, ob der Entwurf des Bildes einer Stadt gespeist aus Vorurteilen und Vorgefundenem in ein spezifisches Bild überführt werden kann. So kann Cairo nicht ohne den arabischen Frühling gelesen werden, Athen nicht ohne die Eurokrise und Wolfsburg natürlich nicht ohne VW und den Abgasskandal. Und was ist mit Zürich? Eben! Um das herauszufinden weilte Peter Bialobrzeski vom 26. Februar – 4. März 2018 auf Einladung der Photobastei in Zürich und fasste fotografisch seine Beobachtungen wie in den vorliegenden Büchern auf einer Doppelseite zusammenfassen.

(Text: Photobastei)

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Ausstellung | A Drug Free Land & Lessons from the Sidewalk - Thomas Kern | Galerie & Edition Stephan Witschi | Zürich
Okt
26
zu 15. Dez.

Ausstellung | A Drug Free Land & Lessons from the Sidewalk - Thomas Kern | Galerie & Edition Stephan Witschi | Zürich

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Galerie & Edition Stephan Witschi | Zürich
26. Oktober - 15. Dezember 2018

A Drug free Land & lessons from the Sidewalk
Thomas Kern


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Thomas Kerns Arbeit “A Drug Free Land” entsteht zwischen 2002 und 2009. Der Fotograf findet unterwegs durch den Alltag des ländlichen Amerika eindringliche Situationen. Seine Bilder verdichten das Unspektakuläre und verweisen über sich hinaus auf die Lage der Nation. Sie erzählen von der Erschütterung des Landes nach 9/11, die bis heute nachwirkt, und vom zerbrechenden American Dream. Im flüchtigen Augenblick blitzen die grossen Themen auf, Einsamkeit und Armut, Patriotismus und Rassismus, Liebe und Gewalt. 

“Lessons from the Sidewalk” handelt von Lebensgeschichten, deren Protagonisten für einmal unsichtbar bleiben. Die Stühle, die Kern auf den Strassen von Kairo antrifft, sind Zeugen und Erinnerung gewordene Objekte, an die er sich mit seiner Kamera annähert, als wären es zu porträtierende Menschen. 

Thomas Kern, geboren 1965 in Brugg, Ausbildung zum Fotografen in Zürich. Ab 1989 als freier Reportagefotograf in Krisengebieten unterwegs. 1990 Mitbegründer der Schweizer Fotoagentur Lookat Photos. 1998–2006 freischaffender Fotograf in San Francisco. 2006 und 2014 Auszeichnung mit einem Swiss Press Award. 2016 zeigt die Fotostiftung Schweiz in Winterthur seinen grossen Fotoessay über Haiti.

(Text: Barbara Liebster)

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Vernissage | A Drug Free Land & Lessons from the Sidewalk - Thomas Kern
Okt
25
6:00 nachm.18:00

Vernissage | A Drug Free Land & Lessons from the Sidewalk - Thomas Kern

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Galerie & Edition Stephan Witschi | Zürich
25. Oktober 2018

A Drug free Land & lessons from the Sidewalk
Thomas Kern


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Thomas Kerns Arbeit “A Drug Free Land” entsteht zwischen 2002 und 2009. Der Fotograf findet unterwegs durch den Alltag des ländlichen Amerika eindringliche Situationen. Seine Bilder verdichten das Unspektakuläre und verweisen über sich hinaus auf die Lage der Nation. Sie erzählen von der Erschütterung des Landes nach 9/11, die bis heute nachwirkt, und vom zerbrechenden American Dream. Im flüchtigen Augenblick blitzen die grossen Themen auf, Einsamkeit und Armut, Patriotismus und Rassismus, Liebe und Gewalt. 

“Lessons from the Sidewalk” handelt von Lebensgeschichten, deren Protagonisten für einmal unsichtbar bleiben. Die Stühle, die Kern auf den Strassen von Kairo antrifft, sind Zeugen und Erinnerung gewordene Objekte, an die er sich mit seiner Kamera annähert, als wären es zu porträtierende Menschen. 

Thomas Kern, geboren 1965 in Brugg, Ausbildung zum Fotografen in Zürich. Ab 1989 als freier Reportagefotograf in Krisengebieten unterwegs. 1990 Mitbegründer der Schweizer Fotoagentur Lookat Photos. 1998–2006 freischaffender Fotograf in San Francisco. 2006 und 2014 Auszeichnung mit einem Swiss Press Award. 2016 zeigt die Fotostiftung Schweiz in Winterthur seinen grossen Fotoessay über Haiti.

(Text: Barbara Liebster)

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Ausstellung | Äussere Unordnung - Andrzej Steinbach | Coalmine - Raum für zeitgenössische Fotografie | Winterthur
Okt
19
zu 21. Dez.

Ausstellung | Äussere Unordnung - Andrzej Steinbach | Coalmine - Raum für zeitgenössische Fotografie | Winterthur

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Coalmine - Raum für zeitgenössische Fotografie | Winterthur
19. Oktober - 21. Dezember 2018

Äussere Unordnung
Andrzej Steinbach


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Andrzej Steinbach wurde 1983 in Czarnkow in Polen geboren und wuchs in Karl-Marx-Stadt bzw. Chemnitz auf. Sein Studium an der Hochschule für Grafik und Buchkunst (HGB) in Leipzig absolvierte er in der Klasse für Fotografie 2013 mit dem Diplom und 2017 mit dem Meisterschülerabschluss. Aktuell lebt und arbeitet er in Berlin. Steinbach ist ausserdem Träger des Bundespreises für Kunststudierende 2017/2018. 2015 war er bereits anlässlich der Präsentation Situations #16 im Fotomuseum Winterthur präsent. Seither befinden sich sieben fotografische Arbeiten in der Sammlung des Museums. 

Die Fotografien und Objekte von Andrzej Steinbach wecken einen Geist des Widerstands, der ohne sichtbaren Gegner auftritt und sich zuerst einfach nur als ästhetische Form präsentiert. Im Licht der aktuellen Berichterstattung zu den Ausschreitungen in Chemnitz, der Heimatstadt von Steinbach, erfährt die in Winterthur gezeigte Arbeit eine ungeahnte Aktualisierung. In ihrer räumlichen Konstellation erschliessen sich nach und nach Fotografie und Skulptur und eröffnen eine politische Lesart. So treffen z.B. an Demonstrationen erinnernde Werkzeuge oder Utensilien auf in Street-Style-Fashion gekleidete Models. Hoodys und Sweat Pants, Bomberjacken oder wahlweise Militärcamouflagejacken mit deutschen Flaggenaufnähern, getragen von desinteressiert oder cool vor der Kamera agierenden Jugendlichen, sind nicht selten Motive seiner Fotografien. Transportiert hier der Künstler eine Melancholie gegenüber dem Verlust der Rebellion?  

Zwei sich in der Ausstellung befindende Arbeiten seien hier kurz beschrieben: Das militante Potential einer Fotografie – sie zeigt gänzlich unprätentiöse Objekte wie einen Schallplattenspieler mit zerkratztem Plexiglasdeckel, eine Lonsdale-Jacke, Zigaretten und allerhand Krimskrams – erschliesst sich erst mit dem Wissen, dass es sich um den Plattenspieler Andreas Baaders handelt, der ihm im Gefängnis in Stammheim als Waffenversteck diente. Auf einem sich tatsächlich in der Ausstellung befindenden Plattenspieler werden die auf Vinyl aufgenommenen Namen aller Mitglieder der Terrorgruppe Rote Armee Fraktion aufgezählt. Zusätzlich im Raum findet sich ein Eigenbau-Schlagstock, der für eine Demo aus einer Strebe eines Einkaufswagens der Supermarktkette "Hit" (auf Englisch Schlag) gebastelt wurde.  

Andrzej Steinbach geht es um die Frage, wie nach dem umfänglichen Siegeszug eines glatten Warenpiktorialismus Uneindeutigkeit und politischer Nonkonformismus wieder bildnerisch transportiert werden können.

