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Comme des images Provins...

Ipanema Beach, Rio de Janeiro, Brazil, 1958 © René Burri - Agence Magnum - Fondation René Burri

Vom Juni bis September 2026 findet in Provins (Seine-et-Marne) erstmals das Fotografie-Festival «comme des images» statt. Die Veranstaltung nutzt mehrere historische und kulturelle Orte der Stadt, um zeitgenössische Fotografie sowie Werke aus der Geschichte des Mediums zu präsentieren. Ein zentrales Element ist die Förderung der künstlerischen Produktion durch eine Residenz, die in diesem Jahr mit dem Fotografen Fred Delangle besetzt ist. 

Sans titre, 1946 © Erwin Blumenfeld - © The Estateof Erwin Blumenfeld

Im Fokus der Residenz steht die Arbeit von Fred Delangle, der über einen Zeitraum von mehreren Monaten eine Serie speziell für die Stadt Provins entwickelt hat. Seine Arbeiten, die sich thematisch mit der nächtlichen Atmosphäre der mittelalterlichen Stadt auseinandersetzen, werden in der Église Sainte-Croix ausgestellt. Nach 40 Jahren Schliessung wird die Kirche erstmals wieder für die Öffentlichkeit zugänglich. Delangle fokussiert sich in seinen Langzeitprojekten vor allem auf urbane Räume, darunter Arbeiten in Indien und Venedig. Ergänzend zu Delangle wird in der Kirche eine Projektion mit Werken des Magnum-Fotografen René Burri (1933–2014) präsentiert, die dessen photojournalistisches Schaffen würdigt. 

Série Opprinnelsen, La Porte © Florence D'elle - agence révélateur

Das Festivalprogramm umfasst zudem mehrere thematische Ausstellungen an verschiedenen Standorten. In der Médiathèque Alain Peyrefitte ist die Gruppenausstellung «Paysages Rêvés» zu sehen, die sieben Künstlerinnen und Künstler zusammenbringt, welche historische fotografische Verfahren anwenden. Dazu gehören Aassmaa Akhannouch (Cyanotypie), Grégor Beltzig (Fresson-Druck), Florence D’elle (Ferrotypie/Nasskollodium), Irène Jonas (kolorierte Fotografie), Jens Knigge (Platin-Palladium-Druck), Laurent Millet (Gummibichromat) und Takeshi Shikama (Platin-Palladium-Druck auf Gampi-Papier). Jede Position stellt einen spezifischen technischen Ansatz vor, der die Geschichte der Fotografie nachzeichnet. 

Série Northern Lights, Ground N°4 © Jens Knigge, Courtesy Galerie Esther Woerdehoff

Weitere Ausstellungsorte sind der Espace Pôle Gare und das Atelier Galerie Guedamour. Im Espace Pôle Gare werden Farbarbeiten des Modefotografen Erwin Blumenfeld (1897–1969) gezeigt, die während seiner Zeit in New York (1941–1960) entstanden sind. Die Ausstellung wurde in Zusammenarbeit mit der Erwin Blumenfeld Foundation realisiert. Im Atelier Galerie Guedamour präsentiert Estelle Lagarde ihre Serie «Entre», die zwischen 2018 und 2020 in der Abtei von Chéhéry entstand. Die Arbeiten basieren auf analogen Silberabzügen ohne digitale Nachbearbeitung und thematisieren den Zustand des Ortes zwischen Verfall und Wiederherstellung. 

Série Boulevar de l'Océan © Aassmaa Akhannouch, Courtesy Galerie Esther Woerdehoff

Die Öffnungszeiten variieren je nach Standort. Die Église Sainte-Croix und der Espace Pôle Gare sind freitags bis sonntags von 14:00 bis 18:00 Uhr geöffnet. Die Médiathèque Alain Peyrefitte hat unter der Woche erweiterte Öffnungszeiten, bleibt jedoch im August geschlossen. Das Atelier Galerie Guedamour ist donnerstags und freitags sowie samstags zugänglich, ansonsten nach Vereinbarung. Die Organisation liegt bei der Association Comme des Images, gegründet von Sabine Guedamour und Sébastien Mariau, die bereits 2023 die «Rencontres de Provins» initiiert hatten.

Série Voyage sur le fil de soi, 2019 © Gregor Beltzig