«Flora Humana»: Natur als Skulptur...

Flora Humana ist eine fotografische Arbeit, die Pflanzenformen in den Mittelpunkt stellt und ihre überraschende Nähe zum Menschlichen sichtbar macht. Ein grosser Teil der Aufnahmen entstand im Botanischen Garten der Universität Bern, dessen Artenvielfalt eine intensive Auseinandersetzung mit denselben Pflanzen über längere Zeit ermöglichte. Die Schwarz-Weiss-Fotografien wecken Assoziationen an Figuren, Gesten oder Charaktere und lassen die Grenzen zwischen Natur und menschlicher Wahrnehmung fliessend werden. 

Ausgangspunkt dieser Bildserie ist das wiederholte, aufmerksame Beobachten durch den Künstler. Mit der Zeit treten Details, Strukturen und Formen hervor, die im schnellen Blick leicht übersehen werden. Vergrösserte und isolierte Pflanzenfragmente entfalten so eine faszinierende Präsenz und eröffnen neue Perspektiven auf Vertrautes – es entstehen Bilder zwischen Natur und Skulptur, die dazu einladen, Pflanzen mit anderen Augen zu betrachten. 

Hinter dieser sensiblen Herangehensweise steht Ramón Quensel. Der gebürtige Mexikaner (Real de Catorce, San Luis Potosí) lebt heute in Bern. In seiner Fotografie verbindet er die Mystik der Natur mit seiner Leidenschaft für Musik, Menschen und die Geschichten des Alltags. Licht und Schatten spielen dabei eine zentrale Rolle als visuelle Sprache, um Stimmungen, Ideen und Emotionen spürbar werden zu lassen. 

Sein Werk reicht von Reportage bis Still Life. Mit Offenheit, Neugier und Gespür für Details stellt er sich jedem neuen Projekt individuell, immer mit dem Anspruch, sich als Fotograf und als Mensch weiterzuentwickeln. 

Zyklamen © Ramón Quensel

Die im März 2026 gegründete Fotogalerie Bern präsentiert vom 27. bis zum 30. August 2026 die Fotoausstellung «Flora Humana» von Ramón Quensel.