(Text: Alexandra Blättler)

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Ausstellung | Anzeichen der Verlässlichkeit - Beat Schweizer | Coalmine - Forum für Dokumentarfotografie | Winterthur
Okt
19
zu 21. Dez.

Ausstellung | Anzeichen der Verlässlichkeit - Beat Schweizer | Coalmine - Forum für Dokumentarfotografie | Winterthur

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Coalmine - Forum für Dokumentarfotografie | Winterthur
19. Oktober - 21. Dezember 2018

Anzeichen der Verlässlichkeit
Beat Schweizer


Teriberka | Russland | März 2012

Teriberka | Russland | März 2012

Wie lebt es sich in den polarnahsten Städten und Siedlungen der Welt? Und was hält die Menschen trotz scheinbar widriger Bedingungen dort? Die Thematik der Isolation beschäftigt Beat Schweizer (geboren 1982, wohnhaft in Bern) seit vielen Jahren. Auf mehreren Reisen in den äussersten Norden Russlands hat er die Morphologie abgelegener Orte fotografisch festgehalten, die Ursachen ihres Daseins und ihre Eigenheiten untersucht. Sein Langzeitprojekt präsentiert uns Formen der Existenz, die über das Anekdotische hinaus tiefe Einblicke in das Menschliche geben. In seiner dokumentarischen Praxis nähert er sich den Strukturen und Bewohnern behutsam und unmerklich. Mit seinem systematischen Blick fördert er im Einzelnen das Allgemeine und im Allgemeinen das Individuelle zutage, beweist aber auch ein waches Auge für Komik, Tragik und Absurdität – ein feines Sensorium für die "Anomalie des Alltags im nördlichsten Norden Sibiriens" (so der Untertitel der Eigenpublikationen "An der Frostgrenze", 2013). Die COALMINE zeigt Beat Schweizers dreiteiligen Werkzyklus, entstanden zwischen 2012 und 2018, erstmals umfassend und als neu edierte und produzierte Abzüge. 

Norilsk ("Michailovna hat angerufen", 2017/18)
Norilsk ist eine Stadt der Superlative: Sie ist die nördlichste Grossstadt weltweit, gelegen auf 69 Grad nördlicher Breite und gebaut auf Permafrost-Boden. Sie gilt auch als die schmutzigste Stadt der Welt. Die dort abgebauten Nickelerze verursachen Schäden an Umwelt und Gesundheit. Zusammen mit den Vorkommen auf der russischen Halbinsel Kola deckt Norilsk rund einen Viertel des Weltmarktbedarfs an diesem Rohstoff, der in diversen Legierungen und vor allem zur Erzeugung von nichtrostendem, hochbelastbarem Stahl verwendet wird. Bodenschätze und Industrie bieten mit ihren gut bezahlten Arbeitsplätzen und einer städtischen Infrastruktur, die dem polaren Klima Annehmlichkeiten abtrotzt, Lebensraum für 175'000 Menschen. Gleichwohl wahrt die als Minenstadt 1935 gegründete und unter Stalin als Gulag genutzte Stadt weiterhin ihr Geheimnis: Sie ist für Ausländer geschlossen und nur mit einer Sonderbewilligung betretbar.

Eine solche erlaubte es Beat Schweizer, sich frei in der Stadt zu bewegen. Dennoch stellte eine Bekannte, eine ehemalige Polizistin bei der Flughafenpolizei, vorab mit einem Anruf sicher, dass sich die Einreise ohne Umtriebe vollzog ("Michailovna hat angerufen") – eine Anekdote, die zeigt: wo alles bürokratisch abläuft, vieles unmöglich scheint und doch alles möglich ist, sind die persönlichen Beziehungen entscheidend. Mit seiner Mittelformatkamera hat Beat Schweizer in sorgfältig komponierten Einstellungen Häuserzüge, Plätze und Naherholungsgebiete in Norilsk fotografiert. Porträts und Innenansichten führen das Spiel mit Distanz und Nähe fort und zeigen die Bewohner bei der Freizeitgestaltung, Gedenktagen oder Schönheitswettbewerben. Es entsteht das Bild eines auf sich bezogenen und sich selbst genügenden Kosmos, der seine Existenz jedoch auswärtigen Interessen verdankt und ohne Anreize und Garantien aus Moskau nicht fortbestehen könnte. Es sind solche Abhängigkeiten und ihre fragile, fragliche und fragwürdige Beständigkeit, denen der Fotograf nachspürt. Darauf bezieht sich auch der Titel der Ausstellung in der COALMINE: "Anzeichen der Verlässlichkeit". 

Dikson ("An der Frostgrenze", 2013)
Während Norilsk den Anschein urbaner Normalität wahrt, trifft dies auf Dikson, eine kleine Siedlung an der Mündung des Jenissei, auf über 73 Grad nördlicher Breite, nicht zu. Der Aussenposten der Zivilisation, der einen Eisbären im Wappen trägt und an 82 Tagen in der Polarnacht versinkt, galt in der Sowjetzeit als die nördlichste Stadt weltweit. Dann sank ihre Einwohnerzahl drastisch. Einst Angelpunkt für die Nordostpassage und die Kontrolle über die Arktisregion sowie Ausgangspunkt vieler Polarexpeditionen, bietet Dikson heute nur noch wenigen hundert Menschen ein Auskommen. Die Einwohner sehen sich überwiegend auf sich allein gestellt, die Provinzhauptstadt Krasnojarsk liegt 2507 Kilometer entfernt. Besucher, auch russische, benötigen generell eine Sondererlaubnis. Die verbliebenen Bewohner, die Beat Schweizer dort aufsucht hat, leben entweder als Mechaniker oder Grenzschützer, betreiben einen Einkaufsladen oder übermitteln Wetterdaten nach Moskau. Ermöglicht wird ihre Existenz durch den Staat, angeblich im Bestreben, die nördliche Aussengrenze des Mutterlands zu sichern. Wir begleiten sie bei der Arbeit oder dabei, wie sie ihre Frei- und Wartezeit verbringen, mit Jagen und Fischen, Grillen, Spielen oder Fernsehen. 

Teriberka ("Der Boiler", 2012)
Auch Teriberka, die dritte Ansiedlung, die Beat Schweizer im Rahmen seines epischen Langzeitprojekts besuchte, gelegen auf 69 Grad Nord, leidet seit dem Niedergang der Küstenfischerei unter starkem Bevölkerungsrückgang. Vor einigen Jahren jedoch kündigte der russische Konzern Gazprom riesige Investitionen mit Tausenden von Arbeitsplätzen an. Das Stockmann-Feld in der Barentsee, ein Gasvorkommen, sollte erschlossen werden. Ein Teil der Einwohner machte sich Sorgen um die Umwelt, viele andere freuten sich auf eine rosige Zukunft. Doch das Projekt wurde auf Eis gelegt, aus Kostengründen – der Schiefergasboom in den USA machte die Gasförderung in der Arktis nicht mehr konkurrenzfähig. So kämpfen die Bewohner von Teriberka weiterhin gegen das Vergessenwerden an. Wie auch andernorts führt uns Beat Schweizer mit ausgewählten Protagonisten in ihre Lebenswelt ein. So besteht die Aufgabe des Dorfheizers darin, Steinkohle in den Schlund eines Ofens zu schaufeln und das Dorf mit Wärme zu versorgen, während er seine Lebenslast und Langeweile in Schwermut und russischen Fernsehserien ertränkt. 

Beat Schweizers dreiteilige Dokumentation ist eine warmherzige Bestandsaufnahme besonderer Lebensumstände und ihrer Bewältigung. Sie registriert das Wesenhafte mit einer Nüchternheit, die immer wieder ins Poetische oder gar Fantastische mündet. Entgegen einem meist von westlichen Vorurteilen durchsetzten Blick zeichnet er ein vielschichtiges Bild der Auswirkungen von klimatischen, politischen und ökonomischen Kräften auf den postkommunistischen Raum. Auf seinen Reisen arbeitet er oft mit dem Schweizer Schriftsteller Urs Mannhart an selbstpublizierten Reportagen. Der bewusste Umgang beider Autoren mit Bild und Text und das Experimentieren mit unterschiedlichen Publikationsformen markiert eine eigenständige Positionierung im Feld einer erweiterten und selbstreflexiven dokumentarischen Praxis. 

