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Vernissage | Die Gris-Gris Wrestler von Senegal

  • ad hoc foto Schaalgasse 7 4500 Solothurn (Karte)

ad hoc foto | Solothurn
12. April 2018 | 19 Uhr
Die Gris-Gris Wrestler von Senegal | Christian Bobst


 11. August 2015. Kherou Ngor übergiesst seinen Körper im Wasser am Strand von Ngor mit Kuhmilch. Er führt dieses Ritual durch, um sich mit der Kraft eines mächtigen Geistes zu verbinden, der angeblich im Wasser und den Felsen am Ufer des Strands von Ngor lebt.

11. August 2015. Kherou Ngor übergiesst seinen Körper im Wasser am Strand von Ngor mit Kuhmilch. Er führt dieses Ritual durch, um sich mit der Kraft eines mächtigen Geistes zu verbinden, der angeblich im Wasser und den Felsen am Ufer des Strands von Ngor lebt.


Wrestling, "la lutte" auf Französisch, ist die mit Abstand beliebteste Sportart im Senegal, noch beliebter als Fussball. Fast jeder, vom Kleinkind bis zur Grossmutter, verfolgt die grossen Ringkampfspiele im Stadion, im Fernsehen oder auf der Strasse.

Schamanistische Rituale werden als fester Bestandteil jedes Wettkampfes durchgeführt, auch in den grossen Stadien. In der westlichen Umgangssprache werden diese Rituale oft Voodoo genannt, aber die muslimischen Senegalesen nennen sie Gris-gris. Moderne Entwicklungen und alte afrikanische Traditionen treffen in dieser Sportart aufeinander. Diese hat ihre historischen Wurzeln in den Vorbereitungen der Krieger für den Kampf. Der Sport ist Teil einer grösseren westafrikanischen Form des traditionellen Ringens, unterscheidet sich aber dadurch, dass die senegalesische Version Boxschläge erlaubt. In den letzten 10 Jahren hat sich die Lutte sénégalaise zu einem Millionen-Spektakel entwickelt, vor allem durch Verträge mit grossen Sponsoren und Fernsehsendern, aber auch durch die Verbreitung über neue Medienkanäle. Dies hat dazu geführt, dass die erfolgreichsten Wrestler zu Medienstars und Milliardären wurden, was jungen Männern in diesem afrikanischen Land eine vermeintlich neue Perspektive gibt. Jeden Morgen und Abend treffen sich junge Männer an den Stränden von Dakar, um sich zu professionellen Wrestlern auszubilden. Nur ganz wenige schaffen es letztlich, vom Ringkampf gut leben zu können. Doch die hohe soziale Anerkennung und Preisgelder in Hunderttausenden von US-Dollar für die bekanntesten Kämpfer wirken auf die jungen senegalesischen Männer verlockend.

Christian Bobst (*1971) ist im Kanton Solothurn aufgewachsen und lebt und arbeitet heute in Zürich. Nach einem Grafik Design Studium hat er für renommierte Werbeagenturen (Wirz, Jung von Matt und anderen) in der Schweiz und Deutschland gearbeitet. Seit 2010 ist er als freischaffender Dokumentarfotograf in Europa, Afrika, Asien, Süd- und Nordamerika unterwegs. Seine Arbeiten wurden in zahlreichen Magazinen (GEOSchweizer IllustrierteFocus, etc.), Tageszeitungen (NZZDie ZeitThe Guardian und andere) und Onlinemedien veröffentlicht. 2016 gewann er mit "the gris-gris Wrestlers of Senegal" den zweiten Preis des World Press Awards in der Kategorie Sport. 2017 gewann er mit "Der Fels von Ngor" den vfg selection swiss photo award und wurde mit dem Fotopreis des Kantons Solothurn geehrt.

Frühere Veranstaltung: 16. März
Ausstellung | Zeitbilder - Objekte
Spätere Veranstaltung: 13. April
Ausstellung | "lakeside"