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Ausstellung | Life in the Ruins - Deborah Kelly | Fabian & Claude Walter Galerie | Zürich


  • Fabian & Claude Walter Galerie Rämistrasse 18 8001 Zürich Schweiz (Karte)

Fabian & Claude Walter Galerie | Zürich
5. Oktober - 4. November 2018

Life in the Ruins
Deborah Kelly


 Deborah Kelly, Birth of Beeness, 2017 Collage, pure pigment, ink on Moulin de Larrocque handmade cotton paper 30,5 x 45 cm

Deborah Kelly, Birth of Beeness, 2017
Collage, pure pigment, ink on Moulin de Larrocque handmade cotton paper
30,5 x 45 cm


Ausrangierte Bücher und Enzyklopädien sind für Deborah Kelly (*1962) ebenso Ausgangs-materialen wie ihr ureigener Wissensdrang, ihre ungebremste Schaulust und lebendige Vorstellungskraft. Sie beschreibt es selbst als ihre “Obsession mit der Gestaltung neuer Möglich-keiten für die symbolische Ordnung von ausgedienten Büchern und ihrem traurigen Zustand als Ruinen einer Zivilisation - nämlich unserer eigenen.”

Auf ihren Reisen um die Welt—von Künstlerresidenzen über Biennalen und Workshops zu Kunst-festivals und zurück nach Hause—erkundet die australische Künstlerin angetroffene lokale Folklore, religiöse Symbolik, Geschichten und eigene Erlebnisse, während sie unterwegs auch gleichzeitig die verschiedensten Druckmaterialien aufliest. Es ist als ob sie Fragmente eines Weltgedächtnisses sammelt, um diese dann in eloquenten, temperamentvollen und allegorischen Fantasien, kühnen Anregungen und belehrenden Geschichten wieder neu zusammenzufügen und als solche zu eben dieser Welt sprechen zu lassen.

Die entstandenen Kunstwerke erscheinen dabei wie eine Übung der Gegenwehr: sie verweigern sich dem Verschwinden unserer materiellen, körperlichen, gesellschaftlichen und natürlichen Welt, bedroht von einer digitalen, virtuellen, asozialen, asexuellen und synthetischen Dystopie. Sie scheinen aber auch Dissenzlektionen zu sein: sie verwahren sich sowohl gegen den Stimm- und Handlungsverlust als auch gegen die Aushöhlung von Freiheiten und gesellschaftlicher Solidarität. Collagen und Photomontagen erlangen ja immer dann erhöhte Bedeutung, wenn andere künstlerische Strategien die Stimmung und Dringlichkeit von Krisen nicht mehr adäquat darzu-stellen vermögen. Deborah Kelly präsentiert uns in Life in the Ruins ihre Geschichte, und zeigt uns so, dass eine andere Welt nicht nur möglich ist, sondern eigentlich schon immer auch da war.

Deborah Kellys Arbeiten waren auf den Biennalen von Singapur, Venedig, Thessaloniki, Tarra Warra und Sydney zu sehen. Ihre eigenen Werke und kollaborativen Projekte wurden weltweit in Galerien, Museen, im öffentlichen Raum und in Kinos gezeigt. Ihre Arbeiten sind in zahlreichen wichtigen Privat- und Museumssammlungen vertreten. Des Weiteren erhielt sie verschiedene Preise, wie den National Works on Paper Acquisition Award der Mornington Peninsula Regional Gallery, den VIC, den Albury Art Prize, NSW, und den Fisher's Ghost Art Award des Campbelltown Arts Centre, NSW. Kelly lebt und arbeitet in Sydney, Australien.

(Text: Daniel Blochwitz)