Der Ausstellungstitel "Anzeichen der Verlässlichkeit" ist inspiriert vom Slogan "Символ надежности" ("Symbol der Verlässlichkeit"), mit dem Nornickel, der grösste Arbeitgeber in Norilsk, auf Plakaten wirbt. Die Menschen in Norilsk, aber auch in Teriberka und Dikson, verlassen sich auf das Versprechen von Staat und Arbeitgebern, dass ein Leben an diesen widrigen Orten weiterhin möglich bleibt. Die Kehrseite der Verlässlichkeit ist die Angst, keine Arbeit zu finden, sollten sie an einen anderen, südlicheren Ort ziehen wollen. Sie sind in diesem Versprechen der Verlässlichkeit gefangen. So hat der Titel durchaus eine Ambivalenz.

(Text: Sascha Renner)

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Vernissage | Anzeichen der Verlässlichkeit - Beat Schweizer | Coalmine - Forum für Dokumentarfotografie | Winterthur
Okt
18
6:30 nachm.18:30

Vernissage | Anzeichen der Verlässlichkeit - Beat Schweizer | Coalmine - Forum für Dokumentarfotografie | Winterthur

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Coalmine - Forum für Dokumentarfotografie | Winterthur
18. Oktober 2018

Anzeichen der Verlässlichkeit
Beat Schweizer

Norilsk | Russland | Mai 2018

Norilsk | Russland | Mai 2018


Wie lebt es sich in den polarnahsten Städten und Siedlungen der Welt? Und was hält die Menschen trotz scheinbar widriger Bedingungen dort? Die Thematik der Isolation beschäftigt Beat Schweizer (geboren 1982, wohnhaft in Bern) seit vielen Jahren. Auf mehreren Reisen in den äussersten Norden Russlands hat er die Morphologie abgelegener Orte fotografisch festgehalten, die Ursachen ihres Daseins und ihre Eigenheiten untersucht. Sein Langzeitprojekt präsentiert uns Formen der Existenz, die über das Anekdotische hinaus tiefe Einblicke in das Menschliche geben. In seiner dokumentarischen Praxis nähert er sich den Strukturen und Bewohnern behutsam und unmerklich. Mit seinem systematischen Blick fördert er im Einzelnen das Allgemeine und im Allgemeinen das Individuelle zutage, beweist aber auch ein waches Auge für Komik, Tragik und Absurdität – ein feines Sensorium für die "Anomalie des Alltags im nördlichsten Norden Sibiriens" (so der Untertitel der Eigenpublikationen "An der Frostgrenze", 2013). Die COALMINE zeigt Beat Schweizers dreiteiligen Werkzyklus, entstanden zwischen 2012 und 2018, erstmals umfassend und als neu edierte und produzierte Abzüge. 

Norilsk ("Michailovna hat angerufen", 2017/18)
Norilsk ist eine Stadt der Superlative: Sie ist die nördlichste Grossstadt weltweit, gelegen auf 69 Grad nördlicher Breite und gebaut auf Permafrost-Boden. Sie gilt auch als die schmutzigste Stadt der Welt. Die dort abgebauten Nickelerze verursachen Schäden an Umwelt und Gesundheit. Zusammen mit den Vorkommen auf der russischen Halbinsel Kola deckt Norilsk rund einen Viertel des Weltmarktbedarfs an diesem Rohstoff, der in diversen Legierungen und vor allem zur Erzeugung von nichtrostendem, hochbelastbarem Stahl verwendet wird. Bodenschätze und Industrie bieten mit ihren gut bezahlten Arbeitsplätzen und einer städtischen Infrastruktur, die dem polaren Klima Annehmlichkeiten abtrotzt, Lebensraum für 175'000 Menschen. Gleichwohl wahrt die als Minenstadt 1935 gegründete und unter Stalin als Gulag genutzte Stadt weiterhin ihr Geheimnis: Sie ist für Ausländer geschlossen und nur mit einer Sonderbewilligung betretbar.

Eine solche erlaubte es Beat Schweizer, sich frei in der Stadt zu bewegen. Dennoch stellte eine Bekannte, eine ehemalige Polizistin bei der Flughafenpolizei, vorab mit einem Anruf sicher, dass sich die Einreise ohne Umtriebe vollzog ("Michailovna hat angerufen") – eine Anekdote, die zeigt: wo alles bürokratisch abläuft, vieles unmöglich scheint und doch alles möglich ist, sind die persönlichen Beziehungen entscheidend. Mit seiner Mittelformatkamera hat Beat Schweizer in sorgfältig komponierten Einstellungen Häuserzüge, Plätze und Naherholungsgebiete in Norilsk fotografiert. Porträts und Innenansichten führen das Spiel mit Distanz und Nähe fort und zeigen die Bewohner bei der Freizeitgestaltung, Gedenktagen oder Schönheitswettbewerben. Es entsteht das Bild eines auf sich bezogenen und sich selbst genügenden Kosmos, der seine Existenz jedoch auswärtigen Interessen verdankt und ohne Anreize und Garantien aus Moskau nicht fortbestehen könnte. Es sind solche Abhängigkeiten und ihre fragile, fragliche und fragwürdige Beständigkeit, denen der Fotograf nachspürt. Darauf bezieht sich auch der Titel der Ausstellung in der COALMINE: "Anzeichen der Verlässlichkeit". 

Dikson ("An der Frostgrenze", 2013)
Während Norilsk den Anschein urbaner Normalität wahrt, trifft dies auf Dikson, eine kleine Siedlung an der Mündung des Jenissei, auf über 73 Grad nördlicher Breite, nicht zu. Der Aussenposten der Zivilisation, der einen Eisbären im Wappen trägt und an 82 Tagen in der Polarnacht versinkt, galt in der Sowjetzeit als die nördlichste Stadt weltweit. Dann sank ihre Einwohnerzahl drastisch. Einst Angelpunkt für die Nordostpassage und die Kontrolle über die Arktisregion sowie Ausgangspunkt vieler Polarexpeditionen, bietet Dikson heute nur noch wenigen hundert Menschen ein Auskommen. Die Einwohner sehen sich überwiegend auf sich allein gestellt, die Provinzhauptstadt Krasnojarsk liegt 2507 Kilometer entfernt. Besucher, auch russische, benötigen generell eine Sondererlaubnis. Die verbliebenen Bewohner, die Beat Schweizer dort aufsucht hat, leben entweder als Mechaniker oder Grenzschützer, betreiben einen Einkaufsladen oder übermitteln Wetterdaten nach Moskau. Ermöglicht wird ihre Existenz durch den Staat, angeblich im Bestreben, die nördliche Aussengrenze des Mutterlands zu sichern. Wir begleiten sie bei der Arbeit oder dabei, wie sie ihre Frei- und Wartezeit verbringen, mit Jagen und Fischen, Grillen, Spielen oder Fernsehen. 

Teriberka ("Der Boiler", 2012)
Auch Teriberka, die dritte Ansiedlung, die Beat Schweizer im Rahmen seines epischen Langzeitprojekts besuchte, gelegen auf 69 Grad Nord, leidet seit dem Niedergang der Küstenfischerei unter starkem Bevölkerungsrückgang. Vor einigen Jahren jedoch kündigte der russische Konzern Gazprom riesige Investitionen mit Tausenden von Arbeitsplätzen an. Das Stockmann-Feld in der Barentsee, ein Gasvorkommen, sollte erschlossen werden. Ein Teil der Einwohner machte sich Sorgen um die Umwelt, viele andere freuten sich auf eine rosige Zukunft. Doch das Projekt wurde auf Eis gelegt, aus Kostengründen – der Schiefergasboom in den USA machte die Gasförderung in der Arktis nicht mehr konkurrenzfähig. So kämpfen die Bewohner von Teriberka weiterhin gegen das Vergessenwerden an. Wie auch andernorts führt uns Beat Schweizer mit ausgewählten Protagonisten in ihre Lebenswelt ein. So besteht die Aufgabe des Dorfheizers darin, Steinkohle in den Schlund eines Ofens zu schaufeln und das Dorf mit Wärme zu versorgen, während er seine Lebenslast und Langeweile in Schwermut und russischen Fernsehserien ertränkt. 

