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Vernissage und Artist Talk | Babysitting a Shark in a Coldroom – Comoros Encounters - Kelvin Haizel | Vontobel | Zürich

  • Vontobel Gotthardstrasse 43 8002 Zürich Schweiz (Karte)

Vontobel | Zürich
8. März 2019

Artist Talk mit Kelvin Haizel und Urs Stahel, Kurator

Babysittung a Shark in a Coldroom - Comoros Encounters
Kelvin Haizel


Kelvin Haizel:  A Father’s Care,  68 × 106 cm ,  Bottom:  Stasis I,  59 × 92 cm

Kelvin Haizel: A Father’s Care, 68 × 106 cm, Bottom: Stasis I, 59 × 92 cm

Der ghanaische Künstler Kelvin Haizel setzte sich mit seinem Projektvorschlag im Herbst 2017 unter 80 Bewerbungen durch. 

Sein Projekt zum Thema Identität führte ihn auf die Komoren, eine Inselgruppe im Indischen Ozean. Die zwischen Madagaskar und Mosambik gelegene Inselgruppe setzt sich aus der unabhängigen Union der Komoren und der Insel Mayotte, einem französischen Übersee-Departement, zusammen. 

Die Komoren, eine ehemalige Kolonie Frankreichs, gelten als Inselparadies, gehören aber auch zu den ärmsten und unruhigsten Ländern der Welt. Als Teil Frankreichs profitiert die Insel Mayotte von Transferzahlungen aus Paris, was den Lebensstandard der Bevölkerung wesentlich anhebt. Die Trennung zwischen Mayotte und der Union der Komoren wurde 1975 vollstreckt. Die 1995 eingeführte Visumspflicht für BewohnerInnen der Nachbarinseln löste ein grosses Flüchtlingsdrama aus. Jedes Jahr versuchen hunderte Komorer mit Holzbooten nach Mayotte und so in die Europäische Union zu gelangen, was bis heute für Tausende von Menschen im tödlichen Unglück endet. 

Diese aussergewöhnliche Situation veranlasste Kelvin Haizel dazu, sich mittels Fotografie und Video mit dem Ort und seinen multiplen Identitäten auseinanderzusetzen. Haizel machte sich zunächst auf die Suche nach einer gemeinsamen Identität der Inseln, wobei er immer tiefer in die Mikrokosmen eintauchte. So lernte er die Unterschiede zwischen den BewohnerInnen wie auch Freund- und Feindschaften kennen und stiess auf die Fragen der Zugehörigkeit. 

Seit der Jurierung im November 2017 lebte und arbeitete Haizel während mehrerer Wochen auf den einzelnen Inseln. Das zusammengetragene Material – inszenierte Fotografien, Sachaufnahmen, Reportagebilder, gefundenes Bild- und Videomaterial – verarbeitete er für die Ausstellung zu installativen Arbeiten, die in komplexer Beziehung zueinander stehen – ganz wie die Inseln des Archipels.