Cristina Kahlo | BelleVue

 Zapatos Lulu aus "Tiempo de Danzón" | © Cristina Kahlo 

Zapatos Lulu aus "Tiempo de Danzón" | © Cristina Kahlo 

Während der Art Basel findet man abseits der grossen Massen und des Trubels kleine Oasen, in denen man sich mit den Künstlerinnen und Künstlern austauschen kann – so geschehen im BelleVue beim Erasmusplatz.

Wenn man Glück hat führt Cristina Kahlo gleich selbst durch die Ausstellung und erzählt mit leuchtenden Augen über ihre Arbeit und was ihr am Herzen liegt. Und um es gleich vorweg zu nehmen: Ja, sie hat etwas mit Frida Kahlo zu tun. Frida Kahlo ist ihre Grosstante. Im BelleVue kann man ein breites Spektrum der Arbeiten von Cristina Kahlo sehen.

 Piedras aus "Posthispánico Mexico" | © Cristina Kahlo

Piedras aus "Posthispánico Mexico" | © Cristina Kahlo

In der Serie "Posthispánico Mexico" stellt sie eine fiktive Verbindung des gegenwärtigen Lebens zur alten indigenen mittelamerikanischen Kultur her, in dem sie mit Hilfe von Triptychen das Heute mit dem Gestern verbindet. Elemente wie Armbänder, Knoten, Verzierungen werden in verschiedenen Zusammenhängen gezeigt. In den Objekten von Gestern sind diese fest eingeschlossen. Im Heute aber sind sie beweglich, ob es sich nun um Schmuck, Objekte aus Metall oder Schnur handelt. Anmut und Vergleich spielt im fotografischen Werk von Cristina Kahlo eine wichtige Rolle.

 Saltillo aus "Tiempo de Reflexión" | © Cristina Kahlo

Saltillo aus "Tiempo de Reflexión" | © Cristina Kahlo

In "Tiempo de Reflexión" wird die Künstlerin zur Reporterin indem sie mexikanische Kinder in prekären humanitären Situationen proträtiert. Aufgrund der Nähe werden die Kinder ermuntert das Bild mitzugestalten und so Momente ihrer Realität festzuhalten. Beim Betrachten der Bilder spürt man die Nähe und das gegenseitige Vertrauen.

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"Tiempo de Danzón" – der aus Kube importierte Paartanz ist in Mexiko allgegenwärtig und spielt für viele Menschen eine zentrale Rolle. In eindrücklicher Weise überträgt Cristina Kahlo das Spiel des Danzón – Stillstand und Bewegung – in Bilder, in denen sie den Blick auf Details lenkt.

 Anahuacalli aus "Posthispánico Mexico" | © Cristina Kahlo

Anahuacalli aus "Posthispánico Mexico" | © Cristina Kahlo

Cristina Kahlo lebt und arbeitet in Mexico City. Als freie Kuratorin im Bereich der Fotografie arbeitete sie mit verschiedenen Museen (Martin-Gropius-Bau in Berlin, Kunstforum Wien, Palazzo Ducale in Genua und anderen) zusammen. Ihre fotografischen Arbeiten wurden in zahlreichen Ausstellung (Museo Casa Estudio Diego Rivera y Frida Kahlo, Galerie Bode in Karlsruhe, Haus am Kleistpark in Berlin und anderen) ausgestellt.

Die Ausstellung im BelleVue Basel dauert noch bis 24. Juni 2018.

Miryam Abebe