Beat Schweizers dreiteilige Dokumentation ist eine warmherzige Bestandsaufnahme besonderer Lebensumstände und ihrer Bewältigung. Sie registriert das Wesenhafte mit einer Nüchternheit, die immer wieder ins Poetische oder gar Fantastische mündet. Entgegen einem meist von westlichen Vorurteilen durchsetzten Blick zeichnet er ein vielschichtiges Bild der Auswirkungen von klimatischen, politischen und ökonomischen Kräften auf den postkommunistischen Raum. Auf seinen Reisen arbeitet er oft mit dem Schweizer Schriftsteller Urs Mannhart an selbstpublizierten Reportagen. Der bewusste Umgang beider Autoren mit Bild und Text und das Experimentieren mit unterschiedlichen Publikationsformen markiert eine eigenständige Positionierung im Feld einer erweiterten und selbstreflexiven dokumentarischen Praxis. 

Der Ausstellungstitel "Anzeichen der Verlässlichkeit" ist inspiriert vom Slogan "Символ надежности" ("Symbol der Verlässlichkeit"), mit dem Nornickel, der grösste Arbeitgeber in Norilsk, auf Plakaten wirbt. Die Menschen in Norilsk, aber auch in Teriberka und Dikson, verlassen sich auf das Versprechen von Staat und Arbeitgebern, dass ein Leben an diesen widrigen Orten weiterhin möglich bleibt. Die Kehrseite der Verlässlichkeit ist die Angst, keine Arbeit zu finden, sollten sie an einen anderen, südlicheren Ort ziehen wollen. Sie sind in diesem Versprechen der Verlässlichkeit gefangen. So hat der Titel durchaus eine Ambivalenz.

(Text: Sascha Renner)

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Vernissage | Äussere Unordnung - Andrzej Steinbach | Coalmine - Raum für zeitgenössische Fotografie | Winterthur
Okt
18
6:30 nachm.18:30

Vernissage | Äussere Unordnung - Andrzej Steinbach | Coalmine - Raum für zeitgenössische Fotografie | Winterthur

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Coalmine - Raum für zeitgenössische Fotografie | Winterthur
18. Oktober 2018

Äussere Unordnung
Andrzej Steinbach


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Andrzej Steinbach wurde 1983 in Czarnkow in Polen geboren und wuchs in Karl-Marx-Stadt bzw. Chemnitz auf. Sein Studium an der Hochschule für Grafik und Buchkunst (HGB) in Leipzig absolvierte er in der Klasse für Fotografie 2013 mit dem Diplom und 2017 mit dem Meisterschülerabschluss. Aktuell lebt und arbeitet er in Berlin. Steinbach ist ausserdem Träger des Bundespreises für Kunststudierende 2017/2018. 2015 war er bereits anlässlich der Präsentation Situations #16 im Fotomuseum Winterthur präsent. Seither befinden sich sieben fotografische Arbeiten in der Sammlung des Museums. 

Die Fotografien und Objekte von Andrzej Steinbach wecken einen Geist des Widerstands, der ohne sichtbaren Gegner auftritt und sich zuerst einfach nur als ästhetische Form präsentiert. Im Licht der aktuellen Berichterstattung zu den Ausschreitungen in Chemnitz, der Heimatstadt von Steinbach, erfährt die in Winterthur gezeigte Arbeit eine ungeahnte Aktualisierung. In ihrer räumlichen Konstellation erschliessen sich nach und nach Fotografie und Skulptur und eröffnen eine politische Lesart. So treffen z.B. an Demonstrationen erinnernde Werkzeuge oder Utensilien auf in Street-Style-Fashion gekleidete Models. Hoodys und Sweat Pants, Bomberjacken oder wahlweise Militärcamouflagejacken mit deutschen Flaggenaufnähern, getragen von desinteressiert oder cool vor der Kamera agierenden Jugendlichen, sind nicht selten Motive seiner Fotografien. Transportiert hier der Künstler eine Melancholie gegenüber dem Verlust der Rebellion?  

Zwei sich in der Ausstellung befindende Arbeiten seien hier kurz beschrieben: Das militante Potential einer Fotografie – sie zeigt gänzlich unprätentiöse Objekte wie einen Schallplattenspieler mit zerkratztem Plexiglasdeckel, eine Lonsdale-Jacke, Zigaretten und allerhand Krimskrams – erschliesst sich erst mit dem Wissen, dass es sich um den Plattenspieler Andreas Baaders handelt, der ihm im Gefängnis in Stammheim als Waffenversteck diente. Auf einem sich tatsächlich in der Ausstellung befindenden Plattenspieler werden die auf Vinyl aufgenommenen Namen aller Mitglieder der Terrorgruppe Rote Armee Fraktion aufgezählt. Zusätzlich im Raum findet sich ein Eigenbau-Schlagstock, der für eine Demo aus einer Strebe eines Einkaufswagens der Supermarktkette "Hit" (auf Englisch Schlag) gebastelt wurde.  

Andrzej Steinbach geht es um die Frage, wie nach dem umfänglichen Siegeszug eines glatten Warenpiktorialismus Uneindeutigkeit und politischer Nonkonformismus wieder bildnerisch transportiert werden können.

(Text: Alexandra Blättler)

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Ausstellung | Life in the Ruins - Deborah Kelly | Fabian & Claude Walter Galerie | Zürich
Okt
5
zu 4. Nov.

Ausstellung | Life in the Ruins - Deborah Kelly | Fabian & Claude Walter Galerie | Zürich

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Fabian & Claude Walter Galerie | Zürich
5. Oktober - 4. November 2018

Life in the Ruins
Deborah Kelly


Deborah Kelly, Birth of Beeness, 2017 Collage, pure pigment, ink on Moulin de Larrocque handmade cotton paper 30,5 x 45 cm

Deborah Kelly, Birth of Beeness, 2017
Collage, pure pigment, ink on Moulin de Larrocque handmade cotton paper
30,5 x 45 cm


Ausrangierte Bücher und Enzyklopädien sind für Deborah Kelly (*1962) ebenso Ausgangs-materialen wie ihr ureigener Wissensdrang, ihre ungebremste Schaulust und lebendige Vorstellungskraft. Sie beschreibt es selbst als ihre “Obsession mit der Gestaltung neuer Möglich-keiten für die symbolische Ordnung von ausgedienten Büchern und ihrem traurigen Zustand als Ruinen einer Zivilisation - nämlich unserer eigenen.”

Auf ihren Reisen um die Welt—von Künstlerresidenzen über Biennalen und Workshops zu Kunst-festivals und zurück nach Hause—erkundet die australische Künstlerin angetroffene lokale Folklore, religiöse Symbolik, Geschichten und eigene Erlebnisse, während sie unterwegs auch gleichzeitig die verschiedensten Druckmaterialien aufliest. Es ist als ob sie Fragmente eines Weltgedächtnisses sammelt, um diese dann in eloquenten, temperamentvollen und allegorischen Fantasien, kühnen Anregungen und belehrenden Geschichten wieder neu zusammenzufügen und als solche zu eben dieser Welt sprechen zu lassen.

Die entstandenen Kunstwerke erscheinen dabei wie eine Übung der Gegenwehr: sie verweigern sich dem Verschwinden unserer materiellen, körperlichen, gesellschaftlichen und natürlichen Welt, bedroht von einer digitalen, virtuellen, asozialen, asexuellen und synthetischen Dystopie. Sie scheinen aber auch Dissenzlektionen zu sein: sie verwahren sich sowohl gegen den Stimm- und Handlungsverlust als auch gegen die Aushöhlung von Freiheiten und gesellschaftlicher Solidarität. Collagen und Photomontagen erlangen ja immer dann erhöhte Bedeutung, wenn andere künstlerische Strategien die Stimmung und Dringlichkeit von Krisen nicht mehr adäquat darzu-stellen vermögen. Deborah Kelly präsentiert uns in Life in the Ruins ihre Geschichte, und zeigt uns so, dass eine andere Welt nicht nur möglich ist, sondern eigentlich schon immer auch da war.

Deborah Kellys Arbeiten waren auf den Biennalen von Singapur, Venedig, Thessaloniki, Tarra Warra und Sydney zu sehen. Ihre eigenen Werke und kollaborativen Projekte wurden weltweit in Galerien, Museen, im öffentlichen Raum und in Kinos gezeigt. Ihre Arbeiten sind in zahlreichen wichtigen Privat- und Museumssammlungen vertreten. Des Weiteren erhielt sie verschiedene Preise, wie den National Works on Paper Acquisition Award der Mornington Peninsula Regional Gallery, den VIC, den Albury Art Prize, NSW, und den Fisher's Ghost Art Award des Campbelltown Arts Centre, NSW. Kelly lebt und arbeitet in Sydney, Australien.

(Text: Daniel Blochwitz)

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Ausstellung | Equivalences - Douglas Mandry | Bildhalle | Zürich
Okt
5
zu 15. Nov.

Ausstellung | Equivalences - Douglas Mandry | Bildhalle | Zürich


Bildhalle | Zürich
Ausstellung | 5. Oktober - 15. November 2018

Equivalences
Douglas Mandry

Unseen Sights, Cloud I, 2017 | Douglas Mandry

Unseen Sights, Cloud I, 2017 | Douglas Mandry


Verführerisch schön in Farbigkeit, Formenvielfalt und Materialisierung, gleichzeitig konzeptuell durchdacht, was Themenwahl und fotografische Entstehungsprozesse betrifft: Der Fotokünstler Douglas Mandry (*1989 in Genf) geht von Phänomenen der realen Welt aus und experimentiert mit den verschiedensten fotografischen Verfahren. Zwischen analogen historischen und digitalen zeitgenössischen Techniken hin- und herpendelnd, erschafft der seit 2013 in Zürich lebende Künstler ganz eigenständige Bildwelten. Naturbeobachtung und die Thematisierung aktueller Zeitprobleme finden in seinem Werk mit der Reflexion des Mediums Fotografie zusammen, die Dokumentation mit der Abstraktion, das Denken mit der Sinnlichkeit. In Douglas Mandrys Arbeiten halten sich konzeptuelle Strenge und die experimentelle Freiheit die Waage, und durch die Verselbständigung fotografischer Prozesse wird das Glück des Zufalls möglich: Unvorhergesehenes trifft sich mit Absicht und Idee. Auf diese Weise bekommen komplexe Themen poetische Anziehungskraft. Jedes Werk behält dabei ein produktives Rätsel, das uns anregt, unsere Sicht auf die Wirklichkeit der Welt und auf die Wirklichkeit der Bilder zu befragen. 

(Text: Nadine Olonetzky)

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Vernissage und Book Launch | Equivalences - Douglas Mandry | Bildhalle | Zürich
Okt
4
6:00 nachm.18:00

Vernissage und Book Launch | Equivalences - Douglas Mandry | Bildhalle | Zürich


Bildhalle | Zürich
Vernissage und Book Launch | 4. Oktober 2018
Einführung durch Nadine Olonetzky

Equivalences
Douglas Mandry

Unseen Sights, Cloud I, 2017 | Douglas Mandry

Unseen Sights, Cloud I, 2017 | Douglas Mandry


Verführerisch schön in Farbigkeit, Formenvielfalt und Materialisierung, gleichzeitig konzeptuell durchdacht, was Themenwahl und fotografische Entstehungsprozesse betrifft: Der Fotokünstler Douglas Mandry (*1989 in Genf) geht von Phänomenen der realen Welt aus und experimentiert mit den verschiedensten fotografischen Verfahren. Zwischen analogen historischen und digitalen zeitgenössischen Techniken hin- und herpendelnd, erschafft der seit 2013 in Zürich lebende Künstler ganz eigenständige Bildwelten. Naturbeobachtung und die Thematisierung aktueller Zeitprobleme finden in seinem Werk mit der Reflexion des Mediums Fotografie zusammen, die Dokumentation mit der Abstraktion, das Denken mit der Sinnlichkeit. In Douglas Mandrys Arbeiten halten sich konzeptuelle Strenge und die experimentelle Freiheit die Waage, und durch die Verselbständigung fotografischer Prozesse wird das Glück des Zufalls möglich: Unvorhergesehenes trifft sich mit Absicht und Idee. Auf diese Weise bekommen komplexe Themen poetische Anziehungskraft. Jedes Werk behält dabei ein produktives Rätsel, das uns anregt, unsere Sicht auf die Wirklichkeit der Welt und auf die Wirklichkeit der Bilder zu befragen. 

(Text: Nadine Olonetzky)

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Ausstellung | Zürich - schwarz auf weiss | Photobastei
Sep
7
zu 28. Okt.

Ausstellung | Zürich - schwarz auf weiss | Photobastei


Photobastei | Zürich
6. September - 28. Oktober 2018

Zürich - schwarz auf weiss

Historische Fotografien aus den Beständen des Baugeschichtlichen Archivs der Stadt Zürich


Blick auf das Utoquai, den Bellevueplatz und die Quaibrücke (Fotografie Baugeschichtliches Archiv 1896)

Blick auf das Utoquai, den Bellevueplatz und die Quaibrücke (Fotografie Baugeschichtliches Archiv 1896)

Die Ausstellung "Zürich – Schwarz auf Weiss" zeigt eine Auswahl historischer Fotografien aus den Beständen des baugeschichtlichen Archivs der Stadt Zürich. Die Aufnahmen datieren aus den Jahren 1890 bis 1920. Sie zeigen Stadtansichten und Bauwerke, pittoreske Landschaften sowie Bilder des dörflichen und städtischen Lebens.

Die Ausstellung ist als fotografischer Spaziergang durch die Stadt konzipiert. Der Weg führt durch alle 22 Stadtquartiere. Unterwegs begegnen uns dörfliche Szenen, Baustellen an der Sihl, eine Golfpartie im Dolder, Einblicke in eine gute Stube, neue städtebauliche Grossprojekte wie die Quaianlagen. Manche Aufnahme lässt sich noch heute verorten, andere sind Geschichte und somit Zeugnis von den Veränderungen, die Zürich in den letzten hundert Jahren erfahren hat.

Die Auswahl der Fotografien in der Ausstellung spiegelt die Vielfalt der Sammlung im Baugeschichtlichen Archiv. Dies betrifft die Art der Aufnahmen, die Sujets wie auch die Herkunft der Bilder: Zu sehen gibt es Architekturaufnahmen, Postkartenansichten, Bilder von Interieurs, Wohn- und Arbeitssituationen und Portraits. Entstanden sind die Fotografien als Auftragsarbeiten für städtische Institutionen, für private Unternehmen, für Einzelpersonen und Familien oder zu Dokumentationszwecken.

Ganz häufig sind die Bilder belebt, fast immer präsentieren sich Leute vor einem Haus oder ein neugieriges Gesicht in einem Fenster. Denn ein Fotograf, der zwischen 1890 und 1920 unterwegs war, hat immer Aufmerksamkeit erregt. Kein Wunder, das Arbeiten abseits des Ateliers mit den gross dimensionierten Fachkameras auf Stativen, bestückt mit Glasplatten und die langen Belichtungszeiten machten das Fotografieren zu einem Spektakel.

(Text: Photobastei)

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Ausstellung | 22. vfg Nachwuchsförderpreis | Photobastei
Sep
7
zu 7. Okt.

Ausstellung | 22. vfg Nachwuchsförderpreis | Photobastei


Photobastei | Zürich
7. September - 7. Oktober 2018

Finalistinnen und Finalisten des 22. vfg Nachwuchsförderpreises

Alexandra Baumgartner | Karla Hiraldo Voleau | Christian Indergand | Ernst Kehrli | Jonathan Liechti | Lisa Lurati | Fabienne Spiller | Aissa Tripodi | Fred Walter Uhlig | Simon von Gunten


Preisverleihung 22 nwfp.JPG
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Vernissage | Zürich - schwarz auf weiss | Photobastei
Sep
6
6:00 nachm.18:00

Vernissage | Zürich - schwarz auf weiss | Photobastei


Photobastei | Zürich
6. September 2018

Zürich - schwarz auf weiss

Historische Fotografien aus den Beständen des Baugeschichtlichen Archivs der Stadt Zürich

Eröffnung durch André Odermatt (Stadtrat) und Katrin Gügler (Direktorin Amt für Städtebau)
 


Blick auf das Utoquai, den Bellevueplatz und die Quaibrücke (Fotografie Baugeschichtliches Archiv 1896)

Blick auf das Utoquai, den Bellevueplatz und die Quaibrücke (Fotografie Baugeschichtliches Archiv 1896)

Die Ausstellung "Zürich – Schwarz auf Weiss" zeigt eine Auswahl historischer Fotografien aus den Beständen des baugeschichtlichen Archivs der Stadt Zürich. Die Aufnahmen datieren aus den Jahren 1890 bis 1920. Sie zeigen Stadtansichten und Bauwerke, pittoreske Landschaften sowie Bilder des dörflichen und städtischen Lebens.

Die Ausstellung ist als fotografischer Spaziergang durch die Stadt konzipiert. Der Weg führt durch alle 22 Stadtquartiere. Unterwegs begegnen uns dörfliche Szenen, Baustellen an der Sihl, eine Golfpartie im Dolder, Einblicke in eine gute Stube, neue städtebauliche Grossprojekte wie die Quaianlagen. Manche Aufnahme lässt sich noch heute verorten, andere sind Geschichte und somit Zeugnis von den Veränderungen, die Zürich in den letzten hundert Jahren erfahren hat.

Die Auswahl der Fotografien in der Ausstellung spiegelt die Vielfalt der Sammlung im Baugeschichtlichen Archiv. Dies betrifft die Art der Aufnahmen, die Sujets wie auch die Herkunft der Bilder: Zu sehen gibt es Architekturaufnahmen, Postkartenansichten, Bilder von Interieurs, Wohn- und Arbeitssituationen und Portraits. Entstanden sind die Fotografien als Auftragsarbeiten für städtische Institutionen, für private Unternehmen, für Einzelpersonen und Familien oder zu Dokumentationszwecken.

Ganz häufig sind die Bilder belebt, fast immer präsentieren sich Leute vor einem Haus oder ein neugieriges Gesicht in einem Fenster. Denn ein Fotograf, der zwischen 1890 und 1920 unterwegs war, hat immer Aufmerksamkeit erregt. Kein Wunder, das Arbeiten abseits des Ateliers mit den gross dimensionierten Fachkameras auf Stativen, bestückt mit Glasplatten und die langen Belichtungszeiten machten das Fotografieren zu einem Spektakel.

(Text: Photobastei)

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Artist Talk | Antarctica - Paolo Pellegrin | Bildhalle
Aug
30
7:00 nachm.19:00

Artist Talk | Antarctica - Paolo Pellegrin | Bildhalle


Bildhalle | Zürich
30. August 2018

Artist Talk
Paolo Pellegrin und Christian Brändle (Direktor Museum für Gestaltung, Zürich) im Gespräch über Fotografie, Fotojournalismus und den Fotomarkt
Das Gespräch ist in Zusammenarbeit mit Magnum Photos Schweiz entstanden

Antarctica
Paolo Pellegrin


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Die neuste Serie des italienischen Fotografen Paolo Pellegrin (*1964) führt uns die Schönheit des antarktischen Eisschildes vor Augen, welches zugleich auch Schauplatz einer von Menschen verursachten Krise ist. Die gross­formatigen Luftaufnahmen zeigen imposante Bilder einer scheinbar intakten Umwelt. Erst bei genauerem Be­trachten erahnen wir – gespiegelt durch die dramatischen Veränderungen der Landschaft – den bevorstehenden Verlust, der uns durch die Erderwärmung droht.

Pellegrin hat die Eisfelder und Gletscher aus einem Forschungsflugzeug der NASA fotografiert, die auf ihrer jährlichen IceBridge-Expedition Messflüge über dem Kontinent durchführt. Die Antarktikis von oben, diese Perspektive kannten wir bis anhin nur von Satellitenbildern. Zum ersten Mal liefert nun ein Fotograf Bilder aus einer Flughöhe von nur 300 bis 500 Metern über dem Eis und schenkt uns damit nie gesehene, detaillierte und spektakuläre Luftaufnahmen.

Diese Fotografien demonstrieren, wie eine fast unberührte Landschaft langsam verschwindet, wegschmilzt, ver­ursacht durch unsere geographisch weit entfernten industriellen Aktivitäten. Einmal mehr werden wir daran erinnert, dass Umweltprobleme keine Grenzen kennen. Und genau hier setzt der Magnum-Fotograf an, der bis­her vor allem in Krisen- und Kriegsgebieten gearbeitet hat. Während er normalerweise auf Tuchfühlung und ins Geschehen eingebettet Bilder produziert, tritt er hier einen Schritt zurück und zeigt uns das grosse Ganze eines schwer fassbaren Vorgangs: einen Konflikt, der ganz im Stillen passiert – ohne sichtbare Opfer. Einen Konflikt, der uns alle betrifft.

Die ausgedehnten Landschaften mit ihren Mustern in Eis und Schnee, meist ohne Horizont fotografiert, erinnern gleichzeitg aber auch an die „Equivalents“ von Alfred Stieglitz, die dieser vor hundert Jahren fotografiert hat und die gemeinhin als erste Abstraktionen der modernen Fotografie gelten. Diese Verschränkung aus abstrakter Schönheit der fotografierten südpolaren Landschaft und der politischen Dringlichkeit ihrer drohenden Zerstörung erhebt die Arbeit von Paolo Pellegrin weit über das reine Bilddokument hinaus.

(Text: Bildhalle)

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Ausstellung | Antarctica - Paolo Pellegrin | Bildhalle
Aug
30
zu 29. Sep.

Ausstellung | Antarctica - Paolo Pellegrin | Bildhalle


Bildhalle | Zürich
30. August - 29. September 2018

Antarctica
Paolo Pellegrin


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Die neuste Serie des italienischen Fotografen Paolo Pellegrin (*1964) führt uns die Schönheit des antarktischen Eisschildes vor Augen, welches zugleich auch Schauplatz einer von Menschen verursachten Krise ist. Die gross­formatigen Luftaufnahmen zeigen imposante Bilder einer scheinbar intakten Umwelt. Erst bei genauerem Be­trachten erahnen wir – gespiegelt durch die dramatischen Veränderungen der Landschaft – den bevorstehenden Verlust, der uns durch die Erderwärmung droht.

Pellegrin hat die Eisfelder und Gletscher aus einem Forschungsflugzeug der NASA fotografiert, die auf ihrer jährlichen IceBridge-Expedition Messflüge über dem Kontinent durchführt. Die Antarktikis von oben, diese Perspektive kannten wir bis anhin nur von Satellitenbildern. Zum ersten Mal liefert nun ein Fotograf Bilder aus einer Flughöhe von nur 300 bis 500 Metern über dem Eis und schenkt uns damit nie gesehene, detaillierte und spektakuläre Luftaufnahmen.

Diese Fotografien demonstrieren, wie eine fast unberührte Landschaft langsam verschwindet, wegschmilzt, ver­ursacht durch unsere geographisch weit entfernten industriellen Aktivitäten. Einmal mehr werden wir daran erinnert, dass Umweltprobleme keine Grenzen kennen. Und genau hier setzt der Magnum-Fotograf an, der bis­her vor allem in Krisen- und Kriegsgebieten gearbeitet hat. Während er normalerweise auf Tuchfühlung und ins Geschehen eingebettet Bilder produziert, tritt er hier einen Schritt zurück und zeigt uns das grosse Ganze eines schwer fassbaren Vorgangs: einen Konflikt, der ganz im Stillen passiert – ohne sichtbare Opfer. Einen Konflikt, der uns alle betrifft.

Die ausgedehnten Landschaften mit ihren Mustern in Eis und Schnee, meist ohne Horizont fotografiert, erinnern gleichzeitg aber auch an die „Equivalents“ von Alfred Stieglitz, die dieser vor hundert Jahren fotografiert hat und die gemeinhin als erste Abstraktionen der modernen Fotografie gelten. Diese Verschränkung aus abstrakter Schönheit der fotografierten südpolaren Landschaft und der politischen Dringlichkeit ihrer drohenden Zerstörung erhebt die Arbeit von Paolo Pellegrin weit über das reine Bilddokument hinaus.

(Text: Bildhalle)

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Vernissage | Antarctica - Paolo Pellegrin | Bildhalle
Aug
29
6:00 nachm.18:00

Vernissage | Antarctica - Paolo Pellegrin | Bildhalle


Bildhalle | Zürich
29. August 2018

Antarctica
Paolo Pellegrin


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Die neuste Serie des italienischen Fotografen Paolo Pellegrin (*1964) führt uns die Schönheit des antarktischen Eisschildes vor Augen, welches zugleich auch Schauplatz einer von Menschen verursachten Krise ist. Die gross­formatigen Luftaufnahmen zeigen imposante Bilder einer scheinbar intakten Umwelt. Erst bei genauerem Be­trachten erahnen wir – gespiegelt durch die dramatischen Veränderungen der Landschaft – den bevorstehenden Verlust, der uns durch die Erderwärmung droht.

Pellegrin hat die Eisfelder und Gletscher aus einem Forschungsflugzeug der NASA fotografiert, die auf ihrer jährlichen IceBridge-Expedition Messflüge über dem Kontinent durchführt. Die Antarktikis von oben, diese Perspektive kannten wir bis anhin nur von Satellitenbildern. Zum ersten Mal liefert nun ein Fotograf Bilder aus einer Flughöhe von nur 300 bis 500 Metern über dem Eis und schenkt uns damit nie gesehene, detaillierte und spektakuläre Luftaufnahmen.

Diese Fotografien demonstrieren, wie eine fast unberührte Landschaft langsam verschwindet, wegschmilzt, ver­ursacht durch unsere geographisch weit entfernten industriellen Aktivitäten. Einmal mehr werden wir daran erinnert, dass Umweltprobleme keine Grenzen kennen. Und genau hier setzt der Magnum-Fotograf an, der bis­her vor allem in Krisen- und Kriegsgebieten gearbeitet hat. Während er normalerweise auf Tuchfühlung und ins Geschehen eingebettet Bilder produziert, tritt er hier einen Schritt zurück und zeigt uns das grosse Ganze eines schwer fassbaren Vorgangs: einen Konflikt, der ganz im Stillen passiert – ohne sichtbare Opfer. Einen Konflikt, der uns alle betrifft.

Die ausgedehnten Landschaften mit ihren Mustern in Eis und Schnee, meist ohne Horizont fotografiert, erinnern gleichzeitg aber auch an die „Equivalents“ von Alfred Stieglitz, die dieser vor hundert Jahren fotografiert hat und die gemeinhin als erste Abstraktionen der modernen Fotografie gelten. Diese Verschränkung aus abstrakter Schönheit der fotografierten südpolaren Landschaft und der politischen Dringlichkeit ihrer drohenden Zerstörung erhebt die Arbeit von Paolo Pellegrin weit über das reine Bilddokument hinaus.

(Text: Bildhalle)

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Buchvernissage | Colombia On the Brink of Paradise - Luca Zanetti | Never Stop Reading
Aug
23
7:00 nachm.19:00

Buchvernissage | Colombia On the Brink of Paradise - Luca Zanetti | Never Stop Reading


Never Stop Reading | Zürich
23. August 2018

Colombia On the Brink of Paradise
Luca Zanetti
Scheidegger & Spiess

Mit dem Fotografen Luca Zanetti, der ehemaligen Schweizer Botschafterin in Kolumbien, Dora Rapold, und Nadine Olonetzky vom Verlag Scheidegger & Spiess


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Kolumbien ist ein Land von natürlicher Schönheit und reichem kulturellem Erbe, von Regenwäldern und Flüssen, von friedlichen Bauernhöfen und Farmen, wo sich Bauern und Gauchos zur Arbeit und Freizeit treffen. Doch hinter diesen Bildern der ländlichen Gelassenheit leben die Menschen in Kolumbien in grosser Not. Armut herrscht in vielen isolierten Teilen des Landes, in denen die staatliche Autorität weitgehend fehlt, und siebzig Jahre bewaffneter Konflikte zwischen der kolumbianischen Armee, rechten paramilitärischen Kräften und linken Guerillagruppen, wie der FARC und der ELN, hinterlassen weiterhin bleibende Spuren. Die zentrale Rolle des Landes im Kokainhandel sichert und bedroht den Lebensunterhalt vieler Kolumbianer.

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Der Höhepunkt von fast zwanzig Jahren Reisen und Fotografieren in Kolumbien, "Colombia On the Brink of Paradise" zeigt mehr als hundert unglaubliche Fotografien von Luca Zanetti. Was die Bilder gemeinsam darstellen, ist ein Ort, der zwischen Paradies und Abgrund schwankt, eine wild bunte und chaotische Kulisse für die Geschichten des Alltagslebens der Menschen. Thematisch in mehrere Abschnitte gegliedert, enthält das Buch auch einen Essay über den historischen, politischen und sozialen Kontext des Konflikts des kolumbianischen Soziologen Alfredo Molano, der die Friedensverhandlungen von 2012-2016 zwischen der kolumbianischen Regierung und der FARC aufmerksam verfolgt und Mitglied der Wahrheitskommission ist, die als Teil des zwischen den Rebellen und der Regierung unterzeichneten Friedensabkommens eingerichtet wurde; kurze Einführungstexte der Medellín-Journalistin Anamaria Bedoya Builes; und ein Postscript von Luca Zanetti.

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Colombia is a land of natural beauty and rich cultural heritage, of rainforests and rivers, of peaceful rural farms and ranches where farmers and gauchos gather for work and leisure. But behind these images of bucolic serenity, the people of Colombia live through considerable hardships. Poverty is prevalent in many isolated parts of the country where state authority is largely absent, and seventy years of armed conflict between the Colombian army, right-wing paramilitary forces, and left-wing guerrilla groups, such as the FARC and the ELN, continue to leave lasting scars. The country’s central role in the cocaine trade both provides for and threatens the livelihood of many Colombians.

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The culmination of almost twenty years spent traveling throughout and photographing Colombia, Colombia: On the Brink of Paradise features more than one hundred incredible photographs by Luca Zanetti. What the images collectively portray is a place that teeters between paradise and the abyss, a wildly colorful and chaotic backdrop to the stories of everyday people’s lives. Arranged thematically in several sections, the book also includes an essay on the historic, political, and social context of the conflict by Colombian sociologist Alfredo Molano, who followed closely the peace negotiations of 2012–2016 between the Colombian government and the FARC and who is a member of the truth commission established as part of the peace agreement signed between the rebels and the government; brief introductory texts by Medellín journalist Anamaria Bedoya Builes; and a postscript by Luca Zanetti.

(Text: Scheidegger & Spiess)

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Ausstellung | Tomorrow there will be apricots - Tanya Habjouqa | Coalmine
Jun
29
zu 29. Sep.

Ausstellung | Tomorrow there will be apricots - Tanya Habjouqa | Coalmine


Coalmine - Forum für Dokumentarfotografie | Winterthur
29. Juni - 29. September 2018

Tomorrow there will be apricots

Tanya Habjouqa


Die Coalmine realisiert eine Ausstellung der jordanisch-texanischen Fotografin Tanya Habjouqa, die 2014 mit dem World Press Photo Award ausgezeichnet wurde. Die Ausstellung besteht aus zwei Teilen: Die Serie «Occupied Pleasures», welche Habjouqa den World Press Photo Award einbrachte, vermittelt einen ungewöhnlichen Blickwinkel auf die palästinensischen Gebiete. Habjouqa hat Palästinenserinnen und Palästinenser bei ihren Freizeitbeschäftigungen fotografiert. Die Bilder erzählen von der Suche nach Vergnügen, nach Entspannung und Normalität in der schwierigen Realität der besetzten Gebiete. Die zweite Serie, «Tomorrow there will be apricots», ist düsterer: Habjouqa porträtiert Syrerinnen, die zu Beginn des Krieges nach Jordanien flohen und sich in einer ausweglosen Situation wiederfinden. Der Titel gibt eine arabische Redewendung wieder, welche für die Hoffnung auf etwas steht, was wahrscheinlich nie eintreffen wird. Anders gesagt: Es gibt kein Morgen.

Habjouqa hat die Syrerinnen während fünf Jahren begleitet. In dieser Zeit wurden die Perspektiven der Frauen immer hoffnungsloser – ihre Männer kamen im Krieg ums Leben oder machten sich auf nach Europa, ungewiss, ob sie die Reise überleben oder den Nachzug der Familie je bewerkstelligen würden. Während die Zeit verging und die finanzielle Situation der Frauen prekärer wurde, gerieten so manche unter Druck, ihre Töchter zu verheiraten.

Habjouqa lebte 2005 in der syrischen Hauptstadt Damaskus. Davor hatte sie den amerikanischen Einmarsch im Irak dokumentiert. «Ich wollte an einer anderen nahöstlichen Geschichte arbeiten, einer Geschichte ohne Gewalt und Krieg. Es mag heute ironisch scheinen, aber damals schien Damaskus meine Wünsche zu erfüllen», schreibt sie. «Natürlich wusste ich immer, dass das Land von einer Düsterheit umgeben war. Die Stabilität Syriens hatte einen hohen Preis. Dissens wurde nicht toleriert, es gab weder Meinungsäusserungs- noch Versammlungsfreiheit, und die notorischen Gefängnisse des syrischen Regimes waren voll von jenen, die nicht einverstanden waren. <Tomorrow There Will Be Apricots> entstand aus dem gegenwärtigen schrecklichen Moment, in dem eine noch grössere Finsternis das Land erfasst hat.»

Dennoch lenkt Habjouqa den Blick des Betrachters immer wieder auf die Suche der Frauen nach Normalität und Lebensfreude, oder ihren schwarzen Humor. Obwohl Habjouqa unter schwierigen Bedingungen arbeiten musste – die meisten Frauen liessen etwa ihr Gesicht nicht fotografieren – ist es ihr gelungen, eine berührende Nähe zu den Frauen herzustellen.  

Auch «Occupied Pleasures» ist getrieben vom Wunsch, von stereotypen Bildern wegzukommen. Palästinenser, so Habjouqa, werden in der Regel entweder als Terroristen oder als Opfer porträtiert. Ihr Werk hingegen erzählt von der menschlichen Fähigkeit, sich unter schwierigen Bedingungen zu amüsieren. «Vergnügen unter Militärbesetzung» - das ist auch eine subtile Form der Auflehnung. Habjouqa schreibt: «Mehr als vier Millionen Palästinenser leben im Westjordanland, in Gaza und in Ostjerusalem, wo die Politik regelmässig in die alltäglichsten Situationen eindringt. Daraus entsteht ein grösstmöglicher Wunsch nach dem kleinsten Vergnügen und ein scharfer Sinn für Humor gegenüber den Absurditäten, welche 47 Jahre Besetzung hervorgebracht hat.»

Habjouqas Fotografien sind von einer Intimität, die nur durch den Gewinn des Vertrauens der Porträtierten möglich ist. Sie arbeitet sichtbar mit viel Empathie und einem ausgeprägten Sinn für Humor. Ihr Werk zeigt Leute in widrigen Lebensumständen, Personen, denen Leid wiederfährt - ohne sie darauf zu reduzieren. Mit Mitteln wie Videos sucht sie einen vielseitigeren Zugang, der über die klassische Stillfotografie hinausgeht. Habjouqa erzählt persönliche Geschichten, die sich hinter den Schlagzeilen von Konflikt und Krieg abspielen, und öffnet so für die Betrachterinnen und Betrachter ein Fenster auf die Lebensrealität jener, die von den Konflikten im Nahen Osten betroffen sind.  


Biographie
Tanya Habjouqa wurde 1975 in Jordanien geboren und wuchs in Texas auf. Sie arbeitet heute als Dokumentarfotografin in Ostjerusalem und ist Mitglied von NOOR, einem Kollektiv von ausgewählten Fotojournalisten, Filmemachern, Künstlern, Autoren und visuellen Storytellers. Sie studierte Journalismus und Anthropologie und schloss ein Masterstudium in globalen Medien mit Schwerpunkt Politik des Nahen Ostens an der Universität SOAS in London ab. Ihr Werk bildet vielschichtige Realitäten ab und möchte ein Gegengewicht zu eindimensionalen Darstellungen in den etablierten Medien setzen.

Ihr Fotobuch «Occupied Pleasures», das ihr 2014 den World Press Photo Award einbrachte, wurde vom Time Magazine und vom Smithsonian als eines der besten Fotobücher des Jahres 2015 ausgezeichnet. Sie betreut als Mentorin der Magnum Foundation junge Stipendiaten in der arabischen Welt im Rahmen des Emerging Arab Photographer Documentary Fund, zusammen mit der Prince Claus Foundation und dem Arab Fund for Arts and Culture. Sie ist ausserdem Mitbegründerin von Rawiya, dem ersten rein weiblichen Fotokollektiv im Nahen Osten.

(Text: Coalmine)

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Ausstellung | Robert Lebeck - Retrospektive | Photobastei
Jun
8
zu 15. Juli

Ausstellung | Robert Lebeck - Retrospektive | Photobastei


Photobastei | Zürich
8. Juni - 15. Juli 218
Robert Lebeck - Retrospektive


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Die Photobastei zeigt das Werk von Robert Lebeck (1929 – 2015) in einer grossen Retrospektive.

Lebeck hat wie kein anderer den Fotojorunalismus in Deutschland geprägt. Lange Jahre arbeitete für den Stern und zeichnete sich Verantwortlich für viele Frontcovers. Sein sicheres Gespür für aktuelle Themen und die Begabung, sie mit wenigen Bildern zu erfassen, haben ihn zu einem Star der Reportagefotografie gemacht. Viele seiner Fotografien stellen mittlerweile Ikonen dar und fehlen in keiner Übersicht über den Forojournalismus.
Im Gegensatz zu seinen oft sensationellen Reportagen ist er bei seiner Porträtfotografie verhaltener vorgegangen. Er stand zahlreichen Politikern, Schauspielern, Musikern und anderen Prominenten vis-à-vis. Dabei sind ruhige, eindringliche, manchmal aber auch sehr humorvolle Ergebnisse entstanden, die von dem Respekt zeugen, den Lebeck den Porträtierten entgegenbringt. Unvergessen ist etwa die Bildserie über Romy Schneider, deren Entstehung gerade in den Kino zu sehen war.

Die umfangreiche Ausstellung zeigt Lebecks klassische Reportagen und Porträtserien.

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